
Der Bayerischer Brauerbund hat eine neue Führung: Dr. Stefan Kreisz, Vorsitzender der Geschäftsführung von Erdinger Weißbräu, wurde am 21. Mai 2026 einstimmig zum neuen Präsidenten des Verbandes gewählt. Damit übernimmt ein Brauwissenschaftler und langjähriger Branchenkenner Verantwortung in einer Zeit, die für die Brauwirtschaft von großen Herausforderungen geprägt ist.
Mit Dr. Kreisz rückt eine Persönlichkeit an die Spitze, die Tradition und moderne Unternehmensführung gleichermaßen verkörpert. Der promovierte Brauwissenschaftler ist seit Jahren in leitenden Funktionen bei Erdinger tätig und verantwortete unter anderem Qualitätssicherung, Forschung und Entwicklung, bevor er in die Geschäftsführung wechselte.
Nach seiner Wahl machte Kreisz deutlich, worauf er seinen Fokus legen will: die Stärkung des Braustandorts Bayern, den Erhalt mittelständischer Braustrukturen und die gesellschaftliche Bedeutung des Bieres. Seine Botschaft: Bayerisches Bier sei weit mehr als ein Getränk – es sei Teil von Kultur, Heimat und Identität. Diese Vielfalt gelte es zu schützen und gleichzeitig zukunftsfähig weiterzuentwickeln.
Gerade dieser Spagat dürfte die Branche in den kommenden Jahren beschäftigen. Sinkende Bierabsätze, verändertes Konsumverhalten und wirtschaftlicher Druck stellen viele Brauereien vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig wachsen alkoholfreie Sortimente und neue Getränkekategorien an Bedeutung.
Abschied nach zehn Jahren: Georg Schneider wird Ehrenpräsident
Mit der Wahl endet zugleich die zehnjährige Amtszeit von Georg Schneider von Schneider Weisse. Schneider prägte den Verband in einer Phase tiefgreifender Veränderungen und setzte sich insbesondere für mittelständische Brauereien, regionale Wertschöpfung und Nachhaltigkeit ein.
Ein besonderer Moment seiner Amtszeit war das Jahr 2016: Damals feierte die bayerische Brauwirtschaft gemeinsam den 500. Jahrestag des Reinheitsgebots – ein Jubiläum mit internationaler Aufmerksamkeit und hoher symbolischer Bedeutung für Bayerns Bierkultur.
Für seine Verdienste wurde Georg Schneider nun einstimmig zum Ehrenpräsidenten des Bayerischen Brauerbundes ernannt.
Stabwechsel in anspruchsvollen Zeiten
Der Führungswechsel erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Brauwirtschaft zwischen Tradition und Transformation steht. Die Erwartungen an den neuen Präsidenten sind entsprechend hoch: Bayerische Bierkultur bewahren, mittelständische Brauereien stärken und gleichzeitig Antworten auf veränderte Märkte finden.
Mit Dr. Stefan Kreisz übernimmt nun ein Vertreter einer der bekanntesten deutschen Privatbrauereien diese Aufgabe – und damit die Verantwortung, Bayerns Brauwirtschaft in die nächste Phase zu begleiten.