Staatliche Massenbierhaltung? Nein Danke!

Die Fraktion der Grünen im Bayrischen Landtag hat einen Antrag gestellt, in dem die Staatsregierung aufgefordert wird, in den beiden staatlichen Brauereien, dem Hofbräuhaus und der Staatsbrauerei Weihenstephan, zu veranlassen, dass dort „Biobiersorten unter der Verwendung bayerischer Rohstoffe“ gebraut werden. Um es vorab klarzustellen – ich bin ein Verfechter des biologischen Landbaus und ich meine auch, dass die biologischen Erzeugnisse bei der Bierherstellung Verwendung finden sollen. Trotzdem meine ich, dass der Antrag gut gemeint ist – was wiederum das Gegenteil von gut gemacht meint. Ein Widerspruch?

Ganz sicher nicht. Ich habe auch nichts dagegen, wenn die beiden staatlichen Brauereien biologische Grundstoffe verwenden würden. Diese beiden Brauereien haben aber einen Nachteil – sie stellen riesige Mengen Bier her. Die Biere sind teils nicht schlecht, in vielen Fällen auch richtig gut. Leider sind sie zum großen Teil aber auch gegen andere Biere austauschbar. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass von jetzt auf gleich die gesamte Produktion umgestellt werden kann. Mindestens dürfte ein solcher Totalumstieg für eine deutliche Verknappung der biologischen Grundstoffe sorgen und damit für höhere Preise. Wahrscheinlicher ist nach meiner Meinung, dass die Brauereien kleinere Sude ansetzen würden (zumindest für deren Verhältnisse). Dafür sind Investitionen erforderlich.

Ich würde es bevorzugen, wenn die bayerische Landesregierung dieses Geld in die Hand nehmen und mit diesem Geld Berater einstellen würde, die kleine Brauereien in Bayern beim Umstieg auf Biobier unterstützen würden. Damit würde die Biervielfalt in Bayern erhalten. Gerade in Franken, aber auch in anderen Gegenden Bayerns gibt es nach wie vor eine lebendige Bierkultur, die es wert ist, unterstützt zu werden. Da auf diese Weise die Brauer auch zusätzliche Vertriebswege erschließen könnten, würde damit auch das Weiterbestehen der kleinen Brauereien gewährleistet oder zumindest wahrscheinlicher. Staatliche Investitionen in die Großbrauereien würden diesen Betrieben einen weiteren Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Dass die kleinen Brauereien unterstützt werden sollten sehen auch die Grünen. In einem weiteren Antrag fordern sie die Landesregierung auf, sich auf Bundesebene dafür einzusetzen, dass die kleineren Brauereien bei der Biersteuer bessergestellt werden. Ich befürchte, dass dadurch nur die Bürokratie der Finanzbehörden aufgebläht würde, ohne dass sich die Einnahmesituation der Brauereien verbessert. Liebe Grüne, wenn ihr die Kleinbrauereien bei der Umstellung unterstützen würdet, wäre das Übel bei der Wurzel gepackt und weitere Bürokratie wäre überflüssig.

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