Steiermark: Brauerei Forstauers kämpft ums Überleben – Sanierungsverfahren eröffnet

Die schwierige Lage vieler kleiner Brauereien in Europa macht auch vor Österreich nicht halt. Mit der Forstauers GmbH aus Landl in der Steiermark gerät nun ein weiterer traditionsreicher Betrieb in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Für das Unternehmen wurde am Landesgericht Leoben ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet.

Die Gesamtverbindlichkeiten belaufen sich nach Unternehmensangaben auf rund 393.300 Euro. Den Gläubigern wird im Rahmen eines Sanierungsplans eine Quote von 20 Prozent angeboten, die innerhalb von zwei Jahren erwirtschaftet werden soll.

Gastronomiebetrieb als Hauptursache

Als wesentlicher Grund für die Insolvenz werden die Verluste eines früheren Gastronomiebetriebs genannt. Dieser wurde bereits im Jahr 2023 geschlossen. Die über Jahre aufgelaufenen Defizite konnten seitdem nicht mehr ausgeglichen werden und belasteten die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens nachhaltig.

Heute konzentriert sich die Forstauers GmbH auf deutlich weniger Geschäftsfelder. Neben der Brauerei gehören dazu der Verkauf von Strom aus einem eigenen Kraftwerk sowie die Vermietung von zwei Ferienhäusern.

Nur noch zwei Beschäftigte

Die personellen Auswirkungen der wirtschaftlichen Probleme sind deutlich sichtbar. Aktuell beschäftigt das Unternehmen nur noch zwei Mitarbeiter. Immerhin gibt es für die Belegschaft eine positive Nachricht: Nach Angaben des Unternehmens wurden sämtliche Löhne und Gehälter vollständig bezahlt.

Der größte Teil der Schulden entfällt auf Bankverbindlichkeiten in Höhe von rund 313.000 Euro. Weitere etwa 80.000 Euro bestehen gegenüber sonstigen Gläubigern. Die Kredite sind durch eine Landwirtschaft abgesichert, die sich im Privateigentum der Gesellschafter befindet.

Hoffnung auf einen Neustart

Trotz der schwierigen Situation soll die Brauerei weitergeführt werden. Die Unternehmensleitung sieht nach der Schließung des Gastronomiebetriebs deutlich bessere Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Stabilisierung. Die verbliebenen Geschäftsbereiche arbeiten mit einer wesentlich schlankeren Kostenstruktur und sollen künftig wieder positive Ergebnisse ermöglichen.

Nach erster Einschätzung des Unternehmens bieten die aktuellen Aktivitäten eine solide Grundlage für die Fortführung des Betriebs. Ob der Sanierungsplan erfolgreich umgesetzt werden kann, wird sich jedoch erst in den kommenden Monaten zeigen.

Kleine Brauereien unter Druck

Der Fall Forstauers steht beispielhaft für die Herausforderungen vieler kleiner und mittelständischer Brauereien. Steigende Kosten, verändertes Konsumverhalten und die schwierige Lage in Gastronomie und Handel setzen zahlreiche Betriebe unter Druck.

Für die Brauerei aus der Steiermark beginnt nun eine entscheidende Phase. Gelingt die Sanierung, könnte der Betrieb mit seiner deutlich verschlankten Struktur eine zweite Chance erhalten. Scheitert der Plan, droht ein weiterer Verlust in der vielfältigen österreichischen Braulandschaft.

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