Nach provokanter Trump-Aktion: US-Brauerei verliert Alkohollizenz
Die Minocqua Brewing Company aus dem US-Bundesstaat Wisconsin sorgt erneut für Schlagzeilen. Nachdem die Brauerei vor einigen Monaten mit der Ankündigung Aufsehen erregte, am Todestag von US-Präsident Donald Trump Freibier auszuschenken, hat sie nun ihre Alkohollizenz verloren. Während die Behörden von Verstößen gegen geltende Vorschriften sprechen, sieht Brauereibesitzer Kirk Bangstad politische Motive hinter der Entscheidung.
Freibier-Ankündigung sorgte für heftige Reaktionen
Die Brauerei hatte mit einer provokanten Werbeaktion bundesweit Aufmerksamkeit erregt. Sie kündigte an, am Tag des Todes von Donald Trump kostenlos Bier auszuschenken. Die Aktion löste in den sozialen Medien und in der amerikanischen Öffentlichkeit kontroverse Diskussionen aus.
Ob der Lizenzentzug mit dieser Kampagne zusammenhängt, ist bislang jedoch nicht belegt.
Behörden nennen Verstöße gegen Alkoholrecht
Nach Angaben der zuständigen Behörden wurde der Minocqua Brewing Company die Lizenz aufgrund von Verstößen gegen das Alkohol- und Steuerrecht entzogen. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, Bier aus dem Bundesstaat Illinois nach Wisconsin gebracht und dort verkauft zu haben, ohne über die erforderlichen Genehmigungen zu verfügen. Außerdem sollen fällige Verbrauchssteuern nicht ordnungsgemäß abgeführt worden sein.
Diese Verstöße wurden als Grundlage für den Entzug der Alkohollizenz genannt.
Brauereibesitzer spricht von politischer Motivation
Für Inhaber Kirk Bangstad ist die Angelegenheit hingegen eindeutig politisch motiviert. Er weist den Vorwurf zurück, dass allein die behördlich genannten Verstöße ausschlaggebend gewesen seien, und vermutet hinter dem Vorgehen eine Reaktion auf seine offen progressive Haltung.
Bangstad kündigte an, sich juristisch gegen den Lizenzentzug zu wehren und den Betrieb nicht kampflos aufzugeben. In einer Stellungnahme erklärte er, er werde alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um weiterhin Bier verkaufen zu können.
Brauerei positioniert sich seit Jahren politisch
Die Minocqua Brewing Company wurde 2016 von Kirk Bangstad und seiner inzwischen verstorbenen Ehefrau Elizabeth Smith übernommen. Nach der Corona-Pandemie entwickelte sich die Brauerei bewusst zu einer politisch positionierten Marke. Unter dem Hashtag „#ProgressiveBeer“ vertreibt sie Biere, deren Etiketten unter anderem den US-Senator Bernie Sanders, die Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez oder die ehemalige Vizepräsidentin Kamala Harris zeigen.
Mit dieser klaren politischen Ausrichtung unterscheidet sich die Brauerei deutlich von den meisten amerikanischen Craft-Brauereien, die sich in politischen Fragen eher zurückhalten.
Ob Politik oder Behördenverstöße ausschlaggebend waren, bleibt offen
Ob der Entzug der Alkohollizenz tatsächlich in Zusammenhang mit der provokanten Trump-Aktion oder der politischen Ausrichtung der Brauerei steht, lässt sich derzeit nicht belegen. Die Behörden verweisen auf konkrete Verstöße gegen geltendes Recht. Bangstad hingegen sieht sich als Opfer einer politisch motivierten Entscheidung.
Fest steht lediglich: Die Minocqua Brewing Company steht erneut im Mittelpunkt einer Debatte, in der sich Politik, Meinungsfreiheit und Bier auf ungewöhnliche Weise überschneiden.