Nun gibt es auch ein Pils aus Düsseldorf

Die Hausbrauerei Füchschen in der Altstadt von Düsseldorf ist seit langer Zeit für ihr gutes Altbier bekannt. Immerhin wird in der Ratinger Straße bereits seit dem Jahr 1640 gebraut. Dabei braut das Unternehmen nicht nur sein bekanntes Altbier, sondern auch ein Weizen, ein alkoholfreies Alt und in der Vorweihnachtszeit auch ein Weihnachtsbier. In der letzten Woche ließ die Brauerei dann die Bombe platzen und stellte ihr erstes Pils mit 40 Bittereinheiten vor, meines Wissens immerhin das erste Pils, das in Düsseldorf gebraut wird. Ich war zu der Vorstellung nicht eingeladen und daher wäre der Launch eines neuen Biers eigentlich keinen Eintrag in diesem Blog wert. Wenn ich mal wieder in Düsseldorf bin würde ich eine Flasche der Hellseherin (so heißt das Pils) kaufen und das Bier anschließend vorstellen. Erstaunt hat mich vielmehr die Reaktion der Düsseldorfer, die sich in den sozialen Netzwerken ganz furchtbar über die Erweiterung des Sortiments beim Fuchs aufregen. Hier mal eine kleine Auswahl von Kommentaren auf einen Post in Facebook:

  • Ich weiss nicht was ich davon halten soll.
  • als gebürtiger Düsseldorfer mag ich diese Entwicklung nicht.
  • Hat das eine Traditionsbrauerei nötig?!
  • Fuchs und Blondes passt nicht zusammen und kann mir auch nicht vorstellen, dass es besonders großen Anklang finden wird
  • Altbier Brauereien sollten lieber an ihrem Marketing arbeiten! Und nicht so ein Scheiß machen. Wir sind hier in Düsseldorf und nicht in Westfalen.
  • Goodbye Füchschen, die Zeit mit dir war wunderschön.
  • So ähnlich sah schon mancher Anfang vom Ende aus. Demnächst dann auch noch Fölsch?

Na ja, so geht es endlos weiter. Worüber regen sich die Schreiber dieser Kommentare denn auf? Haben die irgendeinen Nachteil davon, wenn am Nachbartisch ein Pils getrunken wird oder werden sie etwa gezwungen, ebenfalls ein Pils zu trinken? Doch wohl nicht. Die Entscheidung, ein Pils zu brauen, ist eine unternehmerische Entscheidung des Inhabers eines familiengeführten Traditionsunternehmens, dem sicher die Auswirkungen dieser Entscheidung bekannt sind. Wäre er nicht in der Lage, einen Betrieb vernünftig zu führen, würde es die Brauerei nicht mehr geben. Ich begrüße ausdrücklich jede Erweiterung der Biervielfalt und freue mich schon darauf, das Pils aus Düsseldorf zu verkosten. Und wem das Pils nicht schmeckt oder wer aus Prinzip ausschließlich Altbier trinkt, der soll halt dabei bleiben. Sich über Menschen aufzuregen, die einen andere Vorlieben haben, halte ich für ganz schlechten Stil.

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