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Rückruf bei Mönchshof: Natur Radler Blutorange falsch als alkoholfrei gekennzeichnet

Verbraucher, die bewusst auf Alkohol verzichten wollen oder aus gesundheitlichen, religiösen oder persönlichen Gründen keinen Alkohol konsumieren dürfen, sollten derzeit besonders aufmerksam sein: Die Kulmbacher Brauerei informiert über einen Rückruf bestimmter Flaschen des Mönchshof Natur Radler Blutorange in der 0,5-Liter-Mehrwegflasche. Hintergrund ist eine fehlerhafte Kennzeichnung.

Nach Angaben der Brauerei wurde bei einem Teil der Produktion versehentlich ein falsches Klöppeletikett auf dem Schnappverschluss angebracht. Statt des vorgesehenen Etiketts für die alkoholhaltige Variante („Natur Radler Blutorange“) erhielten einige Flaschen irrtümlich die Kennzeichnung „Natur Radler 0,0 % Alkohol Blutorange“.

Die betroffenen Produkte enthalten jedoch kein alkoholfreies Getränk, sondern ein Radler mit einem Alkoholgehalt von 2,5 Prozent. Entscheidend für die korrekte Identifikation ist laut Hersteller das Rückenetikett: Weist dieses einen Alkoholgehalt von 2,5 Prozent aus und fehlen auf Hals- oder Bauchetikett Hinweise wie „Alkoholfrei“ oder „0,0 % Alkohol“, handelt es sich tatsächlich um die alkoholhaltige Variante.

Besonders problematisch ist die Verwechslung für Menschen, die bewusst alkoholfreie Getränke wählen – etwa Autofahrer, Schwangere oder Personen, die aus gesundheitlichen Gründen keinen Alkohol konsumieren dürfen. Die Kulmbacher Brauerei bittet deshalb ausdrücklich darum, betroffene Flaschen nicht zu trinken.

Betroffen vom Rückruf ist folgendes Produkt: Mönchshof Natur Radler Blutorange

Glasflasche, Inhalt: 0,5 Liter

Mindesthaltbarkeitsdatum: 28.01.2027

Chargennummern: B1 03:08, B1 03:09 und B1 03:10

Hersteller: Kulmbacher Brauerei AG

Verbraucher können ungeöffnete Flaschen im Handel zurückgeben und erhalten den Kaufpreis erstattet.

Für Rückfragen hat die Brauerei einen Kundenservice eingerichtet. Dieser ist telefonisch unter 09221 / 705 – 629 erreichbar. Außerdem können Betroffene per E-Mail an reklamationen@kulmbacher.de Kontakt aufnehmen.

Der Vorfall zeigt erneut, wie wichtig eine korrekte Kennzeichnung von alkoholhaltigen und alkoholfreien Produkten ist. Gerade in Zeiten wachsender Nachfrage nach alkoholfreien Alternativen kann eine fehlerhafte Deklaration weitreichende Folgen haben.

Hopfenanbau in Deutschland ist Immaterielles Kulturerbe

Der Hopfenanbau in Deutschland ist offiziell als Immaterielles Kulturerbe anerkannt worden. Diese Auszeichnung würdigt nicht nur die wirtschaftliche Bedeutung des „Grünen Goldes“, sondern vor allem seine kulturelle Rolle für ganze Regionen und Generationen von Hopfenpflanzern.

Große Bedeutung für Bierland Deutschland

Deutschland ist mit einem Weltmarktanteil von rund 35 Prozent der größte Hopfenproduzent weltweit. Besonders in den traditionellen Anbaugebieten wie der Hallertau, Spalt, Tettnang, Elbe-Saale und Bitburg spielt der Hopfen eine zentrale Rolle. Entsprechend groß war die Freude, als der bayerische Ministerrat am 24. März 2026 die Aufnahme des Hopfenanbaus in das Bayerische Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes beschloss.

Der Impuls für die Auszeichnung kam aus der Branche selbst. Der Verband Deutscher Hopfenpflanzer hatte gemeinsam mit dem Deutsches Hopfenmuseum und dem Bayerischer Brauerbund bereits im Herbst 2025 einen Antrag eingereicht. Ein unabhängiges Expertengremium sprach sich anschließend für die Aufnahme aus.

Mehr als nur Landwirtschaft

Die Anerkennung zeigt: Hopfenanbau ist weit mehr als reine Landwirtschaft. Er erfordert spezielles Wissen über die Pflanze, ihre Pflege, Ernte und Vermarktung. Gleichzeitig prägt er das Leben der Menschen, die mit ihm arbeiten – von der täglichen Routine bis hin zu langfristigen Entscheidungen.

Entscheidend für die Aufnahme als Kulturerbe ist dabei nicht allein die Tradition, sondern das gelebte Wissen im Hier und Heute. Wie wird das Know-how weitergegeben? Wie bleibt die Qualität erhalten? Und welche Rolle spielen die Menschen, die den Hopfenanbau tragen?

Genau diese Fragen machen deutlich, dass es sich beim Hopfenanbau um eine lebendige Kulturform handelt. Wirtschaftliche, wissenschaftliche und gesellschaftliche Aspekte greifen ineinander und schaffen ein eigenes Lebensgefühl – besonders in den Regionen, in denen der Hopfen fest verwurzelt ist.

Anerkennung für das „Grüne Gold“

Mit der Eintragung in das Landesverzeichnis wird diese besondere Bedeutung nun offiziell gewürdigt. Der Hopfenanbau in Deutschland steht damit nicht nur für einen wichtigen Rohstoff der Brauwirtschaft, sondern auch für eine kulturelle Praxis, die über Generationen hinweg gewachsen ist und sich stetig weiterentwickelt. Für die Branche ist die Auszeichnung ein starkes Signal – und gleichzeitig ein Auftrag, dieses Wissen und diese Tradition auch in Zukunft zu bewahren und weiterzugeben.

Brau dir deine Zukunft

Die deutsche Brauwirtschaft startet eine bundesweite Ausbildungsoffensive. Unter dem Motto „Brau Dir Deine Zukunft“ wollen die großen Branchenverbände gezielt junge Menschen für eine Karriere rund ums Bier begeistern.

Gemeinsame Initiative der Branche

Hinter der Kampagne stehen der Deutscher Brauer-Bund, der Private Brauereien Deutschland sowie der Deutscher Braumeister- und Malzmeister-Bund. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, den Ausbildungsberuf Brauer/in und Mälzer/in stärker in den Fokus zu rücken und Nachwuchs für die rund 1.500 Brauereien und Mälzereien in Deutschland zu gewinnen.

Die Kampagne richtet sich dabei nicht nur an klassische Schulabgänger, sondern auch an Studienanfänger und Studierende, die sich neu orientieren möchten. Neben digitalen Angeboten setzt die Initiative bewusst auch auf persönliche Kontakte vor Ort, um möglichst viele Interessierte zu erreichen.

Wichtiger Wirtschaftsfaktor

Die Brauwirtschaft ist in Deutschland ein bedeutender Arbeitgeber. Über 27.000 Menschen arbeiten direkt in Brauereien und Mälzereien, hinzu kommen geschätzt mehr als 400.000 indirekte Arbeitsplätze entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Landwirtschaft über Logistik und Verpackung bis hin zu Handel und Gastronomie.

Gerade im ländlichen Raum spielt die Branche eine wichtige Rolle für wirtschaftliche Stabilität und regionale Entwicklung. Gleichzeitig steht sie vor der Herausforderung, ausreichend qualifizierten Nachwuchs zu gewinnen, um Know-how und Qualität langfristig zu sichern.

Ausbildung mit vielen Perspektiven

Im Zentrum der Kampagne steht die duale Ausbildung zum Brauer und Mälzer. Der Beruf vereint Handwerk, Naturwissenschaft, Technik und Kreativität – eine Kombination, die ihn vielseitiger macht, als viele vermuten. Neben klassischen Karrierewegen wie Meistertitel oder Studium im Bereich Brauwesen eröffnen die erworbenen Kenntnisse auch Möglichkeiten in anderen Branchen.

Die Kampagne will genau diese Vielfalt sichtbar machen. Sie informiert über Ausbildungsinhalte, Arbeitsalltag, Anforderungen und Verdienstmöglichkeiten und zeigt, dass der Beruf moderne Perspektiven in einer nachhaltigen Branche bietet.

Digitale Plattform als Herzstück

Kernstück der Initiative ist die Website

www.zukunft-brauen.de

Dort finden Interessierte umfassende Informationen rund um Ausbildung und Karriere in der Brauwirtschaft. Eine interaktive Brauereikarte erleichtert die Suche nach Ausbildungsbetrieben, während kompakte Antworten häufige Fragen zum Berufsbild klären.

Begleitet wird das Angebot durch Aktivitäten in sozialen Netzwerken. Dort vermittelt die Kampagne regelmäßig Einblicke in den Braualltag, erklärt Produktionsprozesse und stellt den Beruf in kurzen Videos vor.

Tradition trifft Zukunft

Mit „Brau Dir Deine Zukunft“ setzt die Branche auf eine langfristige Nachwuchsstrategie. Die Botschaft ist klar: Brauen ist ein traditionsreiches Handwerk, das sich ständig weiterentwickelt. Moderne Technik, nachhaltige Prozesse und fundierte Ausbildung machen den Beruf heute so zukunftsfähig wie selten zuvor.

Für die Brauwirtschaft geht es dabei um mehr als nur Fachkräftegewinnung. Es geht darum, eine jahrhundertealte Kultur in die nächste Generation zu tragen – und gleichzeitig neue Perspektiven zu schaffen.

Die Astra-Brauerei auf der Reeperbahn hat Insolvenz angemeldet

Die Astra St. Pauli Brauerei galt lange als Rückkehr einer Kultmarke an ihren Ursprungsort. 2018 am Nobistor eröffnet, sollte sie das Bier von Astra Bier wieder erlebbar auf den Kiez bringen – als Mischung aus Brauerei, Gastronomie und Markenwelt. Nun steckt das Projekt in wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

Insolvenz in Eigenverwaltung

Wie aus einer Bekanntmachung des Insolvenzgerichts hervorgeht, hat die Brauerei Insolvenz angemeldet. Gleichzeitig wurde eine sogenannte Eigenverwaltung angeordnet. Das bedeutet: Das Unternehmen bleibt handlungsfähig und versucht, sich unter Aufsicht eines Sachwalters selbst zu sanieren. Eingesetzt wurde dafür ein Vertreter der Hamburger Kanzlei Münzel & Böhm.

Für Gäste und Besucher gibt es zunächst keine unmittelbaren Veränderungen. Der Betrieb der Brauerei sowie des angeschlossenen Restaurants läuft vorerst weiter. Eine offizielle Stellungnahme zu den genauen Hintergründen der Insolvenz steht bislang noch aus.

Symbolische Rückkehr auf den Kiez

Die Bedeutung der Brauerei reicht über den reinen Geschäftsbetrieb hinaus. Jahrzehntelang wurde Astra auf St. Pauli in der früheren Bavaria-Brauerei gebraut. Mit der Eröffnung der neuen Brauerei am Nobistor kehrte die Marke symbolisch an ihren Ursprungsort zurück – wenn auch unter veränderten Bedingungen.

Heute gehört die Marke Astra gemeinsam mit Holsten zum dänischen Konzern Carlsberg Group. Dieser betonte jedoch, dass die Astra St. Pauli Brauerei rechtlich eigenständig sei und nie direkt zum Konzern gehört habe. Es habe lediglich eine enge Partnerschaft gegeben, insbesondere bei der Nutzung der Marke. Ziel sei gewesen, Astra auf dem Kiez erlebbar zu machen und neue Produktideen zu entwickeln.

Branche unter Druck

Die Insolvenz fällt in eine Zeit, in der die gesamte Brauwirtschaft in Deutschland unter Druck steht. Laut Einschätzung von Carlsberg haben sich die Rahmenbedingungen in den vergangenen Jahren deutlich verschärft. Steigende Energie- und Rohstoffpreise belasten die Produktion, gleichzeitig fehlt es vielerorts an Fachkräften.

Hinzu kommt ein verändertes Konsumverhalten. Weniger Besuche in der Gastronomie und ein insgesamt rückläufiger Bierkonsum treffen besonders kleinere und mittelständische Betriebe. Gerade Projekte wie die Astra St. Pauli Brauerei, die stark auf Gastronomie und Markenerlebnis setzen, sind davon in besonderem Maße betroffen.

Wie es weitergeht

Ob und wie die Brauerei langfristig fortgeführt werden kann, ist derzeit offen. Die Eigenverwaltung bietet zumindest die Chance, den Betrieb zu stabilisieren und neu auszurichten. Für den Moment bleibt die Hoffnung, dass die symbolische Rückkehr von Astra auf den Kiez nicht zu einem kurzen Kapitel wird.

Tradition unter Druck: Brauereischließungen in Ostwestfalen zeigen die Krise der Branche

Die Nachricht trifft eine ganze Region ins Mark: In Ostwestfalen-Lippe stehen gleich zwei traditionsreiche Braustandorte vor einschneidenden Veränderungen. Die Herforder Brauerei soll bereits im Sommer schließen, während für die Paderborner Brauerei ein Käufer gesucht wird. Damit geraten nicht nur bekannte Marken, sondern auch zahlreiche Arbeitsplätze ins Wanken.

Rund 100 Beschäftigte in Herford und etwa 120 in Paderborn sind betroffen. Für viele kam die Entwicklung überraschend – zumindest nach außen. Intern jedoch deutete sich die Entscheidung offenbar schon länger an.

Zwischen Investitionen und Rückzug

Besonders irritierend wirkt die Situation in Herford, weil dort noch vor Kurzem investiert wurde. Eine neue Abfüllanlage, moderne Technik und sogar Produkterweiterungen sollten den Standort stärken. Doch diese Maßnahmen konnten die strukturellen Probleme offenbar nicht ausgleichen.

Tatsächlich stand die Brauerei bereits in der Vergangenheit zur Disposition. Schon Jahre zuvor gab es Überlegungen, den Standort zu veräußern – ohne Erfolg. Dass nun die endgültige Entscheidung gefallen ist, zeigt, wie stark sich die Rahmenbedingungen verändert haben.

Konzentration statt Fläche

Die Eigentümerin, die Haus-Cramer-Gruppe, reagiert mit einer klaren Strategie: Die Produktion soll künftig stärker gebündelt werden. Im Fokus steht dabei der Stammsitz in Warstein, wo sowohl eigene Biere als auch Lohnproduktionen konzentriert werden sollen.

Die Marken selbst sollen erhalten bleiben. Künftig werden Biere wie „Herforder“ und „Paderborner“ jedoch an einem anderen Ort gebraut – ein Schritt, der bei vielen Konsumenten auf Skepsis stoßen dürfte. Denn gerade regionale Identität ist für viele Biertrinker ein entscheidender Faktor.

Branche im strukturellen Wandel

Die Entwicklungen sind kein Einzelfall, sondern Teil eines größeren Trends. Der Bierkonsum in Deutschland geht seit Jahren zurück. Während um die Jahrtausendwende noch deutlich mehr getrunken wurde, liegt der Pro-Kopf-Verbrauch heute spürbar niedriger.

Für die Branche bedeutet das einen tiefgreifenden Wandel. Produktionskapazitäten, die einst auf Wachstum ausgelegt waren, treffen nun auf sinkende Nachfrage. Besonders kleinere und mittelständische Betriebe geraten dadurch unter Druck – aber auch größere Brauereigruppen müssen ihre Strukturen anpassen.

Konflikt mit der Belegschaft

Für zusätzliche Brisanz sorgt der Umgang mit den Beschäftigten. Die Gewerkschaft Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten wirft dem Unternehmen vor, bestehende Vereinbarungen zu unterlaufen. Ein Zukunftssicherungsvertrag sollte die Standorte eigentlich bis 2028 absichern – im Gegenzug hatten die Beschäftigten finanzielle Zugeständnisse gemacht.

Entsprechend groß ist die Enttäuschung. Viele Mitarbeiter fühlen sich übergangen und kritisieren die kurzfristige Kommunikation der Entscheidung. Die emotionale Dimension der Schließung reicht damit weit über wirtschaftliche Fragen hinaus.

Was bleibt?

Noch ist nicht endgültig entschieden, wie es insbesondere in Paderborn weitergeht. Sollte sich kein Käufer finden, droht auch dort das Aus. Gleichzeitig wird geprüft, ob zumindest ein Teil der Beschäftigten an andere Standorte übernommen werden kann.

Der Fall zeigt exemplarisch, in welcher Lage sich die deutsche Brauwirtschaft befindet. Zwischen Traditionspflege, Kostendruck und veränderten Konsumgewohnheiten müssen Unternehmen schwierige Entscheidungen treffen. Die Krise ist längst in der Mitte der Branche angekommen – und sie wird nicht die letzte dieser Art gewesen sein.

Verwendete Quellen: Wirtschaftswoche, WDR

Lange Nacht der Brauereien in Karlsruhe: Ein Abend, sechs Brauereien, unzählige Eindrücke

Am 22. Mai 2026 wird Karlsruhe zum Treffpunkt für alle, die Bier nicht nur trinken, sondern erleben wollen. Unter dem Motto „1 Abend. 6 Brauereien. Und jede Menge Bierkultur.“ lädt die Lange Nacht der Brauereien von 17 bis 24 Uhr zu einer genussvollen Entdeckungstour durch die Fächerstadt ein. Organisiert von der KTG Karlsruhe Tourismus GmbH, zeigt die Veranstaltung eindrucksvoll, wie lebendig die Karlsruher Brauszene heute ist. Einst eine der größten Bierproduktionsstätten Deutschlands, pflegt Karlsruhe bis heute eine ausgeprägte Bierkultur – und genau diese Vielfalt steht an diesem Abend im Mittelpunkt.

Bier erleben statt nur trinken

Das Besondere: Besucherinnen und Besucher bekommen nicht nur ein Bier ins Glas, sondern auch einen Blick hinter die Kulissen. Führungen durch Sudhäuser und Brautürme, Gespräche mit Braumeistern und Einblicke in sonst nicht zugängliche Bereiche machen die Veranstaltung zu einem echten Erlebnis.

Dazu kommt ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Livemusik, kulinarischen Angeboten und unterhaltsamen Aktionen wie einer Bier-Olympiade. Von badischen Spezialitäten bis hin zu internationalen Köstlichkeiten ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Sechs Brauereien, sechs Handschriften

Mit dabei sind bekannte Namen der Karlsruher Bierszene: das Badisch Brauhaus, die traditionsreiche Brauerei Moninger, die kreativen Köpfe von Fächerbräu, die Marke Brauerei Wolf sowie die beiden Standorte von Vogelbräu in der Innenstadt und in Durlach.

Jede Brauerei bringt ihren eigenen Stil mit – von klassisch-traditionell bis modern und experimentierfreudig. Genau diese Vielfalt macht den Reiz der Langen Nacht aus.

Stressfrei genießen

Ein weiterer Vorteil: Dank der Kooperation mit den Karlsruher Verkehrsbetrieben kommen Gäste bequem und sicher von Brauerei zu Brauerei. Das im Ticket enthaltene KVV-Ticket ermöglicht die Nutzung von Bussen und Bahnen im Stadtgebiet – ganz im Sinne eines verantwortungsvollen Biergenusses.

Tickets und Infos

Tickets sind im Vorverkauf für 10 Euro erhältlich, an der Abendkasse kosten sie 12 Euro. Im Preis enthalten sind neben dem Zugang zum Programm auch ein Probierglas, eine Stempelkarte sowie die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs.

Wer also Lust auf eine genussvolle Entdeckungstour hat, sollte sich diesen Termin vormerken. Karlsruhe zeigt an diesem Abend, dass Bier hier nicht nur Tradition hat – sondern auch Zukunft.

Gagelbier aus dem Ahlenmoor wieder erhältlich

Manche Biere verschwinden leise – und kommen umso spektakulärer zurück. Genau das passiert aktuell im Ahlenmoor, wo eine echte Rarität ihr Comeback feiert: das Gagelbier. Nach mehreren Jahren Pause ist die besondere Spezialität wieder im MoorInformationsZentrum erhältlich – und sorgt erneut für neugierige Blicke ins Glas.

Im Zentrum der Geschichte steht eine Pflanze, die man nicht mal eben im Supermarkt findet: der Gagelstrauch. Selten, geschützt und im Ahlenmoor beheimatet, liefert er die aromatischen Blüten, die diesem Bier seinen unverwechselbaren Charakter verleihen. Geerntet wird ausschließlich per Hand – und das nur dank einer speziellen Ausnahmegenehmigung. Entsprechend limitiert ist auch die verfügbare Menge.

Für die Neuauflage konnte mit Johannes von Houwald ein erfahrener Brauer gewonnen werden, der sich der Herausforderung annimmt, diese historische Zutat in ein modernes Bier zu übersetzen. Gebraut wird in einer kleinen Manufaktur bei Eckernförde – ebenfalls in Handarbeit.

Das Ergebnis ist ein Bier, das sich bewusst von gängigen Stilrichtungen abhebt. Aromatisch, eigenständig und mit einer deutlichen Kräuternote, die an vergangene Zeiten erinnert. Denn Gagelbier hat Tradition: Schon vor der Verbreitung des Hopfens wurde die Pflanze als Würzmittel verwendet.

Passend dazu trägt das Bier den Namen „Quackeltheiss“ – eine historische Referenz an eines der ältesten Biere Eckernfördes, das einst in Norddeutschland und Süddänemark verbreitet war. Ein Stück Biergeschichte im modernen Gewand.

Neben dem Bier ergänzt nun auch ein Gagelschnaps das Sortiment. Mit seiner würzigen, fast wilden Kräuternote greift er die Charakteristik der Pflanze auf und erweitert das Angebot um eine weitere ungewöhnliche Spezialität.

Erhältlich ist das Gagelbier exklusiv im MoorInformationsZentrum sowie in der Tourist-Information Wingst – solange der Vorrat reicht. Angesichts der begrenzten Erntemenge dürfte das Interesse größer sein als die verfügbare Menge.

Wer den Besuch mit einem Ausflug verbinden möchte, findet im MoorInformationsZentrum zudem spannende Einblicke in die Welt der Moore. Ausstellungen, Veranstaltungen und Fahrten mit der Moorbahn machen den Ort zu mehr als nur einer Verkaufsstelle – nämlich zu einem Erlebnis rund um Natur, Geschichte und regionale Spezialitäten.

Dieses Bier ist kein Alltagsprodukt. Es ist ein seltenes Stück Natur – abgefüllt in 0,33 Liter.

Insolvenz trotz Innovation: Uni-Brauerei Lohrmanns kämpft um die Zukunft

Die deutsche Braubranche steht unter Druck. Sinkender Bierkonsum, steigende Kosten und ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld setzen immer mehr Betrieben zu. Jüngstes Beispiel: die Uni-Brauerei Lohrmanns aus Dresden, die Mitte April Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt hat.

Was besonders auffällt: Lohrmanns galt lange als Vorzeigeprojekt. 2019 als innovatives Start-up aus dem Umfeld der TU Dresden gegründet, verband die Brauerei moderne Braukonzepte mit wissenschaftlichem Anspruch. Wachstum, neue Ideen und Expansion schienen lange Zeit die Richtung vorzugeben.

Doch die Realität hat das Unternehmen eingeholt. Hohe Investitionen in Brauanlage und Gastronomie, Verzögerungen beim Bau, die Folgen der Pandemie sowie gestiegene Energie- und Rohstoffkosten haben die finanzielle Situation zunehmend belastet. Am Ende war die Summe dieser Faktoren zu groß.

Sanierung statt Stillstand

Trotz des Insolvenzantrags bedeutet die Situation nicht das Aus. Der Betrieb läuft weiter, sowohl die Brauerei als auch die Gastronomie – unter anderem auf der Brühlschen Terrasse – bleiben geöffnet. Veranstaltungen finden weiterhin statt, und auch die Löhne der Mitarbeiter sind vorerst gesichert.

Das Ziel ist klar: eine Sanierung in Eigenverwaltung. Konkret soll die Kostenstruktur an die tatsächlichen Einnahmen angepasst und das Unternehmen operativ stabilisiert werden. In einem weiteren Schritt ist eine Entschuldung über einen Insolvenzplan vorgesehen. Begleitet wird der Prozess von Jörg Schädlich, der als vorläufiger Sachwalter eingesetzt wurde. Die Geschäftsführung bleibt hingegen weiterhin handlungsfähig – ein typisches Merkmal dieser Form der Sanierung.

Zwischen Krise und Neustart

Noch vor wenigen Monaten hatte Geschäftsführer Francisco Arroyo-Escobar optimistisch in die Zukunft geblickt. Umso drastischer wirkt nun die Kehrtwende. Gleichzeitig zeigt sich das Unternehmen kämpferisch: Neue alkoholfreie Biere sind bereits in Planung und sollen noch im laufenden Jahr auf den Markt kommen.

Auch Mitgründer Thomas Henle betont das Potenzial der Brauerei. Die Sanierung sei eine Chance, Lohrmanns effizienter und zukunftsfähiger aufzustellen. Ein Neustart statt eines Endes – zumindest aus Sicht der Verantwortlichen.

Ein Symptom für die Branche

Der Fall Lohrmanns ist kein Einzelfall. Bereits zuvor hatten unter anderem die Mauritius-Brauerei in Zwickau und die Hamburger Landgang-Brauerei Insolvenz angemeldet. Die Gründe ähneln sich: steigende Kosten, verändertes Konsumverhalten und wachsender Wettbewerbsdruck.

Besonders betroffen sind junge und innovative Projekte, die oft mit hohen Anfangsinvestitionen arbeiten und stärker auf Wachstum angewiesen sind. Gleichzeitig zeigt sich, wie fragil selbst vielversprechende Konzepte in einem angespannten Marktumfeld sein können. Wie es für Lohrmanns weitergeht, ist noch offen. Klar ist jedoch: Die kommenden Monate werden entscheidend dafür sein, ob aus der aktuellen Krise tatsächlich ein tragfähiger Neuanfang entsteht.

Mehr Sichtbarkeit für den Süden: die EBCU unterstützt Greek Beer Awards

Während sich viele Bierwettbewerbe traditionell auf Mittel- und Nordeuropa konzentrieren, rückt nun eine andere Region stärker in den Fokus: Südost- und Osteuropa sowie der Mittelmeerraum. Die European Beer Consumers Union (EBCU) hat offiziell ihre Unterstützung für die Greek Beer Awards bekannt gegeben – ein Wettbewerb, der genau dort ansetzt, wo bisher oft Aufmerksamkeit fehlte.

Die Entscheidung wurde auf der 73. Delegiertenversammlung der EBCU im April 2026 in Rom getroffen und gilt als klares Signal: Die Bierkultur Europas endet nicht an den klassischen Grenzen der bekannten Braunationen.

Ein Wettbewerb mit Entwicklungspotenzial

Die Greek Beer Awards wurden 2017 von Nicola Radisis gemeinsam mit BeerBartender ins Leben gerufen und bauen auf einer Tradition von Auszeichnungen auf, die bis ins Jahr 2014 zurückreicht. Inzwischen hat sich der Wettbewerb zur wichtigsten Plattform seiner Region entwickelt.

Mit aktuell dreizehn Kategorien deckt er eine breite Stilvielfalt ab und setzt bewusst auf internationale Juroren. Ziel ist eine möglichst objektive und transparente Bewertung – ein Anspruch, der auch für die EBCU entscheidend ist.

Eine Region holt auf

Gerade in Südosteuropa und rund um das Mittelmeer wächst die Brauszene dynamisch. Neue Brauereien entstehen, traditionelle Stile werden neu interpretiert, und die Qualität steigt spürbar. Gleichzeitig fehlt es vielen Betrieben an Möglichkeiten, sich auf international anerkannten Bühnen zu messen.

Genau hier setzen die Greek Beer Awards an. Sie bieten eine Plattform, auf der sich Brauereien vergleichen, weiterentwickeln und sichtbar werden können – ein wichtiger Schritt für eine Region, die im europäischen Bierdiskurs lange unterrepräsentiert war.

Anerkennung durch die EBCU

Für die EBCU ist die Unterstützung mehr als ein formaler Akt. Sie unterstreicht die Bedeutung unabhängiger Bewertungssysteme und die Förderung von Bierkultur jenseits etablierter Märkte.

Der Vorsitzende der EBCU, André Brunnsberg, bringt es auf den Punkt: „Die Greek Beer Awards verschaffen einer Region Anerkennung, die in der europäischen Bierlandschaft oft übersehen wird. Besonders hervorzuheben ist dabei der offene und transparente Ansatz des Wettbewerbs, der sich eng an den Qualitätsmaßstäben der EBCU orientiert.“

Ein Blick nach vorne

Mit der Unterstützung durch die EBCU gewinnen die Greek Beer Awards weiter an Gewicht – und könnten langfristig eine noch wichtigere Rolle im europäischen Wettbewerbsgeschehen spielen.

Für Brauereien der Region bedeutet das vor allem eines: mehr Sichtbarkeit, mehr Vergleichsmöglichkeiten und eine stärkere Einbindung in den internationalen Biermarkt.

Kurz gesagt: Europas Bierkarte wird gerade neu gezeichnet – und der Süden bekommt endlich den Platz, den er verdient.

Mehr Qualität im Glas: EBCU startet europäisches Förderprogramm für Bierausbildung

Gutes Bier zu brauen ist das eine – es zu verstehen und kompetent zu bewerten, das andere. Genau hier setzt die European Beer Consumers Union (EBCU) an und bringt mit einem neuen Programm mehr Struktur in die europäische Bierbildung.

Auf der 73. Delegiertenversammlung in Rom im April 2026 wurde das sogenannte „Endorsed Beer Education Programm“ offiziell beschlossen. Seitdem können sich Ausbildungsprogramme aus ganz Europa um eine Empfehlung bewerben – unabhängig davon, ob sie Teil der EBCU sind oder nicht.

Worum es geht

Das Programm richtet sich an Ausbildungsangebote für Bierprofis und ambitionierte Experten. Dazu zählen unter anderem Biersommelier-Kurse, Schulungen für Verkoster bei Bierwettbewerben, sensorische Trainings sowie vertiefende Kurse zu Bierstilen und Bierkultur.

Wichtig dabei: Ziel ist nicht die Einführung eines einheitlichen europäischen Standards. Stattdessen möchte die EBCU Programme sichtbar machen, die bestimmte Qualitätskriterien erfüllen – unabhängig von Herkunft oder Ausrichtung. Wer empfohlen wird, landet auf der offiziellen EBCU-Website und erhält damit eine Art Qualitätssiegel.

Die Kriterien im Überblick

Die Bewertung basiert auf drei zentralen Punkten. Erstens die Unabhängigkeit: Ein Programm darf nicht von einzelnen Brauereien oder kommerziellen Interessen gesteuert werden. Zweitens die Bildungsqualität: Ein klar strukturierter Lehrplan, qualifizierte Dozenten und ein nachvollziehbares Prüfungsverfahren sind Pflicht. Drittens spielt auch die Verantwortung gegenüber dem Verbraucher eine Rolle. Themen wie bewusster Konsum sowie der richtige Umgang mit Bier müssen Bestandteil der Ausbildung sein.

Ein Vorteil für Bewerber: Für die Empfehlung wird keine Gebühr erhoben.

Hintergrund der Initiative

Die Idee stammt von Simone Monetti von Unionbirrai, die eine stärkere formale Unterstützung für Bierbildungsprogramme angeregt hat. Die EBCU knüpft damit an ein bestehendes Konzept an: Bereits seit 2011 unterstützt der Verband ausgewählte Bierwettbewerbe nach klar definierten Kriterien. Dieses Modell wird nun auf den Bildungsbereich übertragen.

Die zuständige Arbeitsgruppe hat dafür einen erweiterten Auftrag erhalten und ein detailliertes Prüfverfahren entwickelt, das Transparenz und Vergleichbarkeit gewährleisten soll.

So funktioniert die Bewerbung

Organisationen, die ihr Programm einreichen möchten, müssen eine Beschreibung des Kurses, den Lehrplan, Informationen zum Lehrkörper sowie Details zum Prüfungsprozess einreichen. Auf Basis dieser Unterlagen erfolgt die Bewertung.

Alle weiteren Informationen zu Teilnahmebedingungen und Ablauf stellt die EBCU auf ihrer Website bereit.

Was bedeutet das für die Branche?

Das neue Programm könnte langfristig dazu beitragen, die Qualität von Bierausbildungen europaweit sichtbarer zu machen – ohne dabei die Vielfalt einzuschränken. Für Teilnehmer wird es einfacher, hochwertige Angebote zu erkennen, während Anbieter eine zusätzliche Möglichkeit erhalten, ihre Qualität nach außen zu zeigen. Also: Mehr Orientierung für alle, die Bier nicht nur trinken, sondern wirklich verstehen wollen.