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Lohnbrau-Börse gestartet: Neue Plattform bringt Brauereien und Auftraggeber zusammen – Bierzirkus

Lohnbrau-Börse gestartet: Neue Plattform bringt Brauereien und Auftraggeber zusammen

Die Lohnbrau-Börse ist online. Brauereien können freie Produktionskapazitäten anbieten, während Gypsy Brewer und Markenanbieter passende Lohnbrauereien suchen.

Freie Kapazitäten in Sudhaus, Gärkeller oder Abfüllung auf der einen Seite, die Suche nach einer geeigneten Brauerei auf der anderen: Eine neue Onlineplattform soll beide Seiten künftig einfacher zusammenbringen. Die Lohnbrau-Börse unter mhcig.de ist seit dem 19. Oktober 2026 in Betrieb. Nach einer vorgeschalteten Startphase mit Warteliste können sich Brauereien und Auftraggeber nun selbst registrieren.

Die Idee hinter dem Angebot ist einfach: Brauereien, deren Anlagen nicht vollständig ausgelastet sind, können freie Produktionskapazitäten anbieten. Gleichzeitig erhalten Unternehmen und Einzelpersonen, die Bier nach eigenen Rezepturen herstellen lassen möchten, eine Anlaufstelle, um geeignete Produktionspartner zu finden. Dazu zählen beispielsweise Gypsy Brewer, Gastronomiebetriebe sowie Anbieter von Hausbieren und Handelsmarken, die keine eigene Brauanlage betreiben.

Freie Braukapazitäten gezielt anbieten

Brauereien können in der Börse eintragen, welche Kapazitäten sie zur Verfügung stellen. Dabei geht es nicht allein um freie Sudtermine. Auch Angaben zur Gär- und Lagerkapazität sowie zu den Möglichkeiten bei der Abfüllung sollen helfen, passende Aufträge zu vermitteln.

Die Inserate lassen sich unter anderem nach Sudgröße, verfügbarer Menge in Hektolitern, Mindestauftragsmenge und Produktionszeitraum beschreiben. Auch die Brauweise – ober- oder untergärig –, die angebotenen Leistungen und mögliche Gebinde spielen eine Rolle. So können Auftraggeber gezielt nach Betrieben suchen, die zu ihrem Vorhaben passen und beispielsweise neben dem Brauen auch das Abfüllen in Flaschen, Dosen oder Kegs übernehmen.

Die Einträge werden vor ihrer Veröffentlichung kurz geprüft. Brauereien erhalten anschließend Anfragen per E-Mail. Auftraggeber können die Angebote nach Region, Menge und Monat durchsuchen, auch ohne ein eigenes Konto anzulegen. Mit Registrierung ist es außerdem möglich, Brauereien direkt anzuschreiben oder selbst ein Gesuch einzustellen. Auf diese Weise können auch Betriebe auf ein Produktionsvorhaben aufmerksam werden, die bislang noch kein passendes Angebot veröffentlicht haben.

Direkter Kontakt statt zentraler Vermittlung

Die Plattform versteht sich als Kontaktbörse und nicht als zentrale Auftragsvermittlung. Sobald Brauerei und Auftraggeber zueinander gefunden haben, verhandeln sie Preise und Ablauf direkt miteinander. Die konkrete Ausgestaltung des Auftrags bleibt damit den beteiligten Unternehmen überlassen.

Initiator Manuel Henle aus Ingolstadt beschreibt den Ansatz so: „Viele Brauereien haben freie Sudtermine, und viele gute Rezepte finden keine Anlage. Die Lohnbrau-Börse soll beide Seiten schnell und unkompliziert zusammenbringen.“

Ob das Angebot in der Praxis funktioniert, dürfte vor allem davon abhängen, wie viele Brauereien ihre Kapazitäten eintragen und wie groß die Nachfrage nach Lohnbrauaufträgen ist. Entscheidend wird auch sein, ob die verfügbaren Angaben ausreichen, um Produktionspartner mit passenden technischen Möglichkeiten und freien Zeitfenstern zu finden.

Registrierung zunächst kostenlos

In der Startphase ist die Nutzung für Brauereien und Auftraggeber kostenlos. Sollte später ein Preismodell eingeführt werden, soll dies zuvor angekündigt werden. Eine Zahlung ohne ausdrückliche Zustimmung der Nutzer ist nach Angaben der Betreiber nicht vorgesehen.

Brauereien und Auftraggeber können sich ab sofort registrieren:

Brauereien: Zur Registrierung

Auftraggeber: Zur Registrierung

Lohnbrau-Börse: Zu den aktuellen Angeboten

Mit dem Start der Plattform entsteht ein zusätzlicher digitaler Anlaufpunkt für einen Bereich der Bierbranche, in dem freie Produktionskapazitäten und individuelle Brauprojekte zusammenfinden müssen. Ob sich daraus ein dauerhaft genutzter Marktplatz entwickelt, wird sich mit der Zahl der registrierten Betriebe und den tatsächlich zustande kommenden Kooperationen zeigen.

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