Der deutsche Biermarkt bleibt unter Druck. Auch im September 2026 ist der Bierabsatz gegenüber dem Vorjahresmonat zurückgegangen. Besonders deutlich zeigt sich die Schwäche auf dem heimischen Markt: Während die Ausfuhren zulegen konnten, brach der Inlandsabsatz um mehr als sieben Prozent ein. Das Exportgeschäft mildert die Verluste damit zwar ab, kann sie aber bei Weitem nicht ausgleichen.
Nach den vom Deutschen Brauer-Bund veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes wurden im September insgesamt 6,38 Millionen Hektoliter Bier abgesetzt. Das entspricht einem Rückgang von 4,6 Prozent gegenüber September 2025. In absoluten Zahlen fehlten damit rund 309.000 Hektoliter.
Der entscheidende Grund für diese Entwicklung liegt im Inland. Der steuerpflichtige Bierabsatz sank um 7,3 Prozent auf 5,19 Millionen Hektoliter. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist das ein Minus von rund 411.000 Hektolitern. Der Deutsche Brauer-Bund spricht von anhaltender Konsumzurückhaltung. Selbst das warme und niederschlagsarme Septemberwetter konnte die Nachfrage offenbar nicht beleben.
Exportzuwachs gleicht Verluste nicht aus
Ganz anders entwickelte sich das Auslandsgeschäft. Die Bierausfuhren stiegen im September um 9,4 Prozent auf rund 1,19 Millionen Hektoliter. Das entspricht einem Zuwachs von etwa 103.000 Hektolitern. Die Lieferungen in andere Mitgliedstaaten der Europäischen Union legten um 6,3 Prozent auf rund 701.000 Hektoliter zu. Noch stärker fiel das Wachstum außerhalb der EU aus: Hier stiegen die Ausfuhren um 14,4 Prozent auf rund 487.000 Hektoliter.
Allerdings zeigt schon der Vergleich der absoluten Mengen, wie wenig das Exportplus den Einbruch im Inland auffangen kann. Den rund 411.000 Hektolitern, die auf dem deutschen Markt verloren gingen, stehen lediglich etwa 103.000 zusätzliche Hektoliter im Export gegenüber. Damit wurde gerade einmal ein Viertel des Rückgangs ausgeglichen.
Weshalb die deutschen Brauereien im September mehr Bier ins Ausland verkaufen konnten, lässt sich aus den veröffentlichten Zahlen und den dazu vorliegenden Stellungnahmen nicht ablesen. Konkrete Gründe für den Exportzuwachs nennt der Deutsche Brauer-Bund nicht. Eine Zuordnung zu bestimmten Märkten oder Brauereien wäre deshalb reine Spekulation.
Auch nach neun Monaten bleibt die Bilanz negativ
Der Blick auf die ersten neun Monate des Jahres bestätigt die schwierige Lage. Von Januar bis September 2026 wurden insgesamt 59,35 Millionen Hektoliter Bier abgesetzt. Das sind 2,1 Prozent beziehungsweise rund 1,26 Millionen Hektoliter weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Auch hier zeigt sich die unterschiedliche Entwicklung von Inlands- und Auslandsgeschäft. Der steuerpflichtige Inlandsabsatz sank um 3,2 Prozent auf 48,12 Millionen Hektoliter. Die Exporte konnten dagegen ebenfalls um 3,2 Prozent auf 11,15 Millionen Hektoliter zulegen. Ohne das Wachstum im Auslandsgeschäft würde die Gesamtbilanz also noch deutlich schlechter aussehen.
Die Zahlen machen deutlich, wie abhängig die deutsche Brauwirtschaft inzwischen von der Entwicklung auf den Auslandsmärkten ist. Das Exportgeschäft bleibt ein wichtiger Stabilitätsfaktor, kann die anhaltende Schwäche des heimischen Biermarktes aber nicht kompensieren. Für die Brauereien bleibt die Suche nach Wegen aus der Absatzkrise damit eine zentrale Herausforderung.
Quellenhinweis: Die Zahlen stammen aus der Absatzstatistik des Statistischen Bundesamtes, veröffentlicht vom Deutschen Brauer-Bund. Die Meldung von Getränke News fasst die Septemberzahlen einschließlich der Aufteilung nach EU- und Drittlandsexporten zusammen.