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Einbecker setzt doppelt auf alkoholfrei – und bringt Null Bock in die Dose

Die Einbecker Brauhaus AG baut ihr Angebot alkoholfreier Biere gleich an mehreren Stellen aus. Seit dem 10. August ist das Einbecker Null Bock zusätzlich in der 0,33-Liter-Dose erhältlich. Fast zeitgleich wurde mit Headbanger Zero.Zero ein weiteres alkoholfreies Bier angekündigt. Die beiden Neuheiten zeigen, wie stark sich das Segment inzwischen ausdifferenziert.

Einbecker bezeichnet Null Bock als erstes alkoholfreies Bockbier Deutschlands. Bislang war die Spezialität unter anderem in der Mehrwegflasche erhältlich. Mit der zusätzlichen Dose reagiert die Brauerei nach eigenen Angaben auf die wachsende Nachfrage nach alkoholfreien Bierspezialitäten und den Wunsch nach flexibleren Gebindeformen.

Interessanter als die Einführung einer weiteren Verpackungsvariante ist jedoch die Entwicklung, die dahintersteht. Alkoholfreies Bier beschränkt sich längst nicht mehr auf Pils, Weizen oder ein einzelnes Produkt innerhalb des Sortiments. Immer häufiger greifen Brauereien auch traditionelle und speziellere Bierstile auf und bringen sie ohne Alkohol auf den Markt. Ein alkoholfreier Bock passt genau in diese Entwicklung.

Gleichzeitig erlebt die Bierdose bei deutschen Brauereien seit einiger Zeit eine Renaissance. Diese Entwicklung sehe ich allerdings kritisch. Mit der zusätzlichen Dose für Null Bock kann ich mich deshalb nicht wirklich anfreunden. Bier in einer Mehrwegflasche ist für mich die deutlich sympathischere Lösung. Die Einwegverpackung Dose halte ich ökologisch für eine Katastrophe – gerade dann, wenn gleichzeitig ein funktionierendes Mehrwegsystem zur Verfügung steht.

Noch interessanter wird die Einbecker Strategie durch eine zweite Neuheit, die nur einen Tag vor dem Verkaufsstart der Null-Bock-Dose bekannt wurde. Mit Headbanger Zero.Zero ergänzt die Brauerei ihre noch junge Headbanger-Marke um ein Lagerbier mit 0,0 Prozent Alkohol.

Damit verfolgt Einbecker nahezu gleichzeitig zwei recht unterschiedliche Ansätze. Auf der einen Seite steht mit Null Bock eine alkoholfreie Variante einer traditionellen Bierspezialität, die unmittelbar an die lange Bockbiergeschichte der Einbecker Brauerei anknüpft. Auf der anderen Seite richtet sich Headbanger mit seinem modernen Markenauftritt und dem neuen Zero.Zero deutlich anders am Markt aus.

Gerade diese Kombination macht die beiden Produkteinführungen aus Branchensicht interessant. Alkoholfreies Bier scheint bei Einbecker nicht mehr lediglich die Rolle einer einzelnen Ergänzung des klassischen Sortiments zu spielen. Vielmehr deutet sich an, dass die Brauerei alkoholfreie Produkte zunehmend als eigenständigen und breiter aufgestellten Sortimentsbereich betrachtet.

Damit folgt Einbecker einer Entwicklung, die auf dem gesamten Biermarkt zu beobachten ist: Alkoholfrei wird vielfältiger. Neben den etablierten Standards entstehen immer mehr Spezialitäten und Marken, die von Beginn an auf unterschiedliche Zielgruppen zugeschnitten sind. Für Biertrinker ist diese wachsende Auswahl erfreulich. Bei der gleichzeitig zunehmenden Rückkehr zur Einwegdose hält sich meine Begeisterung allerdings deutlich in Grenzen.

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