Hobbybrauen ist in Norwegen offenbar weit mehr als das gelegentliche Ansetzen eines Sudes in der heimischen Küche. Wie lebendig und vielfältig die Szene ist, zeigte sich am vergangenen Samstag bei der Rennesøy Hjemmebryggfestival. 170 Teilnehmer kamen zu dem Treffen in Østhusvik Grendahus, bei dem 14 Hobbybrauer insgesamt 44 verschiedene Biere präsentierten.
Die Zahlen sind durchaus beeindruckend. Auf einer einzigen regionalen Hobbybrauerveranstaltung konnten sich die Besucher durch 44 unterschiedliche Biere probieren. Und nach dem Bericht von Norbrygg, dem norwegischen Hobbybrauerverband, war die Qualität der eingereichten Biere ebenfalls bemerkenswert hoch.
Damit die Besucher nicht völlig unvorbereitet an die Verkostung gingen, bot Norbrygg vor Beginn des Festivals einen Kurs zur Bierverkostung an. Dabei lernten die Teilnehmer, wie Bier richtig verkostet und beurteilt wird und worauf bei Aroma, Geschmack und Gesamteindruck zu achten ist.
Doch bei der Rennesøy Hjemmebryggfestival ging es offensichtlich um mehr als um möglichst viele Biere im Glas. Das Hobbybrauen wird in Norwegen als Teil der eigenen Essens- und Handwerkstradition verstanden. Wissen und traditionelle Verfahren treffen dabei auf Kreativität und neue Ideen.
Genau diese Mischung spiegelt auch die Auswahl der Biere wider. Neben klassischen Bierstilen fanden sich zahlreiche ungewöhnliche Kreationen. Stolen Bryggeri trat beispielsweise mit einem Pale Ale mit Zitrone an. Norpol präsentierte eine Raspberry Lemonade, während Oddify mit einer Tropical Lemonade an den Start ging. Auch ein Haskapbær Cheesecake von Mobster Brewing X Rage’s Brygghus, ein NEIPA von Hello Darkness Brewing und ein Smoothie-Bier namens Island in the Sun von Smiehagen Hjemmebryggeri gehörten zum Teilnehmerfeld.
Am Ende konnte Stolen Bryggeri den Wettbewerb für sich entscheiden. Hans Pale Ale med sitron erreichte den ersten Platz. Rang zwei ging an Norpol mit Raspberry Lemonade, den dritten Platz belegte Oddify mit Tropical Lemonade.
Dahinter folgten Mosterøy Bryggelaug mit Explore Columbus’s Galaxy und B.R.A Brygg mit Hope. Auf den weiteren Plätzen landeten unter anderem das Haskapbær Cheesecake von Mobster Brewing X Rage’s Brygghus, das Grendahus NEIPA von Hello Darkness Brewing und Paradis von B.R.A Brygg.
Die vollständige Platzierung zeigt dabei noch einmal die große Bandbreite der eingereichten Biere:
- Stolen Bryggeri – Hans Pale Ale med sitron
- Norpol – Raspberry Lemonade
- Oddify – Tropical Lemonade
- Mosterøy Bryggelaug – Explore Columbus’s Galaxy
- B.R.A Brygg – Hope
- Mobster Brewing X Rage’s Brygghus – Haskapbær Cheesecake
- Hello Darkness Brewing – Grendahus NEIPA
- B.R.A Brygg – Paradis
- Skaret Brewing – Passion Sur
- B.R.A Brygg – Dragon
- Fyldige atleters bryggeri – Forbuden frukt
- Skaret Brewing – Båt IPA
- Costa Plenty Brewery – #1. L.T.D – Light The Dark
- Skaret Brewing – Propeller
- Heine – Kalven
- Smiehagen Hjemmebryggeri – Island in the Sun Smoothie
Die Rennesøy Hjemmebryggfestival liefert damit einen schönen Einblick in eine Hobbybrauerszene, die sich nicht auf das Nachbrauen klassischer Bierstile beschränkt. 44 Biere von 14 Brauern, ein eigener Sensorikkurs und 170 Teilnehmer zeigen zumindest für diese Veranstaltung eine bemerkenswerte Begeisterung für das eigene Brauen und die gemeinsame Beschäftigung mit Bier.
Und vielleicht ist genau das die interessanteste Erkenntnis aus Rennesøy: Hobbybrauen bedeutet hier nicht nur, Bier zu Hause selbst herzustellen. Es ist auch eine Möglichkeit, Wissen weiterzugeben, neue Rezeptideen auszuprobieren und sich mit anderen Bierbegeisterten über das Ergebnis auszutauschen.