Vom 15. bis 18. Oktober 2026 trafen sich 228 Biersommelièren und Biersommeliers in Köln zur Jahreshauptversammlung des Verbands der Diplom Biersommeliers. Vier Tage lang standen die rheinische Bierkultur, fachlicher Austausch und die Weiterentwicklung des Verbands im Mittelpunkt. Neben einem umfangreichen Rahmenprogramm präsentierte der Verband neue Projekte und sein Verbandsbier für 2026.
Kölsch, Altbier und historische Bierstile
Der traditionelle Weiterbildungstag führte die Teilnehmenden tief in die Bierkultur des Rheinlands. Natürlich durfte dabei das Kölsch nicht fehlen. Elke Vogt und Detlef Rick beschäftigten sich mit der Geschichte des regionalen Bierstils. Anna Heller und Steffen Potratz-Heller stellten die Familienbrauerei Heller vor, während Jens Luckart die Entstehung der typischen Kölschstange beleuchtete.
Doch auch andere regionale und historische Bierstile kamen zur Sprache. Dirk Rouenhoff von der Düsseldorfer Hausbrauerei Zum Schlüssel gab Einblicke in die aktuelle Situation des Altbiermarkts. Jutta Knoll sprach mit Dr. Markus Fohr von der Lahnsteiner Brauerei über Grutbier, ein mittelalterliches, mit Kräutern gebrautes Bier, das Fohr wiederbelebt hat. Heiko von Borzykowski vom Verein der Kölner Bierhistoriker widmete sich dem historischen Kölner Bierstil Knupp.
Werner Callebaut nahm die Gruppe schließlich mit nach Belgien. Mit drei belgischen Bieren und passenden Schokoladen machte er Lust darauf, die Bierkultur Flanderns selbst zu entdecken.
Nach dem fachlichen Programm ging es für die Teilnehmenden in die Kölner Brauhäuser. Später trafen sie sich in der Craftbeer Corner zur Verkostung regionaler Biere.
Neue Projekte und ein besonderes Verbandsbier
Am Samstag stand zunächst die Generalversammlung auf dem Programm. Präsidium und Geschäftsführung stellten unter anderem ein modernisiertes Logo, ein neues Leitbild und einen Leitfaden für den „bierigen“ Sprachgebrauch vor. Ein wichtiges aktuelles Vorhaben ist außerdem ein Leitfaden zur Angebotsgestaltung und Kalkulation für Veranstaltungen. Dazu soll es in Kürze eine eigene Veranstaltung geben.
Auch die internationale Entwicklung des Biersommelierwesens war Thema. Der Verband verwies auf die chilenische Meisterschaft der Biersommeliers, an der zuletzt rund 100 Personen teilgenommen hatten. Damit lag die Beteiligung über derjenigen bei den nationalen Meisterschaften in Deutschland, Belgien und den Niederlanden zusammen.
Ein weiterer Höhepunkt war die Vorstellung des Verbandsbiers 2026. Unter dem Namen „Fortunata“ präsentierte der Verband ein von Kölsch inspiriertes Bockbier, gebraut von Fritz Wülfing und Chris Damm bei AleMania. Für die Herstellung kamen unter anderem Hopfen von BarthHaas und Malz von Weyermann® zum Einsatz.
Köln aus unterschiedlichen Perspektiven erleben
Am Samstagnachmittag konnten die Mitglieder aus elf Programmalternativen wählen, um Köln kennenzulernen. Zur Auswahl standen unter anderem eine Brauhaustour, eine Führung durch den Kölner Dom, ein Besuch des Rheinhafens, ein Einblick bei RTL und eine Fahrradtour.
Den festlichen Abschluss bildete der Galaabend im Schokoladenmuseum mit Blick auf den Rhein und die nächtliche Kölner Innenstadt.
Die Veranstaltung wurde von zahlreichen Partnern und Sponsoren aus der Bier- und Getränkebranche unterstützt. Eine eigens für das Treffen gestaltete Kölschstange mit Veranstaltungslogo begleitete die Teilnehmenden durch das Wochenende. Der Verband bedankte sich insbesondere beim Organisationsteam der Sektion Rheinland und den ehrenamtlich Engagierten.
Bierwissen teilen und Bierkultur stärken
Für den Verband der Diplom Biersommeliers sind Veranstaltungen wie diese mehr als reine Netzwerktreffen. Die Mitglieder bringen unterschiedliche berufliche Erfahrungen, fachliches Wissen und persönliche Zugänge zum Bier mit. Durch den Austausch sollen sie voneinander lernen und gemeinsam dazu beitragen, die Vielfalt und Wertigkeit des Bieres stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.
Biersommelièren und Biersommeliers übernehmen dabei eine vermittelnde Rolle: Sie erklären Bierstile, machen sensorische Unterschiede erlebbar und erzählen die Geschichten hinter den Produkten. Damit tragen sie dazu bei, Qualität, handwerkliche Herstellung, Herkunft und bewussten Biergenuss sichtbarer zu machen.
Die nächsten Termine stehen bereits fest: Das Frühjahrstreffen 2027 findet vom 9. bis 11. April in Leipzig statt. Die nächste Jahreshauptversammlung ist für den 14. bis 17. Oktober 2027 in Zwettl in Österreich geplant.