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Fort Lapin Quadrupel 10 im Test: Würzig, dunkel und erstaunlich schlank

Das Fort Lapin Quadrupel 10 stammt aus Brügge und gehört zu den kräftigeren Vertretern der belgischen Braukunst. Gebraut wird es mit vier Malzsorten, mehreren Hopfensorten und fünf Gewürzen. Bereits früh machte das Bier auf sich aufmerksam: Beim Bierfestival in Brügge 2013 landete es bei den Besuchern auf einem starken dritten Platz – nur knapp hinter deutlich bekannteren Namen wie Westvleteren 12.

Mit 10 Prozent Alkohol ist klar, dass hier kein Leichtgewicht im Glas steht. Umso spannender ist die Frage, ob das Bier seine Kraft eher offensiv zeigt oder gekonnt im Hintergrund hält.

Optisch macht das Fort Lapin Quadrupel 10 sofort Eindruck. Es fließt blickdicht schwarz ins Glas und bildet dabei eine feste, hellbraune Schaumkrone mit sehr guter Standzeit. Ein klassischer, fast schon majestätischer Auftritt für ein starkes dunkles belgisches Bier.

In der Nase dominieren zunächst dunkle Schokolade und Kaffee. Dahinter entwickeln sich intensive würzige Noten, die dem Bier zusätzliche Tiefe verleihen. Besonders auffällig ist ein Eindruck, der an Wacholder erinnert. Trotz der hohen Alkoholstärke bleibt der Alkohol aromatisch erstaunlich unauffällig und drängt sich nicht in den Vordergrund.

Der Antrunk überrascht dann gleich in zweierlei Hinsicht. Zum einen ist die Karbonisierung recht kräftig, wodurch das Bier deutlich lebendiger wirkt, als man es bei einem Quadrupel dieser Stärke vielleicht erwarten würde. Zum anderen fällt die Süße zurückhaltender aus als gedacht. Auf der Zunge übernehmen schließlich die Gewürze die Hauptrolle. Sie treten hier noch deutlicher hervor als in der Nase und verbinden sich mit kräftigen Röstaromen. Bemerkenswert ist dabei vor allem das Mundgefühl: Für ein Bier mit 10 Prozent Alkohol wirkt das Fort Lapin Quadrupel 10 erstaunlich schlank. Auch der Alkohol selbst ist sehr gut eingebunden. Statt scharf oder spritig zu wirken, liefert er lediglich die nötige Wärme und unterstützt die Struktur. Dazu kommt eine angenehme, freundliche Bittere, die dem Bier Halt gibt, ohne sich gegen Malz und Gewürze zu stellen. Im Abgang zeigt sich das Quadrupel überraschend mild. Die Gewürze bleiben jetzt im Mittelpunkt und verbinden sich mit den Schokoladennoten zu einem ausgesprochen langen Nachklang. Gerade hier zeigt das Bier noch einmal seine Stärke: Es verabschiedet sich nicht laut, bleibt aber lange präsent.

Insgesamt ist das Fort Lapin Quadrupel 10 ein ungewöhnlich gut ausbalanciertes starkes belgisches Bier. Statt schwerer Süße setzt es stärker auf Gewürze, Röstaromen und einen vergleichsweise schlanken Körper. Besonders positiv fällt auf, wie unauffällig die 10 Prozent Alkohol integriert sind. Wer bei einem Quadrupel vor allem üppige Süße erwartet, könnte überrascht sein. Wer dagegen kräftige dunkle Aromen, Würze und ein langes Finish schätzt, bekommt hier ein spannendes Bier mit eigenständigem Charakter.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Gewürze (Nelken, Vanille, Koriander, Zimt, Wacholder), Hefe

Alkoholgehalt:

10,0 % Vol.

Bittereinheiten:

25 IBU

Brauerei:

Fort Lapin
Dreef ter panne 2
8000 Brügge
Belgien
www.fortlapin.be

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