Im Jahr 2015 erhielt die Brauerei Härle im Allgäu eine Abmahnung vom Verein Sozialer Wettbewerb. Ich habe ja bereits mehrfach darüber berichtet, dass die inhabergeführte Brauerei wie viele andere Brauereien auch einige ihrer Biere als „bekömmlich“ beworben hatte. Der Berliner Abmahnverein sieht darin eine gesundheitsbezogene Aussage. Diese ist für alkoholische Getränke untersagt. Auch wenn mir diese Argumentation vollkommen widersinnig erscheint, folgten ihr im letzten Jahr bislang zwei Gerichte, das Landgericht Ravensburg und das Oberlandesgericht Stuttgart. Nun beschäftigt dieser Streit auch die Richter beim Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Wie eine Sprecherin des BGH mitteilte, sei die Revision in dem Fall zugelassen worden. Der Termin für eine Verhandlung stehe aber noch nicht fest. Nach einem Bericht des Nachrichtenportals proplanta rechnet die Geschäftsführerin des Vereins Sozialer Wettbewerb vor dem Spätherbst nicht mit einem Verhandlungstermin.
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Brauereigaststätten in Bayern
Wenn Sie in einer fremden Stadt zum Essen gehen oder auch nur ein frisches regionales Bier genießen wollen, dann sind die Brauereigaststätten häufig eine gute Wahl. Ich versuche daher einmal, an dieser Stelle alle Brauereigaststätten und Gasthausbrauereien in Bayern zusammenzutragen. Mir ist klar, dass es einige Zeit dauern wird, bis ich alle Brauereiwirtshäuser gefunden habe. Wenn Sie feststellen, dass Ihre Lieblingsgaststätte hier noch nicht eingetragen ist, zögern Sie bitte nicht, sie mir per Kontaktformular mitzuteilen. Ich werde sie dann so schnell wie möglich in die Liste aufnehmen.
Vermutlich ist es am übersichtlichsten, die Einträge nach der Postleitzahl zu sortieren. Auf diese Weise stehen alle Gaststätten in einer Stadt automatisch zusammen.
Gasthaus Zollhäusl
Zollhäuslstraße 11
83395 Freilassing
www.zollhaeusl.de
Brauereigasthof Bad Reichenhall
Waaggasse 1 – 2
83435 Bad Reichenhall
www.brauereigasthof-buergerbraeu.de/
Waldhauser Bräu
Waldhauserstraße 12
83471 Schönau am Königssee
www.waldhauserbraeu.de
Bräu im Moos
Bräu im Moos 1
84 577 Tüssling
www.braeuimmoos.de
Weissbräuhaus zum Herrnbräu
Dollstr. 3
D-85049 Ingolstadt
www.weissbraeuhaus-ingolstadt.de
Brauereigasthof Hotel Maierbräu
Marktplatz 2
85250 Altomünster
www.maierbraeu.de
Gasthof & Hotel – KAPPLERBRÄU
Hans & Anton Wiedemann GbR
Nerbstr. 8
85250 Altomünster
www.kapplerbraeu.de
Brauereigasthof Hotel Aying
Zornedinger Strasse 2
85653 Aying
www.brauereigasthof-aying.de
Brauerei Schäffler
Hauptstraße 17
87547 Missen
www.schaeffler-braeu.de
Geyer´s Felsenkeller
Tanzenhaider Weg 6
91097 Oberreichenbach
www.brauereigasthof-geyer.de
Brauerei & Gasthof Rittmayer
Aischer Hauptstr. 5
91325 Adelsdorf
www.rittmayer-aisch.de
Felsenkeller „Zum Löwenbräu“
Neuhauser Hauptstr. 3
91325 Adelsdorf
www.zum-loewenbraeu.de
Brauereigasthof Eichhofen
Von-Rosenbusch-Straße 3
93152 Eichhofen/Opf.
www.eichhofen.de
Brauereigasthof Erl-Bräu
Stadtplatz 17
94333 Geiselhöring
www.erl-braeu.de
Ahörnla im Sand
Obere Sandstr. 24
96049 Bamberg
www.ahoernla.de
Ambräusianum
Dominikanerstr. 10
96049 Bamberg
www.ambraeusianum.de
Brauerei Greifenklau
Laurenziplatz 20
96049 Bamberg
www.greifenklau.de
Eckerts
Obere Mühlbrücke 9
96049 Bamberg
www.das-eckerts.de
Klosterbräu Bamberg
Obere Mühlbrücke 1-3
96049 Bamberg
www.klosterbraeu.de
Privatbrauerei Kaiserdom
Breitäckerstr. 9
96049 Bamberg
www.kaiserdom.de
Rauchbierbrauerei Schlenkerla
Dominikanerstr. 6
96049 Bamberg
www.schlenkerla.de
Brauerei Mahr’s Bräu
Wunderburg 10
96050 Bamberg
www.mahrs.de
Brauerei Fässla
Obere Königstr. 21
96052 Bamberg
www.faessla.de
Brauerei Spezial
Obere Königstr. 10
96052 Bamberg
www.brauerei-spezial.de
Brauerei-Gasthof Höhn
Hauptstr. 11
96117 Memmelsdorf
www.gasthof-hoehn.de
Drei Kronen
Hauptstr. 19
96117 Memmelsdorf
www.drei-kronen.de
Hotel & Landgasthof Lohntal
Lohntalstr. 15
96123 Lohndorf
www.lohntal.de
Brauerei Kundmüller
Weiher 13
96191 Viereth-Trunstadt
www.brauerei-kundmueller.de
Brauerei Erl braut bestes Festbier
Mehr als sieben Millionen Maß Bier werden jedes Jahr auf dem Oktoberfest in München ausgeschenkt, mehr als auf jedem anderen Bierfest der Welt. Doch Europas bestes Festbier befindet sich nicht in den Maßkrügen auf der Münchner Wiesn – es wird im niederbayerischen Straubing auf dem Gäubodenvolksfest ausgeschenkt und von einer kleinen Familienbrauerei hergestellt. Zu diesem Urteil kam eine Jury aus mehr als einhundert deutschen und internationalen Gerstensaft-Experten beim European Beer Star 2016. Sie verliehen das einzige Gold in der Kategorie „Bestes Festbier nach deutscher Brauweise“ an die kleine Landbrauerei Erl aus dem Landkreis Straubing-Bogen: Die Brauerei schaffte eine Sensation und setzte sich in der prestigeträchtigen Wertung gegen die großen Platzhirsche aus der Branche durch. Das Geheimnis des niederbayerischen Davids im Wettbewerb gegen die Biergiganten: ein altes Familienrezept, Wasser aus einem eigenen Tiefbrunnen, Zutaten aus der Region – und eine große Portion Leidenschaft.
Die Auszeichnungen beim European Beer Star, verliehen beim Branchentreff „BrauBeviale“ auf der Nürnberger Messe, gelten unter Braumeistern als die „Gourmetsterne des Gerstensafts“. Ende 2016 verkosteten die Juroren mehr als 2.000 Biere aus über 40 Ländern rund um den Globus. Das überraschende Verdikt der Tester: „Erl Bräu“ ist Bayerns erfolgreichste Brauerei. Bundesweit teilen sich die Niederbayern den Spitzenplatz mit der Brauerei Gold Ochsen aus Ulm in Baden-Württemberg, die ebenfalls zwei Goldmedaillen holte. Mit Gold prämierten die Juroren neben dem „Erlkönig Festbier“ auch den „Erlkönig Imperator“, einen hellen Doppelbock, der anlässlich des 500. Jubiläums des Reinheitsgebots im vergangenen Jahr erstmals gebraut wurde.
Bierbrauen ist bei den Erls in Geiselhöring Familientradition: Der 29-jährige Braumeister Josef Erl führt den Betrieb gemeinsam mit seinem Vater Ludwig und dessen Bruder Günter bereits in der sechsten Generation. Die Braugeschichte der Erls begann im Jahre 1871, als Ulrich Erl die bestehende Brauerei Mayer am Stadtplatz in Geiselhöring kaufte. Dreißig Jahre später erweiterte dessen Sohn Ludwig den Betrieb und zog an einen neuen Standort wenige hundert Meter entfernt um. Dort ist die Brauerei seit 1901 und bis heute zuhause.
„Doppel-Gold – das war eine echte Überraschung“, sagt Josef Erl, der vor zwei Jahren sein Studium zum Diplom-Braumeister in Weihenstephan abschloss und seitdem die Familientradition im Sinne seiner Vorfahren weiterführt. Für Seniorchef Ludwig Erl ist der Titel auch eine Bestätigung für das Bewahren des Ursprünglichen. Der 62-Jährige, der lange vor dem Beginn der „Craft-Beer-Bewegung“ bereits 1990 den Amerikanern in Los Angeles vorführte, wie ein echtes bayerisches Bier entsteht und schmeckt, sagt: „Wir wollen einfach mit guten Rohstoffen unsere niederbayerische Braukunst erlebbar machen.“ Und er meint damit: ungekünstelt und weit weg vom Zeitgeist.
Lange bevor „Micro Breweries“, also der Trend hin zu kleinen Brauereien und besonderen Bierspezialitäten in limitierten Mengen, aufkamen, hatten die Erls für sich schon festgelegt: der beste Weg in die Zukunft liegt in der großen Geschichte des niederbayerischen Biers. So ist heute das „Erlkönig Festbier“, das seit Jahrzehnten auf dem Gäubodenvolksfest ausgeschenkt wird, aktuell in der Ochsenbraterei Wenisch, das einzige, das noch traditionell handwerklich in offenen Gärbottichen gebraut wird. „Das gibt es auch auf der Münchner Wiesn schon lange nicht mehr“, sagt Ludwig Erl.
Auch bei den Zutaten hielten die Erls stets Kurs: „Unabhängig von Weltmarktpreisen und Spekulation legen wir hier den Schwerpunkt auf die Zuverlässigkeit unserer Partner und die Qualität von Hopfen und Malz“, sagt Junior-Braumeister Josef Erl, der auch das Rezept für den ebenfalls mit Gold ausgezeichneten hellen und mit fast neun Prozent Alkoholgehalt besonders süffigen Doppelbock „Erlkönig Imperator“ entwickelte. Alle Rohstoffe stammen nach seinen Worten von alteingesessenen bayrischen Mälzereien und Hopfenbauern, mit denen die Erls schon über Jahrzehnte zusammenarbeiten. Dazu kommt: „Unser weiches Brauwasser stammt aus dem eigenen kontrollierten Tiefbrunnen, wird nicht chemisch aufbereitet und ist eines der wenigen noch nitratfreien Brauwässer in Niederbayern“, sagt Josef Erl.
Auf Regionalität setzt das Unternehmen mit 18 Mitarbeitern, davon drei Auszubildende, auch bei der Vermarktung: Das Liefergebiet umfasst einen Umkreis von rund 80 Kilometern. Besonders gern getrunken wird es traditionell im Raum Regensburg und Straubing. Doch seit Neuestem kommt Bewegung in die „Bierlandkarte“ der Geiselhöringer Traditionsbrauer: Bei Münchner Getränkehändlern galten die „Erlkönige“ lange als Geheimtipp. „Seit der Nachricht vom Doppel-Gold ist der Absatz spürbar gestiegen“, so Vertriebsleiter Günter Erl.
Happy End im Streit um das Bier
Artikel in Tageszeitungen, die sich mit dem Thema Craft Beer befassen, sind häufig peinlich. Meist merkt der Leser, dass ein Redakteur, der mit dem Thema Craft Beer überhaupt nichts anfangen kann, dazu verdonnert wurde, zu einem Craft Beer-Event oder eine Craft Beer-Brauerei zu fahren und etwas darüber zu schreiben. Selbstverständlich soll das Ergebnis aus noch positiv ausfallen. Nun kennt aber unser armer Redakteur nur die Fernsehbiere und ist eindeutig der Meinung, dass ein Bier so schmecken muss wie er es kennt. Nun wird er mit Menschen konfrontiert, die ihm zeigen, das Bier auch ganz anders schmecken kann, unabhängig davon, ob es nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut wurde oder nicht. Damit ist er dann überfordert und entsprechend bemüht fällt dann er Artikel aus.
Anders der Artikel von Leopold Zaak, der in der Mittelbayerischen unter dem Titel „Happy End im Streit um das Bier“ über die Braukunst Live! in München berichtete. Angenehm unverkrampft und locker stellt er verschiedene Brauer vor, die auf der Messe in München ihre Produkte vorgestellt haben. Dabei geht er sowohl auf die Brauer von Fernsehbieren als auch auf große und kleine kreative Brauer (passt „kreative Brauer“ denn nicht viel besser als „Craft Beer-Brauer“?) ein und stellt kurz deren unterschiedliche Philosophien vor. Ich meine, dass es sich sicher lohnt, einmal auf die Website der Mittelbayerischen zu gehen (den Link finden Sie am Beginn dieses Absatzes) und den Artikel zu lesen.
Bamberger Rauchbier in der Arche des Geschmacks
Dass Slow Food sich für den Erhalt regionaler Lebensmittel einsetzt dürfte wohl allgemein bekannt sein. Nicht gar so bekannt ist das 1996 gestartete internationale Projekt „Arche des Geschmacks“, mit dem Slow Food weltweit rund 4.000 regional wertvolle Lebensmittel, Nutztierarten und Kulturpflanzen vor dem Vergessen und Verschwinden schützen will. Diese „Passagiere“, wie die Schützlinge von Slow Food genannt werden, können unter den gegenwärtigen ökonomischen Bedingungen am Markt nicht bestehen oder sind „aus der Mode“ gekommen. Mit dem Wissen, dass biologische Vielfalt regionale Wurzeln besitzt, bewahrt die „Arche des Geschmacks“ das kulinarische Erbe der Regionen. Schwerpunkt der Arbeit ist das aktive Sammeln, Beschreiben, Katalogisieren und Bekanntmachen der Passagiere. Das Motto lautet: Essen, was man retten will! Denn: Was nicht gegessen wird, wird nicht nachgefragt, kann also nicht verkauft werden und wird deshalb nicht hergestellt.
Um in die „Arche des Geschmacks“ aufgenommen zu werden, müssen Passagiere folgende Kriterien erfüllen:
• Sie sind in der Existenz bedroht.
• Sie zeichnen sich aus durch einzigartige geschmackliche Qualität.
• Sie haben eine historisch überlieferte Bedeutung.
• Sie besitzen identitätsstiftenden Charakter für eine Region.
• Sie unterstützen die nachhaltige Entwicklung einer Region.
• Sie stammen aus artgerechter Haltung (Tiere).
• Sie sind frei von gentechnischer Veränderung.
• Die Produkte sind käuflich erwerbbar.
Nun wurde auch das Bamberger Rauchbier in die Arche aufgenommen. Es gibt in Bamberg nur noch zwei kleine Brauereien, die das Rauchbier in traditioneller Arbeitsweise herstellen. Immerhin gibt es in der Craft Beer-Szene inzwischen einige Brauereien, die Rauchbiere brauen, aber Bamberg ist halt die Heimat des Rauchbiers und ist dort auch am weitesten verbreitet.
Dabei haben die beiden Brauereien mit etlichen Problemen zu kämpfen. Die Innenstadt von Bamberg ist mit ihren engen Straßen mittelalterlich geprägt. Dadurch sind die Betriebe für Anliefere schwierig zu erreichen und auch der Verkehrsraum ist nicht ausreichend vorhanden. Auch die Emissionen der Rauchdarren werden von der Nachbarschaft zunehmend als Belästigung empfunden.
Bedrohlich für das Bamberger Rauchbier könnte eine weitere Verschiebung der Geschmackspräferenzen der Verbraucher werden. Die modernen milderen Rauchbiere, denen nur geringe Mengen Rauchmalz aus der Herstellung von Handelsmälzereien beigegeben werden, um mit einem Hauch von Rauch ein interessantes Geschmacksprofil zu erreichen, sind seit einigen Jahren auf dem Vormarsch. Es ist nicht auszuschließen, dass in Zukunft der Kreis der Liebhaber des kräftig rauchigen Bieres schrumpft. Auch das könnte eine Gefahr für das traditionelle Bamberger Rauchbier darstellen.
Folgende Zahlen von der Slow Food-Website mögen den Anteil des Rauchbieres an der Biererzeugung in Bamberg verdeutlichen: Um 1820, also vor dem Siegeszug der rauchfreien Malzdarren, waren alle erzeugten 44.000 Hektoliter originales Bamberger Rauchbier. Im Jahr 1935, als erstmals nur noch die Brauereien Schlenkerla und Spezial Rauchbier herstellten, betrug der Rauchbieranteil am Gesamtausstoß von 102.000 Hektolitern grob geschätzt etwa 10.000 Hektoliter, also rund zehn Prozent; sicher bestimmbar ist dieser Anteil nicht mehr. Für das Jahr 2015 finden sich rund 25.000 Hektoliter Rauchbier traditioneller Herstellung unter den 250.000 Hektolitern der Bamberger Gesamterzeugung; das sind ebenfalls 10 Prozent.
Das Bamberger Rauchbier traditioneller Herstellung wird in der Brauereigaststätte Schlenkerla in der Dominikanerstraße und dem Brauereigasthof Spezial in der Oberen Königstraße und auf dem sogenannten Spezialkeller, der seit einigen Jahren ganzjährig betriebenen Gaststätte mit großem Biergarten über dem ehemaligen Lagerkeller der Brauerei Spezial auf dem Oberen Stephansberg ausgeschenkt. Ich werde im April in Bamberg sein und dann selbstverständlich die Gaststätten besuchen und hier im Blog darüber berichten. Bislang habe ich aber noch nichts Negatives über die Bamberger Brauereigaststätten gehört.
Bamberg liegt bekanntlich in Franken und Franken ist die Gegend in Deutschland mit der höchsten Brauereidichte. Das zeigt die Verbundenheit der Franken mit dem Bier, eine Tradition, deren Anfänge bis ins späte 13. Jahrhundert zurückreichen.
Die Herstellung des Rauchmalzes beschreibt Slow Food wie folgt: „Das Trocknen des Malzes über offenem Holzfeuer erfordert besondere bauliche Anlagen und besonderes handwerkliches Geschick. Bamberger Rauchbier traditioneller Herstellungsart wird gebraut wie jedes andere Bier auch. Seine Besonderheit erhält es durch die spezielle Art der Trocknung des Malzes im heißen Rauch des offenen Feuers von Buchenholz (gelegentlich auch Eichenholz), so dass das Räuchern integraler Bestandteil des Trocknungsprozesses ist. Dazu bedarf es spezieller Anlagen, in denen die Abluft des Holzfeuers über Spalten- oder Lochböden unmittelbar in das darüber aufgeschichtete nasse, zu trocknende Malz geleitet wird, dieses Grünmalz durchzieht und dann erst an die Außenluft abgegeben wird. Trocknung und Räucherung geschehen auf diese Weise in ein und demselben Vorgang. Dies ist kennzeichnend für das „Bamberger Rauchbier traditioneller Herstellungsart“. Die Technik des nachträglichen Räucherns von bereits in rauchfreien Darren fertig getrocknetem Malz ist für das „Bamberger Rauchbier traditioneller Herstellungsart“ ausgeschlossen.
Beide Bamberger Rauchbierbrauereien verfügen über eine hauseigene Rauchdarre. Je nachdem, wie sie in aufwändiger handwerklicher Arbeit den Brennvorgang über einen Zeitraum von ca. 18 bis 22 Stunden steuern und rauchfreie Luft zumischen, erhalten sie Malze mit unterschiedlichem Rauchgeschmack, der auch dem Geschmack der Biere deutlich unterschiedlichen Charakter gibt. Die Öfen werden mit großen Holzscheiten geschürt. Im Rauch gedarrt wird ausschließlich Gerstenmalz. Anlagentechnik und Prozesssteuerung der nach wie vor handbefeuerten Rauchdarren gehören zu den gut gehüteten Betriebsgeheimnissen der beiden Bamberger Rauchbierbrauereien.“
Ein göttliches Bier: Bayerns brauende Klosterschwester
Im niederbayerischen Kloster Mallersdorf braut sich Woche für Woche etwas ganz Besonderes zusammen: Dort mixt seit mehr als drei Jahrzehnten eine von deutschlandweit nur drei brauenden Klosterschwestern einen göttlichen Gerstensaft. Zum Brauen kam Schwester Doris wie die Jungfrau zum Kind: Als sie mit 16 ins Kloster kam, gab es im Brauhaus noch Arbeit. Doch schnell wurde der Nonne ihr Schicksal zur Leidenschaft. Als einzige Frau ihres Jahrgangs wurde Schwester Doris vor über 38 Jahren an einer Fachschule in Ulm zur Braumeisterin – als Jahrgangsbeste.
Die Brau-Tradition des Klosters Mallersdorf reicht bis ins 16. Jahrhundert. Doch seit Schwester Doris in der Brauerei das Sagen hat, ist die moderne Braukunst hinter den altwehrwürdigen Klostermauern eingezogen. „Das alte Klosterrezept ist ein Mythos und nur ein Werbespruch“, beichtet die brauende Nonne. Das Bier von damals wolle heute aber auch keiner mehr trinken.
Doch trotz technischer Tricks liegt die Qualität des Klosterbiers auch heute noch zum Großteil in Gottes Hand: „Das Wetter im April und die folgende Gerste-Ernte sind entscheidend“, sagt Schwester Doris. Verarbeitet wird das Getreide aus eigenem Anbau in einer beauftragten Mälzerei außerhalb der Klostermauern.
Bei aller Modernität läuft in der Klosterbrauerei aber doch noch einiges anders. „Bei uns ist Bier ein Frische-Produkt“, sagt Schwester Doris. Nach sechs bis acht Wochen sollte es getrunken sein – denn in Mallersdorf wird das Bier nicht steril gefiltert wie beim üblichen Gerstensaft aus dem Getränkemarkt. Dadurch bleiben viele gesunde und geschmacksgebende Inhaltsstoffe erhalten.
Einmal wöchentlich ist „Sudtag“ im Kloster Mallersdorf: Dann ist Schwester Doris ab halb vier Uhr morgens im Einsatz, um mit ihrem Gesellen rund 70 Hektoliter für etwa 700 Kästen „göttliches Bier“ zu brauen. Das füllt die Nonne anschließend auch höchstpersönlich ab. Produziert wird Helles und naturtrübes Zoigl. Das Bier hat zwölf Prozent Stammwürze und fünf Prozent Alkoholgehalt. Im Advent und in der Fastenzeit kommt noch ein helles Bockbier dazu.
Verkauft wird das besondere Bier täglich direkt ab Kloster und in ausgewählten Märkten in der Region, beispielsweise in Straubing, Landshut und Regensburg. Doch auch die rund 500 Nonnen von der Ordensgemeinschaft der Armen Franziskanerinnen im Kloster Mallersdorf sind ihrem eigenen Bier nicht abgetan: Etwa ein Fünftel der Jahresproduktion von rund 3000 Hektolitern trinken sie selbst.
Ihrer Berufung als brauende Klosterschwester will die 66-jährige Doris Engelhard – so Gott will – noch mindestens 20 Jahre nachkommen. Eine Nachfolgerin ist bisher nicht in Sicht. „Im Kloster wird gearbeitet und gestorben“, sagt Schwester Doris.
Der Prozess um das bekömmliche Bier
Um 10:07 war es so weit: der Prozess des „Verband Sozialer Wettbewerb e.V.“ begann. Richter Gerhard Ruf begann die Verhandlung mit dem launischen Spruch: „Es geht um eine wirklich spannende Frage. Das Bier von Härle kann ich allerdings nicht beurteilen, das habe ich noch nicht getrunken“. Aber nur elf Minuten später führt er aus: „Aus unserer Sicht nach der Vorberatung kann man mit Blick auf EuGH-Spruch nur so entscheiden wie das Landgericht Ravensburg“. Das hatte ja dem VSW Recht gegeben, und Härle die Nutzung von „bekömmlich“ untersagt. Ich habe dieses Urteil damals schon nicht verstanden. Der Begriff „bekömmlich“ verspricht für sich schließlich noch keine Verbesserung der Gesundheit, sondern sagt lediglich aus, dass es dem Konsumenten nach dem Genuss nicht schlechter geht. Auch der Duden, der bekanntlich eine gewisse Deutungshoheit im Bereich der deutschen Sprache innehat, sieht das wie ich.
Eine gesundheitliche Aussage wäre nach meiner Ansicht etwas wie „der Genuss dieses Bieres hilft gegen Verstopfung“. Das hat aber niemand behauptet. Betrachten wir die Sache doch einmal andersrum: wenn ein Bier nicht als bekömmlich beworben werden darf, muss ich als Konsument wohl davon ausgehen, dass es unbekömmlich ist. Aber darf in Deutschland ein unbekömmliches Lebensmittel überhaupt auf den Markt kommen? Hoffentlich nicht. Bekömmlichkeit ist bei Lebens- und Genussmitteln eigentlich eine Selbstverständlichkeit.
Um 10:41 Uhr veröffentlicht Frau Korf von schwaebische.de einen Ausspruch von Richter Ruf: „Wer bekömmlich liest, denkt vielleicht: Von dem Bier bekomme ich nicht schon nach drei Halben Kopfweh, sondern erst nach fünf“. Mit Verlaub Herr Richter Ruf: fünf halbe Liter sind nun wirklich kein bestimmungsgemäßer Konsum von Bier, das ist bereits an der Grenze zum Missbrauch. Und dass ein Missbrauch nicht bekömmlich ist gilt auch für andere Produkte, die bei bestimmungsgemäßem Gebrauch gesundheitsfördernd sind.
Auffällig ist, dass sich der VSW eine kleine Brauerei für ihre Abmahnung ausgesucht hat. Weshalb wurde keine Großbrauerei wie Augustiner abgemahnt? Vermutlich weil der Verband davon ausgegangen ist, dass eine kleine Brauerei nicht den Mut und/oder die Mittel hat, sich gegen diesen Unsinn zu wehren.
Im Moment hat das Gericht die Verhandlung für zehn Minuten unterbrochen.
Nach der Unterbrechung erklärt Härle, dass er seine Berufung nicht zurückruft. Er bittet um ein Urteil und darum, dass eine Revision beim Bundesgerichtshof zugelassen wird. Anders ausgedrückt rechnet er mit einer Niederlage und will sich weiter wehren. Das Gericht wird das Urteil am 3. November verkünden.
Zum Abschluss möchte ich noch www.schwaebische.de für den Liveblog danken, aus dem ich die Informationen für diesen Artikel genommen habe.
Breaking News: Liveblog von der Verhandlung um bekömmliches Bier
Jetzt nur ganz kurz: unter http://live.schwaebische.de/Event/Der_Bierstreit_live finden Sie einen Liveblog zur Verhandlung vor dem Oberlandesgericht Stuttgart. Bekanntlich geht es um die Abmahnung, die der Verband Sozialer Wettbewerb der Brauerei Härle geschickt hat, weil er seine Biere mit dem Attribut „bekömmlich“ beworben hat. Heute um 10 Uhr soll es losgehen. Ich drücke Gottfried Härle ganz fest die Daumen, dass er diesen Prozess um die merkwürdige Abmahnung gewinnt.
Neumarkter Lammsbräu erneut nachhaltigste Brauerei
Die Bio-Brauerei Neumarkter Lammsbräu hat sich bei einer internationalen Untersuchung der 33 beliebtesten Biermarken hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit erneut als Branchenprimus behauptet. Bereits zum vierten Mal hat die Initiative „Rank a Brand“ die Nachhaltigkeitsleistungen von Brauereien analysiert und veröffentlichte jetzt die Ergebnisse in ihrem „Beer Ranking 2016“. Wie schon in den Vorjahren ließ Neumarkter Lammsbräu auch diesmal alle anderen Brauereien mit weitem Abstand hinter sich und erhielt als einzige Biermarke überhaupt eine Kaufempfehlung von Rank a Brand.
Zu den 23 Bewertungskriterien zählten u.a. Fragen zur CO2-Bilanz, zur Verwendung umweltzertifizierter Rohstoffe und erneuerbarer Energien sowie zu Nachhaltigkeitszielen. Rank a Brand betont, dass Neumarkter Lammsbräu als einzige Brauerei eine komplette Klimabilanz vorlegt und ausschließlich Rohstoffe aus dem Ökolandbau verwendet, was die Umwelt erheblich schont. Rank a Brand weiter: „Die Bilanzierung zu Verpackungsmaterialien sowie die Nachhaltigkeitsberichterstattung im Allgemeinen setzen Maßstäbe.“
Susanne Horn, Generalbevollmächtigte: „Dass wir viermal hintereinander Sieger des Nachhaltigkeitsrankings von Rank a Brand geworden sind, freut uns natürlich sehr und bestätigt uns auf unserem Weg. Denn nur wer bei Themen wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz konsequent am Ball bleibt, kann wirklich etwas bewegen.“
Mit dem Erreichten gibt Lammsbräu sich deshalb auch nicht zufrieden. Mit einer eigens entwickelten Klimastrategie hat der Bio-Pionier bereits neue Ziele und Maßnahmen für die Zukunft festgelegt, mit denen die klimarelevanten Emissionen noch weiter gesenkt werden sollen. Und auch in Sachen Bio-Braurohstoffe denkt man bei Lammsbräu schon heute einen Schritt weiter. Susanne Horn: „Zu unserem Bio-Engagement gehört, dass wir die alternativen Saatgutprojekte des ökologischen Landbaus aktiv fördern und uns für die Erforschung der ökologischen Pflanzenzüchtung engagieren. Denn nur wer Gutes sät und sich nachhaltig kümmert, kann Gutes ernten.“
Brauerei Härle – 3. Runde im Prozess um bekömmliches Bier
Es ist nicht neu – im Sommer letzten Jahres hat der „Verband sozialer Wettbewerb“ die Brauerei Härle aus Leutkirch im Allgäu abgemahnt. Grund für die Abmahnung war, dass Härle sein Bier als „bekömmlich“ beworben hat. Diese Eigenschaft, die nach meinem Gefühl eine Selbstverständlichkeit ist, hält der Verband für eine gesundheitsbezogene Aussage. Gegen diese Abmahnung ist Brauereichef Gottfried Härle vor Gericht gegangen. Für mich nicht nachvollziehbar hat er damit vor dem Ravensburger Landgericht zweimal verloren. Nun wird sich das Stuttgarter Oberlandesgericht am 27. Oktober mit dem Fall befassen. Härle will dort mit neuen Argumenten auftreten, auch wenn er die Chancen für einen positiven Ausgang des Rechtsstreits nach einem Bericht des Südkuriers mit „fifty-fifty bewertet.“
Moralische Unterstützung
Es ist schon schwer nachvollziehbar, dass eine Werbung, die mehr als 100 Jahre verwendet wurde, auf einmal nicht mehr gesetzeskonform sein soll. Bereits im Jahr 1901 nicht der Urgroßonkel und Brauer Heinrich Härle mit dem Begriff „bekömmlich“ geworben. Moralische Unterstützung erhielt er vom Allgäuer Landsmann und Schriftsteller Rudi Holzberger, der das Wort bekömmlich zur Metapher erklärte, die juristisch nicht beim Wort genommen werden könne. Die Ravensburger Zivilrichter indes erklärten „bekömmlich“ als „gesundheitsbezogene Angabe“ die eine „objektive Verträglichkeit eines Lebensmittels für den Körper und seine Funktionen“ beschreibe.
Härle hat viele Mails erhalten, in denen die Absender ihm Trost spendeten und erklärten, dass sie das Urteil des Ravensburger Zivilkammer für hanebüchen halten. So sieht es wohl auch Härles Rechtsanwalt. In einem 17 Seiten-Schriftsatz hat Rechtsanwalt Roland Demleitner aufgeführt, wie man das Urteil der Ravensburger Zivilkammer werte, nämlich „bemerkenswert falsch“, „unrichtig“, „völlig verfehlt“ und mithin aufzuheben. Außerdem schlägt der Anwalt, der auch Geschäftsführer des Verbandes Private Brauereien Deutschland ist, dem Gericht vor, das Verfahren notfalls dem Europäischen Gerichtshof zur Prüfung vorzulegen.
Verordnung aus dem Jahr 2006
Der Südkurier schreibt dazu: „In Leutkirch hat indes Esther Straub, rechte Hand des Brauereichefs und Master of Law, im Dschungel europäischer Entscheidungen eine Verordnung des Europäischen Parlaments über „gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel“ aus dem Jahr 2006 gefunden. Darin heißt es: ‚allgemeine Bezeichnungen, die traditionell zur Angabe einer Eigenschaft einer Kategorie von Lebensmitteln oder Getränken verwendet werden, die Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben könnten, wie z.B. Digestif oder Hustenbonbon sollten von der Anwendung dieser Verordnung ausgenommen werden‘.“
Ich wünsche Gottfried Härle auf jeden Fall viel Erfolg in Stuttgart und ein bekömmliches Urteil.

