
Ein Bier, zwei Brauereien und ein Name, bei dem man vermutlich nicht lange überlegen muss, aus welchem Land es kommt: Hup Holland Hop. Hinter dem Juicy NEIPA stehen die Othmar Bierbrouwerij und die Brouwerij de Smokkelaar aus den Niederlanden. Und spätestens beim Namen dürfte klar sein, dass hier nicht nur der Hopfen, sondern auch ein bisschen Oranje-Gefühl im Spiel ist.
Und das Bier hat sogar eine Geschichte: Die beiden Twenter Brauereien standen auf einer Getränkemesse drei Tage nebeneinander. Daraus entstand spontan die Idee, gemeinsam ein Bier zu brauen. Weil 2026 ein Fußball-WM-Jahr ist, entschied man sich für ein Bier, das zum Oranje-Fußball passen sollte: ein Juicy NEIPA mit dem Namen „Hup Holland Hop“.
Bei einem NEIPA erwarte ich vor allem eines: ordentlich Frucht. Schließlich sind die modernen Vertreter dieses Bierstils gerade für ihre intensive Aromatik bekannt. Beim Hup Holland Hop wird diese Erwartung schon beim Blick ins Glas geweckt.
Das Bier zeigt sich orangefarben und kräftig hefetrüb. Die Schaumkrone fällt zwar eher sparsam aus, dafür hält sie sich erfreulich lange. Optisch macht das Bier damit einen durchaus interessanten Eindruck, auch wenn Freunde riesiger Schaumkronen hier nicht auf ihre Kosten kommen.
Noch spannender wird es beim Aroma. Orange, Mango und Ananas strömen intensiv aus dem Glas. Das ist richtig schön fruchtig und macht unmittelbar Lust auf den ersten Schluck. Dazu kommt eine leichte Karamellnote, die dem ansonsten sehr tropischen Eindruck eine etwas malzigere Seite hinzufügt.
Der Antrunk beginnt spritzig, überrascht mich aber vor allem mit einer für ein NEIPA erstaunlich kräftigen Süße. Die Fruchtigkeit ist sofort wieder da und bestätigt den Eindruck, den bereits die Nase vermittelt hat. Orange, Ananas, Mango und andere tropische Früchte bestimmen das Geschehen, während die Süße das Bier zunächst ziemlich üppig erscheinen lässt. Im Körper kommt dann die Bittere hinzu. Sie wirkt allerdings ebenfalls fruchtig und fügt sich gut in das Gesamtbild ein. Trotz der deutlichen Süße und der intensiven Fruchtigkeit bleibt das Mundgefühl leicht und frisch. Das ist eine interessante Kombination, denn das Bier wirkt aromatisch durchaus kräftig, ohne deshalb schwer zu werden. Fruchtigkeit und Süße bleiben auch im weiteren Trinkverlauf präsent. Wer bei einem NEIPA vor allem nach einer möglichst trockenen und bitteren Angelegenheit sucht, dürfte hier möglicherweise etwas überrascht sein. Das Hup Holland Hop geht einen anderen Weg und setzt deutlich stärker auf die fruchtige Seite. Noch größer ist die Überraschung beim Abgang. Nach dem zunächst recht süßen und aromatischen Antrunk hätte ich eine deutlich kräftigere Bittere erwartet. Stattdessen verabschiedet sich das Bier erstaunlich mild. Die Bittere ist eher schwach ausgeprägt, trotzdem bleibt der Geschmack lange erhalten.
Genau dieser Gegensatz macht das Hup Holland Hop interessant: Vorne gibt es jede Menge Frucht und eine deutliche Süße, im Körper kommt eine fruchtige Bittere hinzu, und hinten wird das Bier plötzlich ausgesprochen mild. Dabei verliert es aber keineswegs seine aromatische Präsenz.
Beim Foodpairing würde ich deshalb zu Speisen greifen, die etwas Frische und Cremigkeit mitbringen. Frischkäse passt ebenso gut wie Garnelen. Die Fruchtigkeit des Bieres kann dabei einen schönen Kontrast zu den eher milden beziehungsweise leicht salzigen Aromen der Speisen bilden.
Das Hup Holland Hop ist kein NEIPA, das mich mit einer brutalen Hopfenkeule aus dem Glas prügelt. Es setzt vielmehr auf intensive Fruchtigkeit, Süße und ein erstaunlich leichtes Mundgefühl. Orange, Mango und Ananas sind deutlich wahrnehmbar, während die Bittere angenehm zurückhaltend bleibt.
Wer bei einem NEIPA möglichst viel Bittere erwartet, sollte seine Erwartungen also etwas zurückschrauben. Wer dagegen ein fruchtiges, spritziges und unkompliziertes NEIPA sucht, könnte mit dem Hup Holland Hop durchaus glücklich werden.
Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Hafermalz, Weizenmalz, Hopfen (Citra, Mosaic, Eclipse), Hefe
Alkoholgehalt:
5,0 % Vol.
Farbe:
12 EBC
Brauerei:
Othmar Bierbrouwerij
Commanderieplein 6
7631 EA Ootmarsum
Niederlande
www.othmar.eu
gemeinsam mit
Brouwerij de Smokkelaar
Vosbultkamp
7586 GR Overdinkel
Niederlande
www.bierbrouwerijinnederland.nl