Paderborner Bier bereits aus Warstein? Hinweise auf erste Produktionsverlagerung

Die geplante Verlagerung der Paderborner Bierproduktion nach Warstein könnte zumindest teilweise bereits begonnen haben. Nach einem Bericht des WDR gibt es Hinweise darauf, dass einzelne Produkte der Paderborner Brauerei inzwischen im Sauerland hergestellt oder abgefüllt werden. Einen eindeutigen Beleg dafür, dass tatsächlich bereits Paderborner Bier aus Warstein im Handel steht, gibt es bislang allerdings nicht.

Die Zukunft des Brauereistandorts Paderborn bleibt unterdessen weiter offen. Die Haus-Cramer-Gruppe sucht nach wie vor einen Käufer für das Werk. Neu sind zudem Hinweise aus der Belegschaft, wonach sich Vertreter der Paulaner Brauerei Gruppe den Standort angesehen haben sollen.

Hinweise auf Abfüllung im Sauerland

Nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) liegen aus der Belegschaft Informationen vor, wonach auf einzelnen Paderborner-Produkten inzwischen Hinweise auf eine Abfüllung im Sauerland zu finden sein sollen.

Das wäre insofern bemerkenswert, als die Produktion am Standort Paderborn offiziell noch bis zum Jahresende weiterlaufen soll. Die Haus-Cramer-Gruppe hatte bereits angekündigt, die Marke Paderborner auch nach einer möglichen Schließung des Werks fortzuführen. Sollte kein Käufer für die Brauerei gefunden werden, soll das Bier künftig in Warstein hergestellt werden.

Ob dieser Schritt nun teilweise vorgezogen wurde, lässt sich derzeit jedoch nicht zweifelsfrei feststellen. Weder dem WDR noch Bierzirkus.de liegt eine entsprechende Flasche beziehungsweise ein Etikett vor, anhand dessen sich eine Abfüllung in Warstein überprüfen ließe. Die Angaben beruhen bislang auf Informationen, die der NGG aus der Belegschaft zugetragen wurden.

Daher lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt lediglich von einem begründeten Verdacht sprechen, dass erste Paderborner-Produkte bereits im Sauerland hergestellt oder abgefüllt werden.

Paulaner soll sich Brauereistandort angesehen haben

Während möglicherweise bereits erste Schritte zur Verlagerung stattfinden, läuft die Suche nach einem Käufer für den Standort Paderborn weiter. Dabei fällt nun erstmals der Name eines großen deutschen Brauereiunternehmens.

Nach Informationen aus Teilen der Belegschaft sollen Vertreter der Paulaner Brauerei Gruppe das Werk besichtigt haben. Daraus lässt sich allerdings noch kein konkretes Kaufinteresse ableiten. Eine offizielle Bestätigung, dass Paulaner mit der Haus-Cramer-Gruppe über eine Übernahme verhandelt, liegt bislang nicht vor.

Die Stadt Paderborn bestätigte gegenüber dem WDR lediglich, dass weiterhin Gespräche über einen Verkauf des Standorts geführt werden. „Wir stehen in regelmäßigem Austausch mit der Warsteiner Brauerei“, erklärte die Stadt.

Ob Paulaner tatsächlich zu den möglichen Interessenten gehört oder lediglich eine Besichtigung stattgefunden hat, bleibt damit offen.

Ungewisse Zukunft für rund 120 Beschäftigte

Besonders belastend ist die Situation weiterhin für die rund 120 Beschäftigten der Paderborner Brauerei. Wenige Monate vor dem angekündigten Produktionsende wissen sie noch immer nicht, ob ein Investor gefunden wird und der Standort möglicherweise erhalten bleibt.

Die Stimmung innerhalb der Belegschaft sei „sehr angespannt“, erklärte NGG-Geschäftsführer Thorsten Kleile gegenüber dem WDR. Informationen über den aktuellen Stand der Verkaufsverhandlungen hätten die Beschäftigten demnach weiterhin nicht.

Einige Mitarbeiter könnten sich grundsätzlich vorstellen, künftig im Warsteiner Stammwerk zu arbeiten. Wie viele Beschäftigte tatsächlich von Paderborn nach Warstein wechseln würden, dürfte nach Einschätzung der Gewerkschaft allerdings wesentlich davon abhängen, ob doch noch ein Käufer für den Standort gefunden wird.

Entscheidung muss in den kommenden Monaten fallen

Viel Zeit bleibt dafür nicht mehr. Sollte die Suche nach einem Investor erfolglos bleiben, will die Haus-Cramer-Gruppe die Produktion in Paderborn zum Jahresende 2026 einstellen. Die Marke Paderborner soll dagegen weitergeführt und künftig in Warstein gebraut werden.

Ob dieser Übergang möglicherweise bereits begonnen hat, bleibt vorerst ungeklärt. Die Hinweise auf im Sauerland abgefüllte Produkte sind durchaus konkret genug, um Fragen aufzuwerfen – für die Feststellung, dass Paderborner Bier bereits aus Warstein kommt, reichen sie derzeit jedoch nicht aus.

Auch die mögliche Rolle der Paulaner Brauerei Gruppe bleibt zunächst Spekulation. Klarheit könnte erst eine Stellungnahme der beteiligten Unternehmen oder ein konkreter Fortschritt im Verkaufsprozess bringen.

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