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Browar Stu Mostów Pastry Sour Strawberry Raspberry Coconut im Test: Fruchtiges Dessertbier aus Breslau

Die polnische Craft-Beer-Szene hat sich längst einen festen Platz auf der europäischen Bierkarte erarbeitet. Zu ihren bekannten Vertretern gehört Browar Stu Mostów aus Breslau. Die 2014 gegründete Brauerei verbindet klassische Brautradition mit modernen Bierstilen und hat sich insbesondere mit kreativen Rezepturen und internationalen Kooperationen einen Namen gemacht.

Das Sortiment gliedert sich in mehrere Linien. Unter WRCLW interpretiert die Brauerei eher klassische Stile, während Salamander für moderne, häufig hopfenbetonte Biere steht. ART bietet schließlich Raum für Experimente und Kooperationen mit anderen Brauereien. Darüber hinaus betreibt Stu Mostów in Breslau einen eigenen Taproom mit Gastronomie.

Experimentierfreude ist auch bei dem Bier gefragt, das jetzt vor mir steht: Pastry Sour Strawberry Raspberry Coconut. Schon der Name macht deutlich, dass Puristen hier vermutlich nicht auf ihre Kosten kommen. Erdbeere, Himbeere und Kokos versprechen eher einen flüssigen Nachtisch als ein klassisches Sauerbier.

Im Glas präsentiert sich das Pastry Sour in einem kräftigen Rosa und mit deutlicher Hefetrübung. Der feinporige weiße Schaum fällt eher knapp aus, bleibt aber einige Zeit erhalten. Außerdem passt die ungewöhnliche Farbe hervorragend zu dem, was anschließend in der Nase passiert. Die Optik dieses Bieres passt also.

In der Nase haben rote Früchte eindeutig das Kommando übernommen. Das Aroma ist intensiv fruchtig und deutlich süß. Erdbeere und Himbeere bestimmen den Eindruck so konsequent, dass der eigentliche Biercharakter aromatisch kaum noch zu erkennen ist. Wer beim Begriff Pastry Sour an einen Nachtisch im Glas denkt, dürfte sich bestätigt fühlen.

Der erste Schluck bringt allerdings eine kleine Überraschung. Das Bier ist weniger süß, als es sein Duft zunächst erwarten lässt. Eine kräftige Kohlensäure sorgt für Frische und lässt den Antrunk angenehm spritzig erscheinen. Im Körper bleibt die Frucht klar im Mittelpunkt. Positiv fällt auf, dass die Aromen überwiegend natürlich wirken und nicht den Eindruck eines künstlich aromatisierten Fruchtgetränks vermitteln. Die für ein Sour erwartete Säure hält sich dagegen überraschend zurück. Bittere ist praktisch nicht vorhanden. Dafür besitzt das Bier ein weiches, fast samtiges Mundgefühl, das gut zum Dessertcharakter passt. Lediglich im Abgang verliert das Pastry Sour etwas an Spannung. Er fällt mild und vergleichsweise nichtssagend aus. Nach dem intensiven Fruchteindruck zuvor hätte ein prägnanteres Finale dem Bier sicherlich gutgetan.

Insgesamt ist das Pastry Sour Strawberry Raspberry Coconut ein ungewöhnliches, ausgesprochen fruchtbetontes Bier, bei dem die Grenzen zwischen Bier und Dessert verschwimmen. Wer ausgeprägte Bittere oder eine kräftige Sour-Säure erwartet, wird hier kaum glücklich. Freunde fruchtiger und weicher Pastry Sours bekommen dagegen ein angenehm spritziges Bier, das seine Zutaten klar in den Vordergrund stellt.

Besonders gut kann ich es mir zu einem Vanilledessert vorstellen, dessen cremige Süße einen schönen Kontrast zur Frucht bildet. Auch zu einem frischen Obstsalat dürfte das Bier eine gute Figur machen.

Eines stößt mir allerdings sauer auf (sorry für das Wortspiel): Die Brauerei veröffentlicht keine Inhaltsangabe für das Bier, weder auf den Etiketten noch auf der Website des Unternehmens. Lediglich die Allergene Gerstenmalz, Weizenmalz und Laktose werden genannt, was vermutlich der polnischen Gesetzgebung Genüge tut. Da sollte die Brauerei noch einmal nachbessern.

Alkoholgehalt:

3,5 % Vol.

Brauerei:

Browar Stu Mostów
ul. Jana Długosza 2
51-162 Wrocław
www.100mostow.pl

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