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Die Bierothek ist zurück: Neuer Betreiber übernimmt nach Insolvenz – doch was wird aus Hopfenhelden? – Bierzirkus

Die Bierothek ist zurück: Neuer Betreiber übernimmt nach Insolvenz – doch was wird aus Hopfenhelden?

Die Bierothek kehrt nach der Insolvenz als Onlineshop zurück. Eine neue Gesellschaft übernimmt Marke und Technologie. Doch was passiert mit Hopfenhelden?

Die Bierothek ist zurück. Nachdem der Bamberger Bierspezialitätenhändler im April 2026 Insolvenz anmelden musste, gibt es nun eine Zukunft für zumindest einen wichtigen Teil des Unternehmens. Die neu gegründete BCT – Beverage Commerce Technologies GmbH hat die zum Verkauf stehende Technologie und die Markenrechte übernommen und will den Bierothek-Onlineshop weiterführen.

Damit ist die Geschichte der Bierothek allerdings noch nicht zu Ende erzählt. Denn hinter dem Unternehmen steckt inzwischen deutlich mehr als ein Onlineshop für Bier. Und eine Frage dürfte insbesondere die Bierwelt interessieren: Was wird aus Hopfenhelden?

Bierothek bekommt einen neuen Betreiber

Die BCT – Beverage Commerce Technologies GmbH wurde erst im Juli 2026 gegründet. Hinter der neuen Gesellschaft stehen Christian Klemenz, Stefan Kafara und Leon Struchholz. Alle drei waren bereits in leitenden Funktionen innerhalb der Bierothek-Unternehmensgruppe tätig.

Der Neustart ist damit weniger ein kompletter Neuanfang als vielmehr eine Fortsetzung mit einer neu aufgestellten Gesellschaft. BCT übernimmt die Technologie und die Markenrechte der Bierothek aus dem laufenden Regelinsolvenzverfahren.

Der Onlineshop soll künftig wieder unter der bekannten Marke Bierothek betrieben und weiterentwickelt werden. Damit bleibt zumindest ein Teil dessen erhalten, was das Unternehmen in den vergangenen Jahren aufgebaut hat.

Die Entwicklung kommt nicht völlig überraschend. Bereits im April hatte die Bierothek im Rahmen des Insolvenzverfahrens angekündigt, den Geschäftsbetrieb zunächst fortzuführen und nach Möglichkeiten für eine Sanierung beziehungsweise einen neuen Investor zu suchen. Damals erklärten die vorläufigen Insolvenzverwalter, dass sowohl der Onlineshop als auch der Marketplace weiter betrieben würden.

Vom Bierfachhandel zum digitalen Unternehmen

Die Insolvenz war auch deshalb bemerkenswert, weil die Bierothek bereits seit mehreren Jahren versucht hatte, ihr Geschäftsmodell grundlegend zu verändern. Das klassische Konzept mit stationären Bierfachgeschäften war zunehmend unter Druck geraten. Nach Angaben der Bierothek war die Zahl der unabhängigen Filialen seit 2020 deutlich zurückgegangen. Gleichzeitig wurde das Unternehmen immer stärker auf den digitalen und internationalen Handel ausgerichtet.

Dazu gehörten unter anderem Fiskalvertretungen in mehreren europäischen Ländern, der Bierothek-Marketplace und eine Onlineshop-Lösung, mit der Brauereien ihre eigenen Angebote direkt an Kunden verkaufen konnten. Genau diese technische Infrastruktur ist nun ein wesentlicher Bestandteil des Neustarts.

BCT will die Plattform allerdings nicht auf Bier beschränken. Das Unternehmen plant, künftig auch weitere alkoholische und alkoholfreie Getränke anzubieten. Dafür soll unter dem Namen Drinkothek eine eigenständige Schwesterplattform entstehen. Die Technologie hinter Bierothek soll damit zum Ausgangspunkt für ein deutlich breiteres Geschäftsmodell werden.

Und was passiert mit Hopfenhelden?

Für die Bierbranche ist aber noch eine andere Frage interessant.

Im Juli 2022 hatte die Bierothek das Berliner Biermagazin Hopfenhelden übernommen. Gründerin Nina Anika Klotz verkaufte ihre Anteile an der Helden Publishing UG an die Bierothek. Das Magazin sollte ausdrücklich als eigenständige Medienmarke weitergeführt werden.

Für die Bierothek war die Übernahme damals ein weiterer Schritt in eine Richtung, die über den reinen Getränkehandel hinausging. Hopfenhelden hatte sich seit seiner Gründung 2013 einen Namen als unabhängiges Biermagazin gemacht und die Entwicklung der deutschen Craftbier-Szene journalistisch begleitet.

Die Bierothek erklärte damals, Hopfenhelden solle seine journalistische Identität behalten. Auch Nina Klotz und weitere Autoren sollten weiterhin für das Magazin schreiben. Das Motto des Magazins lautete: „Wer mehr weiß, trinkt besser.“ Inzwischen stellt sich allerdings die Frage, ob dieses Kapitel beendet ist.

Die Domain Hopfenhelden.de führt derzeit jedenfalls nicht mehr zu einem funktionierenden Biermagazin. Statt der früheren Inhalte erscheint eine Fehlermeldung des Hosters. Auch auf den aktuellen Informationen zum Neustart der Bierothek wird Hopfenhelden nicht erwähnt.

Das ist bemerkenswert, denn die neue BCT übernimmt ausdrücklich die Markenrechte und die Technologie der Bierothek. Ob dazu auch Rechte oder Verpflichtungen im Zusammenhang mit Hopfenhelden gehören, lässt sich aus den bisher veröffentlichten Informationen nicht eindeutig ableiten.

Das Ende einer Biermedien-Marke?

Für die deutsche Biermedienlandschaft wäre das Verschwinden von Hopfenhelden durchaus bemerkenswert. Das Magazin gehörte zu den frühen und wichtigen journalistischen Begleitern der deutschen Craftbier-Bewegung. Als Nina Klotz Hopfenhelden 2013 gründete, befand sich die deutsche Craftbier-Szene noch am Anfang ihrer Entwicklung. Das Magazin dokumentierte in den folgenden Jahren die Entstehung zahlreicher neuer Brauereien und die zunehmende Vielfalt der deutschen Bierlandschaft.

2022 schien mit der Übernahme durch die Bierothek zunächst eine neue Phase zu beginnen. Nun könnte sich die Geschichte allerdings anders entwickelt haben.

Ob Hopfenhelden tatsächlich eingestellt wurde oder lediglich derzeit nicht mehr betrieben wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht eindeutig geklärt. Die neue BCT nennt Hopfenhelden in ihrer Mitteilung zum Neustart der Bierothek jedenfalls nicht. Im Mittelpunkt stehen dort der Onlineshop, die technische Plattform und der geplante Ausbau zum Getränke-Marktplatz.

Bierothek bleibt – aber in anderer Form

Der Neustart zeigt damit auch, wie stark sich das Geschäftsmodell verändert hat.

Die ursprüngliche Bierothek wollte Bierliebhabern besondere Biere im stationären Handel und online zugänglich machen. Später kamen ein Marketplace, internationale Vertriebsstrukturen, digitale Lösungen für Brauereien und schließlich ein eigenes Biermedium hinzu. Von diesem breiten Unternehmensverbund bleibt nun vor allem die digitale Infrastruktur.

Die neue BCT setzt dabei offenbar weniger auf die Bierothek als klassischen Fachhändler, sondern stärker auf die dahinterstehende Technologie. Dass mit Drinkothek bereits eine weitere Marke geplant ist, deutet darauf hin, dass die Plattform künftig als allgemeine Handels- und Vertriebslösung für Getränke positioniert werden soll.

Für Bierfreunde bleibt deshalb zunächst vor allem eine gute Nachricht: Die Bierothek als Onlineshop ist nicht verschwunden. Ob daraus wieder das Unternehmen entsteht, das die deutsche Bierbranche in den vergangenen Jahren mit zahlreichen neuen Ideen geprägt hat, muss sich allerdings erst zeigen.

Und bei Hopfenhelden bleibt eine Frage offen: Wird das Biermagazin ebenfalls wiederbelebt – oder endet mit der Insolvenz der Bierothek auch die Geschichte einer der bekanntesten deutschen Craftbier-Medienmarken?

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