Herrnbräu Victor Frankenstein – Ein Sondersud mit malziger Seele
Die Geschichte von Herrnbräu ist eng mit der Brautradition Ingolstadts verbunden und reicht bis ins Jahr 1527 zurück. Über die Jahrhunderte entwickelte sich aus der einstigen Herrnbrauerei durch Zusammenschlüsse und Fusionen eine der bedeutendsten Braustätten der Region. Besonders die Gründung der Actienbrauerei Ingolstadt im Jahr 1873 und die späteren Zusammenschlüsse zahlreicher Ingolstädter Brauereien prägten die Entwicklung des Unternehmens nachhaltig.
Mit dem Victor Frankenstein präsentiert Herrnbräu einen besonderen Sondersud, der mit Wiener Malz eingebraut wird. Nach der kalten Gärung reift das Bier vier Wochen lang bei 1 °C, bevor es kalt filtriert und glanzfein abgefüllt wird. Die Brauerei verspricht damit ein Spezialbier, das durch seine ausgewogene Malzbetonung überzeugen soll.
Schon beim Einschenken zeigt sich der Victor Frankenstein in einem hellen Bernsteinton und präsentiert sich glanzklar im Glas. Weniger überzeugend fällt allerdings die Schaumkrone aus, die recht schnell in sich zusammenfällt und optisch nur einen kurzen Eindruck hinterlässt.
Im Duft steht Karamell eindeutig im Mittelpunkt. Ergänzt wird das Aroma von dezenten Zitrusnoten, die dem Bier eine angenehme Frische verleihen, ohne den malzigen Charakter zu überdecken.
Der Antrunk beginnt mit einer harmonischen Malzsüße, die sofort Lust auf mehr macht. Dazu gesellt sich eine sehr feinperlige Kohlensäure, die dem Bier eine angenehme Lebendigkeit verleiht und den Trinkfluss unterstützt. Im weiteren Verlauf bestätigt sich der erste Eindruck. Die karamelligen Malzaromen prägen den Geschmack und werden von einer leichten, gut eingebundenen Bittere begleitet. Das weiche Mundgefühl sorgt für einen runden Gesamteindruck, während die feinen Zitrusnuancen immer wieder dezent durchschimmern und für zusätzliche Balance sorgen. Zum Abschluss wird das Bier etwas trockener. Die Bittere gewinnt leicht an Intensität, bleibt dabei aber jederzeit angenehm und ausgewogen. Zusammen mit dem langen Nachklang sorgt sie für einen gelungenen Abschluss, der den malzigen Gesamteindruck harmonisch abrundet.
Der Victor Frankenstein ist also kein Bier der großen Überraschungen, sondern überzeugt mit einer gelungenen Balance aus Malzsüße, feinen Karamellnoten und einer angenehm dosierten Bitteren. Besonders das weiche Mundgefühl und der lange Nachhall hinterlassen einen positiven Eindruck. Lediglich die wenig standfeste Schaumkrone kostet einige Sympathiepunkte. Wer ein malzbetontes, gut ausbalanciertes Wiener Lager mit hohem Trinkgenuss sucht, findet im Victor Frankenstein einen durchaus empfehlenswerten Begleiter.
Und noch ein kleiner Tipp zum Abschluss: Auf der Website der Brauerei findet sich sogar ein Song zum Bier. Und wer vergnügungssüchtig ist, lädt sich die Karaoke-Version des Songs herunter. Viel Spaß!
Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz (Wiener Malz), Hopfen (Hallertauer Blanc)
Alkoholgehalt:
5,4 % Vol.
Stammwürze:
12,8° Plato
Farbe:
12 EBC
Brauerei:
Herrnbräu GmbH
Manchinger Str. 95
85053 Ingolstadt
www.herrnbraeu.de
