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Harzcraft – Klosterkeller – Bierzirkus

Harzcraft – Klosterkeller

Nun will ich mich wieder einem Bier aus Niedersachsen zuwenden, dem Klosterkeller aus dem Kloster Wöltingerode. Dort am Nordrand des Westharzes werden einige Biere gebraut und veredelt, die sogar zwischen anderen Craft-Bieren herausstechen. Das Klosterkeller, das jetzt vor mir steht, ist im Cognacfass gereift. Durch die Reifung im Cognac- oder Rumfass erhalten die Biere ein besonderes Aroma, so dass es sich meist lohnt, für diesen Genuss etwas mehr Geld pro Flasche auszugeben. Jetzt will ich feststellen, ob das auch für dieses Bier zutrifft. Immerhin werden die Flaschen exklusiv von Hand abgefüllt und nummeriert, meine Probe ist Flasche 49 von 3562 abgefüllten Flaschen.

Matthias Kliemt, der erste 3-Sterne-Biersommelier trumpft auf dem Etikett jedenfalls ganz schön auf: „Düfte von Tabak, dunklem Honig und Toffee verbreitet das rotbraun leuchtende Bier. Erst wohlig weich und schlank im Antrunk verbreitet sich eine raumgreifende Vollmundigkeit. Das erinnert an Cognac, ohne dabei seine Leichtigkeit zu verlieren. Im Abgang bleibt ein trockenes, warm weiches Mundgefühl mit einer leichten Cremigkeit am Gaumen. Das Holzfass ist deutlich schmeckbar…“ Denny Merres, 1. Brauer, betont ebenfalls auf dem Etikett das Gebirgswasser des Harzes, aus dem dieses Bier gebraut wurde. Bei einer solchen Beschreibung sind meine Erwartungen selbstverständlich ganz weit oben angesiedelt.

In dunklem Mahagoni, fast schwarz, präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine feinporige Krone aus weißem Schaum mit einem leichten Braunstich, die lange erhalten bleibt. Über die Optik lässt sich also schon mal absolut nicht meckern.

Das Aroma ist durch das Malz geprägt. Ich rieche Toffee, etwas Waldhonig und Vanille. Unterstützt werden diese Düfte durch das Aroma einer guten Zigarre. So sehr ich mich auch anstrenge, kann ich nichts vom Cognacfass riechen. Trotzdem ist das Aroma wunderbar komplex und wenn Sie dieses Bier ebenfalls verkosten, werden Sie sicher noch andere Nuancen feststellen. Schließlich reagiert jede Nase etwas anders.

Der Antrunk ist überraschend weich und schlank. Diese Eleganz habe ich aber aufgrund des Aromas auch erwartet. Als sich das Bier im Mund verteilt, kommt auch der Geschmack des Cognacs zum Vorschein, dazu von Holz und von dunkler Schokolade. Bei dieser Vollmundigkeit möchte ich das Bier fast nicht schlucken, sondern den Geschmack möglichst lange im Mund halten. Der Abgang ist mild, die Bitterstoffe des Hopfens sind gut verborgen; in der Kehle wirkt das Bier fast wie ein sehr milder Cognac. Der Geschmack bleibt auch lange erhalten.

Nein, das ist kein Bier, das man sich einfach so hinter die Binde kippt. Hier muss wirklich jeder einzelne Schluck bewusst genossen werden.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, geröstetes Karamellmalz, Röstmalz), Hopfen (Herkules, Select)

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12,3° Plato

Brauerei:

Kloster Wöltingerode Brennen & Brauen GmbH
Wöltingerode 1
38690 Goslar
www.woeltingerode.de

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