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Scherdel – Premium Pilsner – Bierzirkus

Scherdel – Premium Pilsner

Nach fast 200 Jahren endet die Brautradition der Scherdel-Brauerei in Hof. Sinkender Absatz und steigende Kosten zwingen die Kulmbacher Gruppe zur Schließung, 35 Mitarbeiter sind betroffen. Die Marke bleibt erhalten und wird künftig in Sachsen gebraut. Das Premium Pilsner überzeugt mit goldener Farbe, süßem Antrunk und würzigem Abgang.

Fast zwei Jahrhunderte lang gehörte die Scherdel-Brauerei untrennbar zu Hof und seiner Bierkultur. Seit 1831 prägte sie mit ihren Bieren und insbesondere mit dem legendären Schlappenbier das Leben der Region. Nun steht fest: Ende des kommenden Jahres wird in Hof kein Scherdel-Bier mehr gebraut. Die Kulmbacher Gruppe, seit 2003 Eigentümerin der Marke, sieht keine wirtschaftliche Perspektive mehr. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: In den letzten zwanzig Jahren hat sich der Absatz der Scherdel-Biere halbiert, während Rohstoff-, Energie- und Personalkosten stark gestiegen sind. Trotz jahrelanger Bemühungen und intensiver Zusammenarbeit mit der Belegschaft ließ sich der Betrieb nicht retten.

Mit der Schließung verlieren 35 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz in Hof. Ihnen sollen andere Stellen innerhalb der Kulmbacher Gruppe angeboten werden. Ganz verschwinden wird die Marke Scherdel aber nicht: Ihre Biere sollen künftig im sächsischen Neuensalz weitergebraut werden.

Besonders schmerzlich ist der Abschied für viele Hofer wegen des traditionsreichen Schlappenbiers, das eng mit dem jährlich gefeierten Schlappentag verbunden ist – einem der ältesten Schützen- und Handwerkerfeste Deutschlands. Ob und wie diese Spezialität künftig weiterlebt, ist noch unklar.

Die Schließung der Scherdel-Brauerei steht beispielhaft für die schwierige Lage vieler kleiner und mittelgroßer Brauereien in Deutschland. Steigende Kosten, sinkender Bierkonsum und ein zunehmend harter Wettbewerb setzen der Branche zu. Was bleibt, ist die Hoffnung, dass die Marke Scherdel – trotz des Endes in Hof – als Symbol für oberfränkische Brautradition fortbesteht.

Jetzt steht vor mir das Premium Pilsner. Öffne ich also die Flasche und schenke mir das Bier ein. Golden und gefiltert fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Brotkrume, abgerundet durch einige würzige Noten.

Der Antrunk ist für ein Pils ungewöhnlich süß, dabei aber durch die feinporige Kohlensäure angenehm spritzig. Auf der Zunge tritt die Würzigkeit in den Vordergrund. Für mich als Norddeutschen fehlt einiges an Bittere. Das Mundgefühl ist schlank. Auch wenn ich von diesem Bier nicht restlos begeistert bin, ist es doch angenehm zu trinken und süffig. In der Kehle wird das Bier trockener und eine angenehme würzige Bittere mit recht langem Nachkling übernimmt das Zepter.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Brauerei Scherdel
Unterkotzauer Weg 14
95028 Hof
www.scherdelbier.de

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