
Manchmal beginnt eine Brauereigeschichte ganz unspektakulär: mit einer großen Portion Neugier, vielen gelesenen Büchern und dem Wunsch, das eigene Bier zu brauen. Genau so war es auch bei Alderbastend. Die Brauer starteten ihr Abenteuer mit einer 40-Liter-Brauanlage, die zunächst ausschließlich für den Hausgebrauch gedacht war. Das erste selbst gebraute Bier machte Lust auf mehr, und schon bald folgten weitere Sud um Sud. Selbstverständlich waren die Hobbybrauer mit ihren ersten Ergebnissen durchaus zufrieden. Doch wer sich einmal intensiver mit dem Brauen beschäftigt hat, weiß: Bis zum perfekten Bier ist es ein langer Weg. Also wurden die Rezepte immer weiter verfeinert, bis die Brauer schließlich mit ihren Kreationen zufrieden waren. Ob ihnen das gelungen ist? Das lässt sich am besten selbst herausfinden. Ich habe mir dafür das Alderbastend Jolige Jopie eingeschenkt.
Im Glas zeigt sich das Bier in einem kräftigen Orangeton. Es ist deutlich hefetrüb, was gut zu seinem belgisch geprägten Charakter passt. Der Schaum fällt allerdings recht sparsam aus. Immerhin hält sich die kleine Schaumkrone recht ordentlich, sodass sie nicht sofort wieder verschwindet.
Beim ersten Schnuppern fällt mir vor allem das Karamell auf. Und das nicht zu knapp: Karamell, Karamell und nochmals Karamell. Dahinter entdecke ich die typischen Aromen belgischer Hefe sowie Noten getrockneter gelber Früchte. Das ergibt einen süßlich-würzigen Duft, der bereits eine gewisse Fülle verspricht.
Auch geschmacklich übernimmt das Karamell zunächst die Hauptrolle. Das Jolige Jopie präsentiert sich vollmundig und bringt ordentlich Geschmack mit. Überraschend ist allerdings eine Säure, die ich in der Nase überhaupt nicht wahrgenommen habe. Sie kommt erst auf der Zunge zum Vorschein und setzt einen spannenden Kontrast zu den karamelligen Noten. Die Bittere hält sich dagegen angenehm zurück. Im Abgang wird die Säure noch etwas kräftiger, ohne dabei unangenehm oder aufdringlich zu werden. Zusammen mit der dezenten Bitteren sorgt sie für einen ausgewogenen Abschluss. Gerade dieser Wechsel zwischen der karamelligen Fülle und der lebendigen Säure macht das Bier interessant. Es bleibt nicht einfach bei einem süßlich-schweren Eindruck, sondern entwickelt eine eigene Dynamik.
Als Essensbegleitung würde ich ein belgisches Muschelgericht wählen. Die karamelligen und fruchtigen Noten könnten dabei ebenso interessante Akzente setzen wie die Säure, die dem Bier eine gewisse Frische verleiht.
Das Alderbastend Jolige Jopie ist ein vollmundiges, karamellbetontes Bier mit belgischem Hefeeinfluss und einer überraschenden Säure. Es ist vielleicht nicht unbedingt ein Bier für jeden Geschmack, bietet aber ein eigenständiges und ausgewogenes Aromenspiel. Die Hobbybrauer von Alderbastend haben hier jedenfalls eine interessante Kreation ins Glas gebracht.
Zutaten:
Wasser, Karamellmalz, Pilsener Malz, Hopfen, Hefe
Alkoholgehalt:
5,8 % Vol.
Bittereinheiten:
12 IBU
Farbe:
10 EBC
Brauerei:
Aöderbastemd Bieren
Doetinchemseweg 5
7031 EP Wehl
Niederlande
www.alderbastend.nl