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Die Karmeliten Brauerei in Straubing wird 650 Jahre alt

Dass ein Unternehmen sein 650jähriges Bestehen feiern kann, ist wirklich selten. Bei der Karmeliten Brauerei im niederbayerischen Straubing ist es im nächsten Jahr so weit. Bereits seit dem Jahr 1367 wird dort Bier gebraut. Eine so lange Tradition ist selbstverständlich ein Grund für eine besondere Aktion und so hat sich auch die Brauerei einen Wettbewerb ausgedacht, der seinesgleichen sucht.

Zu erwarten wäre ein besonderes Bier zum Jubiläum. Aber die Karmeliten Brauerei geht noch weiter. Es werden vier Biere gebraut. Und nicht nur das – die Kunden können entscheiden, was für Biere gebraut werden sollen. Wie die Biere gebraut werden, können die Konsumenten bestimmen, mit welchen Zutaten die Biere entstehen sollen. Dafür hat die Karmeliten Brauerei unter www.MachDeinKarmelitenBier.de einen Bierkonfigurator erstellt.

Überfordert die Brauerei die Kunden damit? Ich glaube nicht. Die Auswahl der Zutaten, die selbstverständlich alle dem deutschen Reinheitsgebot entsprechen, ist recht einfach. Sie geben einfach den Biertyp, die Stärke der Bitterkeit, den Alkoholgehalt, die Spritzigkeit, die Aromen, die Farbe und einen Namen ein und schon haben Sie Ihr zukünftiges Lieblingsbier zusammengestellt. Wie es dann genau gebraut wird, darum kümmert sich die Brauerei.

Und wie geht es weiter? Am 23. November wählt eine Jury aus 15 Personen die vier Siegerbiere aus. In der Jury sitzen neben verschiedenen Bierspezialisten (Braumeister, der Geschäftsführer der Karmeliten Brauerei, mehrere Biersommeliers…) die amtierende bayerische Bierkönigin sowie zwei Biergenießer, die sich ebenfalls über die Website bis zum 15. Oktober bewerben können und die ausgelöst werden.

Selbstverständlich gibt es auch etwas zu gewinnen. Die vier Siegerbiere werden gebraut und auf den Etiketten erscheint der Name des Einsenders. Außerdem werden die vier Sieger als VIP-Ehrengäste auf das Gäubodenvolksfest 2017 eingeladen.

Das war aber noch nicht alles. Die Siegerbiere können von den Konsumenten bewertet werden und der Ersteller des Bieres, das die meisten Stimmen erhalten hat, bekommt ein Jahr lang in jeder Woche eine Kiste Karmeliten Bier. Mitmachen lohnt sich also.

Staatliche Massenbierhaltung? Nein Danke!

Die Fraktion der Grünen im Bayrischen Landtag hat einen Antrag gestellt, in dem die Staatsregierung aufgefordert wird, in den beiden staatlichen Brauereien, dem Hofbräuhaus und der Staatsbrauerei Weihenstephan, zu veranlassen, dass dort „Biobiersorten unter der Verwendung bayerischer Rohstoffe“ gebraut werden. Um es vorab klarzustellen – ich bin ein Verfechter des biologischen Landbaus und ich meine auch, dass die biologischen Erzeugnisse bei der Bierherstellung Verwendung finden sollen. Trotzdem meine ich, dass der Antrag gut gemeint ist – was wiederum das Gegenteil von gut gemacht meint. Ein Widerspruch?

Ganz sicher nicht. Ich habe auch nichts dagegen, wenn die beiden staatlichen Brauereien biologische Grundstoffe verwenden würden. Diese beiden Brauereien haben aber einen Nachteil – sie stellen riesige Mengen Bier her. Die Biere sind teils nicht schlecht, in vielen Fällen auch richtig gut. Leider sind sie zum großen Teil aber auch gegen andere Biere austauschbar. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass von jetzt auf gleich die gesamte Produktion umgestellt werden kann. Mindestens dürfte ein solcher Totalumstieg für eine deutliche Verknappung der biologischen Grundstoffe sorgen und damit für höhere Preise. Wahrscheinlicher ist nach meiner Meinung, dass die Brauereien kleinere Sude ansetzen würden (zumindest für deren Verhältnisse). Dafür sind Investitionen erforderlich.

Ich würde es bevorzugen, wenn die bayerische Landesregierung dieses Geld in die Hand nehmen und mit diesem Geld Berater einstellen würde, die kleine Brauereien in Bayern beim Umstieg auf Biobier unterstützen würden. Damit würde die Biervielfalt in Bayern erhalten. Gerade in Franken, aber auch in anderen Gegenden Bayerns gibt es nach wie vor eine lebendige Bierkultur, die es wert ist, unterstützt zu werden. Da auf diese Weise die Brauer auch zusätzliche Vertriebswege erschließen könnten, würde damit auch das Weiterbestehen der kleinen Brauereien gewährleistet oder zumindest wahrscheinlicher. Staatliche Investitionen in die Großbrauereien würden diesen Betrieben einen weiteren Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Dass die kleinen Brauereien unterstützt werden sollten sehen auch die Grünen. In einem weiteren Antrag fordern sie die Landesregierung auf, sich auf Bundesebene dafür einzusetzen, dass die kleineren Brauereien bei der Biersteuer bessergestellt werden. Ich befürchte, dass dadurch nur die Bürokratie der Finanzbehörden aufgebläht würde, ohne dass sich die Einnahmesituation der Brauereien verbessert. Liebe Grüne, wenn ihr die Kleinbrauereien bei der Umstellung unterstützen würdet, wäre das Übel bei der Wurzel gepackt und weitere Bürokratie wäre überflüssig.

Fränkische Brauer setzen auf Regionalität

Dass die Franken besonders stolz sind auf ihr Bier ist ja allgemein bekannt. Und der Stolz ist berechtigt. Nirgendwo in Deutschland ist die Brauereidichte so hoch wie in Franken. Bald jedes Dorf hat seine eigene Brauerei. Das bedingt, dass es sich um handwerklich gebraute Biere handelt. Im Grunde ist Franken ein Craft Beer-Land. Wer einmal durch Franken gereist ist und bei den kleinen Brauereigasthöfen und Biergärten haltgemacht hat, der weiß, wie vielseitig Bier sein kann, auch wenn es nach dem inzwischen 500 Jahre alten Reinheitsgebot gebraut wurde und auch ohne krampfhafte Originalität und Kreativität.

Aber einige Brauereien gehen noch weiter. Sie setzen nicht nur auf handwerkliches Brauen, sondern auch auf Regionalität. Sechs Brauereien im Umkreis von Nürnberg haben sich zusammengeschlossen, um das „10 Kilometer-Bier“ zu brauen. Was heißt das?

Alles Getreide, das für das Brauen der Biere benötigt wird, wächst im Umkreis von zehn Kilometern um die Brauerei. Auch das Mälzen geschieht im Umkreis, unter anderem in der Nähe von Erlangen. Lediglich der Hopfen hat teilweise eine etwas längere Reise hinter sich, aber auch er kommt aus Franken.

Bei dieser Konstellation gibt es eigentlich nur Gewinner. Für die Bauern lohnt sich der Anbau von Braugerste wieder. Die Anbaufläche für die Gerste ist in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen, weil der Anbau für die Bauern unwirtschaftlich geworden war. Die Mälzerei hat sichere Abnehmer und kann Arbeitsplätze erhalten. Die Brauer kennen die Malzfabrik und können dort ihre Wünsche äußern und letztendlich bekommt der Konsument ein regionales und individuelles Bier. Und Vielfalt auch beim Bier ist auch ein Stück Lebensqualität. Da sind wir uns doch wohl einig.

Dabei bemüht sich die Initiative, möglichst unbürokratisch zu bleiben. „Wir wollen keinen Zertifizierungs- und Bürokratiewahn wie bei der Gentechnikfreiheit oder Tierwohl-Siegeln, sondern dass jeder Cent, den die Brauer für die Rohstoffe ausgeben, bei den Bauern ankommt“, sagt Günther Felßner, Präsident des Bayerischen Bauernverbands Mittelfranken und Landwirt aus Günthersbühl gegenüber inFranken.de. Ich meine, dass diese unbürokratische Haltung nur in kleinen Initiativen möglich ist, in denen sich die Mitglieder persönlich kennen und kontrollieren.

Dabei haben es kleine Brauereien nicht leicht am Markt. Die Idee: Die Brauer kaufen die Gerste aus der Region für einen Preis, der über dem aktuellen Marktwert liegt – laut Felßner durchschnittlich 20 Prozent mehr – und werten damit ihr eigenes Produkt auf. Regionalität als Qualitätssiegel. Der Preis für das Bier dabei aber ist nicht gestiegen. Trotz der höheren Kosten im Einkauf ist Friedrich Vogel überzeugt, dass sich das Konzept für ihn und die anderen Brauereien lohnt. Denn dass Regionalität wieder wichtiger wird, spürt er auch bei seinen Kunden. Der Preis für sein Bier sei unterm Strich nicht gestiegen. Nur auf Sonderangebote und andere Aktionen müssen seine Kunden eben verzichten.

Übrigens: Sogar das beim Brauen entstehende Abfallprodukt, der Bier-Treber, wird vor Ort verwertet. Den holt Bauer Günther Felßner in Friedrich Vogels Brauerei wieder ab und verfüttert ihn an seine Milchkühe. Das regionale, eiweißhaltige Schmankerl mögen sie lieber als Soja aus Südamerika, sagt der Landwirt.

Ganz neu ist das 10 Kilometer-Bier nicht. Bereits im Jahr 2011 haben drei Brauereien aus dem Nürnberger Land die Initiative ins Leben gerufen. Die Brauereien Bub aus Leinburg, Kanone aus Schnaittach und Wiethaler aus Neunhof entschlossen sich damals, Bier aus Malz zu brauen, das im Umkreis von maximal 10 Kilometern um die Brauerei angebaut wurde. Der verwendete Hopfen kommt aus der Hersbrucker Gegend und komplettiert den Gedanken, Regionalität sehr eng zu fassen.

In der Zwischenzeit haben sich drei weitere Brauereien angeschlossen: Dreykorn aus Lauf, Linden-Bräu aus Gräfenberg und Döbler aus Bad Windsheim. Neben den Brauereien sind, so berichtet der BBV-Kreisverband Nürnberger Land, zwölf Landwirte und zwei Mälzereien (Bergler und Klostermalz) in das Projekt involviert.

Teilnehmerrekord beim European Beer Star

Europas bedeutendster Bier-Wettbewerb erreicht in diesem Jahr eine Rekordbeteiligung:

Beim European Beer Star wetteifern aktuell 2.103 Biere aus 44 Ländern um die begehrten Auszeichnungen, durch die seit dem Jahr 2004 die Biere beim European Beer Star in den unterschiedlichen Bierkategorien ausgezeichnet werden. Es werden nur die drei besten je Kategorie prämiert, damit ist der European Beer Star einer der härtesten Wettbewerbe weltweit. Der Wettbewerb beschränkt sich auf Bierkategorien, die ihren traditionellen Ursprung in Europa haben, aber teilnehmen können die Brauereien aus der ganzen Welt – und sie nutzen das auch intensiv. Als neue Kategorien wurden 2016 wieder zusätzliche Spezialitätensegmente aufgenommen, um gerade das Wachstum der internationalen Craft-Biere abzubilden. Neu in 2016 sind:  Brown Ale  Traditional Pale Ale  New Style Pale Ale.

Über die Vergabe von Gold, Silber und Bronze entscheiden am 7. Oktober 124 Bierexperten in der Brau-Akademie Doemens

Während auf dem Münchner Oktoberfest die Wertschätzung für Bier vorrangig in Hektolitern gemessen wird, findet nur knapp elf Kilometer von der Wiesn entfernt zeitnah eine Veranstaltung statt, bei der die Vielfalt der Biere im Fokus steht: Bereits zum 13. Mal ist die Brau-Akademie Doemens in Gräfelfing Austragungsort des bedeutsamsten Bier-Wettbewerbes in Europa, dem European Beer Star. 2.103 Biere aus 44 Ländern aller Kontinente – so viele wie nie zuvor – sind in diesem Jahr für die „Champions-League der Bierwelt“ angemeldet. In einer Blindverkostung entscheiden 124 Bier-Experten aus 30 Ländern am 7. Oktober über Gold, Silber und Bronze in 58 Kategorien (Bierstile). „Wir sind natürlich sehr stolz über die phänomenale Entwicklung der Teilnehmerzahlen“, freut sich Oliver Dawid, der neue Geschäftsführer der Privaten Brauereien, die diesen Wettbewerb seit 2003 ausrichten, „der European Beer Star gilt als der vielleicht härteste Bier-Wettbewerb und ist damit zu einer weltweit begehrten Auszeichnung für Brauereien und deren Braumeister geworden!“

Seit einigen Wochen treffen täglich Hunderte Biere aus aller Welt bei Doemens ein und stellen die Mitarbeiter vor gewaltige logistische Herausforderungen. Jedes einzelne Bier wird erfasst, kategorisiert und für die Blindverkostung vorbereitet. Bis zur Verkostung werden so mehr als 20.000 Flaschen in Kühlcontainern eingelagert – hinsichtlich der Sortenvielfalt das wohl größte Bierlager Deutschlands.

Um 5 % auf 847 Biere stieg die Anzahl der teilnehmenden Biere aus Deutschland; sogar um 9 % legten die internationalen Biere zu (1.265). Insgesamt also eine Steigerung bei den eingereichten Bieren um 7 % gegenüber dem Vorjahr (2.103 zu 1.957). Zugelassen beim European Beer Star sind alle Bierstile, die ihren Ursprung in Europa haben.

Damit hat der European Beer Star längst die ursprüngliche Zielsetzung, die Genussvielfalt von Bier noch stärker ins Bewusstsein der Verbraucher zu rücken, hinter sich gelassen. „Mit diesem Wettbewerb haben wir einen nicht unerheblichen Beitrag dazu geleistet“, erklärt der Präsident der Privaten Brauereien, Gerhard Ilgenfritz, „dass Bier heute wieder viel stärker im Gespräch ist und eine Wertschätzung erfährt, die diesem natürlichen, aufwändig erzeugten Lebensmittel wieder gerecht wird.“

Verkostet werden von den 124 Jury-Mitgliedern (Braumeister, Bier-Sommeliers und Bier-Experten) erstmals Biere in 58 Kategorien: vom Alt- bis zum Zoigl-Bier, bekannte Bierstile wie Weißbiere oder Bockbiere, aber auch hierzulande noch wenig bekannte Sorten wie Porter, Stout, Witbiere oder Pale Ales. In jeder Kategorie werden nur je einmal Gold, Silber und Bronze vergeben. Die Blindverkostung gewährleistet eine transparente und unbestechliche Beurteilung. Bewertet wird ausschließlich nach Kriterien wie sie auch der Konsument zur Beurteilung heranzieht, also Optik, Schaum, Geruch, Geschmack, sortentypische Ausprägung.

Die Verkostung findet am 7. Oktober in der Brau-Akademie Doemens in Gräfelfing statt. In mehreren Teams mit Vor-, Zwischen- und Finalrunden werden die Medaillengewinner ermittelt. „Auf die neuerlich gestiegene Anzahl an teilnehmenden Bieren haben wir mit der Aufstockung der Jury reagiert,“ erläutert Verkostungsleiter Sebastian Wedekind, „damit die Urteilskraft unserer Juroren den ganzen Tag über erhalten bleibt.“ Verkostet werde ohnehin nur in ganz kleinen Schlucken, versichert Geschäftsführer Dawid, über den Tag gesehen komme da jeder Verkoster nur auf wenig mehr als eine Maß Bier.

Die Verleihung der Preise findet dann am 9. November im Rahmen der internationalen Messe BrauBeviale in Nürnberg statt.

Der European Beer Star der Privaten Brauereien (in Kooperation mit der Association of small and independent Breweries in Europe), seit 2003 weltweit ausgelobt, wird unterstützt von der Barth-Haas Group, der BayWa, Rastal und MicroMatic. Partner sind die Brau-Akademie Doemens und die Brauwelt .

Bierforum Bayern: Treffpunkt für die Brauer von morgen

Am 27. September 2016 findet in Bayreuth erstmals das Bierforum Bayern statt. Dabei erhalten Brauer einen Einblick in die wissenschaftlichen Hintergründe und Funktionsweisen des „guten Geschmacks“. Die Teilnehmer erwartet ein speziell auf die Bedürfnisse kleiner und mittelständischer Brauereien zugeschnittenes Programm mit Fachvorträgen und Praxisworkshops. Konzipiert hat die Veranstaltung der Cluster Ernährung in Partnerschaft mit der Maisel’s Brauerei sowie dem Bayerischen Brauerbund und dem Verband Private Brauereien Bayern.

Genügt es, etwas mehr Hopfen ins Bier zu geben und das Ganze dann als Produktinnovation zu bezeichnen? Was sind die Stellschrauben des Bieraromas? Wie kann man innerhalb des Reinheitsgebots neuartige Geschmackserlebnisse kreieren? Antworten geben Experten aus der Praxis und der Wissenschaft.

Mit Braukunst Kunden gewinnen

Der Fokus der Veranstaltung liegt auf Geschmacksvielfalt und Rohstoffaromatik für die Kreation innovativer Biere. Die Teilnehmer ergründen die einzelnen Rohstoffkomponenten und erleben deren Einfluss auf das Gesamtaroma. „Bier enthält hunderte verschiedener Aromastoffe aus Hopfen und Hefen, ebenso eine große Anzahl von Geschmacksstoffen. Dadurch ergibt sich eine schier unerschöpfliche Kombinationsmöglichkeit“, sagt Professor Thomas Vilgis, Forscher am Max-Planck-Institut. „Wer das Wissen dazu nutzt und geschickt agiert, dem stehen aromatisch und geschmacklich alle Türen offen.“ Neben wissenschaftlichen Vorträgen zu den chemischen Grundlagen der Aromaprofile und ihrer Kombinatorik stehen rohstoffspezifische Sensorikworkshops auf dem Programm.

Beim Bierforum Bayern kommt die Praxis nicht zu kurz: Die Teilnehmer schulen bei „Rohstoffaromen erkennen und benennen“ und „Foodpairing“ ihre Sinne. Die Workshops „Malz, die Seele“, „Hopfen, die Würze“ und „Hefe, der Geist“ stellen eine geschmackliche Reise in die Sorten- und Rohstoffvielfalt dar.

Das Bierforum Bayern findet in der Maisels’s Bier-Erlebnis-Welt statt. Die Teilnahmegebühr beträgt 150 €, Mitglieder des Bayerischen Brauerbundes oder des Verbands Privater Brauereien Bayern zahlen 120 €. Weitere Informationen, Programm und Anmeldung unter www.cluster-bayern-ernaehrung.de/bierforum.

Das Bierforum Bayern – Treffpunkt für die Brauer von morgen findet am 29. September 2016 von 9:00 – 16:30 in der Maisels’s Bier-Erlebnis-Welt in Bayreuth statt.

Preise auf dem Oktoberfest 2016 veröffentlicht

Am 17. September ist es so weit – das 183. Münchener Oktoberfest öffnet seine Pforten. Jedes Jahr kommen etwa sechs Millionen Menschen, um das nach eigenen Angaben größte Volksfest der Welt zu besuchen und dort etwa 7,5 Millionen Liter Bier zu trinken. Dazu kommt Essen und auch die Fahrgeschäfte kosten Geld, so dass jeder Besucher des Oktoberfests im Durchschnitt 60 Euro auf dem Festgelände ausgibt. Das ist in Bayern einfach Tradition, genau wie die in jedem Jahr steigenden Bierpreise. In diesem Jahr liegen sie zwischen 10,40 und 10,70 Euro für den Liter und damit durchschnittlich 3,11 % höher als im letzten Jahr. Es gibt auch keinerlei Anzeichen, dass der Trend zu den jährlichen Preiserhöhungen zu Ende sein könnte. Vermutlich dürften daher im nächsten Jahr die ersten Zelte mehr als 11 Euro für eine Maß Bier verlangen – und sie werden dieses Geld mit Sicherheit auch bekommen.

Auch die Preise der alkoholfreien Getränke legen in diesem Jahr zu. Den Liter Mineralwasser wird es in diesem Jahr für 6,80 Euro bis 10,20 Euro geben; der Durchschnitt liegt bei 8,27 Euro.

Ich war persönlich noch nie auf dem Oktoberfest – und ehrlich gesagt reizt es mich auch von Jahr zu Jahr weniger. Das gilt besonders, seit Michael Möller, Chef der Hofbräu-Brauerei in München, im letzten Jahr gegenüber der Tageszeitung „Die Welt“ geäußert hat, dass Genuss auf der Wiesn nichts verloren hat.

Nun erscheint der Preis für das Bier selbstverständlich sehr hoch. Jan-Ulrich Bittlinger ist Vorsitzender des Vereins gegen betrügerisches Einschenken, einer Art Biertrinker-Gewerkschaft, und stellt gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung fest: „Die Schankmoral ist deutlich besser geworden“. Er erklärt weiter: wird ein Wirt mehrfach dabei erwischt, dass die Maß weniger als 0,9 Liter Bier enthält, muss er mit empfindlichen Strafen rechnen, im Extremfall sogar mit dem Verlust seiner Schankerlaubnis. Immerhin, damit ist zumindest ein Teil der Mehrkosten ausgeglichen.

Die FAZ hat auch mal bei Toni Roiderer nachgefragt, wo die Preise herkommen. Er ist seit 1989 Wiesn-Wirt und seit 2002 Sprecher der Wiesn-Wirte. Er rechnet vor: „Der Zeltaufbau kostet über zwei Millionen Euro.“ Für die Bewachung zahle er 400 000 Euro, mehr als 100 Ordner sollen für Sicherheit sorgen. Insgesamt habe er 600 Mitarbeiter im Zelt, und die Musikkapelle komme auch noch dazu. Und die Stadt kassiert bis zu 300 000 Euro Platzgebühr für ein Festzelt. Die Kosten sind also erheblich und auch wenn wir die Kalkulation nicht nachvollziehen können, sollte jedem klar sein, dass das Oktoberfest keine Discounter-Veranstaltung sein kann. Ob jemand mehr als 10 Euro für ein Bier ausgeben möchte, muss aber jeder für sich selbst entscheiden. Wenn Sie das Oktoberfest 2016 besuchen wollen, wünsche ich Ihnen auf jeden Fall viel Spaß.

Meininger wählt das Brauhaus Faust und die Boston Beer Company zu den Craft Brauern des Jahres

Zum dritten Mal fand Anfang April in Neustadt an der Weinstraße Meiningers International Craft Beer Award statt. Über 700 Biere aus 22 Nationen stellten sich dem Wettbewerb. Die besten 281 Bierspezialitäten wurden mit einer Medaille ausgezeichnet. Verkostet und bewertet wurden diese durch eine 76-köpfige Expertenjury aus Biersommeliers, Brauern, Bierexperten aus Handel und Forschung sowie Fachjournalisten.

„Die weiterhin wachsende Zahl der zum Wettbewerb eingereichten Biere macht uns schon ein wenig stolz. Insgesamt wurden über 60 unterschiedliche Bierstile, wie zum Beispiel Kellerbier, Pale Ale, IPA oder Weizenbock, verkostet. Unglaublich spannend waren vor allem die in den Kategorien Experimental Style und holzfassgereift eingereichten Biere.“ so Dirk Omlor, Leiter der Verkostung und Chefredakteur von Meiningers Craft – das Magazin für Bierkultur. „Das Qualitätsniveau der eingereichten Biere ist noch höher als wir es vor dem Wettbewerb erwartet hatten. Craft Beer ist nach wie vor eine Nische im Biermarkt, die jedoch eine unglaublich große Vielfalt bietet. Mit Meiningers International Craft Beer Award bieten wir in diesem wachsenden Markt einen guten Überblick und Orientierung für Handel und Verbraucher.“

21-mal konnte in diesem Jahr die höchste Auszeichnung Platin für herausragende Qualitäten vergeben werden: insgesamt 12-mal Platin geht an deutsche Brauereien, gefolgt von den Vereinigten Staaten von Amerika mit fünf Auszeichnungen, zweimal Platin geht nach Österreich sowie jeweils eine Auszeichnung in die Schweiz und nach Südafrika.

Das beste Craft Beer national und international wird zusätzlich mit der Sonderauszeichnung Craft Beer des Jahres geehrt: die Brauerei S. Riegele, ansässig in Augsburg, stellt mit ihrem Augustus 8, einem dunklen Weizendoppelbock, das beste deutsche Craft Beer des Wettbewerbs.

Bei den internationalen Bierspezialitäten wurde das von der Boston Beer Company eingereichte Samuel Adams Rebel Rouser, ein Imperial IPA, am höchsten bewertet und ist das Craft Beer des Jahres international.

Das beste Gesamtergebnis und somit die Auszeichnung Craft-Brauer des Jahres national geht an das Brauhaus Faust aus Miltenberg, das für seine eingereichten Bierspezialitäten insgesamt mit zweimal Platin, viermal Gold und dreimal Silber ausgezeichnet wurden.

Die Boston Beer Company konnte für ihre eingereichten Samuel Adams Craft Biere insgesamt fünfmal Platin, zehnmal Gold und achtmal Silber erringen und wird von der Jury als Craft Brauer des Jahres ausgezeichnet.

Im Medaillenspiegel zeigen sich die deutschen Brauer wie bereits im Vorjahr mit insgesamt 198 Auszeichnungen (12 Platin, 73 Gold, 113 Silber) als wahre Meister der Braukunst. Platz zwei geht an die Vereinigten Staaten von Amerika (27 Medaillen). Platz drei gewinnt Österreich (11 Medaillen) knapp vor der Schweiz (10 Medaillen).

Meiningers International Craft Beer Award wurde 2014 erstmalig durchgeführt. Gleich im ersten Jahr konnten knapp 250 Biere verkostet werden. 2015 verdoppelten sich die Anstellungen mit 550 Bieren aus aller Welt. Für 2016 vermeldet der Veranstalter nochmals eine Steigerung von über 25 Prozent. Meiningers International Craft Beer Award gehört bereits heute zu den bedeutendsten und meistbeachteten Bierwettbewerben der Welt.

Alle Preisträger hier aufzulisten wäre unsinnig. Lediglich zwei Biere möchte ich hier erwähnen.

Der Schokobär von Veto wurde mit der Goldmedaille ausgezeichnet. Dieses Bier habe ich auch getestet und ich war begeistert. Meine Bierwahrnehmung kann also nicht vollkommen ungewöhnlich sein.

Gutes Bier muss nicht teuer sein. Den Beweis liefert derzeit Rewe. Das Unternehmen verkauft anlässlich des 500jährigen Bestehens des Reinheitsgebots eine Sonderabpackung mit sieben Bieren aus Bayern zusammen mit einem Bierglas. Der Karton kostet € 9,99 und enthält auch das Hohenthanner Tannen Hell. Dieses Bier wurde bei Meiningers Contest mit Platin ausgezeichnet. Wenn das kein Angebot ist.

13. – 16. Mai: Fest der 100 Biere in Wolkering

Wenn wir an Bierfeste denken, meinen wir häufig, dass diese in erster Linie in Großstädten stattfinden, einfach weil dort mehr Publikum vorhanden ist. An dieser Stelle weise ich auf ein Bierfest in Wolkering hin, einem Ortsteil der Gemeinde Thalmassing im Landkreis Regensburg. Dieser Ort ist weitgehend unbekannt, aber das Fest der 100 Biere könnte das ändern. OK, ein Bierfest alleine ist noch kein Alleinstellungsmerkmal, aber dieses Fest ist doch etwas ganz Besonderes. Weshalb das?

Meist stehen auf Bierfesten verschiedene Brauereien und andere Anbieter, die ihre Biere ausschenken und auf diese Weise bekannt machen. In diesem Fall wird das Fest vom „Förderverein Dorfgemeinschaft Wolkering“ ausgerichtet. Entstanden ist die Idee, um einen Bolzplatz im Stadtteil zu finanzieren und so wurden im Jahr 2008 111 Biere aus Bayern verkauft, die von den jeweiligen Brauereien gespendet wurden. Wer damals glaubte, damit wäre das Ende der Fahnenstange erreicht, wurde in den folgenden Jahren eines Besseren belehrt: 2012 wurden bereits 352 Biere angeboten und im Jahr 2014 waren es 352 Biere. Für 2016 hat sich der Verein ein besonders ehrgeiziges Ziel gesetzt: es sollen 500 unterschiedliche Biere angeboten werden.

Die Biere sollen von den jeweiligen Brauereien gespendet werden. Dafür wurden mehr als 230 Brauereien angeschrieben. Diese Initiative imponiert mir wirklich, einfach schon aufgrund des enormen organisatorischen Aufwands. Die Brauereien müssen angeschrieben werden, die Antworten müssen bearbeitet werden und nicht zuletzt müssen die Brauereien angefahren werden, um die Bierspenden abzuholen. Vom Aufwand, das Fest selbst auszurichten und das umfangreiche Rahmenprogramm zu organisieren, will ich an dieser Stelle gar nicht reden. Ich wünsche dem Verein bei diesem Vorhaben viel Erfolg.

Damit stehe ich auch nicht allein. Im Jahr 2009 wurde das Fest mit der Goldenen Bieridee des Bayerischen Brauerbundes und des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes ausgezeichnet.

Das eigene Bier – so geht es einfach

Bier selbst zu brauen ist nicht trivial. Das Malz muss ausgewählt und schließlich gemaischt werden, und das bei richtiger Temperatur und in der richtigen Zeitspanne, der richtige Hopfen muss zur richtigen Zeit zugesetzt werden… Jeder Schritt ist eigentlich einfach, aber es sind ziemlich viele Schritte, so dass die Arbeit recht komplex wird. Außerdem ist viel Zeit erforderlich, die aufgewandt werden muss, um ein richtig gutes Bier zu erhalten.

Eine Brauerei ähnelt in Teilen einem Chemiebetrieb, sowohl optisch als auch von den Vorgängen her, die zum Bierbrauen erforderlich sind. Andreas Wengert von der Firma Wengert Brauereien hat es gegenüber dem Webportal http://www.schwaebische.de erklärt: „Es ist wichtig, die Temperaturen genau einzuhalten, damit die Enzyme arbeiten können“. Es finden während des Brauens viele unterschiedliche chemische Prozesse statt: Enzyme müssen gebildet und Stärke muss abgebaut werden, die Stärke muss in Zucker umgewandelt und dieser muss von der Hefe in Alkohol und Kohlensäure aufgespalten werden… Sechs Stunden dauert es etwa, bis das Bier so weit ist, dass es auf 10° Celsius abgekühlt ist und mit Hefe versetzt werden kann, so dass der eigentliche Gärvorgang beginnt.

Dann gärt das werdende Bier fast zwei Wochen, bevor es in Flaschen abgefüllt und dort weiter reifen kann. Vom Beginn des Brauens bis zum ersten Schluck Bier vergehen gut und gerne drei Wochen. Es ist also ein erheblicher Aufwand erforderlich, auf höchstem Niveau ein eigenes Bier zu brauen.

Automatisiert Bier brauen

Die Firma Wengert aus dem schwäbischen Grünkraut stellt Brauereieinrichtungen nicht nur für große Brauereien her, sondern auch den Wengert Brauprofi, mit dem sich weitgehend automatisiert 25 Liter Bier in professioneller Qualität brauen lassen. Allerdings benötigt das Gerät einen Wasseranschluss und einiges an Platz. In vielen Haushalten muss dafür vermutlich die Waschmaschine weichen. Dazu kommt noch der Kaufpreis, der mit allem Zubehör immerhin etwa 2.500 Euro beträgt. Damit ist das Gerät nur bedingt hausfrauenkompatibel. Für das Brauen im Privathaushalt dürfte der Brauprofi daher nur ein Nischendasein fristen.

Und dann kommt das Braufässchen

Einen ganz anderen Ansatz bietet das Startup-Unternehmen Braufässchen aus München. Das Unternehmen verspricht, dass es möglich ist, mithilfe eines Brausets innerhalb einer Woche ein eigenes Bier zu brauen. Dieses Versprechen war für mich Anlass genug, es einmal zu testen.

Die Bestellung

Das Unternehmen unterhält einen Webshop, wo es möglich ist, entweder ein vordefiniertes Brauset zu bestellen oder sich das gewünschte Bier selbst zu konfigurieren. Immerhin 14 vordefinierte Brausets stehen derzeit zur Verfügung. Wem das nicht ausreicht, kann sich auch sein eigenes Bier konfigurieren. Fünf Bierstile stehen zur Auswahl. Exemplarisch habe ich einmal das dunkle Bier ausgewählt. Dafür stehen drei verschiedene Hopfensorten für ein mildes, durchschnittlich herbes oder herbes Bier zur Verfügung. In einem dritten Schritt kann ich zwischen sieben unterschiedlichen Aromen auswählen. Für den ersten Versuch habe ich aber das vorkonfigurierte Pale Ale ausgewählt. Die Bestellung ist schnell erledigt, ich musste mich lediglich erst einmal daran gewöhnen, dass ich im Onlineshop nicht auf meine Wahl klicken musste, sondern die gewählten Zutaten nach oben ziehen musste.

Die Lieferung

Wenige Tage später war es dann so weit: mein Braufässchen kam an. Gut und sicher in einem stabilen Transportkarton fand ich die Verkaufsverpackung. Wenn das Bier so ansprechend ist wie die Verpackung kann ja eigentlich nichts mehr schiefgehen. Ich frage mich lediglich, weshalb es die vorkonfigurierten Brausets nur online gibt, nicht im Getränkemarkt. Aber egal, das ist eine Entscheidung des Anbieters mit seinen drei Gründern Wolfgang Westermeier, Ping Lu und Dominik Guber.

Also mache ich mit dem Auspacken weiter. Die Verkaufsverpackung enthält ein handelsübliches Partyfässchen mit fünf Liter Inhalt, eine Flasche Malzextrakt, drei kleine Fläschchen mit Hopfenaromen, ein Tütchen Hefe, einen Gärverschluss für das Fass, drei Bierdeckel und eine Kurzanleitung für das Brauen.

Werfe ich einen Blick auf die Anleitung. Versprochen wird, dass die Vorbereitung nur zehn Minuten dauert. Ich bin ja gespannt, ob sich diese Zeitangabe bewahrheitet. In dieser Zeit müssen lediglich einige einfache Schritte erledigt werden: der Malzextrakt muss in das Fässchen gefüllt werden, die Flasche muss mit teilweise kaltem und kochendem Wasser ausgespült und das Wasser in das Fass gefüllt werden, das Fass muss mit Wasser aufgefüllt werden, einmal kräftig durchschütteln, Hopfen, Hefe und Aromen müssen in das Fass, das Fass muss verschlossen werden und schon kann das Gären losgehen. Dafür soll das Fass fünf Tage bei Raumtemperatur und zwei Tage im Kühlschrank stehen. Anschließend soll das Bier fertig sein.

Irgendwie erinnert mich das Vorgehen an „Malen nach Zahlen“. Aber das muss ja nicht unbedingt schlecht sein. Ein Großteil der Komplexität der Aufgabe wird vor dem Anwender verborgen und das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Also beginne ich an und setze mein Bier an.

Die Vorbereitung

Der Verschluss ist schnell vom Fass genommen und ich kann den Malzextrakt einfüllen. Dabei stelle ich fest, dass der Flaschenhals etwa den gleichen Durchmesser hat wie die Öffnung in Fass. Ich will aber eigentlich vermeiden, dass etwas danebengeht und ich die Außenseite des Fasses verschmiere. Ich bin einfach zu faul, das Fass hinterher zu reinigen. Also verwende ich einen Trichter. Das war aber wohl ein Fehler. Der Malzextrakt ist so dickflüssig, dass es eine dreiviertel Stunde dauerte, bis das Malzextrakt im Fass war. Es wäre wohl doch besser gewesen, eine Verschmutzung zu riskieren. Aber da habe ich wohl zu viel und zu weit gedacht. Das Wasser, die Hefe und die Aromen in das Fass gefüllt, den Gärverschluss eingesetzt und – die reine Arbeitszeit hat wirklich nicht mehr als zehn Minuten benötigt.

Die Gärung

Ich habe das Fässchen in Heizungsnähe aufgestellt. Für den Fall, dass die Gärung zu kräftig wird, habe ich ein Geschirrtuch unter das Fass gelegt und damit auch sicher nichts spritzen kann, habe ich es auch mit einem Tuch abgedeckt. Diese Vorsichtsmaßnahme war aber nicht erforderlich; nur eine minimale Menge wurde aus dem Gärverschluss herausgedrückt. Nach einem Tag musste das Fässchen noch einmal umgedreht werden, dann konnte ich es weitere vier Tage stehen lassen. Dann trat ein Problem auf: das Fass sollte noch für zwei Tage in den Kühlschrank. Das hatte ich zwar gewusst, aber nicht berücksichtigt, so dass einfach kein Platz vorhanden war. Glücklicherweise hat meine Wohnung einen Balkon und draußen herrschen kühlschrankähnliche Temperaturen. Ich habe das Fass also nach draußen gestellt und zwei Tage später war das Bier fertig.

Die Verkostung

Endlich war es so weit und ich konnte das Bier verkosten. Optisch konnte ich nichts aussetzen. Hefetrüb und mahagonifarben präsentierte sich das Bier im Glas. Der feinporige Schaum hatte eine gute Standzeit. Auch das Aroma war für ein IPA typisch. Und der Geschmack? Mir fehlte etwas die sortentypische Süße. Das kann ich aber nicht dem Braufässchen anlasten, sondern ich gehe davon aus, dass die Gärung zu nahe an der Heizung stattgefunden hat, wodurch die Hefe zu viel Malzzucker in Alkohol und Kohlensäure aufgespalten hat. Ansonsten ließ sich an dem Bier nichts aussetzen. Es war trotz meines Fehlers immer noch erheblich besser als ein Bier aus industrieller Großproduktion.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis

Das Braufässchen kostet vorkonfiguriert 35,00 Euro, also 7,00 Euro je Liter. Damit ist es etwa ein Drittel günstiger als professionell gebrautes IPA in der Flasche, das ab circa 3,50 Euro angeboten wird. Dafür ist das Flaschenbier aber nach meinem Geschmack doch noch besser, Fehler wie eine zu warme Gärung wie bei mir kommen dort nicht vor. Wenn Sie eine Party planen und Ihren Gästen etwas Besonderes anbieten wollen, sollten Sie sich überlegen, einmal auf das Angebot von www.braufaesschen.com zurückzugreifen. Allerdings – für den Fall, dass Ihnen etwas Ähnliches passiert wie mir und das Bier nicht perfekt wird, sollten Sie beim ersten Mal die eine oder andere Kiste Bier in den Keller stellen, einfach als Plan B.

23. – 24. April 2016: Bamberger Biertage

Im 19. Jahrhundert gab es in Bamberg noch 65 Brauereien und auch heute noch wird noch in neun zumeist mittelständischen Brauereien Bier gebraut. Die Besucher können dabei am Bamberger Maxplatz die unterschiedlichsten Biersorten der Bamberger Privatbrauereien vergleichen und genießen. Egal ob Ungespundenes, Pils, Rauchbier oder Weißbier – hier gibt es (fast) alles, was das Herz eines Biergenießers sich nur wünschen kann.