
Das Blaukehlchen ist mit seinem leuchtend blauen Kehlfleck ein unverwechselbarer Bewohner der norddeutschen Landschaft. Lebendig und charaktervoll ist es ein schönes Symbol für die Region. Genau diesen Gedanken will das Blaukehlchen Bio Blaubeerbier vom Bickbeerhof aufgreifen: Es soll norddeutsche Braukultur mit dem Geschmack heimischer Beeren kombinieren.
Für diesen besonderen Sud wurde ein Bio-Blaubeerdirektsaft verwendet, der immerhin fünf Prozent des Bieres ausmacht. Er soll dem leichten obergärigen Bier eine dezente Fruchtigkeit verleihen, ohne es zu süß werden zu lassen. Das klingt zunächst vielversprechend. Hinzu kommt eine besondere Auszeichnung: Das Blaukehlchen wurde als Kulinarischer Botschafter Niedersachsen 2026/27 prämiert. Umso gespannter bin ich darauf, was mich im Glas erwartet.
Dort zeigt sich das Bier in einem hellen Goldton. Es ist gefiltert und damit klar. Der Schaum ist allerdings keine Stärke des Blaukehlchens: Kaum hat sich eine Schaumkrone gebildet, ist sie auch schon wieder verschwunden. Das sieht nicht besonders einladend aus, sagt aber natürlich noch nichts über den Geschmack aus.
Beim Aroma bleibt das Bier zunächst ebenfalls zurückhaltend. Ich nehme etwas helles Malz und eine leichte Fruchtigkeit wahr. Allerdings ist diese so schwach ausgeprägt, dass ich die Blaubeere nicht eindeutig erkennen kann. Hier hätte ich mir deutlich mehr versprochen, schließlich soll gerade die Frucht dem Bier seinen besonderen Charakter verleihen.
Der Antrunk ist spritzig und angenehm frisch. Die Süße hält sich erfreulich im Hintergrund. Erst im weiteren Verlauf lässt sich die Blaubeere tatsächlich herausschmecken. Sie passt durchaus gut zum Bier und sorgt für eine interessante fruchtige Note. Allerdings bleibt dabei der eigentliche Biercharakter etwas auf der Strecke. Das Malz kommt kaum zur Geltung, und auch Säure und Bittere sind nur minimal vorhanden. Das Ergebnis ist zwar erfrischend und leicht zu trinken, mir fehlt aber etwas die geschmackliche Tiefe. Ein Bier, das ich eher an einem warmen Nachmittag zur Erfrischung trinken würde als bewusst zum Genießen. Der Abgang ist mild und wenig ausgeprägt. Die Fruchtigkeit bleibt nicht besonders lange zurück, sodass auch hier kein nachhaltiger Eindruck entsteht.
Das Blaukehlchen Bio Blaubeerbier ist keine schlechte Idee. Die Blaubeere fügt sich geschmacklich durchaus passend ein, und die zurückhaltende Süße macht das Bier angenehm erfrischend. Trotzdem bleibt bei mir der Eindruck, dass hier mehr möglich gewesen wäre. Gerade bei einem Bier, das mit Bio-Blaubeerdirektsaft und einer besonderen regionalen Auszeichnung wirbt, hätte ich mir ein kräftigeres Fruchtaroma und insgesamt mehr Charakter gewünscht. Die Idee stimmt – bei der Umsetzung ist für meinen Geschmack noch Luft nach oben.
Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Dinkelmalz, Blaubeerdirektsaft (5 %), Hopfen, Hefe
Alkoholgehalt:
4,9 % Vol.
Farbe:
6 EBC
Brauerei:
The Fabulous Birdy Beer
Gewerbepark Alte Brauerei
Sankt Annen 11
31655 Stadthagen
www.birdybeer.de
für
Bickbeernhof
Brokeloher Hauptstraße 37
31628 Landesbergen
https://www.bickbeernhof.de/