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Hopfenreiter #11 von Maisel & Friends im Test: Ein Double IPA mit langem Nachhall – Bierzirkus

Hopfenreiter #11 von Maisel & Friends im Test: Ein Double IPA mit langem Nachhall

Der Hopfenreiter #11 von Maisel & Friends im Test: Sechs Hopfensorten, 8,5 Prozent Alkohol und eine beeindruckende Balance aus Frucht, Harz und Bittere.

Der Hopfenreiter ist inzwischen eine feste Größe im Kalender von Maisel & Friends. Bereits zum elften Mal hat die Bayreuther Brauerei befreundete Brauereien eingeladen, gemeinsam ein Double IPA zu brauen. Was dabei jedes Jahr gleich bleibt, ist das Grundprinzip: Die beteiligten Brauer bringen unterschiedliche Hopfensorten mit und verleihen dem Hopfenreiter damit jedes Jahr einen neuen Charakter. Für die Ausgabe 2026 kommen sechs Hopfensorten aus sechs europäischen Brauereien zusammen.

Neu ist in diesem Jahr nicht nur das Bier selbst. Maisel & Friends hat den Verkaufsstart des Hopfenreiters erstmals mit einem eigenen „Hopfenreiter Day“ verbunden. Am 4. September sollte der Release gemeinsam gefeiert werden – entweder zu Hause oder in einer der 22 teilnehmenden Gastronomien in Deutschland und den Niederlanden. Vom Bierladen bis zur Craftbier-Bar konnten Bierfreunde den neuen Jahrgang damit zeitgleich zum offiziellen Verkaufsstart probieren.

Das passt durchaus zum Charakter der Serie. Denn beim Hopfenreiter geht es nicht nur um ein weiteres Double IPA, sondern auch um die Zusammenarbeit unterschiedlicher Brauereien. Für die elfte Ausgabe steuerten Frontaal Brewing Company aus den Niederlanden Elani, Dry & Bitter Brewing aus Dänemark Nectaron, Fauve Craft Bière aus Frankreich Sabro, Browar Nepomucen aus Polen Książęcy und Birrificio Italiano aus Italien Styrian Dragon bei. Maisel & Friends selbst ergänzte die Mischung mit Topaz.

Der Hopfenreiter #11 präsentiert sich im Glas bernsteinfarben und opalisierend. Darüber baut sich ein fester, weißer Schaum auf, der ausgesprochen lange stehen bleibt. Schon optisch macht das Double IPA damit einen ausgesprochen soliden Eindruck.

Noch deutlicher wird der Anspruch beim Aroma. Hier zeigt sich der Hopfenreiter tatsächlich als ausgesprochen vielseitig. Zitrusnoten treffen auf Ananas und weitere tropische Fruchtaromen, während gleichzeitig Pinie und harzige Nuancen präsent sind. Aus dem Hintergrund kommt eine dezente Karamellnote hinzu, die dem intensiven Hopfenaroma eine zusätzliche Dimension gibt. Damit deckt das Aroma bereits ein bemerkenswert breites Spektrum ab: Frucht, Zitrus, Harz, Pinie und Malz arbeiten nicht gegeneinander, sondern ergeben ein erstaunlich komplexes Gesamtbild.

Der erste Schluck fällt zunächst spritzig aus. Die Süße hält sich dabei angenehm zurück. Das ist gerade bei einem Double IPA mit 8,5 Prozent Alkohol eine Stärke, denn der Hopfenreiter wirkt dadurch nicht schwer oder klebrig. Im Körper übernimmt dann die Bittere das Kommando. Sie ist durchaus dominant, bleibt dabei aber freundlich und lässt genügend Raum für die übrigen Aromen. Genau hier gefällt mir der Hopfenreiter besonders gut: Harz und Pinie treten in einen Dialog mit der Fruchtigkeit, während das Karamell als verbindendes Element wirkt. Trotz der intensiven Aromatik bleibt das Mundgefühl angenehm schlank. Der Alkohol von 8,5 Prozent ist bemerkenswert gut eingebunden und drängt sich nicht in den Vordergrund. Statt eines wuchtigen und alkoholisch wirkenden Starkbiers entsteht so ein ausgesprochen trinkbares Double IPA – auch wenn man angesichts des Alkoholgehalts natürlich nicht vergessen sollte, was im Glas steckt.

Die offizielle Beschreibung von Maisel & Friends setzt ebenfalls auf ein Zusammenspiel aus tropischen Fruchtaromen und einer kräftigen, harmonischen Bittere. Genannt werden unter anderem Pfirsich, Mango, Ananas, Mandarine, Sternfrucht, Limette und Grapefruit. Meine Verkostung bestätigt dabei vor allem den tropisch-fruchtigen Eindruck, stellt aber mit Pinie, Harz und Karamell noch eigene Akzente in den Mittelpunkt. Im Abgang wird es dann noch einmal richtig hopfig. Das Bier verabschiedet sich trocken, während die Bittere ein letztes Mal nachlegt. Und sie bleibt. Der Nachhall zieht sich ausgesprochen lange hin und sorgt dafür, dass der Hopfenreiter auch nach dem letzten Schluck noch präsent ist.

Gerade dieser lange, trockene Abgang passt hervorragend zum Charakter des Bieres. Die Fruchtigkeit sorgt für die aromatische Vielfalt, Harz und Pinie bringen Tiefe, und die Bittere bildet schließlich den Rahmen, der das gesamte Geschmackserlebnis zusammenhält.

Der Hopfenreiter #11 ist ein Double IPA, das seine Stärke nicht allein aus möglichst intensiven Fruchtaromen bezieht. Vielmehr lebt es vom Zusammenspiel verschiedener Komponenten. Tropische Fruchtigkeit, Zitrus, Harz, Pinie und Karamell werden von einer kräftigen, aber nicht übermäßig aggressiven Bittere zusammengehalten.

Mit 8,5 Prozent Alkohol und 18,8° Plat0 ist der Hopfenreiter zweifellos ein kräftiges Bier. Trotzdem wirkt er dank des schlanken Mundgefühls und des sehr gut eingebundenen Alkohols erstaunlich ausgewogen. Dazu kommt der trockene, extrem lange Nachhall, der vor allem Freunden deutlich hopfenbetonter Biere gefallen dürfte.

Für mich gehört der Hopfenreiter #11 zu den gelungenen Ausgaben der Serie. Was mir besonders gefällt, ist die Kombination aus intensiver Fruchtigkeit und den harzigen, pinienartigen Hopfennoten. Dazu kommt die Karamellnote, die alles miteinander verbindet, ohne selbst zu dominant zu werden.

Vor allem die Bittere trifft bei mir einen guten Punkt: Sie ist deutlich vorhanden und bleibt lange im Mund, wirkt dabei aber nie unangenehm oder erschlagend. Dass das Bier trotz seiner 8,5 Prozent Alkohol angenehm schlank bleibt, macht den Hopfenreiter zusätzlich interessant.

Am meisten bleibt mir deshalb tatsächlich der Abgang im Gedächtnis. Trocken, bitter und unglaublich lang – genau so darf ein Double IPA für meinen Geschmack enden. Man nimmt den letzten Schluck, und trotzdem ist das Bier noch eine ganze Weile präsent.

Der Hopfenreiter #11 macht richtig Spaß. Er ist fruchtig, harzig, bitter und trotzdem erstaunlich ausgewogen. Kein Bier, das einfach nur mit möglichst viel Hopfen beeindrucken will, sondern eines, bei dem die einzelnen Aromen tatsächlich miteinander spielen. Für mich ein Double IPA, das ich definitiv noch einmal ins Glas nehmen würde.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Elani, Nectaron, Sabro, Książęcy, Styrian Dragon, Topaz), Hefe

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Stammwürze:

18,8° Plato

Bittereinheiten:

65 IBU

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

Brauerei Gebr. Maisel GmbH & Co. KG
Hindenburgstraße 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

zusammen mit:

Frontaal Brewing Company
Steenen Hoofd 56
4825 AK Breda
Niederlande
www.frontaalbrewingcompany.com

Dry & Bitter Brewing Company
Borupvej 80
3330 Gørløse
Dänemark
https://dryandbitter.com

Fauve Craft Bière / MR CRAFT BEER SAS
64 rue de Charonne
75011 Paris
Frankreich
https://fauvebiere.com

Browar Nepomucen
https://nepomucen.pl
Bei Nepomucen konnte ich die aktuelle offizielle Anschrift auf der Website nicht zuverlässig verifizieren. Deshalb beschränke ich mich hier auf den Namen und die URL.

Birrificio Italiano Nuovo Birrificio Italiano Srl
Via Marconi 27
22070 Limido Comasco (CO)
Italien
https://www.birrificio.it

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