Staatsbrauerei Weihenstephan eröffnet ihr neues Logistikzentrum

Mit über 400 geladenen Gästen aus Brauwelt und Politik sowie dem Partner- und Kundenkreis feierte die Bayerische Staatsbrauerei am vergangenen Freitag die offizielle Eröffnung des neuen Logistikzentrums im Freisinger Gewerbegebiet Clemensänger. Für die Staatsbrauerei war die Entscheidung für das neue Logistikzentrum ein wichtiger Schritt in die Zukunft, um nun die komplette Logistik aus einer Hand auf höchstem Qualitätsniveau abwickeln zu können. Zudem stellt der Bau natürlich auch eine Investition in den Heimatstandort der Brauerei, Freising, verbunden mit der Schaffung neuer Arbeitsplätze dar. Brauereidirektor Prof. Dr. Josef Schrädler dankte in seiner Festrede allen am Bau Beteiligten für die stets konstruktiven Diskussionen, die schnelle, unbürokratische Projektabwicklung und die anpackende Mitarbeit ­– vom Aufsichtsrat der Brauerei, den Verantwortlichen in der Politik, Handwerkern, Kunden bis hin zu den Mitarbeitern.

In den neuen Lagerhallen, die bei einer Gebäudehöhe von 12,5 Meter 10.700 Quadratmeter überdachte Fläche umfassen, wurden am 24. Mai 2019 der Abschluss der Bauarbeiten sowie die Inbetriebnahme der Logistik am neuen Standort mit 400 geladenen Gästen gebührend gefeiert.

Für Staatsminister Bernd Sibler, MdL, bekennender Bierliebhaber und einer der Festredner, stellt die bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan eine der wichtigsten bayerischen Erfolgsgeschichten dar: „Es ist eine tolle Marke, die international bekannt ist und einen wichtigen Beitrag für die Stellung und das Image Bayerns in der Welt leistet; eine hervorragende Werbung für die Marke Bayern. Das neue Logistikzentrum ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg der Brauerei in die Zukunft. Und es stellt zweifellos auch die größte Investition in der Geschichte der ältesten Brauerei dar.“ Es ist eine Investition, die der Brauerei am Berg Luft verschafft und ein weiteres Wachstum möglich macht, eine Investition, die sich bezahlt machen wird.

Der wesentliche Grund für den Bau des Logistikzentrums war der Platzmangel am Weihenstephaner Berg, an dem die älteste Brauerei der Welt seit Jahrhunderten die international bekannten und mehrfach ausgezeichneten Bierspezialitäten braut. Das Brauereigelände ist umgeben von den modernen Institutsgebäuden der Technischen Universität München in Weihenstephan, die in der ganzen Welt als Ausbildungsstätte von Braumeistern und -ingenieuren bekannt ist. Aus diesem Grund bestand am Weihenstephaner Berg für die Brauerei, die aktuell 450.000 Hektoliter produziert, keine Möglichkeit zur Expansion am Standort. „Der Bau eines Logistikzentrums im Gewerbegebiet nahe der Autobahnzufahrt war ein unumgänglicher Schritt, da die Situation am Weihenstephaner Berg für alle Beteiligten zum Ende hin kaum noch tragbar war. Wir haben dort nur eine einzige Ladestraße, weshalb die täglichen An- und Ablieferungszeiten detailliert geplant werden mussten. Trotz der sehr guten Arbeit des Teams kam es immer wieder zu einem leichten Verkehrschaos. 30 bis 40 Lastwagen wurden in den Hochzeiten am Weihenstephaner Berg abgefertigt. Ich habe großen Respekt vor der Leistung der Mitarbeiter, die dafür gesorgt haben, dass trotz der schwierigen Umstände die Logistik mehr oder weniger reibungslos gelaufen ist. Daher mussten wir die Prozessabläufe dringend überdenken“, erklärt Brauereidirektor Prof. Dr. Josef Schrädler die Entstehungsgeschichte des Neubaus.

Prof. Dr. Josef Schrädler hat sich mit einem umfangreichen Kriterienkatalog auf die Suche nach einem geeigneten Grundstück für das geplante Logistikzentrum gemacht. Brauereinähe, günstige Verkehrsanbindung, ausreichend Fläche, um die gewünschten Gebäudeelemente unterzubringen, waren nur einige der Punkte, die es zu beachten galt. Fündig wurde die Brauerei mit der Unterstützung der Stadt Freising im Gewerbegebiet Clemensänger. Für die Stadt war es sehr wichtig, eine für alle Seiten gute Lösung in Freising zu finden. Das machte Eva Bönig, Bürgermeisterin der Stadt Freising (Bündnis 90/Die Grünen), im Rahmen der Grundsteinlegung deutlich: „Das traditionsreiche Unternehmen ist ein Pfund, mit dem die Stadt Freising wuchern kann.“ Nachdem man sich einig wurde, ging die Planung zügig voran und die Terminierung sah verschiedene Phasen der Inbetriebnahme vor, um den täglichen Ablauf in der Brauerei so wenig wie möglich zu stören und die kontinuierliche Belieferung aller Geschäftspartner im In- und Ausland auch während der Bau- und Umzugsphase zu gewährleisten.

Auch Landrat Josef Hauner bestätigte abschließend der Staatsbrauerei eine enorme Weitsicht bei der Konzeption und Umsetzung des großen Projektes Logistikzentrum, mit dem Weihenstephan in und für die Zukunft geplant hat.

Seit Mai 2019 wird nun die komplette Logistik, national und international, über das Logistikzentrum an vier Rampen zur Container Be- und Entladung und drei Staplerverladeplätzen im Clemensänger abgewickelt. „Nun haben wir alle wichtigen Prozesse in der eigenen Hand, von der Produktion über die Verpackung bis hin zur Verladung. Wir müssen durch die Bündelung der Prozesse weniger LKW einsetzen, die zudem immer mit voller Auslastung fahren. Es fallen keine zusätzlichen Fahrten zum Dienstleister mehr an, womit wir nicht nur Ressourcen sparen, sondern auch umweltschonend und nachhaltig agieren. Ein weiterer Vorteil des neuen Logistikzentrums liegt darin, dass wir nun über ein überdachtes Winterlager verfügen und damit im Herbst keine Außenlager für Leergut mehr bestimmen müssen. Wenn zudem 2020 noch die Westtangente eröffnet werden wird, wird der Transportverkehr auch von unserer Seite durch die Freisinger Innenstadt komplett entfallen und für die Bürger eine enorme Entlastung und ein Gewinn an Lebensqualität darstellen“, zählt Prof. Dr. Josef Schrädler die Vorteile auf. Damit ist die älteste Brauerei der Welt sehr modern und zukunftsfähig aufgestellt und kann durch die Auslagerung der Logistik auch bei weiterem Wachstum nach wie vor am Weihenstephaner Berg brauen.

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