Schlagwort-Archiv: Bayern

27. 4. 2018: Maibockanstich im Brauerei-Gasthof Kundmüller

Am Freitag, den 27. April um 11:00 Uhr ist es wieder soweit: im Brauerei-Gasthof Kundmüller wird der Maibock mit Weiherer Bock, Weizenbock und Rauchbock angestochen. Für die musikalische Unterhaltung gibt es fränkische Stimmungsmusik von und mit Karin. Selbstverständlich ist mit Hausmacher Leberkäs, Brauhausschnitzel und Bierhax’n auch für das leibliche Wohl gesorgt.

Location:

Brauerei-Gasthof Kundmüller
Weiher 13
96191 Viereth-Trunstadt

21. 4. 2018: Kleine Brauer – Große Biere in Neuötting

Am 23. April ist der Tag des Bieres. Bereits seit dem Jahr 2008 treffen sich etwa 20 Brauereien aus der Inn-Salzach-Region an dem Samstag, der diesem Datum am Nächsten liegt, in diesem Jahr also am 21. April, zu einem Bierfestival. Die Initiative ging von Stefan Borer aus der bei seinen Ausflügen durch die Region feststellte, dass der Bekanntheitsgrad der kleinen Brauereien nicht mit deren Leistungen übereinstimmte. Gesagt, getan, Stefan Borer organisierte das Bierfestival „Kleine Brauer – Große Biere“, das in diesem Jahr mit seiner 18. Auflage daherkommt.

Da die Region genau im Grenzgebiet zwischen Deutschland und Österreich liegt hat die Veranstaltung eine Besonderheit: sie findet im jährlichen Wechsel in Bayern und in Österreich statt. In diesem Jahr ist Neuötting an der Reihe, genauer gesagt die Brauerei Müllerbräu, die in diesem Jahr ihr 250jähriges Bestehen feiert. Dort können sich die Besucher mit den Brauern unterhalten, sich über die Biere informieren und diese verkosten.

Was erwartet die Besucher?

Am Beginn holen sich die Besucher gegen ein Pfand von 2 Euro ein Festivalglas, das sie an allen Ständen befüllen lassen können. Der Bierpreis beginnt bei 1,50 Euro, bei einigen Bieren ist er etwas höher. Beim Verlassen des Festivalgeländes können die Besucher das Glas zurückgeben und erhalten das Pfand zurück. Selbstverständlich können sie das Glas aber auch als Souvenir mit nach Hause nehmen.

Dass auch für Speisen und musikalische Unterhaltung gesorgt ist, versteht sich wohl von selbst.

Zusätzlich können die Gäste bei einer Verlosung bierige Preise der teilnehmenden Brauereien gewinnen.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

Location:

Hof der Brauerei Müllerbräu Neuötting GmbH & Co. KG
Burghauser Str. 2
84524 Neuötting

23. 3. 2018 – 24. 3. 2018: Craft Beer Messe Landshut

Die nach eigenen Angaben größte Craft Beer-Messe in Niederbayern findet an diesem Wochenende in der Sparkassen-Arena in der Neuen Messe Landshut statt. 48 Brauereien werden dort mehr als 200 verschiedene Biere ausschenken. Kaum zu glauben?

Fast noch erstaunlicher als die Bierliste ist die Liste der Vorträge:

FREITAG, 23. März:

16.00 Uhr
Messebeginn

16.30 Uhr
Vortrag und Verkostung mit Biersommelier Andreas Sandbichler

17.10 Uhr
Interview Hopfenkönigin

17.15 Uhr
Vortrag Das Bierglas – der 5. Rohstoff im Bayerischen Reinheitsgebot von Christoph Kämpf, Vorsitzender Verband der Diplom Biersommeliers

17.45 Uhr
Vorstellung App „Online Tasting“ durch Stefan Hermannsdorfer

18.00 Uhr
neues aus der Bierschau mit Uwe Janssen

18.30 Uhr
Vortrag und Verkostung mit Biersommelier Andreas Sandbichler

19.15 Uhr
Interview mit Schwester Doris, Klosterbrauerei Mallersdorf-Pfaffenberg

19.30 Uhr
Bierstacheln mit Biersommelier Stephan Butz von Schneider Weisse

20.00 Uhr
Oiver Koblenzer Kraftbierwerkstatt

20.30 Uhr
Vortrag und Verkostung mit Biersommelier Andreas Sandbichler

21.15 Uhr
Kabarettist Markus Langer im Interview über Sepp Bumsinger und sein Bier Arschlecken 350

23.00 Uhr
Messe-Ende

SAMSTAG, 24. März:

16.00 Uhr
Messebeginn

16.30 Uhr
Vortrag und Verkostung mit Biersommelier Andreas Sandbichler

17.10 Uhr
Interview Hopfenkönigin

17.15 Uhr
Kabarettist Markus Langer im Interview über Sepp Bumsinger und sein Bier Arschlecken 350

17.45 Uhr
Vorstellung App „Online Tasting“ durch Stefan Hermannsdorfer

18.00 Uhr
neues aus der Bierschau mit Uwe Janssen

18.30 Uhr
Vortrag und Verkostung mit Biersommelier Andreas Sandbichler

19.15 Uhr
Interview mit Schwester Doris, Klosterbrauerei Mallersdorf-Pfaffenberg

19.30 Uhr
Bierstacheln mit Biersommelier Stephan Butz von Schneider Weisse

20.00 Uhr
Oliver Koblenzer Kraftbierwerkstatt

20.30 Uhr
Vortrag und Verkostung mit Biersommelier Andreas Sandbichler

23.00 Uhr
Messe-Ende

Der Eintritt beträgt lediglich 5 Euro. Tickets gibt es im Vorverkauf in allen Filialen von Getränke Fleischmann, beim Landshuter Wochenblatt sowie bei der Bierschau in der Landshuter Schirmgasse. Selbstverständlich gibt es die Tickets auch an der Abendkasse.

Red Castle Brew sucht einen Investor

Wenn ich nach Nürnberg fahre, was viel zu selten geschieht, gehört für mich ein Besuch auf dem Hauptmarkt zum regelmäßigen Programm. Dort hat die Die Ein-Mann-Brauerei „Red Castle Brew“ aus Gräfenberg einen Stand, der für mich durchaus ein unabdingbarer Teil von Nürnberg ist. Der Brauer Michael Bellair ist nicht nur für sein Rotbier bekannt, sondern er braut auch regelmäßig besondere Biere, die er nur einmal im Angebot hat. Außerdem produziert er aus seinen Bieren Marmeladen und Liköre. Wer sich einmal mit Michael unterhalten hat, der weiß, mit wie viel Herzblut er bei der Sache ist. Ich kann nur hoffen, dass er auch bei meinem nächsten Besuch in Nürnberg noch auf dem Hauptmarkt stehen wird.

Wie Rechtsanwalt Christian Stunz aus Erlangen erklärt, ordnete das Amtsgericht Bamberg Ende Februar eine vorläufige Insolvenzverwaltung an. Rechtsanwalt Stund wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Der Geschäftsbetrieb wird derzeit in vollem Umfang fortgeführt, mit dem Ziel, das Unternehmen nachhaltig zu sanieren. „Als ein wichtiger Schritt zur Sanierung wird nunmehr ein Investor gesucht. Ein entsprechender Investorenprozess wurde initiiert“, teilt der Rechtsanwalt mit. Michael Bellair ergänzt: „Das Tagesgeschäft liegt weiterhin in meiner Hand, aber bei größeren Investitionen muss ich mich mit dem Rechtsanwalt absprechen“.

Angebote zur Investition

Wer Interesse hat, in die Gräfenberger Ein-Mann-Brauerei zu investieren, hat in den kommenden Wochen die Möglichkeit, Zahlen und Daten des Unternehmens zu erfragen und detailliert zu prüfen, erklärt der vorläufige Insolvenzverwalter. Anschließend könnten Angebote abgegeben werden. Interessenten, die in „Red Castle Brew“ investieren möchten, können sich direkt an Michael Bellair an die Mail-Adresse bellairmichael@gmail.com wenden.

Bier aus Schwangau heißt weiterhin „Neuschwansteiner“

Ganze zwei Kilometer Luftlinie liegen zwischen dem Schloss Neuschwanstein und der Gemeinde Schwangau. Mir erscheint es daher vollkommen logisch, wenn ein in Schwangau gebrautes Bier den Namen dieses weltweit bekannten Schlosses trägt. Das gilt zumindest, solange keine Rechte dritter Parteien verletzt werden. Das sah die Wettbewerbszentrale anders und verklagte die „World of Neuschwanstein Holding GmbH & Co KG“ aus Schwangau (Ostallgäu), da die Verbraucher durch den Namen in die Irre geführt würden. Das verwundert mich nicht wirklich, schließlich ist das Versenden von Abmahnungen und Klagen die Kernkompetenz dieser Organisation. Verwundert hat mich aber, dass die Wettbewerbszentrale mit dieser Klage vor dem Landgericht München Recht bekam. Die Brauerei ging in die Berufung und gewann schließlich vor dem Oberlandesreicht. Die Begründung des Richters lautete nach Angaben des Onlinemagazins all-in.de, dass kein Kunde glauben könnte, dass auf dem Schloss neben all den Souvenirständen noch eine Brauerei Platz hätte. Da scheint wirklich ein Richter geurteilt zu haben, der nicht nur seine Gesetzbücher kennt, sondern auch die Realität.

Das Festbier für das Lohhofer Volksfest kommt von Crew Republic

Craft Beer wird häufig als ein Nischenprodukt behandelt. Der Marktanteil der handwerklichen Brauer steigt zwar kontinuierlich, trotzdem werden die schmackhaften Biere vielfach als Produkte für einen recht kleinen Kreis von Bier-Feinschmeckern betrachtet. Dass es auch anders geht beweist Crew Republic. Die Brauerei braut in diesem Jahr erstmals das Festbier für das Volksfest in Lohhof, einem Ortsteil von Schleißheim, wo auch die Brauerei beheimatet ist.
Ich kenne zwar das Bruckberger Bier nicht, die das Volksfest in Lohhof, das in diesem Jahr bereits zum 67. Mal stattfindet, bislang exklusiv beliefert hat, aber nach einem Bericht des Münchner Merkur ist dieses Bier zumindest umstritten. Im Rathaus hat man sich jetzt zu einer Änderung entschlossen. Zwar soll die alte Brauerei nicht vollständig vom Volksfestplatz verbannt werden, weshalb die Brauerei Wimmer in der Zeit vom 18. Bis 22. Mai den Ausschank übernimmt. Für die restlichen fünf Tage braut Malte Pasternak, der Braumeister von Crew Republic derzeit 150 Hektoliter Märzen mit einer Stammwürze von 13,2° Plato und etwa 6,1 Volumenprozent Alkohol ein sowie 20 Hektoliter eines dunklen Märzen altbayrischer Art mit 13,3° Plato und ebenfalls etwa 6,1 Volumenprozent Alkohol.
Diese Entscheidung wird sicherlich nicht nur den Lokalpatrioten und Bier-Feinschmeckern gefallen, sondern auch Bürgermeister Christoph Böck, der sich in diesem Jahr zweimal zum Fassanstich auf dem Volksfest dem Publikum präsentieren kann.
Der Gründer von Crew Republic, Timm Schnigula, erläuterte in einem Gespräch mit dem Münchner Merkur: „Wir sind stolze Unterschleißheimer und es ist uns eine Ehre, dieses Bier für unser hiesiges Volksfest brauen zu dürfen.“
Nach einem Artikel des Münchner Merkur.

Flüssiges bricht Fasten nicht

„Gestandene Mannsbilder“ schätzen seinen vollmundigen Geschmack, weibliche Biergenießer seine dezente Malzsüße: Von Aschermittwoch bis zur Karwoche wird in Bayern endlich wieder die flüssige Fastenspeise ausgeschenkt, das Fastenstarkbier. Die Saison der vor Jahrhunderten in Klosterbrauereien entwickelten, stark eingebrauten Biere wird im Land der Biervielfalt als „fünfte Jahreszeit“ begangen. Dass die Doppelbockbiere etwas ganz Besonderes sind, verraten schon ihre klangvollen Namen. Das Erkennungszeichen der Fastenstarkbiere ist ihre Endung „ator“: Salvator, Animator, Operator, Delicator, Maximator, Optimator, Triumphator, Curator oder ähnlich lauten die Namen.

Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen. Wenn allerdings in den Klöstern die Quadragesima begann, die strenge vorösterliche Fastenzeit, durften sich einst die Ordensleute nur mit flüssiger Nahrung für Gebet und Arbeit stärken. Leichter gesagt als getan! Doch klösterliche Braumeister – deren Vorgänger in Bayern bereits seit dem 11. Jahrhundert die Wirkung der Bierzutaten erforschten, Rezepturen erprobten und die Braukunst zur Blüte entwickelten – fanden heraus, dass auch Bier sättigte, wenn es nur stark genug eingebraut war.

„Flüssiges Brot“ nannten sie den kräftigen, untergärigen Trunk, von dem jedem Klosterbewohner mehrere Liter täglich zugemessen wurden (diese Zumessung stand später Pate für die Maß). Auch die Reisenden, die in den Klöstern um Obdach und Verpflegung baten, bekamen von der flüssigen Fastenspeise. Und sie waren sich mit den Mönchen und Nonnen einig: Der starke Klostertrunk schmeckte vorzüglich.

Kleine Doppelbock-Bierkunde

Heute nennen wir die Biere, die in Bayern von Aschermittwoch bis zur Karwoche ausgeschenkt werden, Fastenstarkbiere. Sie gehören zu den Doppelbockbieren, für die mindestens 18 Prozent Stammwürzegehalt vorgeschrieben sind. Als Stammwürze werden die Stoffe bezeichnet, die vor der Vergärung in der Würze gelöst sind: vor allem Malzzucker, aber auch Eiweiß, Mineralien und Vitamine. Bei der Vergärung wandelt die Hefe den gelösten Malzzucker in Alkohol und Gärungskohlensäure. Mit dem Stammwürzeanteil steigt also auch der Alkoholgehalt eines Bieres. Als Faustregel gilt: Der Alkoholgehalt entspricht etwa einem Drittel des Stammwürzegehalts. Bei normalem Vollbier liegt er zwischen 4,5 und fünf Prozent. Bockbier hat mehr als sechs, Doppelbock über sieben Prozent Alkoholgehalt.

Untergärige Doppelbockbiere sind eindeutig malzbetont – das Malzaroma tritt im Duft deutlich hervor. Auch der Geschmack des vollmundigen Bieres wird durch das Malz dominiert, abgerundet durch eine leichte Karamellnote. Es gibt dunklen und hellen Doppelbock, der sich, anders als häufig angenommen, nicht grundsätzlich in Stammwürze- und Alkoholgehalt unterscheidet. Die Farbe des Bieres hängt allein vom verwendeten Malz ab. Dunkle Malze geben dem Bier einen anderen Geschmack als helle, müssen jedoch keinen höheren Stammwürzegehalt haben.

Doppelbock – auch „weltlich“ ein Genuss!

Natürlich stammen die meisten Doppelbockbiere heute nicht mehr aus Klöstern, sondern aus weltlichen Brauereien. Die Säkularisation, die Industrialisierung und die Konkurrenz durch die Brauerzünfte setzten im 19. Jahrhundert vielerorts der häufig lukrativen klösterlichen Brauwirtschaft ein Ende.

Innovative Fastenstarkbiere

Gerade hochprozentige Biere laden Braumeister förmlich dazu ein, ihrer Braukunst freien Lauf zu lassen und mit neuen Malzmischungen und fruchtig-blumigen Hopfensorten kreativ zu sein. Dies beflügelt sowohl innovative Craft-Brauer als auch gestandene Traditionalisten und bereichert stetig das Sortiment der „fünften Jahreszeit“.

Zeitgemäß entwickelt sich übrigens nicht nur die Braukunst, sondern auch der Biergenuss. Statt sich während der Fastenzeit wie einst mit fünf bis zehn Litern Starkbier täglich zu nähren, genießt man heute maßvoller – und gönnt sich stattdessen zum Starkbier ausgewählte und passende Köstlichkeiten. Beim passenden Bier zum Essen hat auch der Steinkrug ausgedient und Gourmetgläser mit 0,1 oder 0,2 Ltr. haben ihn ersetzt. Zum Schluss des feinen Menüs setzt ein malzbetonter Doppelbock zum Schokomousse beispielsweise einen ganz besonderen kulinarischen Akzent!

Starkbieranstiche und Starkbierfeste

Viele Brauereien zelebrieren den Anstich ihres Fastenstarkbieres mit einer „Starkbierprobe“. Die bekannteste und sicher auch eine der ältesten „Starkbierproben“ findet traditionell mit der Fastenpredigt und dem darauffolgenden Singspiel auf dem Nockherberg in München statt.

Bayerns Brauer trotzen dem Abwärtstrend

Mit einer deutlich besseren Absatzentwicklung als im bundesweiten Trend blicken Bayerns Brauer zufrieden auf das Kalenderjahr 2017 zurück. Wie der Bayerische Brauerbund e.V. in München im Rahmen seiner Jahrespressekonferenz mitteilte, konnte der Gesamtbierabsatz im In- und Ausland im zurückliegenden Jahr um 1,3 % auf 23,8 Mio. Hektoliter gesteigert werden.

Noch nicht enthalten ist in diesen Zahlen der Absatz an alkoholfreiem Bier, das sich mit einem Volumen von rd. 2 Mio. Hektolitern zu einem eigenständigen starken Segment im Biermarkt entwickelt hat. Insgesamt produzierte die bayerische Brauwirtschaft somit etwa 25,8 Mio. Hektoliter, ein Produktionsvolumen, das zuletzt im Jahr 1995, also vor über 20 Jahren erreicht wurde.

Nach den Ursachen dieser positiven Entwicklung gefragt, nannte Georg Schneider, Präsident des Bayerischen Brauerbundes und Inhaber der privaten Weißbierbrauerei G. Schneider und Söhne in Kelheim, weitere Exporterfolge der bayerischen Brauer. „Wir exportieren mit Bayerischem Bier auch ein Stück bayerisches Lebensgefühl! Bayerisches Bier ist Teil des kulinarischen Erbes Europas.“, so begründete Präsident Schneider die neuerliche Zunahme der Exportmenge um 5,8 % auf insgesamt 5,2 Mio. Hektoliter.

Besonders erfreulich ist laut Schneider, dass zusätzlich zum Mengenwachstum auch ein steigendes Bewusstsein für Geschmacksunterschiede verschiedener Bierspezialitäten beim Verbraucher zu beobachten ist. Dies trage auch zu einer steigenden Beliebtheit traditionell bayerischer Bierspezialitäten in anderen Bundesländern bei.

Herkunftsschutz „Bayerisches Bier g.g.A.“ zunehmend wichtig für weiteren Erfolg

Vor 25 Jahren hat der Bayerische Brauerbund bei der EU den Antrag gestellt, die Bezeichnung „Bayerisches Bier g.g.A.“ unter Herkunftsschutz zu stellen. Dem wurde im Jahre 2001 vom Ministerrat der EU zugestimmt. „Nun erwarten wir von der EU auch die konsequente Ausdehnung und Verteidigung dieses Schutzes im Rahmen von Freihandelsabkommen, damit er in den aktuell schnell wachsenden Märkten nicht zum Muster ohne Wert wird.“ so Schneider. Die weltweit hohe Anerkennung von „Bayerisches Bier“ und die Exklusivität bayerischer Bierspezialitäten könne nur glaubhaft erhalten werde, wenn auch „Bayern drin ist, wo Bayern als Herkunftsbezeichnung drauf steht“.

Wirtschaftliche Lage der Branche bleibt schwierig

Trotz steigender Absatzmengen wies Präsident Schneider auf den unverändert hohen Wettbewerbsdruck und den Verdrängungswettbewerb im Biermarkt hin, der mit niedrigen Preisen ausgetragen und durch die anhaltende Konzentration im Handel weiter befeuert werde. „Knapp 72 % der im deutschen Einzelhandel abverkauften nationalen Pilsmarken werden zu Sonderangebotspreisen verschleudert!“ Während die Erlössituation auch für bayerische Brauereien somit unbefriedigend bleibt, steigen die Aufwendungen und Kosten gerade im Mittelstand stetig an. Für Präsident Schneider ein Grund, warum die Branche in den vergangenen Jahren viele Traditionsbrauereien verloren hat.

Handhabbare, verlässliche Rahmenbedingungen

Kritisch äußert sich Schneider zu den bürokratischen Anforderungen an Brauereien, die einen immer größeren Zeitaufwand erfordern. Gemeinsam mit dem Beauftragten für Bürokratieabbau der Staatsregierung soll hier Abhilfe geschaffen werden. Schneider warnte auch vor einer Überregulierung bei der Alkoholmissbrauchsbekämpfung. Hier setze die Branche seit Jahren auf vorbeugende und aufklärende Maßnahmen, deren positive Wirkung durch sinkenden Alkoholmissbrauch insbesondere bei Kinder und Jugendlichen eindrucksvoll belegt werden könne und erteilte weiteren Verboten und Einschränkungen eine klare Absage.

Bayerische Bierkönigin 2018 – jetzt bewerben!

Die amtierende Bayerische Bierkönigin Lena Hochstraßer rief anlässlich der Jahrespressekonferenz des Bayerischen Brauerbundes bierbegeisterte Damen ab 21 auf, sich um ihre Nachfolge zu bewerben. Unter dem Motto „Willst Du Bayerns Königin werden“ sind Interessentinnen eingeladen, noch bis zum 12. Februar ihre Bewerbung einzureichen. Am 3. Mai endet ihre Amtszeit. Im Rahmen einer glanzvollen Biergala wird dann die Bierkönigin 2018/2019 gekürt, die dann ein Jahr lang das Bayerische Bier und die Tourismusregion „Bierland Bayern“ vertritt. Ach ja, Männer dürfen sich nicht als Bierkönigin bewerben. Der Mann, der sich beworben hat, wurde vom Brauerbund abgelehnt.

Die BRAUKUNST LIVE! 2018 ist Geschichte

Verkosten, Staunen, Fachsimpeln – auf der BRAUKUNST LIVE! 2018 wurde den guten Bieren ausgiebig gehuldigt. 8.500 Besucher trafen am Wochenende vom 2. bis 4. Februar 2018 auf knapp 100 Aussteller, um in den Hallen des MVG-Museums die Vielseitigkeit der Braukunst zu feiern. Die gute Stimmung und die hopfigen Schätze überzeugten Festivalbesucher und Aussteller gleichermaßen. „Die BRAUKUNST LIVE! bietet Bierliebhabern und Brauern eine Plattform, um sich auf Augenhöhe auszutauschen“, so Festivalveranstalter Frank-Michael Böer. „Die Festivalstimmung, gepaart mit guten Gesprächen und interessierten Besuchern machen die BRAUKUNST LIVE! so einzigartig. Das Feedback der Aussteller und der Blick in die zufriedenen Gesichter der Besucher zeigen uns, dass auch die siebte BRAUKUNST LIVE! wieder ein voller Erfolg war.“

Das Schwerpunktthema in diesem Jahr: das Revival deutscher Bierstile. Traditionelle Biere wie Weißbier, Pils und Helles wurden ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Unter anderem hatten Camba Bavaria und Tilmans Biere das klassische Weißbier in neuem Gewand im Gepäck. Das Paulaner Bräuhaus servierte Vladimir, einen falschen Russ, der sein intensives Zitrusaroma durch die Hopfensorte Citra erhält. Hofbräu München präsentierte erstmalig den Leinenkugel´s Hallodri, ein unfiltriertes Märzen mit deutschem Malz und amerikanischem Hopfen.

Die BRAUKUNST LIVE! wäre allerdings nicht das kreative Austauschzentrum, wenn es neben traditionellen Bieren nicht auch Neuinterpretationen zu verkosten gegeben hätte. Hier zu nennen: der Gurken Gose als Collaboration Brew der Braumanufaktur Hertl und Hopfmeister oder Sebastian Sauer und sein Room 101. Doch auch IPA- und Stout-Fans saßen nicht auf dem Trockenen. Auf der BRAUKUNST LIVE! wurde nahezu jeder Bierwunsch erfüllt.

Und die BRAUKUNST LIVE! wäre nicht das erste und beliebteste Festival seiner Art, wäre da nicht der richtige Riecher für aktuelle Themen. Diesmal im Mittelpunkt das Thema „Frauen brauen.“ Immer mehr Frauen teilen mittlerweile die Begeisterung für die hohe Braukunst – vor und hinter dem Tresen. Der Trend der Craftbier-Branche wurde auf der BRAUKUNST LIVE! nicht nur im Rahmenprogramm aufgegriffen. Powerfrauen wie Tanja Leidgschwendner, Ulrike Genz und Almut Emma Zinn machten deutlich, dass Frauen an den Braukesseln mindestens genauso kreativ sind, wie ihre männlichen Kollegen.

The Lab, der Ausstellerbereich der kreativen Nachwuchsbrauer, wurde von Festivalbesuchern sehr gut angenommen. Die fünf Newcomer der Craftbier-Szene zogen scharenweise Besucher an. Ulrike Genz von Schneeeule reanimierte die Berliner Weiße und zeigte, dass Sauerbier mit feinen Aromen wie Holunderblüte richtig lecker sein kann. Orca Bräu mit Felix vom Endt war nicht weniger kreativ und lud zur Verkostung seiner Biere abseits des Massengeschmacks ein; zum Repertoire gehört zum Beispiel das „Sylvaner Grape Ale“. Ein besonderes Geschmacks-Highlight, das zeigt, wie gut Wein und Bier zusammenpassen.

Zum ersten Mal in der Geschichte der BRAUKUNST LIVE! öffneten sich die Türen der Rare Beer Area sogar an zwei Festivaltagen, um die Besucher in den Genuss ganz besonderer Craft-Biere zu bringen. In der Rare Beer Area der Deutschen Biere teilte einer der bekanntesten Sensoriker weltweit, Dr. Wolfgang Stempfl, sein Fachwissen mit den begeisterten Teilnehmern und lud zur Verkostung von 10 herausragenden Spezialitäten ein. Marc Robens vom Craftbeer Corner Coeln leitete die Rare Beer Area der Internationalen Biere, nachdem er sich monatelang auf die Suche nach den hopfigen Schätzen begeben hatte. Die Mühe zahlte sich aus: die Tickets für die Rare Beer Area waren bereits im Vorverkauf fast restlos ausverkauft.

Jetzt können wir uns auf die BRAUKUNST LIVE! 2019 freuen

Neuschwansteiner bleibt Neuschwansteiner

Immer wieder kommt es zu Abmahnungen und Prozessen, weil (nicht nur) Bier nach einem Ort benannt wird, an dem es nicht hergestellt wird. Dabei gehen die Kläger häufig recht kleinlich vor. So durfte das Chiemseer nicht mehr Chiemseer heißen, weil es in Rosenheim gebraut wird. Rosenheim liegt keine zehn Kilometer vom Chiemsee entfernt. Ich bin mir in solchen Fällen unsicher, ob ich genervt oder amüsiert sein soll wegen solcher pingeligen Klagen. Was für eine alteingesessene Brauerei ärgerlich ist, kann für einen Neueinsteiger ins Braugeschäft existenzgefährdend werden.

In einem aktuellen Prozess ging es darum, ob ein Bier namens „Das Neuschwansteiner“ seinen Namen behalten darf, obwohl die Brauerei im benachbarten Schwangau beheimatet ist. Das Schloss Neuschwanstein liegt sogar in der Gemeinde Schwangau. Kleinlicher als es die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs sieht geht es wohl nicht mehr. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass die deutschen Gerichte besseres zu tun haben als solche Kleinigkeiten zu verhandeln. Auch der Richter am OLG war von der Klage wohl genervt. Die Abendzeitung aus München zitiert Richter Andreas Müller mit der launischen Bemerkung, dass schließlich auch niemand erwarten würde, dass bei Montblanc-Füllern auch niemand davon ausgehen würde, dass sie auf Europas höchster Erhebung hergestellt würden.

Auch dass es Schlösser mit Brauereien gibt und Verbraucher deshalb annehmen könnten, dass das Bier direkt auf Schloss Neuschwanstein gebraut wurde, ließ der Richter in seiner Entscheidung nicht gelten. Dass in dem Touristenstrom kein Bier gebraut werden kann sollte nach Ansicht des Richters jedem normal denkenden Menschen klar sein.

Trotzdem darf nicht alles auf den Etiketten stehen. Auf dem Etikett des Neuschwansteiners steht, dass das Bier nach einer „Methode royale“ gebraut wäre. Diese Methode gibt es aber nicht, sie ist ein reiner Phantasiebegriff. Da durch diese Bezeichnung eine höhere Wertigkeit, quasi ein „royaler Brauprozess“, des Bieres suggeriert wird, ist der Brauerei in Zukunft diese Bezeichnung verboten.

Soweit zum aktuellen Fall. In der Vergangenheit hat die eng gefasste regionale Herkunft zu geradezu skurrilen Ergebnissen geführt. Vor mehr als 20 Jahren übernahm die Brauerei Tucher in Nürnberg die Brauerei Fürther Patrizier im benachbarten Fürth. Die Produktion der beiden Brauereien sollte zusammengeführt werden. Es sollte aber zu keinen Klagen dagegen kommen, dass das Nürnberger Bier in Fürth oder das Fürther Bier in Nürnberg gebraut wird. Die Brauerei fand dazu eine nach eigenen Angaben weltweit einmalige Lösung: der neue Produktionsstandort wurde über der Ortsgrenze gebaut. Die postalische Adresse liegt in Fürth, der Großteil der Produktionsanlagen aber auf Nürnberger Gebiet. Nun stehen zwei Sudkessel in Nürnberg und zwei weitere in Fürth. Ob das die kaufmännisch beste Lösung ist kann ich nicht beurteilen. Der Rechtslage dürfte damit aber durchaus Rechnung getragen worden sein.

Mit Material der Süddeutschen Zeitung und der Abendzeitung München.