Der deutsche Biermarkt kommt auch 2026 nicht aus der Abwärtsspirale. Von Januar bis Juli haben die deutschen Brauereien und Bierlager 2,1 Prozent weniger Bier abgesetzt als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Damit fehlen nach sieben Monaten fast eine Million Hektoliter gegenüber 2025. Die neuen Zahlen beruhen auf der Biersteuerstatistik des Statistischen Bundesamtes.
Inland entwickelt sich schwächer als der Gesamtabsatz
Besonders deutlich zeigt sich die Schwäche beim deutschen Inlandsabsatz. Der steuerpflichtige Absatz lag von Januar bis Juli 2,9 Prozent unter dem Vorjahreswert. Rund 82 Prozent des gesamten Bierabsatzes entfielen auf den Inlandsverbrauch und wurden versteuert.
Etwas besser entwickelte sich dagegen das Auslandsgeschäft. 5,26 Millionen Hektoliter gingen in andere EU-Staaten, was einem Plus von 2,7 Prozent entspricht. In Länder außerhalb der Europäischen Union wurden 3,51 Millionen Hektoliter exportiert, 0,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der steuerfreie Haustrunk für Beschäftigte der Brauereien lag mit 56.733 Hektolitern praktisch auf dem Niveau des Vorjahres.
Damit zeigt sich erneut, dass die rückläufige Entwicklung vor allem den deutschen Markt betrifft. Die Exporte können die Verluste im Inland allerdings nicht vollständig ausgleichen.
Große Unterschiede zwischen den Bundesländern
Noch auffälliger werden die Unterschiede beim Blick auf die einzelnen Regionen. Während Sachsen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg beim steuerpflichtigen Bierabsatz lediglich Rückgänge von bis zu 3,4 Prozent verzeichnen, fällt das Minus in anderen Bundesländern erheblich größer aus.
Besonders drastisch ist die Entwicklung in Hessen. Dort lag der steuerpflichtige Bierabsatz Ende Juli rund 38 Prozent unter dem Vorjahreswert. Auch Niedersachsen und Bremen mussten einen Rückgang von knapp 18 Prozent hinnehmen.
Es gibt allerdings auch Regionen mit positiven Zahlen. Sachsen-Anhalt konnte den steuerpflichtigen Bierabsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 17,3 Prozent steigern. Mecklenburg-Vorpommern folgte mit einem Plus von 9,9 Prozent.
Biermischungen ebenfalls im Minus
Auch Biermischungen können sich dem allgemeinen Abwärtstrend nicht entziehen. Von Januar bis Juli wurden 4,5 Prozent weniger Biermischgetränke abgesetzt als im entsprechenden Zeitraum 2025. Insgesamt kamen sie auf 2,74 Millionen Hektoliter und damit auf knapp sechs Prozent des gesamten Bierabsatzes.
Wichtig ist allerdings eine Einschränkung bei der Interpretation der Zahlen: Alkoholfreies Bier wird von der Biersteuerstatistik nicht erfasst. Gleiches gilt für Malztrunk sowie importiertes Bier aus Staaten außerhalb der EU. Der tatsächliche Bierkonsum in Deutschland lässt sich aus diesen Zahlen deshalb nicht vollständig ablesen.
Juni konnte den Trend nicht drehen
Dabei hatte es im Juni zunächst einen kleinen Hoffnungsschimmer gegeben. Der Bierabsatz lag in diesem Monat 5,2 Prozent über dem Wert des Juni 2025. Für eine Trendwende reichte das allerdings nicht. Bereits im Juli ging der Absatz wieder zurück; gegenüber dem Vorjahresmonat lag der Gesamtabsatz um 1,6 Prozent niedriger.
Nach sieben Monaten bleibt damit ein ernüchterndes Bild: Der deutsche Biermarkt verliert weiter an Volumen. Gleichzeitig zeigen die starken Unterschiede zwischen den Bundesländern und die vergleichsweise stabile Entwicklung der Exporte, dass die Entwicklung keineswegs überall gleich verläuft.
Für die Brauereien bleibt damit vor allem die Frage interessant, ob die zweite Jahreshälfte den bisherigen Rückgang noch abschwächen kann – oder ob sich der Abwärtstrend beim klassischen, alkoholhaltigen Bier auch 2026 fortsetzt.