Anheuser-Busch Bud im Test: Gefällig, schlank – und ziemlich langweilig
Im vergangenen Jahr hat AB InBev die Rückkehr von Anheuser-Busch Bud auf den deutschen Markt angekündigt. Damit knüpft der Konzern an eine Geschichte an, die fast 150 Jahre zurückreicht: Die aus Deutschland stammenden Brauer Eberhard Anheuser und Adolphus Busch begannen 1876 in den Vereinigten Staaten, ihr Lager zu brauen. Heute wird Bud in zahlreichen Ländern verkauft.
In Deutschland ist das Bier zunächst exklusiv bei REWE erhältlich, weitere Verkaufsstellen und gastronomische Betriebe sollen folgen. Auf dem Etikett wirbt Anheuser-Busch derzeit zudem mit der Rolle als offizielles Bier des FIFA World Cup 2026. Fußball kann mich bekanntlich nicht sonderlich begeistern – also bleibt die Hoffnung, dass wenigstens das Bier etwas mehr Spannung bietet.
Golden und glanzfein fließt das Bud ins Glas. Dabei bildet sich vergleichsweise wenig weißer Schaum. Was vorhanden ist, zeigt allerdings eine ordentliche Standzeit. Insgesamt präsentiert sich das Bier sauber und unauffällig.
Auch beim Duft hält sich das Bud eher zurück. Helles Malz bestimmt das Aroma, begleitet von einigen blumigen Noten. Spektakulär ist das nicht, aber durchaus angenehm und passend zu einem leichten Lager.
Der Antrunk fällt überraschend süß aus. Dazu kommt eine für meinen Geschmack unangenehm kräftige Kohlensäure, die sich deutlich bemerkbar macht und dem Bier zunächst etwas von seiner eigentlich unkomplizierten Art nimmt. Auf der Zunge gesellt sich zur Süße eine passende Bittere. Das Mundgefühl bleibt schlank, wirkt dabei aber trotzdem weich. Große aromatische Überraschungen bleiben aus, doch zumindest ist das Verhältnis von Süße und Bittere insgesamt ordentlich austariert. Im Abgang wird das Bud trockener. Die Bittere gewinnt noch einmal an Präsenz und klingt überraschend lange nach. Damit besitzt das Bier am Ende zumindest etwas mehr Charakter, als es der zunächst sehr zurückhaltende Gesamteindruck erwarten lässt.
Unterm Strich ist Anheuser-Busch Bud ein gefälliges Lager ohne größere Ecken und Kanten. Es lässt sich problemlos trinken, bleibt dabei aber auch weitgehend austauschbar. Für mich ist es deshalb ungefähr so spannend wie ein Fußballspiel: technisch vermutlich völlig in Ordnung, aber Begeisterung will sich einfach nicht einstellen.
Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Reis, Hopfen
Alkoholgehalt:
5,0 % Vol.
Farbe:
10 EBC
Empfohlene Genusstemperatur:
4° – 6° Celsius
Brauerei:
Anheuser-Busch InBev Deutschland GmbH & Co. KG
Am Deich 18-19
28199 Bremen
www.anheuser-busch-bud.de
