
Das Gouverneur Dubbel, das jetzt vor mir steht, hat offenbar schon so manche Jury überzeugt. Ein Blick auf die Auszeichnungen zeigt, dass dieses Bier bei internationalen Wettbewerben regelmäßig erfolgreich ist. Allein bei den World Beer Awards wurde es mehrfach mit Gold prämiert und wiederholt zum Country Winner für die Niederlande gekürt. Dazu kommen Medaillen bei der Dutch Beer Challenge, der Frankfurt International Trophy und weiteren Wettbewerben. Auch in der Finest Beer Selection konnte das Bier zuletzt punkten: 2026 erhielt es dort 92 Punkte, ein Jahr zuvor waren es 91. Das ist schon eine beachtliche Bilanz. Aber Preise auf dem Etikett oder in der Produktbeschreibung sagen natürlich noch nicht, ob mir das Bier auch persönlich schmeckt. Also schauen wir einmal, was das Gouverneur Dubbel im Glas zu bieten hat.
Beim Einschenken zeigt sich das Bier in einem sehr dunklen Rotbraun, das beinahe ins Schwarze übergeht. Erst wenn das Licht durch das Glas fällt, dürfte das namensgebende Rot richtig zur Geltung kommen. Auf dem dunklen Körper sitzt ein fester, hellbrauner Schaum. Er wirkt nicht nur appetitlich, sondern bleibt auch erfreulich lange erhalten. Schon optisch macht das Gouverneur Dubbel damit Lust auf den ersten Schluck.
In der Nase geht es gleich kräftig zur Sache. Karamell ist deutlich wahrnehmbar und wird von dunkler Schokolade begleitet. Dazu kommen Aromen von Trockenfrüchten, bei denen ich vor allem an Pflaumen und Rosinen denke. Das passt sehr gut zum dunklen Erscheinungsbild des Bieres. Die Aromen wirken reichhaltig und süßlich, ohne dass sich eine einzelne Komponente völlig in den Vordergrund drängt.
Der erste Schluck bestätigt den Eindruck aus dem Aroma. Das Gouverneur Dubbel startet mit einer deutlichen Süße, die von einer sehr feinperligen Kohlensäure begleitet wird. Die Perlage sorgt dafür, dass das Bier trotz seiner dunklen, kräftigen Aromatik nicht einfach schwerfällig wirkt. Vielmehr fühlt sich der Antrunk angenehm weich an. Auf der Zunge bleibt die Süße erhalten. Die fruchtigen Noten treten jetzt noch stärker hervor als die Schokoladenaromen. Pflaumen und Rosinen passen auch geschmacklich hervorragend zu dem Karamell, das weiterhin präsent bleibt. Insgesamt ergibt sich ein rundes, malzbetontes Geschmacksbild, das durchaus an dunkle Süßspeisen erinnert, ohne dass das Bier deshalb wie ein Dessert im Glas schmeckt. Das Mundgefühl ist samtig und schwer. Hier zeigt sich der Charakter eines Dubbels, das nicht nebenbei getrunken werden möchte, sondern durchaus Aufmerksamkeit verdient. Gleichzeitig ist die Bittere deutlich wahrnehmbar. Sie drängt sich allerdings nicht in den Vordergrund und bildet einen angenehmen Gegenpol zur Süße und Fruchtigkeit. Gerade dieses Zusammenspiel macht das Bier für mich interessant: Es bleibt süß und fruchtig, ohne dass die Bittere völlig untergeht. Im Abgang legt die Bittere noch etwas zu. Das sorgt dafür, dass die Süße nicht einfach stehen bleibt und das Geschmackserlebnis sauber ausklingt. Besonders gefällt mir der überraschend lange Nachklang. Die dunklen Fruchtaromen und die Bittere bleiben noch eine Weile präsent und machen Lust auf den nächsten Schluck. Ein Bier, das man besser langsam genießt, damit die einzelnen Eindrücke ausreichend Zeit haben.
Die beeindruckende Zahl an Auszeichnungen kommt nicht von ungefähr. Das Gouverneur Dubbel verbindet eine kräftige Malzbasis mit Karamell, dunkler Schokolade und ausgeprägten Trockenfruchtnoten. Die Süße ist klar erkennbar, wird aber von einer angenehmen Bittere begleitet. Dazu kommen ein samtig-schweres Mundgefühl und ein langer Nachklang. Für mich ist das ein Bier, das besonders gut in ruhige Genussmomente passt – vielleicht an einem kühlen Abend, wenn man sich Zeit für ein Glas nehmen möchte.
Welche Speisen passen zum Gouverneur Dubbel? Das Bier hat genug Charakter, um auch kräftigere Gerichte zu begleiten. Gleichzeitig lässt es sich hervorragend mit süßen Aromen kombinieren. Ich könnte mir geschmortes Rindfleisch oder Rinderbraten, einen gut gereiften nussigen Käse oder noch besser einen Entenbraten mit Pflaumensauce zu diesem Bier vorstellen.
Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertau Mittelfrüh, Styrian Golding, Cascade), obergärige Hefe und Farbstoff: Karamell
Alkoholgehalt:
6,5 % Vol.
Bittereinheiten:
24 IBU
Empfohlene Genusstemperatur:
6° – 8° Celsius
Brauerei:
Lindeboom Bierbrouwerij B.V.
Postbus 4413
6086 Neer
Niederlande
www.lindeboom.nl