Schlagwort-Archiv: Helles

Maisel & Friends – Hoppy Hell

Für eine Brauerei aus Bayern ist es ja eigentlich eine Selbstverständlichkeit, ein Helles zu brauen. Da macht Maisel & Friends aus dem fränkischen Bayreuth jetzt keine Ausnahme mehr. Ab sofort ist im Standardsortiment dieser Brauerei das Hoppy Hell erhältlich. Auch wenn es sich beim Hellen um ein Standardbier der Bayern handelt, bedeutet dies nicht, dass es einfach zu brauen ist. Gerade bei diesem Bierstil fallen Bierfehler stark auf. Da die Bayreuther ihre Biere immer sehr sorgfältig brauen und sie die Bierstile immer individuell interpretieren, erwarte ich hier etwas ganz Besonderes.

Golden und nur leicht hefetrüb läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine durchschnittlich große Schaumkrone, die überraschend schnell in sich zusammenfällt.

Zitrusaromen stechen im Duft besonders hervor. Dazu kommt der Duft von Mirabellen und aus der zweiten Reihe meldet sich noch diskret der Duft nach Karamell.

Der Antrunk ist frisch und spritzig. Auf der Zunge entwickelt sich ein charmanter Zitrusgeschmack der die Frische noch unterstreicht. Zum vollen Mundgefühl kommt eine hervorragende Süffigkeit. Im Abgang tritt die Fruchtigkeit etwas in den Hintergrund und macht einem freundlichen Bitter mit langem Nachklang Platz.

Meiner Meinung nach ist der Bierstil nicht so ganz getroffen. Aufgrund der für ein Helles kräftigen Kalthopfung ähnelt das Bier schon fast einem Pale Ale. Aber das ändert nichts daran, dass mir das Bier gefällt und es ein Bier für (fast) jede Gelegenheit ist.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Stammwürze:

11,5 %

Bittereinheiten:

25 IBU

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Bayreuther Hell

Bayerisches Bier und das Helle gehören einfach zusammen. Auch über die Grenzen von Bayern wird dieser traditionelle Bierstil immer beliebter. Jetzt steht ein Helles aus dem Bayreuther Brauhaus vor mir, einer Marke von Maisels Weiße.

In sehr hellem Goldgelb mit einer leicht überdurchschnittlichen feinporigen Schaumkrone präsentiert sich das Bier im Glas. Der Schaum bleibt auch recht lange erhalten.

Ein malzbetonter und würziger Duft steigt mir in die Nase, unterstützt durch leichte Noten nach Honig und Zitrone. Insgesamt ist das Aroma unaufdringlich und angenehm und macht so Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeigt überraschend wenig Süße, aber viel feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge ist das Helle aus Bayreuth schlank, frisch und ungeheuer süffig. Das Hopfenaroma verbindet sich gut mit der Malzigkeit. Erst im Abgang kommt ein leichtes Bitter zum Vorschein, das überraschend lange nachklingt.

Das Bayreuther Hell ist ein schönes Allround-Bier, das sich als Begleitung für die meisten Speisen anbietet. Lediglich wenn die Speisen kräftig gewürzt sind, könnte dieses Bier als Begleitung erschlagen werden, so dass ein anderes Bier sicherlich empfehlenswert wäre.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,6° Plato

Bittereinheiten:

17 IBU

Brauerei:

Bayreuther Bierbrauerei AG
Hindenburgstraße 9
95445 Bayreuth
www.bayreuther-brauhaus.de

Hosen Hell

Derzeit ist es wohl Mode, dass Bands ihr eigenes Bier als Merchandise-Artikel auf den Markt bringen. Die Toten Hosen machen da keine Ausnahme. Eine Ausnahme ist aber wohl der Aufwand, den die Band im Vorfeld getrieben hat. Den hat die Band auf ihrer Website ausführlich beschrieben, weshalb ich ihn hier aber nicht wiederholden werde. Nur so viel: für das Hosen Hell haben die Jungs nicht nur mit Uerige eine tolle Brauerei ins Boot geholt, sondern sie kennen auch den Hopfenbauern. Da muss dann doch wohl etwas ganz Besonderes herausgekommen sein.

Strahlendhell und goldgelb präsentiert sich das Bier mit einer durchschnittlich großen Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Na gut, wäre die Optik anders gewesen, wäre ich sicher enttäuscht gewesen.

Malz bestimmt den Duft des Biers. Aromen von Karamell, Ananas sowie von Zitrusfrüchten steigen mir in die Nase. Jetzt gefällt mir das Bier immer besser.

Der Antrunk ist stiltypisch relativ süß. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider. Das Bitter ist sehr zurückhaltend. Trotzdem ist das Hosen Hell extrem süffig, vollmundig und rund. Das Bitter ist auch im Abgang kaum zu bemerken, dafür wird die Fruchtigkeit etwas stärker. Leider klingt der Geschmack nur recht kurz nach.

Das Hosen Helles ist das perfekte Bier für alle, die kein Bitter mögen. Außerdem passt es zu nahezu jeder Speise.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Schlossbrauerei
Schlossbräugasse 2
84072 Au-Hallertau
www. http://auerbier.de/

unter Leitung von

Uerige Obergärige Hausbrauerei GmbH
Berger Strasse 1
40213 Düsseldorf
www.uerige.de

Gold Ochsen – Ulmer Hell

Seit einigen Jahren erfreut sich „Helles“ großer Beliebtheit. Früher war es eher im bayerischen und süddeutschen Raum verbreitet, hat sich dieser Bierstil heute deutschlandweit verbreitet und verzeichnet zweistellige Zuwachsraten. Aus diesem Grund hat sich die Brauerei Gold Ochsen entschlossen, ihr Portfolio um diese Bierspezialität zu erweitern. Dabei ist es für die Brauerei keine echte Neuigkeit, denn bis in die 1960er Jahr hat die Brauerei aus Ulm noch das Helle gebraut. Damals hatte sich aber der Konsum geändert und es verkaufte sich nicht mehr gut. Daher stellte die Brauerei damals die Produktion ein. Heute spricht das Helle wieder mehr Menschen an, so dass dieser Bierstil wieder ins Sortiment aufgenommen wurde. Dann wollen wir doch mal sehen, wie die Wiedereinführung des Hellen gelungen ist.

Hell goldfarben, die Brauerei beschreibt das Helle als „strohblond“, strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber zeigt sich eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Ein Helles wie gemalt.

Das frische Aroma ist malzbetont. Düfte nach Karamell steigen mir in die Nase, unterstützt durch einige würzige und kräuterige Noten. Ich meine, einen Hauch nach weißem Pfeffer zu riechen. Da bekomme ich wirklich Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist mäßig süß mit einer angenehmen sanften und feinperligen Kohlensäure. Als sich das Bier auf der Zunge verteilt kommt ein angenehmes leichtes Bitter dazu, wobei die Malzsüße im Vordergrund bleibt. Das Bier ist angenehm rund und süffig. Im Abgang führt ein leichtes Bitter das Kommando, das durchschnittlich lange nachklingt.

Das Ulmer Helle passt gut zu der deftigen süddeutschen Küche.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,4° Plato

Brauerei:

Brauerei Gold Ochsen GmbH
Veitsbrunnenweg 3-8
89073 Ulm
www.goldochsen.de

BierSelect

Riedenburger Alkoholfrei

Die Riedenburger Brauerei selbst beschreibt dieses Bier so: „Mit seinem feinwürzigen und vollmundigen Geschmack bietet es Freunden alkoholfreier Biere ein erfrischend spritziges Geschmackserlebnis. Aus wertvollem Bioland-Hopfen und Malz eingebraut enthält es lebenswichtige Vitamine und eignet sich besonders gut als isotonisches und kalorienreduziertes Getränk bei jeder sportlichen Aktivität.“ An harten Fakten steht im Grunde nur in dieser Beschreibung, dass hier Rohstoffe auf kontrolliert biologischem Anbau verwendet wurden, und zwar aus Bioland-Anbau, also echtem Bio, nicht aus dem EU-Bio, das ja nun eher ein Light-Bio ist. Dann will ich mal die Flasche öffnen und das Bier verkosten.

Recht hell goldfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist recht klein, bleibt aber lange erhalten. Optisch macht das Bier schon mal was her.

Düfte nach Malz sowie einige würzige Noten und etwas Holz steigen mir in die Nase. Nicht allzu intensiv, aber auch nicht unangenehm.

Der Antrunk ist stark malzbetont und zeichnet sich durch reichlich Kohlensäure aus. Auch auf der Zunge bleibt das Malz dominierend, obwohl auch einige herbe Noten des Hopfens mitspielen. Bitterstoffe sind allerdings Mangelware. So richtig rund und vollmundig ist das Bier nicht, allerdings müssen wir auch bedenken, dass dieses Bier alkoholfrei ist und damit ein wichtiger Geschmacksträger fehlt. Der Abgang ist sehr mild und der Geschmack klingt nur kurz nach.

Das Bier ist nicht schlecht, auch wenn es teilweise eher an eine helle Malzbrause erinnert als an ein Bier.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Gärungskohlensäure, Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

Riedenburger Brauhaus
Michael Krieger GmbH & Co. KG
Hammerweg 5
93339 Riedenburg
www.riedenburger.de

BierSelect

Val-Dieu Blonde

Notre-Dame du Val-Dieu wurde 1216 von Mönchen aus Hocht bei Maastricht gegründet.

Der Legende nach war das unbewohnte Tal so lebensfeindlich, dass die lokale Bevölkerung es Teufelstal nannte. Die Mönche ließen sich dort nieder und benannten es in „Tal Gottes“ um, das später für den Namen der Abtei von Val-Dieu Pate stehen sollte.

Die Abtei von Val-Dieu ist die einzige belgische Abtei, die die Französische Revolution überlebt hat. Die christliche Gemeinde Val-Dieu nimmt den Platz immer noch ein und ist mit dem Zisterzienserorden vereint.

Die Mönche der Abtei von Val-Dieu sind die Urheber der Heute auf dem Gelände gebrauten Biere, wobei die Zisterzienserorden für ihre Talente als Brauer bekannt sind. Die Entwicklung der Brautätigkeit war zunächst mit der Notwendigkeit verbunden, Wasser sicher zu trinken, dies verhinderte Krankheiten der Zeit wie Cholera oder Typhus.

Die Mönche haben Hefen und die Geschichte der verschiedenen Fermentationen seit Jahrhunderten untersucht. Sie haben eine ausgeklügelte Bierproduktion entwickelt und so immer aufwendigere Spezialrezepte kreiert. Heute sind unsere Biere von den Originalrezepten der Mönche inspiriert, die der Tradition der Flaschen-Nachgärung treu sind. Wie jedes Abbey-Bier werden die Biere aus Val-Dieu ohne Zusatz von Aromen und Gewürzen nach der alten Braumethode hergestellt. Und jetzt will ich mal feststellen, ob sich diese ganzen Mühen gelohnt haben.

Golden und mit wenig Hefe fließt das Bier ins Glas. Dabei entwickelt es sehr viel feinporigen Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist malzbetont nach Biskuitteig mit der typischen belgischen Bierhefe. Das Ganze wird durch eine leichte Fruchtigkeit unterstützt.

Der erste Eindruck, den das Bier auf der Zunge hinterlässt, ist der einer leichten Süße. Die Kohlensäure ist sehr großzügig dosiert. Während sich das Bier auf der Zunge verteilt wird es etwas trockener und ein leichtes Bitter gesellt sich dazu, das aber nicht allzu ausgeprägt ist. Insgesamt macht das Bier auf mich keinen runden Eindruck. Der Abgang wird durch ein minimales Bitter mit kurzem Nachklang dominiert.

Ich kenne viele belgische Biere, die mir besser gefallen. Das Val-Dieu Blond ist für meinen Geschmack eher geeignet, um einfach „hinter die Binde gekippt“ zu werden.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Bittereinheiten:

18 IBU

Farbe:

8 EBC

Empfohlene Trinktemperatur:

8° – 10° Celsius

Brauerei:

Brasserie du Val-Dieu
225, Val-Dieu
4880 Aubel
Belgien
www.val-dieu.com

Wolpertinger Helles

Was ein Wolpertinger ist? Wikipedia beschreibt dieses Wesen wie folgt: „Der Wolpertinger ist ein bayerisches Fabelwesen, dessen genauer Ursprung unklar ist. Im Grunde handelt es sich beim Wolpertinger um ein Mischwesen, wie sie bereits aus der Antike bekannt sind. Allerdings gab es kein festes Schema, das heißt, es wurden zum Beispiel Eichhörnchen mit Entenschnäbeln versehen oder Hasen mit Entenflügeln.“ Der Wolpertinger gilt allgemein als sehr scheu. Er kann nur bei Vollmond in der Abenddämmerung von jungen Frauen gesehen werden. Gejagt wird er, indem ihm Salz auf den Schwanz gestreut wird. Der Wolpertinger, der auf dieser Bierdose gezeigt wird, ist im Übrigen auch bei Wikipedia abgebildet. Wie er sich in der Dose macht, will ich jetzt feststellen.

In hellem Gelb präsentiert sich das Bier im Glas, darüber überdurchschnittlich viel feinporiger Schaum, der lange erhalten bleibt. Meine Vorurteile gegenüber Dosenbier scheinen sich als falsch herauszustellen.

Das Aroma ist recht angenehm. Düfte nach Malz und Toffee steigen mir in die Nase, dazu leichte blumige Noten.

Als das Bier erstmals auf die Zunge trifft ist die reichlich vorhandene Kohlensäure der vorherrschende Eindruck. Dazu kommt eine ordentliche Trockenheit. Auf der Zunge ist das Bier schlank und mir fehlt weitgehend der Geschmack. Der Abgang ist unangenehm muffig, so dass ich nach dem ersten Schluck die Verkostung abgebrochen und das Bier in den Ausguss gekippt habe. Besonders im Abgang machte das Bier den Eindruck, als würde es beginnen zu verderben.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Brauerei:

Überkinger GmbH
73337 Bad Überkingen

Die Überkinger GmbH ist Ende 2019 insolvent geworden. Daher kann ich hier auch keinen Link zu der Brauerei mehr angeben.

Brauerei Simon Hell

Fragen Sie mich jetzt bitte nicht, wie lange es die Brauerei, die jetzt unter dem Namen Brauerei Simon firmiert, bereits gibt. Mir sind nur die folgenden Informationen bekannt: 1875 übernahm Johann Simon das Köbel´sche Anwesen am Laufer Marktplatz, das mit Braurecht sowie Metzgerei und Branntweingerechtigkeit ausgestattet war. Er konzentrierte sich auf das Bierbrauen, das an dieser Stelle bereits durch das in Lauf typische Kommunbrauwesen lange Tradition hatte. In den Folgejahren führten sein Sohn Georg und sein Enkel Karl Simon den Betrieb erfolgreich weiter. Im Grunde ist das Gründungsdatum ja auch unerheblich; wichtig ist nur das Bier, das derzeit gebraut wird. Das Helle, das jetzt vor mir steht, beschreibt die Brauerei aus Lauf wie folgt: „Fränkische Gerste und Hersbrucker Hopfen prägen den authentisch-bodenständigen Charakter dieses typisch fränkischen Lagerbieres. Eine kräftige, goldgelbe Farbe sowie ein gut ausbalanciertes Verhältnis von Malz- und Hopfenaromen sorgen für ein harmonisches Geschmackserlebnis. Süffig, angenehm rezent und mild – ein Genuss für jede Gelegenheit.“

Und wirklich – golden und kristallklar fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittliche sahnige Schaumkrone, die auch durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Wie ich es erwartet habe, wird das Aroma durch das Malz geprägt. Dazu kommen leichte würzige und fruchtige Aromen, in denen ich den Duft Feigen zu bemerken meine.

Der Antrunk ist frisch und spritzig. Auf der Zunge kommt zur diskreten Süße ein passendes Bitter. Obwohl im Geschmack keine Fruchtigkeit festzustellen ist, ist das Bier schön süffig. Der Abgang ist mild und wenig bitter. Er klingt nur kurz nach.

Das Helle der fränkischen Brauerei Simon ist ein ordentliches Allround-Bier ohne Überraschungen. Aber es ist durchaus möglich, sich daran zu gewöhnen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Simon GmbH
Heroldstrasse 12
91207 Lauf a. d. Pegnitz
www.brauerei-simon.de

Seit längerer Zeit ist die Website der Brauerei nicht mehr zu erreichen, auch auf Mitteilungen per Facebook reagiert die Brauerei nicht mehr. Daher habe ich den Eindruck, dass das Unternehmen die Corona-Krise nicht überstanden hat und geschlossen wurde. Aus diesem Grund habe ich den Link zur Brauerei deaktiviert. Sollte die Brauerei doch weiterhin existieren, teilen Sie mir dies bitte mit, damit ich den Link wieder aktiviere.

Weihenstephaner Original Helles

Die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan wurde vor fast eintausend Jahren als Klosterbrauerei der Benediktinermönche gegründet. Später wurde sie Königlich Bayerische Staatsbrauerei, und ist heute ein Regiebetrieb des Freistaates Bayern und damit nach eigenen Angaben die älteste noch bestehende Braustätte der Welt. Von dort kommt das Helle, das jetzt vor mir steht. An dieses Bier kann ich wohl mit Fug und Recht einige Ansprüche stellen, hat es doch bei den World Beer Awards und den Australien International Beer Awards jeweils Gold geholt.

In hellem Gold strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die Schaumkrone ist knapp durchschnittlich groß, bleibt aber lange erhalten.

Das Aroma ist malzbetont mit einigen leichten blumigen Noten. Damit erfüllt das Bier meine Erwartungen an ein Helles voll und ganz.

Der Antrunk ist relativ süß, was aber recht gut zur reichlich dosierten Kohlensäure passt. Auf der Zunge kommt ein leichtes Bitter dazu, so dass ein volles Mundgefühl entsteht. Im Abgang wird das Bitter kurz etwas kräftiger, lasst dann aber bis auf einen Rest zunächst schnell nach, der Rest klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

11,6° Plato

Bittereinheiten:

21 IBU

Empfohlene Trinktemperatur:

6° – 8° C

Brauerei:

Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan
Alte Akademie 2
85354 Freising
www.weihenstephaner.de

Alpirsbacher – Schwarzwald Michel

Wilhelm Hauff hat ihn ersonnen, den Schwarzwald Michel, auch Holländer Michel genannt. Wenn Sie die Geschichte interessiert, können Sie eine Zusammenfassung auf www.schwarzwald.net/stories/michel.html nachlesen. Diesem fiktiven Holzfäller und Flößer hat die Brauerei Alpirsbacher ein Helles gewidmet, das ursprünglich ausschließlich für Edeka gebraut wurde. Dieses Bier steht jetzt vor mir. Es wurde im Jahr 2017 bei Meiningers International Craft Beer Award mit der Silbermedaille ausgezeichnet.

Golden und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas mit relativ wenig Schaum, der sich auch schnell auflöst.

Das Aroma wird durch Biskuit, Hefe und einige würzige Noten dominiert.

Im Antrunk stelle ich eine leichte Süße fest, die gut zur sehr feinperligen Kohlensäure des Bieres passt. Das Malz dominiert auch auf der Zunge, dazu ein leichtes Bitter. Richtig rund ist das Bier nicht, aber eine gewisse Vollmundigkeit und Süffigkeit kann ich nicht abstreiten. Im Abgang sind fast keine Bitterstoffe festzustellen, aber einige würzige Noten sind vorhanden. Der Nachklang ist nur kurz.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

11° Plato

Brauerei:

Alpirsbacher Klosterbräu
Marktplatz 1
72275 Alpirsbach
www.alpirsbacher.de