Schlagwort-Archiv: IPA

Lemke – Black Rye IPA

Die Brauerei Lemke aus Berlin beschreibt diesen Bierstil so: „Zu Beginn des 18. Jahrhunderts entwickelten die Engländer mit dem dunklen, röstmalzbetonten Porter das erste Bier nach heutiger Brauart. Das nahmen sie auch mit auf ihre Reise nach Nordamerika, wo Roggen (Rye) das erste Brau-Getreide war, das die Auswanderer anbauten. Als schließlich 100 Jahre später mit dem IPA das erste helle und stark hopfenbetonte Bier das Licht der Welt erblickte – und seinen großen Siegeszug antrat, lag es nahe, beide Bierstile zu vereinen, das Black Rye IPA war geboren.“ Mit dem Black Rye IPA von Lemke steht also ein traditioneller Bierstil vor mir und ich will jetzt mal feststellen wie er mir so gefällt.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier. Darüber bildet sich ein ordentlicher fester mittelbrauner Schaum, der nur langsam in sich zusammenfällt. Optisch gibt es an diesem Bier schon mal nichts auszusetzen.

Das Aroma überrascht mit seiner Komplexität. Anfangs dominieren fruchtige Aromen nach Ananas, Melone und der Süße getrockneter Feigen. Etwas später wagen sich auch Düfte nach Pumpernickel und Schokolade an die Oberfläche. Es lohnt sich also, der Nase mehr als einen Versuch zu gönnen.

Der Antrunk ist durch die Süße des Malzes geprägt, die durch die extrem feinperlige und sanfte Kohlensäure sowie den Noten nach Roggen umschmeichelt wird. Dabei ist das Bier überraschend frisch. Schnell kommt die Fruchtigkeit in den Vordergrund und die Aromen, die die Nase bereits festgestellt hat, spiegeln sich auf der Zunge wider. Ich frage mich nur, wo sich die 65 Bittereinheiten verstecken. Ein gewisses Bitter spielt beim Geschmack mit, aber irgendwie hätte ich ja mehr erwartet. Insgesamt produziert das Black Rye IPA ein angenehmes, rundes und samtiges Mundgefühl. Im Abgang lässt die Süße nach und macht einem fruchtigen und freundlichen Bitter mit sehr langem Nachklang Platz.

Die Brauer haben in Berlin ein Bier kreiert, an das ich mich glatt gewöhnen könnte.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale Ale, Caraaroma, Carafa), Roggenmalz, Hopfen (Cascade, Amarillo, Galaxy), Hefe

Alkoholgehalt:

7,2 % Vol.

Stammwürze:

18,5° Plato

Bittereinheiten:

65 IBU

Brauerei:

Brauerei Lemke GmbH
Dircksenstr., S-Bahnbogen 143
10178 Berlin
www.lemke.berlin

BrewAge – Alphatier

Es war etwa im Jahr 2005, als einige junge Männer in Wien begannen, im Keller ihr eigenes Bier zu brauen. Aus dieser Gruppe wurde BrewAge, eine Gypsy-Brauerei, die 2014 begann sich dem Markt zu stellen. Jetzt ist es das Ziel, innerhalb von zwei Jahren in Wien eine eigene Brauerei zu eröffnen.

Von BrewAge steht jetzt das Alphatier vor mir, ein New England IPA, Bei der Entwicklung dieses Bieres haben sich die Brauer das Ziel gesetzt, ein Bier mit viel Hopfen zu kreieren, ohne dass das Bier übertrieben bitter wird. In welchem Maße dieses Ziel erreicht wurde werde ich gleich feststellen. Aber eines ist sicher: den vielen Hopfen haben die Jungs auf jeden Fall verarbeitet. Es gibt während des Brauprozesses etliche Zeitpunkte, zu denen Hopfen beigegeben werden kann, und die Wahl des Zeitpunktes entscheidet zusammen mit der Hopfensorte über das Ergebnis. Den Hopfen zu einem anderen Zeitpunkt zuzugeben kann zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Insgesamt wurden für das Alphatier 25 g Hopfen je Liter verwendet, was etwa die 70fache Menge ist, die eine Großbrauerei verwenden würde. Noch mehr Hopfen geht nun wirklich nicht.

Eingeschenkt offenbart sich ein Fest der Sinne. Ein blondes, samtiges Bier mit feiner Naturtrübung. Der Schaum ist gemischtporig und fällt leider relativ schnell in sich zusammen.

Der Duft ist betörend fruchtig. Das Aroma nach Grapefruit ist dominierend. Das Alphatier markiert sein Revier innerhalb der IPAs: fruchtig, frisch und frech.

Der Antrunk ist recht süß, dabei aber frisch und vom ersten Moment an wunderbar fruchtig. Auffällig ist auch die reichlich dosierte feinperlige Kohlensäure. Schnell kommt ein gut abgestimmtes Bitter dazu, wobei die Brauer nicht übertrieben haben. Dafür wird die Fruchtigkeit immer kräftiger, so dass ein fast saftartiger Eindruck entsteht. Dieser wird noch durch das samtige Mundgefühl verstärkt, für das die Haferflocken sorgen, die ebenfalls mit verbraut wurde. Der Abgang ist überraschend mild. Trotzdem klingen die Bitterstoffe lange nach.

Dieses New England Pale Ale ist ein überraschendes Bier, das seinen Namen zu Recht trägt.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsner, Wiener, Münchner), Hopfen (Amarillo, Centennial, Citra, Mosaic), Haferflocken, Hefe

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Stammwürze:

12,8° Plato

Bittereinheiten:

45 IBU

Brauerei:

BrewAge GmbH
Haberlandtgasse 64/3/1
1220 Wien
Österreich
www.brewage.at

Vulkan IPA

Genau genommen beginnt die Geschichte der Vulkan Brauerei in Mendig bereits vor etwa 13.000 Jahren. Damals brach der Laacher-See-Vulkan aus, Bei diesem Ausbruch entstanden die Bimslagerstätten im Neuwieder Becken. Bis in das 19. Jahrhundert diente der Abbau des Bimssteins überwiegend der Mühlsteingewinnung. Seit dieser Zeit wurden die Basaltgewölbe von den bis zu 28 in Mendig ansässigen Brauereien als Kühl- und Lagerhallen genutzt. Das einzige noch betriebsfähige Kühllager befindet sich hier unterhalb der Vulkan Brauerei. Noch heute nutzt die Brauerei diesen Felsenkeller für die Lagerung ganz besonderer Edelbiere in original Bourbon-Holzfässern aus den USA.

Leuchtend kupferfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittlich voluminöse feinporige Schaumkrone mit einem Stich ins elfenbeinfarbene, die lange erhalten bleibt. Die Optik ist schon mal sehr ansprechend.

Für ein IPA duftet das Bier überraschend stark nach Karamell. Dieser Duft versucht, die fruchtigen Aromen in den Hintergrund zu drängen, was ihm aber nicht wirklich gelingt. Auch wenn die Zitrusnoten etwas zurückhaltend sind, können sie sich gut durchsetzen.

Der Antrunk ist halbtrocken, so dass die geringe Dosierung der Kohlensäure mir nicht sauer aufstößt. Auf der Zunge zeigt sich der Malzkörper erstaunlich selbstbewusst und das kräftige Bitter ist mit dem Malz hervorragend austariert. Dazu kommt eine angenehme Fruchtigkeit, die den Geschmack nach Zitrusfrüchten sowie Stachelbeeren beisteuert. Der Abgang besticht durch ein ordentliches Bitter mit ellenlangem Nachklang. Dieses IPA bleibt sicher im Gedächtnis.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Caramelmalz Hell, Pilsner Malz, Pale Ale, Münchner), Hopfen (Galaxy, Delta, Calypso (Citra), Topaz), Hefe

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Stammwürze:

17° Plato

Brauerei:

Vulkan Brauerei GmbH & Co. KG.
Laacher-See-Straße 2
56743 Mendig
www.vulkan-brauerei.de

Maisel & Friends – Black IPA

Wieder einmal hat die Brauerei Maisel and Friends einen neuen Sondersud herausgebracht und hat mir eine Flasche zum Verkosten zugeschickt. Ich lasse mich normalerweise ja nicht über die Gestaltung der Etiketten aus, aber diesmal muss ich da eine Ausnahme machen. Das Rot-Schwarz und der Totenkopf des Piraten erinnern mich sofort an die Pirates of the Caribbean. Ob das Bier auch so märchenhaft ist? Das Rückenetikett verspricht zumindest schon mal eine Geschmacks-Achterbahn. Na, dann will ich mich mal überraschen lassen.

Die Brauerei beschreibt das Black IPA als dunkelbraun, fast schwarz. Ich würde es als schwarz beschreiben. Nur wenn ich das Glas gegen das Licht halte, schimmert etwas Rotbraun durch. Egal, zusammen mit einer guten Menge cremigen hellbraunen Schaums, der lange erhalten bleibt, sieht das Bier wirklich gut aus.

Die Nase nimmt intensive Noten von Grapefruit wahr, wenn auch nicht so hervorstechend wie bei den meisten IPAs. Auch Aromen von Ananas, anderen Südfrüchten und roten Beeren steigen mir in die Nase, unterstützt von einem Hauch dunkler Schokolade und Vanille. Auch wenn dieses Bier kräftig gehopft ist, schafft es das Malz, im Duft durchzudringen und das Aroma abzurunden.

Auf der Zungenspitze schmecke ich zunächst die intensive Malzsüße sowie einige Röststoffe und bemerke die sehr feinperlige Kohlensäure. Und dann wird es fruchtig. Ich schmecke Grapefruit und Limonen, was zusammen mit dem kräftigen Malz ein cremiges und dabei frisches Mundgefühl ergibt. Der Abgang ist durch ein kräftiges freundliches Bitter geprägt, das aber schnell nachlässt. Ein leiser Rest klingt aber lange nach.

Ja, das ist eine geschmackliche Achterbahnfahrt. Wir fahren von süß über fruchtig zu bitter und jeder Geschmack ist wirklich intensiv, ohne dabei zu dominant zu werden. Jetzt frage ich mich nur noch, zu welchem Essen das Black IPA passt. Mir fällt da eigentlich nur ein kräftig gewürztes, aber nicht scharfes, indisches Curry ein. Damit wäre der Genuss perfekt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Herkules, Topaz, Callista, Vic Secret), Hefe

Alkoholgehalt:

7,9 % Vol.

Stammwürze:

17,3° Plato

Bittereinheiten:

58 IBU

Brauerei:

Gebr. Maisel KG
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Dobber IPA

Großbritannien ist bekanntlich die Heimat der IPAs und daher musste ich ein britisches IPA selbstverständlich gleich mitnehmen. Falls Sie sich wundern, dass ich bei diesem Bier keine Zutatenliste veröffentliche: ich habe sie nicht vergessen. Das Bier habe ich in Amsterdam gekauft und offensichtlich ist es weder in den Niederlanden noch auf der Insel erforderlich, die Zutaten eines Biers auf der Liste aufzulisten. Da auch auf der Website der Brauerei keine Angaben zu den Zutaten gemacht werden, kann ich lediglich schreiben, dass in dem Bier sowohl Weizen als auch Gerste enthalten sind. Aber kommen wir zum Bier.

Rotgolden und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber eine durchschnittliche Menge cremiger Schaum der durchschnittlich lange erhalten bleibt. Dazu sehe ich eine lebhafte Kohlensäure.

Das Aroma ist bestechend. Bereits während ich das Bier einschenke nehme ich intensive Zitrusnoten wahr. Beim näheren Riechen kommen noch Noten nach Orange, Zitronenschale, Karamell und Marzipan dazu. Da bekomme ich richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist frisch und enthält nur wenig Süße. Der Körper ist zunächst fruchtig. Diese Fruchtigkeit wird schnell durch einen intensiven Bittergeschmack abgelöst. Der Abgang dagegen ist überraschend mild. Dadurch wirkt das Bier etwas unausgeglichen, es ist aber trotzdem ausnehmend gut.

Alkoholgehalt:

5,9 % Vol.

Brauerei:

Marble Brewery
41 Williamson Street
Manchester, M4 4JS
Großbritannien
www.marblebeers.com

Gänstaller Bräu XL4

Um es gleich vorweg zu sagen: dies ist der ungewöhnlichste Artikel, den ich bislang für diesen Blog geschrieben habe. Das Bier ist ungewöhnlich. Es handelt sich um ein geräuchertes IPA. IPAs gibt es in rauen Mengen und auch Rauchbiere sind mir nicht unbekannt. Die Kombination dieser beiden Spezialitäten ist mir aber bislang noch nicht untergekommen. Ungewöhnlich ist auch der Ort, aus dem das Bier stammt. Hallerndorf liegt in Oberfranken zwischen Erlangen und Bamberg. Das ist noch normal. Auch dass das Örtchen Ende 2014 lt. Wikipedia nur gut 4.000 Einwohner hatte ist eigentlich keiner Erwähnung wert. Dass es in diesem kleinen Ort sechs Brauereien gibt, ist schon erstaunlich. Jeweils 666 Einwohner sollen also eine Brauerei ernähren. Offensichtlich funktioniert es aber, zumindest indem die Brauereien über die Grenzen ihrer Stadt hinaus verkaufen. So kam es auch zu dem ungewöhnlichen Umweg, den dieses Bier auf dem Weg zu mir machte. Ich habe sie in Amsterdam beim Bierkoning gefunden. Diese Bierhandlung ist genauso ungewöhnlich wie dieses Bier. Zentral gelegen ist der Laden nur fünf Fußwegminuten vom Dam entfernt, ein kleiner Laden, der schnell übersehen werden kann. Aber in dem Laden befindet sich das Paradies für jeden Biergenießer: ständig sind mehr als 1.500 Biere im Angebot. Wenn Sie also einmal in Amsterdam sind, vergessen Sie nicht, diesen Laden in der Paleisstraat aufzusuchen. So, nun ist es aber an der Zeit, dass wir uns dem Bier zuwenden.

Goldgelb und hefetrüb steht das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine unterdurchschnittliche Menge größtenteils feinporiger Schaum, der durchschnittlich lange erhalten bleibt. Dazu enthält das Bier richtig viel Kohlensäure.

Das Aroma wird durch den Rauch dominiert, der die Aromen nach Zitrusfrüchten und Karamell in den Hintergrund verweist. Soweit in diesem Bier noch andere Aromen enthalten sein sollten, werden sie durch den Rauch überdeckt und meine Nase konnte sie nicht feststellen.

Der Antrunk wird durch den Rauchgeschmack dominiert und es zeigt sich, dass die Kohlensäure sehr feinperlig ist. Dadurch erhält das Bier doch noch eine gewisse Frische. Auch der Körper präsentiert sich hauptsächlich mit dem Geschmack des Rauches, so dass die sauren Noten des Hopfens kaum durchkommen. Hier wundere ich mich, dass ich die 76 Bittereinheiten kaum schmecke. Diese kommen eigentlich erst im Abgang so richtig zur Geltung, in dem sie sogar den starken Rauchgeschmack verdrängen. Der Geschmack bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Dies ist ein Bier, das man mögen muss. Mein Geschmack ist es ehrlich gesagt nicht. Für mich passt der starke Rauchgeschmack nicht zu den eher zarten Zitrus- und Fruchtaromen des Hopfens. Aber das ist Geschmackssache. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, mit diesem Bier eine Zwiebelsoße oder etwas Ähnliches zu kochen. Dort passen die starken Raucharomen und die durchaus vorhandenen Fruchtaromen geben der Soße noch einige Frische.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

18,8° Plato

Bittereinheiten:

76 IBU

Brauerei:

Gänstaller Bräu
Schnaid 10
91352 Hallerndorf
www.gaenstaller.de

Sierra Nevada – Torpedo Extra IPA

In der Regel bevorzuge ich ja Biere aus kleinen Brauereien, die ihr Bier in der jeweiligen Region vertreiben. Jetzt gehe ich aber mal wieder fremd und teste ein Bier aus den USA, das Sierra Nevada Torpedo Extra IPA. Mal sehen, wie sich das Bier so schlägt und ob es auch einem europäischen Gaumen gefällt.

Bernsteinfarben steht das Bier im Glas. Es enthält etwas Hefe, nicht so viel wie ein europäisches naturtrübes Bier, aber immerhin. Darüber steht eine durchschnittliche Menge feinporiger elfenbeinfarbener Schaum, der lange erhalten bleibt. Ich stelle fest, dass das Bier recht wenig Kohlensäure enthält.

Das Aroma ist nicht so intensiv wie bei deutschen IPAs, dafür aber recht komplex. Ich stelle Zitrusfrüchte, Toffee, geröstete Nüsse und Gewürze fest. Mir hat ein Biersommelier erklärt, dass die USA im Züchten von Hopfensorten deutlich weiter sind als die deutschen Hopfenbauern. Dieses Bier könnte durchaus der lebende Beweis für diese Aussage sein.

Der Antrunk präsentiert sich angenehm mit geringer Süße. Dafür bemerke ich, dass das Torpedo mehr Kohlensäure enthält als zu sehen war. Die Kohlensäure ist extrem feinperlig und verleiht dem Bier eine ungeahnte Frische. Ich denke spontan, dass die deutschen Brauer noch etwas üben müssen, um zu einer so feinen Kohlensäure zu kommen. Der Körper enthält weniger Säure als deutsche IPAs, dafür dominieren die bitteren Noten. Das Bittere dominiert auch den Abgang, aber der Geschmack lässt recht schnell nach.

Ich mag dieses Bier, aber eventuell habe ich den Fehler gemacht, dieses IPA zu sehr mit dem deutschen Pendent zu vergleichen. Vermutlich muss ich in Zukunft das amerikanische IPA als eigenen Bierstil betrachten, dieses Bier unterscheidet sich jedenfalls recht deutlich von den PIAs, die ich aus Deutschland kenne.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,2 % Vol.

Stammwürze:

17,0° Plato

Brauerei:

Sierra Nevada Brewing Co.
Chico,CA & Mills River NC.
USA
www.sierranevada.com

Camba – IPA

Camba Bavaria wurde im Jahr 2014 von Meiningers International Award als Craft -Brauer des Jahres ausgezeichnet. 2017 erschien in der Welt ein Artikel, in dem die Redaktion die Brauerei als eine der innovativsten Brauereien beschrieb, gemeinsam mit Maisel & Friends. Diese Beschreibung bezog sich allerdings nicht auf das Bier, sondern auf die Produktion. Die Brauerei beschreibt sich auf ihrer Website wie folgt: „Von der Produktion bis hin zum Vertrieb verfolgen wir gemeinsam ein Ziel: unseren Kunden beste Biere zu bieten – dabei steht der persönliche Kontakt und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit stets an erster Stelle. Unsere Expertise und die Bündelung unterschiedlichster Kompetenzen unter einem Dach zeichnet uns als Brauerei aus. Eine internationale Ausrichtung sowie geballtes Branchen-Know-How, ermöglicht es uns, Kunden aus aller Welt zu beliefern und einen reibungslosen Ablauf zu garantieren.“ Na, dann wollen wir doch mal sehen, ob sich so viel attestierte Kompetenz auch im Bier niederschlägt.

Mit seiner dunklen Bernsteinfarbe, die einen deutlichen Rotstich aufweist und der kräftigen Hefetrübung spricht mich das Bier schon mal an. Auch die sich darüber bildende sehr voluminöse und sahnige Schaumkrone lässt mir das Wasser im Munde zusammenlaufen.

Im Aroma halten sich die Fruchtigkeit des Hopfens und der Malzkörper die Waage. Mir steigen Aromen von Mandarinen, Limetten und Ananas in die Nase, gepaart mit dem Karamellduft des Malzes sowie einigen grasigen Noten. Das macht doch richtig Lust auf den ersten Schluck.

Eine leichte Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure prägen den ersten Eindruck dieses Bieres. Für ein IPA geht es überraschend leicht über die Zunge. Die Bitterstoffe halten sich zunächst diskret im Hintergrund, so dass das Bier recht leicht wirkt. Das bleibt aber nicht so. Als sich das Bier im Mund verteilt, kommt der Geschmack nach Grapefruit in den Vordergrund und zieht auch die Bitterstoffe mit sich. Immer noch wirkt das Bier aber frisch und gut trinkbar. Der Abgang ist durch ein freundliches Bitter mit einem langen Nachklang geprägt.

Zutaten

Brauwasser, helle und dunkle Gerstenbraumalze, Hopfen (Mosaic, Cascade, Chinook, Citra), obergärige Bierhefe

Alkoholgehalt

6,6 % Vol.

Stammwürze

15,5 %

Bittereinheiten

62 IBU

Brauerei:

Camba Bavaria
Gewerbering 3
83370 Seeon
www.cambabavaria.de

Brooklyn East IPA

Jetzt stellt sich mir die Frage, ob es wirklich erforderlich ist, Bier aus den USA nach Deutschland zu importieren. Zumindest ökologisch ist es ein Wahnsinn. Eine Flasche Bier wiegt etwa 640 Gramm, davon sind etwa 310 Gramm das Gewicht der Flasche. Die Flasche muss dann noch bruchsicher verpackt werden, so dass mehr Verpackung als Inhalt über den Atlantik geschippert werden. Die Brooklyn Brewery gehört zur Carlsberg-Gruppe. Eigentlich könnte die Brauerei daher das Bier auch in Deutschland brauen. Schließlich gehören die Holsten- und Astra-Brauerei, beide in Hamburg, ebenfalls zu diesem Konzern. Aber da die USA die Heimat des Craft Beer sind, wollen wir jetzt mal darüber hinwegsehen und das Brooklyn East IPA als Referenzbier verkosten.

Auf seiner Website beschreibt Carlsberg auch die Geschichte dieses Biers. Die Wurzeln liegen, ich mag es kaum glauben, im Nahen Osten. Dort arbeitete Anfang der 1980er Jahre der Journalist Steve Hindy. Da es in den Ländern, in denen der Islam die vorherrschende Religion ist, nicht einfach ist, an Alkohol zu kommen, brauten die dort tätigen Diplomaten und Journalisten ihr Bier selbst. Zurück in New York setzte Steve Hindy diese Tätigkeit fort und heute ist das Brooklyn East IPA lt. Carlsberg die Nr. 1 der Craft-Biere. Kommen wir nun aber endlich zur Verkostung.

Bernsteinfarben und gefiltert zeigt sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine leicht überdurchschnittliche Menge feinporiger Schaum mit einem Stich ins Beige, der aber leider vergleichsweise schnell in sich zusammenfällt.

Leichte Röstaromen steigen mir in die Nase, dazu Düfte von Zitrusfrüchten, Pinienkernen und Kräutern. Für ein IPA ist das Aroma dieses Biers vergleichsweise wenig fruchtig. Das ist aber kein Nachteil, dafür ist das Aroma ungewohnt komplex. Bis hierhin bin ich mit dem Bier schon mal wirklich zufrieden.

Bereits der erste Kontakt mit der Zunge zeigt bittere Noten. Die Malzsüße ist kaum zu schmecken. Die sehr feinperlige Kohlensäure sorgt aber für einige Süße und eine gute Trinkbarkeit. Der bittere Geschmack setzt sich auch weiter fort. Bittere Grapefruit ist der vorherrschende Geschmack, allerdings abgemildert durch Noten von Ananas und Litschi. Für ein IPA ist das Bier aber trotz der Bitterkeit erstaunlich mild. Der Abgang ist kräftig aber freundlich bitter und klingt dann lange und trocken aus.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (English Pale Ale), Weizenmalz, Hopfen (East Kent Golding, Cascade, Willamette)

Alkoholgehalt:

6,9 % Vol.

Stammwürze:

15,6° Plato

Bittereinheiten:

47 IBU

Brauerei:

Brooklyn Brewery
79 N 11th Street
Brooklyn
New York
USA
www.brooklynbrewery.com

Zombräu – Macumba

Bei diesem Bier fällt zunächst der ungewöhnlich Name auf. Eine kurze Internetrecherche lüftet das Geheimnis aber. Macumba ist eine Voodoo-Technik für die Partnerrückführung. Verschiedene Esoterikanbieter versprechen schnelle und zuverlässige Erfolge. Na ja, wer es glaubt… Hoffen wir mal, dass das Bier einen besseren Erfolg nachweisen kann.

Bernsteinfarben, hefetrüb und mit viel festem Schaum zeigt sich das Macumba im Glas. Der Schaum bleibt lange erhalten, so dass das Bier eine gute Figur abgibt.

Ordentliche Fruchtnoten steigen mir in die Nase. Ich rieche Aromen nach Grapefruit, Mango und Ananas. Aber auch der Malzkörper ist deutlich zu riechen, was mir sehr gut gefällt.

Der Antrunk ist mäßig süß und mir fällt auf, dass die sehr feinperlige Kohlensäure recht knapp dosiert ist. Trotzdem sorgt die Fruchtigkeit, die die Aromen widerspiegelt, für eine ordentliche Frische. Diese wird schnell durch ein kräftiges Bitter ergänzt, später sogar fast überdeckt. Trotzdem bleibt eine angemessene Süffigkeit erhalten. Der Abgang ist durch ein kräftiges Bitter mit relativ langem Nachklang geprägt.

Ich weiß nicht, ob ich das Macumba wirklich als das India Pale Ale bezeichnen soll, das mir am Besten gefällt, aber es befindet sich auf jeden Fall in der Spitzengruppe. Ob es sich für die Partnerrückführung eignet? Eventuell ja, aber auf einen Selbstversuch will ich dann doch lieber verzichten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Caraamber), Hopfen (Nugget, Galaxy, Chinook, Summit), Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

13° Plato

Bittereinheiten:

35 IBU

Brauerei:

Zombräu
Obere Sendlbachstr. 19
84051 Mirskofen
www.zombräu.de