Deprecated: Automatic conversion of false to array is deprecated in /home/li62w4zurprl/webseiten/wordpress/wp-content/plugins/akismet-privacy-policies/akismet-privacy-policies.php on line 94

Notice: Function _load_textdomain_just_in_time was called incorrectly. Translation loading for the wptouch-pro domain was triggered too early. This is usually an indicator for some code in the plugin or theme running too early. Translations should be loaded at the init action or later. Please see Debugging in WordPress for more information. (This message was added in version 6.7.0.) in /home/li62w4zurprl/webseiten/wordpress/wp-includes/functions.php on line 6260

Deprecated: Creation of dynamic property Limit_Login_Attempts::$network_mode is deprecated in /home/li62w4zurprl/webseiten/wordpress/wp-content/plugins/limit-login-attempts-plus/core/LimitLoginAttempts.php on line 86

Deprecated: Creation of dynamic property Limit_Login_Attempts::$allow_local_options is deprecated in /home/li62w4zurprl/webseiten/wordpress/wp-content/plugins/limit-login-attempts-plus/core/LimitLoginAttempts.php on line 96

Deprecated: Creation of dynamic property Limit_Login_Attempts::$use_local_options is deprecated in /home/li62w4zurprl/webseiten/wordpress/wp-content/plugins/limit-login-attempts-plus/core/LimitLoginAttempts.php on line 97

Deprecated: Der Hook jetpack_check_mobile ist seit Version jetpack-8.3.0 veraltet und es ist keine Alternative verfügbar. in /home/li62w4zurprl/webseiten/wordpress/wp-includes/functions.php on line 6260
Westheimer Brauerei nach Insolvenzeröffnung: Sanierung bleibt schwierig – Bierzirkus

Westheimer Brauerei nach Insolvenzeröffnung: Sanierung bleibt schwierig

Die Westheimer Brauerei will sich aus eigener Kraft sanieren. Doch nach der Insolvenzeröffnung wächst die Verunsicherung unter den Beschäftigten. Die Zukunft bleibt offen.

Anfang Juli hatte die Gräflich zu Stolberg’sche Brauerei Westheim Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Die traditionsreiche Familienbrauerei aus Marsberg im Sauerland wollte damit ihre wirtschaftliche Zukunft sichern und den Betrieb neu aufstellen. Damals betonte die Geschäftsführung, dass Produktion, Abfüllung und Auslieferung uneingeschränkt weiterlaufen sollten. Inzwischen ist das Verfahren einen wichtigen Schritt weiter. Doch während die Brauerei an ihrer Sanierung arbeitet, wächst unter den Beschäftigten offenbar die Unsicherheit.

Am 1. Oktober 2026 hat das Amtsgericht Bielefeld das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Gräflich zu Stolberg’schen Brauerei Westheim GmbH offiziell eröffnet. Die Eigenverwaltung wurde angeordnet. Damit bleibt die Geschäftsführung weiterhin für die Leitung des Unternehmens verantwortlich, steht dabei aber unter der Aufsicht des gerichtlich bestellten Sachwalters Marvin Bauernfeind. Das Verfahren war bereits im Juli beantragt worden.

Westheim will sich aus eigener Kraft sanieren

Geschäftsführer Moritz Freiherr von Twickel sieht die Brauerei weiterhin auf einem Sanierungskurs. Gegenüber der Westfalenpost erklärte er, dass der Übergang vom vorläufigen in das reguläre Insolvenzverfahren planmäßig erfolgt sei. Während in den ersten Monaten vor allem die rechtlichen und organisatorischen Voraussetzungen geschaffen wurden, sollen nun die strategischen Überlegungen in den Mittelpunkt rücken.

Konkrete Maßnahmen hat die Geschäftsführung allerdings noch nicht vorgestellt. Nach Angaben von von Twickel sollen die Planungen voraussichtlich bis Mitte 2027 abgeschlossen und umgesetzt werden. Wie genau die Brauerei künftig aufgestellt sein soll und welche Veränderungen dafür notwendig werden, bleibt damit vorerst offen.

Bemerkenswert ist auch die Aussage, dass Westheim derzeit ausschließlich eine Fortführung aus eigener Kraft anstrebt. Zwar gehörten die Suche nach möglichen Partnern und die Prüfung strategischer Allianzen grundsätzlich zu den Möglichkeiten eines Eigenverwaltungsverfahrens. Aktuell verfolgt die Geschäftsführung nach eigener Darstellung aber keinen solchen Weg.

Für Kunden und Geschäftspartner soll sich zunächst nichts ändern. Die Produktion der Marken Westheimer, Arolser und Allersheimer sowie der alkoholfreien Getränke wird fortgesetzt. Die Lieferfähigkeit sei während des gesamten Verfahrens gewährleistet gewesen. Preiserhöhungen seien für 2026 ebenfalls nicht geplant. Die Löhne sollen künftig wieder aus eigenen Mitteln bezahlt werden und damit nicht mehr auf die Absicherung durch das Insolvenzgeld angewiesen sein.

Gewerkschaft kritisiert fehlende Informationen

Weniger zuversichtlich fällt die Einschätzung der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) aus. Wie die Westfalenpost und die Waldeckische Landeszeitung am 12. Oktober berichteten, hatte NGG-Geschäftsführer Thorsten Kleile nach einem Besuch bei der Brauerei am 8. Oktober von einer angespannten Stimmung unter den Beschäftigten gesprochen. Viele Mitarbeiter wüssten nicht, wie es mit ihren Arbeitsplätzen weitergehe.

Nach Darstellung der Gewerkschaft habe es seit Bekanntwerden der Insolvenz im Juli keine vertiefenden Gespräche mit der Arbeitnehmervertretung gegeben. Das Informationsdefizit sei erheblich, Existenzängste seien entsprechend vorhanden. Kleile fasste die Situation gegenüber der Westfalenpost mit den Worten zusammen: „Keiner weiß, wie es weitergeht.“

Auch bei den Tarifverhandlungen gibt es offenbar Stillstand. Bereits im März hatten NGG und Geschäftsführung über einen neuen Manteltarifvertrag gesprochen. Seit Mai habe die Gewerkschaft jedoch keine Rückmeldung mehr von der Brauerei erhalten. Die NGG fordert deshalb, die Gespräche wieder aufzunehmen.

Die Geschäftsführung hält sich bei Fragen zur Zukunft der Arbeitsplätze weiterhin bedeckt. Zwar sei das erklärte Ziel, den Standort und die Beschäftigung zu erhalten. Ob betriebsbedingte Kündigungen oder andere Einschnitte ausgeschlossen werden können, wollte von Twickel allerdings nicht ausdrücklich zusichern.

Auch Allersheim ist von der Entwicklung betroffen

Die Schwierigkeiten beschränken sich nicht allein auf Westheim. Die Brauerei Allersheim hatte Anfang 2024 ihre Kräfte mit der Westheimer Brauerei gebündelt. Seitdem wird das Allersheimer Bier nicht mehr am eigenen Standort gebraut, sondern in Westheim produziert. Auch die Brauerei Allersheim hatte im Juli ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Inzwischen wird ihr Verfahren allerdings regulär geführt.

Die gemeinsame Neuaufstellung konnte die wirtschaftlichen Probleme offenbar nicht lösen. Beide Unternehmen stehen damit vor der Aufgabe, ihre Zukunft unter schwierigen Marktbedingungen neu zu ordnen.

Die Westheimer Brauerei beschäftigt nach Angaben der anfangs beteiligten Sanierungskanzlei BBL 58 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie zwei Auszubildende. Bei Allersheim waren zuletzt zehn Beschäftigte tätig. Für eine Region, in der die Brauerei seit mehr als 160 Jahren verwurzelt ist, steht damit mehr auf dem Spiel als nur die Zukunft einzelner Biermarken.

Entscheidung über die Zukunft steht noch aus

Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens ist ein wichtiger Schritt, aber noch keine Garantie für die dauerhafte Rettung der Brauerei. Die Geschäftsführung hält an ihrem Ziel fest, Westheim aus eigener Kraft zu sanieren. Wie diese Sanierung konkret aussehen soll, wird sich allerdings erst in den kommenden Monaten zeigen.

Für die Gläubiger steht als nächster wichtiger Termin der 17. Dezember 2026 an. Dann sind beim Amtsgericht Bielefeld der Berichtstermin und der Prüfungstermin angesetzt. Bis dahin müssen die Gläubiger ihre Forderungen beim Sachwalter angemeldet haben.

Damit bleibt die Zukunft der Westheimer Brauerei offen. Die Produktion läuft weiter, die Geschäftsführung gibt sich zuversichtlich, doch die fehlenden konkreten Sanierungsmaßnahmen und die von der Gewerkschaft geschilderte Verunsicherung zeigen, wie schwierig die Lage weiterhin ist. Für die Beschäftigten, die Region und die Freunde der Westheimer Biere dürfte es deshalb ein spannendes und zugleich banges Jahresende werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

I accept that my given data and my IP address is sent to a server in the USA only for the purpose of spam prevention through the Akismet program.More information on Akismet and GDPR.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.