Schlagwort-Archiv: saisonales Bier

Jessenhofke – WNTR

Kuringen, ein beschauliches Dorf in der Nähe von Hasselt, in dem der Einwohner in der Dorfkneipe unter dem Kirchturm sitzt und ein Bierchen trinkt, wahrscheinlich nicht wissend, dass er sich in einem der wenigen Dörfer Flanderns befindet, in denen biologisches Bier gebraut wird. In der Jessenhofstraße fließt schon seit einiger Zeit Bier durch die Braukessel. Der Name der Straße zeigt deutlich, woher die Brauerei Jessenhofke ihren Namen hat.

Gert entschied sich bereits bei der Gründung dafür, nur biologische Biere zu brauen. Eine biologische Brauerei zu gründen war aber nicht ganz einfach, was sich daran zeigt, dass es damals nur eine Brauerei gab, die ausschließlich biologische Biere braute.

Um ein Biosiegel zu erhalten, muss das Unternehmen bestimmte Bedingungen erfüllen. Das Bio-Siegel zeigt, dass mindestens 95 % der Zutaten eines Produkts biologisch sind, was bedeutet, dass keine chemischen Produkte für das Produkt verwendet wurden. Außerdem dürfen keine künstlichen Geruchs-, Farb- oder Geschmacksstoffe oder genetisch veränderte Zutaten verwendet werden. Um zu überprüfen, ob diese Bedingungen eingehalten werden, führen unabhängige Kontrollstellen häufige Tests an den Produkten durch. Für alles, von den Rohstoffen bis zum Produktionsprozess, müssen Zertifikate vorliegen. Aus diesem Grund sind diese Produkte auch viel teurer als normale Produkte.

Das Logo der Brauerei, ein Eichhörnchen, hat die folgende Geschichte: Das Eichhörnchen ist ein Totemtier mit ein paar besonderen Eigenschaften. Es ist ein Sammler und legt Vorräte an, um für alles gerüstet zu sein. Im Winter zieht es sich zurück. So macht es auch Gert. Er ist immer auf der Suche nach den besten Zutaten, um sein Bier zu brauen, aber im Winter ist er am liebsten zu Hause bei einem schönen Pint.

Heute ist Jessenhofke eine von nur vier belgischen Brauereien, die ausschließlich biologische Biere herstellen. Den Hopfen dafür bezieht Gert ausschließlich von Joris Cambie aus Poperinge.

In einem sehr dunklen Rotbraun und fas blickdicht präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich voluminöse feinporige und mittelbraune Schaumkrone bleibt lange erhalten. Ein Bier wie gemalt.

Das Bier duftet recht süß nach dunkler Schokolade und Rübensirup, auch nach getrockneten Birnen und Rosinen. So stelle ich mir ein winterliches Bier vor.

Wie erwartet ist der Antrunk süß und die sehr feinperlige Kohlensäure schmeichelt meinem Gaumen. Wie bereits in der Nase verwähnt der Geschmack nach dunkler Schokolade auch meine Zunge. Dazu gesellt sich der Geschmack nach Mokka. Die Süße bleibt erhalten, das Bitter ist nur leicht zu schmecken und eine leichte fruchtige Säure ist eher zu ahnen als zu schmecken. Dabei wärmt der Alkohol. Der Abgang zeichnet sich durch ein freundliches Bitter und eine subtile Fruchtigkeit aus. Beides ist nicht allzu kräftig, aber der Geschmack klingt trotzdem sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Münchener Malz, Caramunich), Weizenmalz, Hopfen (Challenger, Goldings, Fuggles), unraffinierter Rohrzucker*, Kräuter*, Hefe

Alkoholgehalt:

10 % Vol.

Stammwürze:

18° Plato

Bittereinheiten:

21 IBU

Farbe:

87 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 11° Celsius

Brauerei:

Jessenhofke
Simpernelstraat 17B
3511 Hasselt
Belgien
www.jessenhofke.be

Duckstein – Rubin Bock

Nun steht wieder einmal ein Bier vor mir, das nur jahreszeitlich erhältlich ist. Es handelt sich um den Rubin Bock von Ducksteiner in Hamburg. Ducksteiner ist ein Tochterunternehmen von Holsten, das wiederum zu Carlsberg gehört. Um ehrlich zu sein: die deutschen Marken, die zu Carlsberg gehören, können mich nicht so richtig überzeugen. Meiner Meinung nach sind sie eher zum Wirkungstrinken geeignet als zum Genuss oder auch, um nach einem anstrengenden Arbeitstag den Stress abzuschütteln. Andererseits fallen die Standardbiere von Duckstein durchaus etwas aus dem Rahmen und wenn von dort ein Bier kommt, das für einen speziellen Anlass gebraut wurde (in diesem Fall für den Winter), dann kann ich doch einige Qualität erwarten. Dies gilt besonders, weil ich weiß, dass aus Polen einige Biere aus dem Hause Carlsberg stammen, die mich begeistern konnten. Mal sehen, was jetzt auf mich zukommt.

Hell bernsteinfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone hat einen leichten Gelbstich und bleibt sehr lange erhalten. Optisch ist das Bier also schon mal wirklich ansprechend.

Das Bier duftet nach Karamell, dazu kommen leichte Töne nach Rauch, Holz und Whiskey. Das macht Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine stiltypische Süße aus. Leider ist die sehr feinperlige Kohlensäure eher knapp vorhanden. Da würde ich mir etwas mehr wünschen. Auf der Zunge überrascht die Kraft des Rauchgeschmacks, die deutlich stärker ist als ich es in der Nase wahrgenommen habe. Die Süße wird jetzt durch ein gut abgestimmtes Bitter begleitet, abgerundet durch einen Hauch Vanille. Das Mundgefühl ist voll und rund. Im Abgang ist der Rubin Bock leicht bitter mit durchschnittlichem Nachklang.

Mit diesem leider nur saisonal angebotenen Bier beweisen die Brauer aus Hamburg, dass sie Biere brauen können, die aus dem Mainstream herausstechen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner, Cara hell, Rauchmalz), Hopfen (Hallertauer Mittelfrüh, Hüll Melon, Tettnanger Aroma, sowie ein nicht näher benannter Aromahopfen)

Alkoholgehalt:

6,8 % Vol.

Bittereinheiten:

24 IBU

Brauerei:

Duckstein GmbH
Jürgen-Töpfer-Str. 50, Haus 18
22763 Hamburg
www.duckstein.de

Faust – Winter-Festbier

Für eine ganze Reihe Brauereien stellt das Brauen von Festbieren eine Tradition dar. Häufig handelt es sich dabei um Biere für Weihnachten oder wie in diesem Fall für den Winter. Ein kräftiges Märzen ist ja auch ein ordentlicher Trost bei der derzeitigen trüben Jahreszeit.

Intensiv golden mit einem angenehmen Bernsteinton läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine eine größtenteils feinporige Schaumkrone, die aber bis auf einen Rest schnell in sich zusammenfällt.

Das Aroma ist malzbetont. Düfte nach frischer Brotkrume und Waldhonig steigen mir in die Nase, abgerundet mit einigen blumigen Noten.

Der Antrunk ist recht süß, was aber zur reichlichen Carbonisierung passt. Auf der Zunge drängen sich die blumigen Noten mehr in den Mittelpunkt. Obwohl das Bier nur wenige Bitterstoffe enthält, ist das Mundgefühl überraschend voll und rund. Erst im Abgang kommt das Bitter etwas mehr durch und gesellt sich zum Karamellgeschmack des Malzes. Der Geschmack ist zwar nicht kräftig, klingt aber überraschend lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

13,3° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Brauhaus Faust KG
Hauptstraße 219
63897 Miltenberg
www.faust.de

Weltenburger Kloster – Winter-Traum

Aus dem Kloster Weltenburg stammt das Märzen, das jetzt vor mir steht. Es wird ausschließlich in der kalten Jahreszeit gebraut und vertrieben. Darauf weist auch bereits der Name dieses saisonalen Bieres hin.

Bernsteinfarben und gefinltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine durchschnittlich große elfenbeinfarbene und feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Stiltypisch wird das Aroma durch Karamelldüfte geprägt, die durch blumige Noten abgerundet werden.

Der Antrunk ist recht süß mit einer passenden Carbonisierung. Auf der Zunge gesellt sich ein leichtes Bitter dazu. Das Mundgefühl ist voll und schwer. Der Abgang ist mild, Bitterstoffe sind nur in geringem Umfang vorhanden, klingen aber trotzdem lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Herkules, Perle, Tradition)

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Stammwürze:

13,2 %

Empfohlene Genusstemperatur:

8° Celsius

Brauerei:

Klosterbrauerei Weltenburg
Heitzerstr. 2
93049 Regensburg
www.weltenburger.de

Schinner – Winterbier

Nun steht ein Winterbier aus Bayreuth vor mir. Oder genauer gesagt wurde das Bier für das Unternehmen Schinner in Bayreuth gebraut. Welche Brauerei das Bier gebraut hat verrät das Unternehmen nicht. Mich verwundert lediglich, dass einerseits mit handwerklichem Brauen geworben wird, andererseits dafür aber Hopfenextrakt eingesetzt wird. Na ja, wollen wir mal sehen, wie sich das Bier so macht.

Bernsteinfarben und gefiltert zeigt sich das Bier. Die leicht überdurchschnittlich große Schaumkrone ist elfenbeinfarben und bleibt sehr lange erhalten.

Das Aroma ist malzbetont nach Brotkrume, abgerundet durch einige würzige Noten.

Der Antrunk enthält einige Süße sowie eine feinperlige aber kräftige Kohlensäure. Auf der Zunge gesellen sich die würzigen Noten, die ich bereits in der Nase festgestellt habe, zur Süße. Außerdem kommt ein kräftiges Bitter dazu. Das Mundgefühl ist voll und weich. Im Abgang wird das Bier trockener und die bitteren Noten kommen in den Mittelpunk. Sie klingen sehr lange nach.

Solo kann mich das Bier nicht wirklich überzeugen, aber zu einem Essen mit kräftigem Geschmack passt es sicher.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Brauerei:

Schinner Vertriebs GmbH & Co. KG
Richard-Wagner-Str. 38
95444 Bayreuth
http://www.schinner-bier.de

Gold Ochsen Weihnachtsbier

Aus Ulm stammt das Gold Ochsen Weihnachtsbier. Ich habe die Brauerei vor etlichen Jahren auf der Grünen Woche kennengelernt, wo sie regelmäßig einen Stand unterhält. Von den Bieren aus Ulm war ich noch nie enttäuscht, so dass ich auch beim Weihnachtsbier auf ein angenehmes Geschmackserlebnis hoffe.

Goldgelb und gefiltert strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die sahnige Schaumkrone ist durchschnittlich voluminös und bleibt lange erhalten. Bei der Optik hat sich die Brauerei jedenfalls Mühe gegeben.

Das Aroma ist malzbetont nach Brotkrume mit würzigen und floralen Noten des Hopfens.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Süße sowie eine feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellen sich die würzigen Aromen zur Süße und obwohl das Bier kaum Bitterstoffe enthält ist es doch vollmundig. Auch der Abgang ist mil und süß-würzig mit langem Nachklang.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Stammwürzegehalt:

13,4 %

Brauerei:

Brauerei Gold Ochsen GmbH
Veitsbrunnenweg 3-8
89073 Ulm
www.goldochsen.de

BierSelect

Hallerndorfer WinterWeizen

Aus der Brauerei Rittmayer in Hallerndorf stammt das WinterWeizen, das jetzt vor mir steht. Von dort habe ich bereits einige Biere verkostet, die mir durch die Bank recht gut gefallen haben. Ich habe versucht, auf der Website der Brauerei noch einige Informationen zum WinterWeizen zu sammeln. Ich habe keine Ahnung weshalb, aber dort wird das Bier nicht erwähnt. Das finde ich schon merkwürdig. Na gut, dann lassen wir es jetzt bei der Verkostung.

Bernsteinfarben und kräftig hefetrüb zeigt sich das Bier im Glas. Die elfenbeinfarbene Schaumkrone ist feinporig und bleibt lange erhalten.

Düfte nach Biskuitteig, Banane, frisch gemalenem Getreide, Hefe und Nelken steigen mir in die Nase.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße aus, die mich zusammen mit der sehr feinperligen Kohlensäure vom ersten Moment an begeistern kann. Auf der Zunge stehen die Geschmäcker nach Getreide und Hofe im Vordergrund, die von deutlichen würzigen Noten begleitet werden. Das Mundgefühl ist voll. Im Abgang kommt die Würzigkeit in den Vordergrund, dazu kommt ein minimales Bitter, das trotzdem sehr lange nachklingt.

Das Hallerndorfer WinterWeizen ist ein ungewöhnliches Winterbier, das aber sehr lecker ist.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Rittmayer Hallerndorf GmbH & Co. KG
An der Mark 1
91352 Hallerndorf
www.rittmayer.de

 

Huppendorfer Weihnachtsfestbier

Im Landkreis Bamberg liegt Hupendorf und von dort stammt das Huppendorfer Weihnachtsfestbier, das jetzt vor mir steht.

Über die Tradition, Weihnachtsbiere einzubrauen, habe ich an anderer Stelle bereits geschrieben und ich erspare mir hier die Wiederholung. Aber eine Besonderheit der Brauerei will ich dann schon mal hinweisen: Die Brauerei kauft ihr Malz bereits, bevor die Gerste, ais der das Malz hergestellt wird, ausgesät wird. Auf diese Weise haben die Bausern ein gesichertea Einkommen. Nach der Ernte wird die Gerste in den beiden Mälzereien in Bamberg gemälzt. Aber kommen wir jetzt zum Weihnachtsfestbier.

Intensiv Goldfarben und mit leichtem Goldton präsentiert sich das Bier im Glas, zusammen mit einer durchschnittlich großen sahnigen Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist malzbetont nach frischer Brotkruste, gepaart mit würzigen und leicht nussigen Noten.

Der Antrunk ist recht süß, dabei aber durch das angenehme Hopfenaroma frischt. Auf der Zunge gesellt sich ein passendes angenehmes Bitter zur Süße und einige Kräuter- und Grasnoten runden den Geschmack ab. Das Mundgefühl ist voll und schwer. Im Abgang schiebt sich das Bitter in den Mittelpunkt und klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol

Stammwürze:

14 ° Plato

Brauerei:

Brauerei und Gastwirtschaft Johannes Grasser
Huppendorf 25
96167 Königsfeld
www.huppendorfer-bier.de

 

Green King – Rocking Rudolph

Was wäre Weihnachten ohne Rudolph, das Rentier mit der roten Nase? Das hat sich auch die Green King im englischen Suffolk gedacht und kreiert bereits seit mehreren Jahren zu Weihnachten ein Christmas Ale mit Namen Rocking Rudolph. Mit lediglich 4,2 Volumenprozent Alkohol gehört es zu den leichteren Bieren seiner Art. Auffällig ist die nicht eingefärbte Flasche, was mich besonders bei einem Bier mit einer zweiten Gärung in der Flasche verwundert. Schließlich sind das Biere, die sich noch weiterentwickeln und die daher besonders vor Licht geschützt werden sollten. Na ja, dann will ich die Flasche mal öffnen und den Inhalt verkosten.

Leuchtend rot wie Rudolphs Nase in diversen Weihnachtsschnulzen präsentiert sich das Bier im Glas. Die kleine elfenbeinfarbene Schaumkrone fällt schnell in sich zusammen.

Rote Johannisbeeren sind das erste Aroma, das mir in die Nase steigt. Dazu kommt die gesamte Bandbreite an Karamellaromen, abgerundet durch einen Hauch gerösteter Haselnüsse. Obwohl das Bier nur 4,2 Volumenprozent Alkohol enthält, kommt dessen Geruch ebenfalls deutlich zum Tragen.

Süß und nach Rosinen schmeckend – das ist der erste Eindruck, den das Bier auf der Zunge hinterlässt. Dazu kommt eine feinperlige und trotzdem kräftige Kohlensäure. Auf der Zunge kommen die Bitterstoffe in den Vordergrund und verbinden sich mit den fruchtigen Aromen. Das Mundgefühl ist weich, aber schlank. Im Abgang wird das Bier etwas trockener und das Bitter kommt mit einem sehr langen Nachklang zum Tragen.

Sicherlich hat dieses Bier seine Liebhaber, aber ich gehörte nicht wirklich dazu.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale Ale, Crystal Malz), Hopfen (Challenger, Target, Pilgrim, First Gold, Bramling Cross, Tettnanger), Hefe

Alkoholgehalt:

4,2 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 10° Celsius

Brauerei:

Greene King plc Westgate Brewery
Westgate Street Abbot House
IP33 1QT Bury St. Edmunds
Großbritannien
www.greenekingbrewery.co.uk

De Dolle Brouwers – Boskeun

Boskeun ist ein Wort aus dem saftigen westflämischen Dialekt. Es bedeutet Waldkaninchen. Den Dolle Brouwers zufolge ist der Name auch der Spitzname von Dr. Jo Herteleer, der ihn nach einer Schlägerei mit seinem Bruder Kris Herteleer erhalten haben soll. Die Verletzung an seiner Oberlippe erinnerte ein wenig an eine Hasenscharte, und so bekam er den Namen. Der Zusatz „Bos“ folgte später… ebenso wie das Bier.

Das Bier wird nur einmal im Jahr gebraut und muss eigentlich zwei Monate vor Ostern vorbestellt werden. Anschließend können Sie das Bier etwa zwei Wochen vor Ostern in der Brauerei abholen. Nur relativ wenige Flaschen Boskeun gelangen in den Handel und die Gastronomie. Aber ich habe es geschafft, auch kurz vor Weihnachten noch eine Flasche zu ergattern, die ich jetzt verkosten werde.

Bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier. Die Schaumkrone ist eher grobporig, bleibt aber trotzdem lange erhalten.

Das Bier duftet nach Biskuitteig und Waldhonig. Dazu kommen einige florale Noten und ich meine, aus dem Hintergrund sogar etwas Mandelduft wahrnehmen zu können.

Die Hefe ist zusammen mit der Süße der erste Eindruck, den das Bier bei der Berührung der Zunge übermittelt. Dazu kommt die feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge überrascht mich eine Fruchtigkeit, die an getrocknete Birnen erinnert. Die Süße bleibt erhalten und eine leichte Säure sowie einige würzige Noten gesellen sich dazu. Das Mundgefühl ist weich und schwer. Im Abgang gesellt sich ein leichtes Bitter zur Fruchtigkeit und es klingt durchschnittlich lange nach.

Zutaten:

Wasser, Malz, biologisch angebauter Rohrzucker aus Mauritius, Hopfen (Golding), Hefe

Alkoholgehalt:

9 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur

10° – 12° Celsius

Brauerei:

De Dolle Brouwers
Roeselarestraat 12B
8600 Esen (Diksmuide)
Belgien
www.oerbier.be