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Borbecker Lager

Seit einigen Wochen gibt es vier neue Biere aus der Brauerei Stauder, die in der Produktlinie Borbecker Spezialitäten vertrieben werden. Jetzt steht das Lager vor mir. Die Besonderheit ist, dass dieses Bier auf Eichenholz gereift wurde. Das bedeutet aber nicht, dass es im Eichenholzfass gereift wurde, sondern ich vermute eher, dass dem Bier während der Reifung Eichenspäne zugefügt wurden. In der Qualität macht das aber nicht unbedingt einen Unterschied.

Dunkelbraun mit einer durchschnittlichen Menge feinporigem Schaum, der einen leichten Gelbstich aufweist, präsentiert sich das Bier im Glas. Die Optik geht in Ordnung.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert. Noten nach Toffee, Holz und Vanille steigen mir zusammen mit dezenten Röstaromen in die Nase.

Der schlanke Antrunk ist überraschend wenig süß, aber durch die reichlich dosierte feinperlige Kohlensäure spritzig. So angenehm der erste Eindruck war, folgt auf der Zunge doch ein Loch. Weder das Malz noch der Hopfen wollen so richtig durchdringen. Erst der Abgang erfreut mich wieder mit einem leichten Bitter, das anschließend aber lange nachklingt.

Das Aroma und der Abgang können mir wirklich gefallen. Schade ist, dass das Bier dazwischen ziemlich schwächelt.

Das Lager aus Borbeck eignet sich gut zu paniertem Schnitzel und Spargel.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Brauerei:

Privatbrauerei Jacob Stauder
Stauderstr. 88
45326 Essen
www.stauder.de

Krombacher Weizen Alkoholfrei

Dass ich alkoholfreien Bieres kritisch gegenüberstehe (zumindest was den Genusswert betrifft), habe ich schon mehrfach geschrieben und ich will es an dieser Stelle nicht wiederholen. Allerdings billige ich den alkoholfreien Weizenbieren durchaus eine Existenzberechtigung zu, da sie im Sommer ein hervorragender Durstlöscher sind. Das Weizen von Krombacher, das jetzt vor mir steht, hat Ende 2010 von der Stiftung Warentest eine gute Beurteilung erhalten, so dass ich an dieses Bier doch so einige Erwartungen habe. Die besten Einzelbeurteilungen hat das Bier übrigens für die Haltbarkeit des Schaums sowie für seine Schadstoffe erhalten (na gut, für die nicht vorhandenen Schadstoffe). Na, dann wollen wir doch mal sehen, wie sich das alkoholfreie Weizen aus Krombach so macht.

Bernsteinfarben und hefetrüb macht das Bier im Glas eine gute Figur, besonders wenn ich noch den sehr reichlich vorhandenen festen Schaum betrachte, der sich nur langsam auflöst.

Das Aroma verpasst mir aber sofort wieder einen Dämpfer, denn es ist recht schwach. Düfte nach Banane und Hefe steigen mir in die Nase, dazu im Hintergrund etwas Nelke. Auch das Aroma könnte mir gefallen, wenn es bloß deutlich kräftiger ausgeprägt wäre.

Der Antrunk ist recht süß und ich stelle fest, dass das Bier nur wenig Kohlensäure enthält. Auf der Zunge zeigt sich das Bier unspektakulär. Ich schmecke Teig und Hefe, stiltypisch aber nicht intensiv. Der Abgang ist sehr mild und der Nachklang ist schwach und kurz.

Es gibt etliche alkoholfreie Weizenbiere, die mir erheblich besser gefallen. Noch ein Hinweis zum Abschluss: Krombacher hat zwei unterschiedliche alkoholfreie Weizenbiere im Angebot, das Krombacher Weizen alkoholfrei und das Krombacher Weizen 0,0. Als alkoholfrei dürfen Biere mit weniger als 0,5 % Vol. Alkoholgehalt bezeichnet werden, das Krombacher Weizen 0,0 enthält weniger als 0,05 % Vol. Alkohol.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt, Gärungskohlensäure, Hefe

Alkoholgehalt:

0,4 % Vol.

Stammwürze:

7,9° Plato

Brauerei:

Krombacher Brauerei
57223 Krombach
www.krombacher.de

Weseler Brückenschlag

Fragen Sie mich jetzt bitte nicht, woher der etwas merkwürdige Name dieses Bieres kommt. Weder auf dem Etikett noch auf der Homepage der Brauerei Walter Bräu im Weseler Ortsteil Büderich konnte ich einen Hinweis darauf finden. Lediglich den Hinweis „Ein Bier das verbindet“ konnte ich entdecken. Aber ich will mich nicht länger mit dem Namen aufhalten und das Bier verkosten.

Rotgolden und leicht hefetrüb steht das Bier im Glas. Dazu fällt mir auf, dass das Bier deutlich weniger Kohlensäure enthält als die anderen Biere dieser Brauerei. Es bildet sich nur wenig Schaum, der sich auch augenblicklich auflöst. Optisch macht das Bier nicht so viel her.

Das Aroma ist durch Karamell geprägt, dazu kommt der Duft von Banane. Der Nase gefällt das Bier daher besser als dem Auge.

Der Antrunk ist mittelsüß und ich stelle fest, dass die Kohlensäure sehr feinperlig ist. Der Körper ist malzbetont und leicht bitter. Dabei ist der Geschmack durchaus intensiv und rund, allerdings ist das Bier nicht so süffig wie die anderen Biere aus Wesel. Der Abgang ist angenehm bitter, ein Geschmack, der durchschnittlich lange nachklingt.

Optisch macht das Bier nicht so viel her; dieser Eindruck wird durch den Geschmack aber mehr als ausgeglichen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Walter Bräu Büderich
46487 Wesel
http://www.walterbrau.de

Borbecker Märzen

Märzen, häufig auch als Festbier bezeichnet, ist ein untergäriger Bierstil, der lange Zeit fast ausschließlich in Bayern und in Österreich gebraut wurde. Die Stammwürze beträgt in der Regel 13 bis 15° Plato, wodurch das Märzen zu einen durchschnittlichen Alkoholgehalt von 5 bis 6 Prozent aufweist. Märzenbiere sind malzbetont, aber der Brauer kann ihm auch eine deutliche Hopfenbittere hinzufügen. Märzen sind vollmundig und herzhaft. Jetzt steht das Märzen aus der Reihe „Borbecker Spezialitäten“ aus der Brauerei Stauder in Essen vor mir.

In einem schönen Goldgelb zeigt sich das Bier im Glas. Es bildet leicht überdurchschnittlich viel feinporigen Schaum, der durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist malzig. Der Duft von Biskuitteig steigt mir in die Nase. Ich würde mir etwas mehr Hopfen wünschen, aber das ist mein persönlicher Geschmack.

Der Antrunk ist angenehm leicht süß. Im Gegensatz zu vielen anderen Bieren enthält es reichlich Kohlensäure. Dadurch ist der erste Eindruck sehr frisch. Auf der Zunge ist das Bier vollmundig und moussierend, intensiv und süffig. Der Alkoholgehalt von 6 Volumenprozent ist gut versteckt. Im Abgang zeigt sich ein leichtes angenehmes Bitter, das recht lange nachklingt.

Liebhaber milder Biere sind mit dem Märzen aus Borbeck gut bedient.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Brauerei:

Privatbrauerei Jacob Stauder
Stauderstr. 88
45326 Essen
www.stauder.de

Walter Bräu – Landbier

Nun steht noch ein Bier aus Wesel vor mit, das Walter Bräu Landbier.

Rotgold und hefetrüb mit einer durchschnittlichen Menge weißen feinporigen Schaums präsentiert sich das Bier. Der Schaum löst sich schnell auf. Ich möchte auch nicht vergessen, die lebhafte Kohlensäure zu erwähnen.

Das Aroma wird durch Karamell dominiert, unterstützt von einer leichten Fruchtigkeit.

Der Antrunk ist frisch mit leichter Süße und lässt bereits erahnen, dass es sich um ein wirklich süffiges Bier handelt. Im recht intensiven Körper halten sich Süße, Bitterstoffe und die Säure die Waage. Im Abgang kommen die Bitterstoffe etwas stärker zum Vorschein. Dies ist das richtige Bier für diejenigen, denen das Rotbier von Walter Bräu zu mild ist.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Walter Bräu Büderich
46487 Wesel
http://www.walterbrau.de

Walter Bräu – Rotbier

Nun steht wieder ein Bier aus Wesel vor mit, das Walter Bräu Rotbier. Rotbier ist eine Spezialität, die ich hauptsächlich aus Nürnberg und aus Belgien kenne, die aber mehr und mehr auch in Nord- und Westdeutschland gebraut wird. Mal sehen, ob die Westfalen mit diesem Bier auch zurechtkommen.

Rotgold und leicht hefetrüb mit einer durchschnittlichen Menge weißen feinporigen Schaums präsentiert sich das Bier. Der Schaum bleibt durchschnittlich lange erhalten. Ich möchte auch nicht vergessen, die lebhafte Kohlensäure zu erwähnen.

Das Aroma wird durch Karamell dominiert, unterstützt von einer leichten Fruchtigkeit nach Banane und auch einigen Gewürznoten.

Der Antrunk ist frisch mit wenig Süße und lässt bereits erahnen, dass es sich um ein wirklich süffiges Bier handelt. Der Körper bringt den Karamellgeschmack des Malzes, gepaart mit einer leichten Säure. Erst im milden Abgang kommen auch einige Bitterstoffe zum Vorschein. Mir persönlich würde das Bier etwas bitterer vermutlich besser gefallen, aber es gibt ja auch viele Liebhaber wirklich milder Biere.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Walter Bräu Büderich
46487 Wesel
http://www.walterbrau.de

Borbecker Zwickl

Und wieder einmal steht ein Bier aus der zur Brauerei Stauder gehörenden Dampfbierbrauerei in Essen-Borbeck vor mir, diesmal das Zwickl.

Sehr schön bernsteinfarben ist das Zwickl. Es enthält allerdings vergleichsweise wenig Hefe. Quasi als Ausgleich bildet sich eine leicht überdurchschnittliche Krone aus festem Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist mild und wird vollständig durch das Malz und die Hefe bestimmt. Düfte nach Toffee und Hefe steigen mir in die Nase; Hopfen kann ich nicht riechen.

Der Antrunk ist wenig süß und ich stelle fest, dass die Kohlensäure sehr feinperlig ist. Schnell kommt eine leichte Säure dazu, die zusammen mit dem Malz für eine ordentliche Süffigkeit sorgt. Auch die Hefe meldet sich auf der Zunge, dazu wenig bitter. Auch im Abgang bleibt das leichte Bitter erhalten und es klingt noch lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

11,8° Plato

Brauerei:

Privatbrauerei Jacob Stauder
Stauderstr. 88
45326 Essen
www.dampfe.de

Walter Bräu – Klosterbier

Nun will ich gleich noch ein Bier aus der kleinen Brauerei Walter Bräu in Wesel verkosten, diesmal das Klosterbier.

Dunkel mahagonifarben und fast blickdicht steht das Bier im Glas. Darüber ein hellbeiger cremiger Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier also richtig was her.

Das Aroma wird durch Karamelldüfte dominiert, dazu Bananenduft, der das Karamell abrundet. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist frisch und mäßig süß. Dazu kommt eine sehr feinperlige Kohlensäure, die die Frische noch unterstreicht. Der Körper erinnert stark an das Hildegard Bier aus der gleichen Brauerei, ist aber intensiver. Die Karamellnoten kommen deutlicher hervor. Der Abgang ist sehr mild und es sind kaum Bitterstoffe zu schmecken.

Insgesamt ein herrliches Bier für einen lauen Sommerabend.

Zutaten:

Wasser, Malz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Walter Bräu Büderich
46487 Wesel
www.walterbrau.de

Gruthaus – Überwasser Alt

Meist kennen wir Altbier als dunkles Bier. Das Altbier aus Münster ist anders und mit hellem Malz gebraut. Von der Optik her würden wir das Bier eher für ein Lager halten. Aber es handelt sich wirklich um ein obergäriges Altbier.

Goldgelb und hefetrüb steht das Bier im Glas, darüber recht wenig Schaum, der sich schnell auflöst.

Das fruchtige Aroma wird durch den Duft von Grapefruit dominiert und erinnert durchaus an ein IPA.

Der intensive Antrunk ist leicht süß. Schnell breiten sich deutliche Zitrusnoten im Mund aus, perfekt abgestimmt mit der Süße den Bitterstoffen des Bieres. Dabei ist das Bier wunderbar süffig. Der Abgang ist leicht bitter und auch er weist deutliche Zitrusnoten auf. Der Geschmack bleibt lange erhalten.

Dieses wirklich empfehlenswerte Bier ist ideal für alle, denen IPAs zu stark gehopft sind.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz. Weizenmalz, Hefe, Hopfen (Citra, Amarillo)

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Brauerei:

Liebhart’s Privatbrauerei
Am Gelskamp 6
32758 Detmold
http://www.residenz-biere.de

im Auftrag von:

Gruthaus-Brauerei
48143 Münster
http://www.gruthaus.de

Fiege – Pilsbock

Bereits seit 1736 braut die Familienbrauerei Fiege in Bochum Bier. Das heute bekannteste Bier ist das Pils, das seit 1927 gebraut wird. Daneben stellt das Traditionsunternehmen noch etwa ein Dutzend anderer Bierstile her. Jetzt steht der seit 2016 gebraute Pilsbock vor mir. Dieses Bier wird mit den Hopfensorten Amarillo und Simcoe kaltgehopft, weshalb ich mich wieder einmal auf ein besonderes Bier freuen darf.

Hell bernsteinfarben und leicht hefetrüb steht das Bier vor mir. Der Schaum ist feinporig und er bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Malz und Hopfen sind im Aroma gleichberechtigt. Anfangs ist das Aroma würzig, später kommt eine leichte Fruchtigkeit nach Zitronengras dazu, die gut mit dem ebenfalls vorhandenen Biskuitteig harmoniert.

Der Antrunk ist recht süß, was bei einem Bockbier nicht verwunderlich ist. Die Süße passt aber gut zur reichlich vorhandenen feinperligen Kohlensäure des Pilsbock. Auf der Zunge ist der Geschmack intensiv, der Hopfen kommt gut zur Geltung und sorgt für ein volles rundes Mundgefühl. Mir ist klar, dass dieses Bier ein hervorragendes Preis-/Leistungsverhältnis hat. Der Abgang ist moderat bitter und er klingt längere Zeit nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Taurus, Perle, Tettnanger, Saphir)

Alkoholgehalt:

7,8 % Vol.

Stammwürze:

18,1° Plato

Bittereinheiten:

35 IBU

Brauerei:

Privatbrauerei Moritz Fiege GmbH & Co. KG
Moritz-Fiege-Straße 1
44787 Bochum
www.moritz-fiege.de