Stacheln

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Stacheln ist ein alter Brauch der Bierkultur, der vor allem in Franken sowie in Teilen Österreichs und Nordamerikas gepflegt wird. Dabei wird ein speziell geformter Eisenstab – der sogenannte Bierstachel – auf hohe Temperaturen erhitzt und anschließend für wenige Sekunden in ein kaltes, meist kräftiges Bier getaucht.

Durch die Hitze karamellisieren die im Bier enthaltenen Malzzucker. Gleichzeitig verdampft ein Teil der Kohlensäure, wodurch das Bier weicher und cremiger wirkt. Es entstehen zusätzliche Aromen von Karamell, Toffee, geröstetem Malz und manchmal auch feine Noten von Kaffee oder Schokolade. Zum Stacheln eignen sich besonders kräftige, malzbetonte Bierstile wie Bockbier, Doppelbock, Eisbock oder dunkle Winterbiere. Leichte und hopfenbetonte Biere verlieren durch das Erhitzen dagegen häufig ihren typischen Charakter.

Heute wird das Stacheln vor allem auf Bierfesten, in Brauereien oder bei besonderen Verkostungen zelebriert. Es verbindet historische Biertradition mit einem außergewöhnlichen Geschmackserlebnis und erfreut sich bei Bierliebhabern wieder wachsender Beliebtheit.

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