Mauritius-Brauerei vor Verkauf: Gläubiger stimmen Übernahme zu

Für die insolvente Mauritius-Brauerei in Zwickau zeichnet sich eine Zukunft unter einem neuen Eigentümer ab. Die Gläubiger haben am 1. September 2026 grundsätzlich dem Verkauf der traditionsreichen Brauerei zugestimmt. Damit ist eine wichtige Voraussetzung für die geplante Übernahme erfüllt. Wer künftig hinter der Mauritius-Brauerei stehen wird, ist allerdings weiterhin nicht bekannt.

Insolvenzverwalter Henry Girbig bestätigte die Entscheidung nach der Gläubigerversammlung beim Amtsgericht Chemnitz. Nach den bislang vorliegenden Informationen soll der Verkauf mindestens drei Millionen Euro einbringen. Bestandteil der Transaktion sind sowohl die Immobilien als auch die Produktionsanlagen der Brauerei.

Name des Käufers bleibt vorerst geheim

Die wohl spannendste Frage ist damit noch nicht beantwortet. Obwohl ein Übernahmeangebot vorliegt und die Gläubiger dem Verkauf nun grundsätzlich zugestimmt haben, wurde die Identität des potenziellen Käufers bislang nicht öffentlich gemacht.

Auch wann die Transaktion endgültig abgeschlossen werden kann, steht noch nicht fest. Von einem bereits vollzogenen Verkauf oder gar einer endgültigen Rettung der Brauerei kann deshalb noch nicht gesprochen werden.

Die Zustimmung der Gläubiger ist dennoch ein wichtiger Schritt. Noch Ende August war lediglich bekannt, dass ein Übernahmeangebot vorliegt. Ob die Gläubiger diesem zustimmen würden, sollte auf der für den 1. September angesetzten Versammlung entschieden werden. Mit dem positiven Votum ist diese Hürde nun genommen.

Geschäftsbetrieb läuft während der Insolvenz weiter

Während des Verfahrens wird in Zwickau weiterhin Bier gebraut. Der Geschäftsbetrieb der Mauritius-Brauerei läuft fort, derzeit beschäftigt das Unternehmen noch 51 Mitarbeiter.

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Brauerei waren im Frühjahr öffentlich geworden. Im März 2026 stellte das Unternehmen Insolvenzantrag. Seit Juni läuft das reguläre Insolvenzverfahren. Ziel war von Beginn an, eine Lösung zu finden, mit der der traditionsreiche Brauereistandort erhalten werden kann. Die nun erteilte Zustimmung zum Verkauf bringt dieses Vorhaben einen entscheidenden Schritt voran.

Zwickauer Brautradition reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück

Die Mauritius-Brauerei gehört zu den traditionsreichen Brauereien Sachsens. Ihre Geschichte reicht bis in das 19. Jahrhundert zurück. 1859 wurde in Zwickau die Brauerei von Carl Friedrich Mauritius gegründet, aus der sich das heutige Unternehmen entwickelte.

Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde die Brauerei privatisiert und in den folgenden Jahrzehnten mehrfach umstrukturiert. Heute produziert Mauritius neben den Bieren unter eigenem Namen auch verschiedene regionale Marken.

Für Zwickau besitzt das Unternehmen damit nicht nur wirtschaftliche Bedeutung. Die Brauerei ist zugleich Teil einer langen regionalen Biertradition.

Wichtige Fragen bleiben offen

Mit dem Votum der Gläubiger ist das Insolvenzverfahren allerdings noch nicht abgeschlossen. Entscheidend wird nun sein, ob und wann der Verkauf tatsächlich vollzogen werden kann.

Vor allem die Identität des Investors dürfte darüber Aufschluss geben, welche Strategie künftig für die Mauritius-Brauerei vorgesehen ist. Ebenso offen ist, ob alle derzeit 51 Arbeitsplätze erhalten bleiben und in welchem Umfang die Produktion in Zwickau fortgeführt werden soll.

Die Gläubigerversammlung vom 1. September liefert damit noch nicht das Ende der Geschichte, aber einen wichtigen Wendepunkt: Aus der bislang lediglich möglichen Übernahme ist eine von den Gläubigern grundsätzlich gebilligte Lösung geworden. Nun hängt die weitere Zukunft der Mauritius-Brauerei vom Abschluss des Verkaufs und den Plänen des neuen Eigentümers ab.

Quelle: „Weg für Investor frei: Mauritius-Brauerei darf verkauft werden“, zuletzt aktualisiert am 1. September 2026 um 13:53 Uhr. Der Bericht bestätigt ausdrücklich die Zustimmung der Gläubiger zum Verkauf und nennt Insolvenzverwalter Henry Girbig als Quelle.

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