Liefmans – Goudenband 2019

Die Brauerei Liefmans wurde im Jahr 1679 durch Jacobus Liefmans gegründet, als er sich als Bierbrauer in Oudenaarde niederließ. Die historischen Gebäude am Fluss Schelde sind mehr als 300 Jahre alt und beherbergen heute unter anderem ein Brauereimuseum. Seit 2008 gehört die Brauerei zu Duvel Moortgat.

Das Goudenband ist ein Verschnitt aus Bieren unterschiedlichen Alters. Reifes Bier, das für 12 Monate im Keller lagert, wird dabei durch Zugabe von jungem Bier zu einer erneuten Gärung angeregt. Es heißt, dass dieses Bier kann lange aufbewahrt werden kann und seinen Geschmack im Laufe der Jahre wie ein guter Wein verbessert. Diese Aussage übernehme ich hier aber lediglich; ausprobiert habe ich es nicht. Stattdessen öffne ich jetzt die Flasche und schenke mir das Bier ein.

Dunkel rubinrot präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich große sahnige Schaumkrone ist haselnussbraun und bleibt lange erhalten. Ich bin mir nicht sicher, ob ich schon einmal ein Sauerbier mit einer so tollen Optik vor mir gehabt habe.

Aromen nach dunklen Früchten, Bitterschokolade, Rhabarber und Sirup steigen mir in die Nase.

Der Antrunk überrascht mich mit einer leichten malzigen Süße, einer feinperligen Kohlensäure sowie fruchtigen Aromen, die an Trockenpfläumen erinnern. Auf der Zunge entwickelt sich noch eine fruchtige Säure, die nicht zu kräftig und mit der Süße des Malzes gepaart ist und so an einen alten Balsamico erinnert. Das Mundgefühl ist voll und rund. Erst im Abgang kommt zur Säure noch ein leichtes Bitter, das durchschnittlich lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Herkules), Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Bittereinheiten:

8 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

5° – 8° Celsius

Brauerei:

Liefmans Brouwerij
Aalststraat 200
9700 Oudenaarde
Belgien
www.liefmans.com

Ähnliche Beiträge

  • | |

    Wolfscraft – Das Helle

    Was dabei herauskommt, wenn ein Schweizer einen typischen deutschen Bierstil braut und dabei versucht, ihn zu verbessern, will ich jetzt überprüfen. Auf jeden Fall hat er bei der Auswahl der Zutaten nicht gespart und sowohl Gerstenmalz als auch Hopfen aus kontrolliert biologischem Anbau gewählt. Dass Hopfenextrakt bei den Bieren von Wolfscraft nicht zum Einsatz kommt…

  • Belle-Vue – Extra Kriek

    Belle-Vue ist eine Marke von ABInBev, des größten Bierkonzerns der Welt. Zu diesem Konzern habe ich ein gespaltenes Verhältnis. Einerseits sind mir die kleinen und unabhängigen Brauereien wichtig, andererseits kommen von ABInBev viele wirklich gute und charaktervolle Biere. Kaum ein Craft Beer-Händler, der kein Leffe im Angebot hat. Würde ABInBev die kleinen Brauereien, die sich…

  • Blonde de Noël

    Wer wie ich viele Biere verkostet, muss zwangsläufig oft den Mainstream verlassen. Das ist es aber auch gerade, was den Spaß daran ausmacht und manchmal stoße ich dabei auf eine angenehme Überraschung. Die Brasserie Authentique ist ein solches Beispiel. Diese sehr kleine Brauerei in Blaton, tief im Hennegau, wurde 2004 von Frederick Baert gegründet. In…

  • |

    Averbode

    Bereits im Jahr 1134 wurde die Abtei Averbode gegründet, aus der das Bier, das jetzt vor mir steht, ursprünglich stammt. Heute wird es in Zusammenarbeit der Abtei mit der Brouwerij L. Huyghe im belgischen Melle gebraut. Das Averbode Abteibier ist eine Hommage an die Geschichte: Vom 14. bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde in der…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

I accept that my given data and my IP address is sent to a server in the USA only for the purpose of spam prevention through the Akismet program.More information on Akismet and GDPR.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.