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Hildesheimer Braumanufaktur – Moritzberger Felsenkeller-Pils

Der Name des Bieres, das jetzt vor mir steht, drückt eine tiefe Heimatverbundenheit aus. Das ist auch kein Wunder. Obwohl der Moritzberg bereits 1911 in Hildesheim eingemeindet wurde, sehen sich die Bewohner auch heute noch eher als Moritzberger, nicht als Hildesheimer. Auch der Felsenkeller hat eine historische Bedeutung. Im Moritzberg gibt es einen Eiskeller, der bis zum Jahr 1906 von der Victoria-Brauerei genutzt wurde, um das Bier mit Eis zu kühlen, das im Winter aus dem Eisteich an der Alfelder Straße geschnitten und im Eiskeller eingelagert wurde. Aber das ist noch nicht die gesamte Biertradition des Moritzbergs. Bis in die 1960er oder 197er Jahre hatte die Härke-Brauerei ein Lager in der Brauhausstraße, dort wo heute das Altenheim ist. Die jetzige Gaststätte Treppchen war damals die Brauereigaststätte. Von daher ist es eigentlich logisch, dass es jetzt wieder ein Bier vom Moritzberg gibt, auch wenn es von der erst in diesem Jahr gegründeten Hildesheimer Braumanufaktur am anderen Ende von Hildesheim an der Goslarschen Landstraße gebraut wird. Aber kommen wir zum Felsenkeller-Pils.

Das Etikett sagt aus, dass das Bier unfiltriert und nicht pasteurisiert ist. Ein trübes Pils? Das ist selten, aber ich habe schon viele Biere verkostet, die mich wirklich überrascht haben. Dann will ich mal sehen, wie das Moritzberger ist und schenke mir ein Glas ein. Goldgelb und nur minimal trüb steht das Bier im Glas. Darüber bildet sich zunächst sehr viel weißer cremiger Schaum, der sich aber schnell bis zu einer pilstypischen Menge reduziert. Dieser Rest bleibt auch recht lange erhalten. Dazu sehe ich eine lebhafte Kohlensäure. Optisch hat die Brauerei also schon mal alles richtiggemacht.

Das Aroma ist betörend; das Bier duftet nach Karamell und Kräutern. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck. Der Antrunk ist dann auch angenehm süß und die Kohlensäure macht das Bier richtig schön spritzig. Der Körper ist zwar nicht übermäßig intensiv, aber trotzdem vollmundig und rund. Alle Geschmackskomponenten sind in ausgeglichenem Verhältnis. Der Abgang besticht durch eine angenehme und langanhaltende Bittere. Alles in Allem ein gutes und süffiges Pils, wie ich es mir öfter wünschen würde.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

Jan Pfeiffer und Malte Feldmann GbR
Goslarsche Landstr. 15
31135 Hildesheim
www.hildesheimer-braumanufaktur.de

im Namen von

Verein zur Erhaltung des Eiskellers der
ehemaligen Victoriabrauerei Hildesheim e.V.
www.felsenkeller-moritzberg.de

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