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Der Weihenstephaner Braupakt

Dass sich zwei oder mehr Brauereien zusammentun, um einen Sondersud zu kreieren, ist keine Seltenheit. Dass sich aber ein amerikanischer Craft Brewer mit der staatlichen Brauerei in Weihenstephan zusammentut, ist schon etwas Besonderes. Zwei Kontinente, knapp 10.000 Kilometer Entfernung, vereint durch die Leidenschaft des Bierbrauens: Die traditionsreiche Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan und die amerikanischen Craftbier-Pioniere der Brauerei Sierra Nevada aus Kalifornien stellen ihren Gemeinschaftssud „Braupakt“ vor. Ein ausgeprägt fruchtig-hopfiges Hefeweißbier, eingebraut mit der traditionellen Hopfensorte Hallertauer Tradition, verfeinert mit den amerikanischen Aromahopfensorten Amarillo und Chinook.

Nach der gemeinsamen, knapp einjährigen Rezepturentwicklung, kam es letzte Woche zur ersten gemeinsamen Verkostungsrunde mit Bill Manley, Produktentwickler bei Sierra Nevada, der dafür extra von Kalifornien nach Freising reiste. Von dem Ergebnis des „Braupakts“ zeigte sich Manley begeistert: „In der Craftbierbewegung in den USA geht der Trend langsam wieder weg von den extrem bitteren Bieren, hin zu den hopfenaromatischen Bieren.

Mit den fruchtigen Aromahopfensorten und der fein bananigen Hefenote liegen wir bei unserem „Braupakt“ damit genau richtig.“ Auch der Braumeister der Brauerei Weihenstephan, Tobias Zollo, freut sich über den sehr gelungenen Sud: „Wir, als Experten für Hefeweißbier, gemeinsam mit Sierra Nevada, deren Pale Ale weltbekannt ist und weltweit als Benchmark für diesen Bierstil angesehen wird, haben unsere Kernkompetenzen gebündelt und damit ein ganz besonderes Bier geschaffen, das uns voll überzeugt!“ Eine besondere Erfahrung war für Zollo die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den amerikanischen Kollegen: „Für uns Brauer ist es hochinteressant, wie sich die Bierkultur in den beiden Ländern unterscheidet. Während in Deutschland leider zu oft der Konkurrenzgedanke im Vordergrund steht, ist in den USA der Gedanke des Ideenaustausches und der gegenseitigen Inspiration weit verbreitet. Diese Herangehensweise und Mentalität war eine überaus positive Erfahrung für uns.“

Der Weihenstephaner Braupakt wird im Januar 2018 als limitierte Abfüllung eingebraut und ist ab März 2018 in Deutschland und weltweit erhältlich.

Nach Darstellung der Brauer lässt sich das Ergebnis dieser Zusammenarbeit wie folgt beschreiben: Das bernsteinfarbene, naturtrübe Hefeweißbier ziert eine cremige Schaumkrone und duftet nach Pfirsich, Aprikose und Zitrusfrüchten. Im Antrunk überzeugt der „Braupakt“ mit seinem Aromenspiel aus der fein bananigen Hefe- und einer erfrischenden Grapefruitnote aus dem amerikanischen Hopfen Chinook. Der fruchtige Pfirsich- und Aprikosengeschmack der Hopfensorte Amarillo wird von der milden Süße aus dem verwendeten Karamellmalz abgerundet. Der fein rezente Körper des Hefeweißbieres entwickelt im Abgang ein harmonisches Mundgefühl.

Analysedaten (ungefähre Angaben):

Stammwürze 14,5%
Alkoholgehalt ~ 6,0%
Malz: Weizenmalz, helles und dunkles Gerstenmalz, Karamellmalz
• Hopfen
21 IBU

Passt zu exotischen und würzig-scharfen Gerichten mit Fisch, Fleisch und Meeresfrüchten.

Ich meine, wir können uns schon mal auf das Frühjahr freuen.

21. 9. – 24. 9. 2017: Craftoberfest in München

Das Craftoberfest ist die Genussalternative zum Oktoberfest und es ist kein Zufall, dass die Veranstaltung zeitgleich mit der Wiesn stattfindet. Handgemachtes Bier wird vom Braumeister selbst frisch gezapft! Kleinstbrauereien von Regional bis Übersee bringen zur Münchner Wiesnzeit ihre qualitativ hochwertigen Biere mit, die mit Liebe und Leidenschaft handwerklich gebraut werden. 5 € Eintritt + 5 € Pfand fürs Glas inkl. einer Füllung vom eigens gebrauten Craftober-Festbier.

Veranstaltungsort:
Postpalast München
Wredestraße 10
80335 München

Rekordbeteiligung beim weltweit bedeutendsten Bierwettbewerb des Jahres

Sie sind bei den Brauereien in aller Welt so begehrt wie die Michelin-Sterne bei den Gastronomen: Die Auszeichnungen des European Beer Star. Mit 2.151 Bieren aus 46 Ländern erfährt dieser renommierte Wettbewerb im 14. Jahr in Folge eine neue Rekordbeteiligung und ist damit der weltweit bedeutendste Bier-Wettbewerb des Jahres. Die Gewinner in den 60 Kategorien (jeweils nur eine Gold-, Silber- und Bronzemedaille) wurden am 13. September im Rahmen der weltgrößten Getränkefachmesse drinktec in München ausgezeichnet. Wenngleich die Beteiligung immer internationaler wird und die deutschen Brauereien erstmals weniger als 40% der eingereichten Biere stellen, gehen in diesem Jahr mehr als ein Drittel der Medaillen an Braustätten zwischen dem Chiemgau und Flensburg – darunter 21mal Gold! Andererseits verteilen sich die Goldmedaillen erstmals auf 15 verschiedene Länder, darunter Länder wie Brasilien, Israel oder Südkorea. Die erfolgreichste Brauerei beim European Beer Star 2017 ist die Privatbrauerei Schönram im oberbayerischen Petting, deren Biere mit drei Goldmedaillen und einer Bronzemedaille ausgezeichnet werden! Seit Jahren in den Gewinnerlisten des European Beer Star ist auch die Pelican Brewing Company (USA), die mit zweimal Gold und dreimal Silber zu der meistprämierten internationalen Brauerei beim diesjährigen Wettbewerb avanciert.

Mitte August haben 133 internationale Bier-Experten – Braumeister, Bier-Sommeliers und Fachjournalisten – in einer zweitägigen Blindverkostung in der Brau-Akademie Doemens über die Vergabe von Gold, Silber und Bronze in den insgesamt 60 Kategorien entschieden. Keine einfache Aufgabe angesichts der neuerlichen Rekord- Teilnehmerzahl von 2.151 Bieren aus 46 Ländern: etwas weniger als 40% der eingereichten Biere aus Deutschland, die übrigen Biere von Brauereien aus Europa, Asien, Afrika sowie Nord- und Südamerika.

„Damit ist der European Beer Star der weltweit bedeutendste Bier-Wettbewerb des Jahres,“ erklärt Oliver Dawid, Geschäftsführer der Privaten Brauereien Bayern, die diesen Preis seit 2004 jährlich ausloben, „unsere Auszeichnungen genießen auch deshalb so hohes Ansehen in der internationalen Brauwelt, weil der European Beer Star transparente, strenge und nachvollziehbare Kriterien zugrunde legt.“ Bei der Blindverkostung werden die Biere von den Experten, die nur den Bierstil, aber nicht die Marke kennen, allein nach den Gesichtspunkten bewertet, die auch der Konsument zur Beurteilung heranzieht, also Optik, Schaum, Geruch, Geschmack und sortentypische Ausprägung. Ausgeschlossen ist, dass beispielsweise ein Braumeister in der Jury sein eigenes Bier verkostet. Außerdem werden beim European Beer Star die getesteten Biere nicht mit Medaillen überhäuft: Es gibt pro Bier-Kategorie lediglich je eine Gold-, Silber und Bronzemedaille. Eine beachtliche Menge davon geht in diesem Jahr an deutsche Brauereien: Mit 21mal Gold, 25mal Silber und 21mal Bronze führt Deutschland – nach Platz 2 im Vorjahr – den Medaillenspiegel an. In zwölf Kategorien (Bierstilen) triumphieren die US-Brauer, die seit vielen Jahren höchst erfolgreich beim European Beer Star auftreten. Die besten Biere in sieben Kategorien kommen 2017 aus Italien. Belgische und niederländische Brauereien dominieren sechs Kategorien – vorrangig typisch belgische Bierstile wie Belgian-Style Dubbel, Belgian-Style Tripel und Belgian-Style Strong Ale.

Einige Überraschungen

Für eine große Überraschung sorgten in diesem Jahr die deutschen Brauereien, die trotz rückläufigem Anteil bei den eingereichten Bieren 67 Medaillen errangen. Alles überstrahlend dabei der Erfolg der Privatbrauerei Schönram (Petting, Bayern), die für die populären Bierstile Helles, Export und Dunkel jeweils Gold sowie Bronze für das Leichte Helle sammelt. Spektakulär auch die Auszeichnungen für die Allgäuer Aktienbrauerei Kaufbeuren (Bayern), deren Leichtes Helles und Dunkler Doppelbock jeweils mit Gold und das Helle Kellerbier mit Bronze bedacht wird. Bei zwei Bierstilen, nämlich Heller Doppelbock und Alkoholfreies obergäriges Bier, reüssierte die Brauerei Riegele (Augsburg, Bayern), ebenfalls eine seit Jahren sehr erfolgreiche Brauerei beim European Beer Star. „Dass eine ganze Reihe von Brauereien immer wieder unter den Gewinnern beim European Beer Star ist, zeigt die fachliche Kompetenz unserer Jury und natürlich die hohen Qualitätsstandards bei den Brauereien,“ erklärt Gerhard Ilgenfritz, Präsident der Privaten Brauereien Bayern, „es gibt keine zufälligen Medaillengewinne beim European Beer Star!“ Das belegen sehr eindrucksvoll die US-Brauereien, die regelmäßig in den Siegerlisten aufscheinen: Die Pelican Brewery (Tillamook) gewinnt die Kategorien Summer Ale und Imperial IPA und bekommt jeweils Silber für Scotch Ale, Dry Stout und Holzfassgereiftes Starkbier. Die Kollegen von Firestone Walker Brewing (San Luis Obispo) gewinnen in den populären Craft-Bier-Stilen English Style Bitter (Gold), Imperial IPA (Silber) und je Bronze für Sour Beer, Holzfassgereiftes Sour Beer, Belgian-Style Fruit Sour Beer und New Style Pale Ale. Bei der Deschutes Brewery (Bend) freut man sich über Goldmedaillen für Traditional Pale Ale und Dry Stout sowie Silber für Traditional IPA. Bei den auch 2017 sehr erfolgreichen Brauereien Italiens (7 x Gold, 4 x Silber, 4 x Bronze) ragt die Fabbrica Birra Perugia heraus, die mit den Bierstilen New Style Pale Ale und Sour Beer die Jury am meisten beeindruckte. Auffällig ist, dass alle italienischen Gold-Medaillen für eher außergewöhnliche Bierstile vergeben wurden, was die besondere Experimentierfreudigkeit italienischer Brauer deutlich macht.

Dominanz der süddeutschen Brauereien in Deutschland

Die Zielsetzung des Wettbewerbes European Beer Star, nämlich die Förderung handwerklich erzeugter, besonders charaktervoller Biere, greift aber auch in Ländern mit vermeintlich weniger ausgeprägter Bier-Kompetenz. Das beste Traditional IPA kommt von Kabrew aus Südkorea, das beste Helle Weißbier braut Carlsberg Polen und von der japanischen Brauerei Warabiza kommt – wie im Vorjahr – das beste Altbier.

Auf insgesamt 21 Länder verteilen sich die Medaillen des European Beer Star 2017. Mit den Bierstilen Alkoholfrei Obergärig und Untergärig ist der Wettbewerb inzwischen auf 60 Kategorien angewachsen, was Verbandsgeschäftsführer Oliver Dawid mit der „phänomenalen Entwicklung des Wettbewerbes“, erklärt, die so vor 14 Jahren keiner für möglich gehalten hätte. „Mit dem European Beer Star präsentieren wir dem Konsumenten die unglaubliche Vielfalt der internationalen Bierwelt.“

Goldmedaillen erhielten die Brauerei Aying (bei München) für Bernsteinfarbenes Weißbier, die Löwenbrauerei Passau für Dunkles Hefeweizen, die Staatsbrauerei Weihenstephan (Freising) für Hellen Weizenbock, die Baisinger Biermanufaktur für Kristallweizen und die Hirsch Brauerei (Wurmlingen) für Leichtes Weißbier. Den besten Dunklen Weizenbock braut allerdings die brasilianische Kirin-Brauerei! Die Region mit der weltweit höchsten Dichte an Brauereien, Franken (Bayern), stellt beim European Beer Star eindrucksvoll ihre Braukompetenz für regionale Bierstile unter Beweis. Goldmedaillen gehen an den Brauereigasthof Kundmüller (Viereth) für Rauchbier, Winklerbräu (Lengenfeld) für Kellerpils, Brauhaus Faust (Miltenberg) für Helles Kellerbier, Brauerei Greif (Forchheim) für Festbier, Kaiserbräu (Neuhaus) für Red and Amber Lager und Elch-Bräu (Thuisbrunn) für Kellerbier Dunkel. Seit Jahren unter den Gewinnern beim European Beer Star ist auch das Brauhaus Saalfeld in Thüringen, das 2017 eine Goldmedaille für ihr Märzen erhält.

Kleine und große Brauereien unter den Gewinnern

Welche Bedeutung der European Beer Star für die Brauwelt hat, belege auch die Beteiligung der Brauereien. „Wir haben Konzern-Brauereien wie Kirin oder Carlsberg ebenso unter den Gewinnern wie kleine Gasthausbrauereien“, bilanziert Sebastian Unertl, Verkostungsleiter des European Beer Star, „wenngleich natürlich die inhabergeführten, handwerklich ausgerichteten Braustätten klar den Ton angeben.“ Wie die beiden kleinen österreichischen Brauereien, deren goldprämierte Biere allerdings unterschiedlicher nicht sein könnten: Die Wiener Brew Age braut das beste Ultra Strong Bier; die Brauerei Schloß Eggenberg (Vochendorf) das beste Alkoholfreie untergärige Bier.

Deutsche Brauer präsentieren sich auf der drinktec

Die „drinktec“ ist die Weltleitmesse für die Getränke- und Liquid-Food-Industrie und damit auch das wichtigste internationale Forum für die Braubranche. Mehr als 70.000 Fachbesucher aus der ganzen Welt werden von 11. bis 15. September 2017 in den Münchner Messehallen erwartet.

Erstmals präsentiert sich in diesem Jahr der Deutsche Brauer-Bund unterstützt vom FORUM BIER gemeinsam mit dem europäischen Dachverband The Brewers of Europe und dem Bayerischen Brauerbund dem Fachpublikum. Auf dem Messe-Treffpunkt „place2beer“ laden die Verbände interessierte Brauerinnen und Brauer und alle anderen Besucher bei einem frisch gezapften Bier zum Verweilen ein. „Wir wollen mit den Gästen aus aller Welt ins Gespräch kommen und den Vertretern aus unterschiedlichsten Branchen einen Einblick in unsere Arbeit geben“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Holger Eichele. „Wir freuen uns, als Partner der Messe München auf der drinktec präsent zu sein und damit den internationalen Austausch der Brauer zu fördern.“ Auf dem „place2beer“ wird jeden Tag ein umfassendes Rahmenprogramm geboten mit Diskussionsrunden und Präsentationen zu ausgewählten Themen rund ums Bier und das Brauen. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Verpackung, Marketing, Kennzeichnung, Rohstoffe und Craft.

Auf dem „place2beer“ mit einer Präsentationsfläche von rund 500 Quadratmetern können zudem täglich wechselnde Biere verkostet werden. Unterstützt wird das Messe-Forum u.a. von Bitburger, Erdinger, Franziskaner, Warsteiner, König Ludwig, Krombacher, Kulmbacher, Veltins und Weihenstephaner.

Daneben präsentieren Brauer ausgewählte Craftbiere und bieten eine sensorische Verkostung an. „Wir freuen uns, dass wir die Leitmesse nutzen können, um auch unsere Präventionskampagne Drink Responsibly vorstellen zu können“, so DBB-Geschäftsführer Holger Eichele. Mit der Kampagne werben die deutschen Brauereien für verantwortungsvollen Genuss und wenden sich entschieden gegen Alkoholmissbrauch. Die Messe München GmbH als Betreiber des Messegeländes unterstützt die Kampagne und macht sie während der Messetage sichtbar.

Regensburg: Mit jedem Schluck Gutes tun

Genießen für einen guten Zweck: Einen Satz, den sich heutzutage nicht wenige Getränkehersteller mitunter leichtfertig auf ihre Fahnen schreiben – im ostbayerischen Regensburg stimmt er aber sogar. In der Domstadt sind heute drei so genannte Stiftungsbrauereien daheim, eine bundesweit und vermutlich sogar weltweit einmalige Konstellation. Was die Traditionsbrauereien Bischofshof, Kneitinger und die Spital-Brauerei so besonders macht: Anders als in einem normalen Wirtschaftsbetrieb oder einer konventionellen Brauerei fließen die Gewinne aus dem Brauereibetrieb nicht an Aktionäre oder Eigentümer. Die Überschüsse werden entweder in den weiteren Ausbau der Brauerei oder aber in die Förderung von sozialen oder kulturellen Einrichtungen sowie des regionalen Sports investiert. Bei Bischofshof, der größten unter den drei Regensburger Stiftungsbrauereien und gleichzeitig größten Brauerei der Oberpfalz, kamen so allein in den vergangenen zehn Jahren rund zwei Millionen Euro zusammen.

Wenn wir nach den Gründen suchen, weshalb die Regensburger Brauereien anders sind als die meisten Braustätten, müssen wir weit in der Geschichte zurückgehen, im Falle von Bischofshof bis ins 13. Jahrhundert. Historiker glauben, dass zur Versorgung der Dombauhütte bereits 1230 eine Bischöfliche Brauerei bestand. 1649 gründete dann der Fürstbischof Wilhelm Graf von Wartenberg in unmittelbarer Nachbarschaft zum Regensburger Dom die Brauerei Bischofshof. Seit dem ersten Tag ist sie im Besitz der Diözese Regensburg. Heute ist die Bischöfliche Knabenseminarstiftung Träger der Brauerei. Stiftungszweck war ursprünglich die Unterstützung des Priesternachwuchses bei der Ausbildung. Heute konzentriert sich das Engagement von Bischofshof auf vier wesentliche Bereiche: der Förderung von Sport, Kultur, Gesellschaft und Sozialem. Jahr für Jahr fließt den vier Stiftungszwecken eine Summe im hohen sechsstelligen Bereich zu.

Die Liste der Projekte, die die Brauerei fördert, ist lang: Nach der Aufnahme der Regensburger Altstadt mit Stadtamhof in das UNESCO-Welterbe initiierte die Brauerei die Gründung eines Welterbe-Kulturfonds als Motor für den Denkmalschutz. Jüngstes kulturelles Engagement: die in diesem Sommer abgeschlossene Generalsanierung des ältesten Legionstors der Welt, der Porta Praetoria. Möglich wurde die Maßnahme erst durch das finanzielle Engagement der Brauerei im Rahmen des Welterbe-Kulturfonds in Höhe von rund 600.000 Euro.

„Bischofshof fühlt sich der Bewahrung des historischen Erbes in Regensburg in besonderer Weise verpflichtet“, sagt Brauereidirektor Hermann Goß. Unterstützt habe Bischofshof in den vergangenen Jahren auch weitere bedeutende Bau-Projekte in der Stadt Regensburg. Dazu gehören unter anderem die Restaurierung des Regensburger Brückenwahrzeichens „Bruckmandl“, die Bischof Sailer-Statue oder die Wiedererrichtung des König Ludwig-Reiterdenkmals am Regensburger Domplatz.

In und um Regensburg zählt die Brauerei Bischofshof seit vielen Jahren auch zu den bedeutendsten Förderern des Jugend- und Breitensports. Die „vatikanische Brauerei“ stellt dazu jedes Jahr für die allgemeine Sportförderung einen sechsstelligen Betrag in ihren Budgets bereit. „Es ist beeindruckend und absolut nachahmenswert, was die Brauerei Bischofshof in der Förderung des Breitensports in der Region bewegt“, sagt Klaus Eder, der langjährige Chef-Physiotherapeut der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft, der in seinem Therapiezentrum in Donaustauf bei Regensburg die Elite des deutschen Spitzensports behandelt.

Radmarathon, Triathlon, Fußball oder Leichtathletik: „Bischofshof hilft bei der Finanzierung attraktiver Sportveranstaltungen und unterstützt Vereine bei der Förderung und Finanzierung ihrer Jugendarbeit. Highlights im Sport-Sponsoring Kalender 2017 sind beispielsweise unter anderem der Arber-Radmarathon, der Regensburg-Marathon und die Unterstützung des deutschen Baseball-Serienmeisters Buchbinder Legionäre sowie der Fußballer vom SSV Jahn Regensburg.

„In vielen regionalen Sportvereinen in Stadt und Land Regensburg wäre zudem eine systematische Breitensportförderung und Jugendarbeit ohne die Fördergelder von Bischofshof kaum möglich“, sagt Brauereichef Goß. Er hofft, dass Bayerns Biertrinker im Getränkemarkt und in der Gastronomie auch künftig regionalen Brauspezialitäten den Vorzug geben. Denn, so Goß, weitgehend unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit seien die großen internationalen Getränkekonzerne aus Holland und Belgien längst auch in Bayern angekommen: „Ihre Marktanteile wachsen – auch bei uns im Freistaat. Das bereitet mir große Sorgen, weil diese Konzerne allein ihren Aktionären, der Gier nach Marktanteilen und den internationalen Finanzmärkten verpflichtet sind – und nicht mehr ihrer Heimatregion, ihren heimischen Lieferanten und Kunden“, sagt Goß. Jeder Verbraucher habe es selbst in der Hand, ob er bayerische Heimatliebe oder einen Konzern im Ausland stärke.

Wieder Glyphosat im Bier gefunden

Im letzten Jahr sorgte die Meldung für einen großen Aufschrei: im Bier wurde Glyphosat gefunden. Jetzt hat das Umweltinstitut München erneut nach dem Pflanzenschutzmittel gesucht und wurde erneut fündig. Ich bin ja nun kein Lebensmittelchemiker und kann daher auch keine kompetente Stellungnahme dazu abgeben. Daher will ich mich hier auch kurzfassen und werde mich weitgehend darauf beschränken, in Form von Zitaten die Meinungen der beteiligten Parteien darzustellen. Aber grundsätzlich bin ich der Meinung, dass Glyphosat wie auch andere Pflanzenschutzmittel in Lebensmitteln nichts zu suchen haben.

Außerdem sollten wir uns hüten, die Brauer für die Glyphosatbelastung verantwortlich zu machen. Die Chemikalien kommen bereits während des Anbaus in die Produkte. Dort ist also anzusetzen. Nebenbei bemerkt kommt Glyphosat nicht nur im Bier vor, sondern es wurde auch in Brot, anderen Getreideprodukten und Hülsenfrüchten gefunden.

Das Umweltinstitut hat die Untersuchungsergebnisse wie folgt zusammengefasst:

  • Auch diesmal haben wir in allen untersuchten Bieren Rückstände von Glyphosat nachweisen können. Der Trinkwasser-Grenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter wird von allen überschritten.
  • Die Werte sind jedoch im Durchschnitt um fast 80 Prozent gesunken. Offenbar passen einige Brauereien beim Einkauf von Braugerste heute besser auf. Wir werten das als Erfolg unserer Aktion im letzten Jahr.
  • Einigen Brauereien gelingt es, konstant geringe Rückstandswerte zu erreichen. Doch keine der getesteten Brauereien schafft es, das Ackergift ganz aus dem Bier verbannen. Wir vermuten, dass sich hier eine Hintergrundbelastung mit Glyphosat zeigt. Der Stoff wird alleine in Deutschland zu tausenden Tonnen jährlich verspritzt und kehrt so zu uns zurück.
  • Es gibt deutliche Hinweise auf eine Hintergrundbelastung mit Glyphosat. Hier ist die Politik gefragt: Der Stoff muss verboten werden.

Der Deutsche Brauerbund sieht das naturgemäß vollständig anders:

Bereits aus den 2016 vom Umweltinstitut behaupteten Glyphosat-Werten, die der Brauer-Bund mit Blick auf sein Monitoring und die fragwürdigen Methoden des Instituts zurecht angezweifelt hatte, leitete das BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) die Einschätzung ab, dass ein Erwachsener an einem einzigen Tag 1000 Liter Bier trinken müsste, um ein gesundheitliches Risiko durch Rückstände einzugehen. Dieser Umstand ist auch dem Umweltinstitut bekannt. Trotzdem erweckt es wider besseres Wissen weiterhin den Eindruck, es bestehe ein Gesundheitsrisiko selbst bei kleinsten Mengen. Die Münchner Organisation möchte mit solchen Veröffentlichungen offensichtlich Einfluss nehmen auf die laufende Diskussion über die Verlängerung der Zulassung für Glyphosat, welche von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nach umfangreichen Untersuchungen befürwortet wurde. Leider setzt der Umweltverein weiterhin auf unverantwortliche Panikmache und Desinformation, um im Wahlkampf seinen politischen Zielen Gehör zu verschaffen.

Weder auf der Website des deutschen Bauernbundes als auch auf der Website des österreichischen Bauernbundes konnte ich eine Stellungnahme zu der aktuellen Untersuchung finden.

Wenn Sie sich genauer informieren wollen, können Sie die folgenden Links verwenden:

Untersuchung 2016 als PDF herunterladen

Aktuelle Untersuchung als PDF herunterladen

Genussakademie Bayern in Kulmbach eröffnet

Ernährungsminister Helmut Brunner eröffnete heute in Kulmbach die Genussakademie Bayern. Die Akademie ist eine Säule der Premiumstrategie des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF), für die in den nächsten zwei Jahren insgesamt zwei Millionen Euro zur Verfügung stehen. Umgesetzt wird die Strategie durch den Cluster Ernährung am Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn).

„Die Genussakademie bietet der Gastronomie und dem Ernährungshandwerk die Möglichkeit, auf Genusskompetenz zu setzen und dem Verbraucher somit einen bewussteren Genuss zu ermöglichen“, erklärt Rainer Prischenk, Leiter des KErn. Der Geschäftsführer des Cluster, Dr. Simon Reitmeier, übernimmt auch die Leitung der Genussakademie, die Bildungs- und Qualifizierungsangebote für Fachkräfte der Ernährungsbranche anbietet.

Ziele der Genussakademie

Die Akademie soll die Wertschätzung für Spezialitäten aus Bayern steigern und regionale Wertschöpfungsketten sowie die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stärken. Zunächst werden die bestehenden Bildungs- und Qualifizierungsangebote für Wein-, Käse-, Wasser-, Bier-, Gewürz- und Edelbrand-Sommeliers gebündelt sowie weitere Angebote für Brot und Fleisch eingerichtet. Ausgewählte Referenten vermitteln Fachkräften der Lebensmittelbranche in Tagesworkshops oder berufsbegleitenden Sommelier-Kursen zu den jeweiligen Themenkomplexen fundiertes Fachwissen. Die unter dem Dach der Genussakademie gebündelten Sommelier-Kurse werden von der Doemens Academy GmbH, der IHK und dem Cluster Ernährung durchgeführt und – nach erfolgreicher schriftlicher und mündlicher Prüfung – zertifiziert.

Genusswerkstätten: Schwerpunkt auf praktischen Themen

In den ein- bis zweitägigen Genusswerkstätten stehen praxisbezogene Impulsthemen im Vordergrund. Hier lernen die Teilnehmer zum Beispiel unter Anleitung des vielfach ausgezeichneten Kochs Heiko Antoniewicz, wie sich Gemüse nicht als Beilage, sondern als eigenständiges Gericht glamourös in Szene setzen lässt – und was die Technik des Vakuumgarens „Sous-Vide“ und Fermentation damit zu tun haben. Der Koch und Gewürzmüller Ingo Holland erklärt, wie Innereien sich zu Gourmetessen verarbeiten lassen, um nicht nur den Genuss zu zelebrieren, sondern tierische Lebensmittel auch nachhaltig und respektvoll zu nutzen. Beide Kurse finden im September dieses Jahres statt.

Im Food Lab ist Kreativität gefragt

Das „Food Lab“ ist die Kreativeinheit der Genussakademie, in der Teilnehmer aus Wissenschaft, Handwerk und Gastronomie an zukunftsfähigen Methoden und Produkten forschen. In einem späteren Schritt sollen in der Genussakademie Bayern Bildungsangebote für Endverbraucher hinzukommen sowie eine Jugendakademie mit einem speziell auf Kinder und Jugendliche zugeschnittenen Bildungsangebot.

Interessierte können sich direkt auf der Homepage der Genussakademie anmelden: www.genussakademie.bayern. Die einzelnen Schulungen finden im Museumspädagogischen Zentrum am Bayerischen Brauerei- und Bäckereimuseum in Kulmbach und weiteren Lernorten in der Region statt.

Das angeblich älteste Klosterbier der Welt: seit fast 1000 Jahren ein göttlicher Genuss

Ostbayern hat nicht nur die größte Brauereidichte in Bayern. Mit der Klosterbrauerei Weltenburg glänzt die Region auch mit der ältesten Klosterbrauerei der Welt. Die atemberaubend schöne Lage dieser besonderen Braustätte direkt am weltberühmten Donaudurchbruch und das vor 967 Jahren zum ersten Mal gebraute „Barock Dunkel“ locken jedes Jahr eine halbe Million Menschen in das malerische Bierparadies am Ufer der Donau.

Wer in der Klosterschenke des Weltenburger Klosters eine Halbe malzig-vollmundiges Barock Dunkel genießt, kann es kaum glauben: Dieses Bier ist bereits vor fast 1.000 Jahren zum ersten Mal gebraut worden. Heute ist der „göttlich“ schmeckende Klostertrunk eine Weltmarke und wird in fast 30 Ländern rund um den Globus verkauft. In Brasilien werden sogar vier Weltenburger Biersorten in Lizenz gebraut. Weltenburger Bier wurde auch in diesem Jahr wieder bei den Bregenzer Festspielen ausgeschenkt, wo Brauereidirektor Hermann Goß sogar mit dem österreichischen Bundespräsidenten Alexander van der Bellen stilecht mit Weltenburger anstieß. In diesem Jahr eröffnete die Klosterbrauerei Weltenburg zudem eine eigene „Botschaft“ in der Toskana: In Grosseto südlich von Florenz gibt es jetzt einen „Weltenburger Bierstadel“. Und als die Schweizer Garde im Vatikan ihren 500. Geburtstag feierte, bestellte der inzwischen emeritierte Papst Benedikt XVI., der ja auch jahrelang in Regensburg lebte und Weltenburger kennt, zum Jubiläumsfest 80 Hektoliter für seine Wachmannschaften.

Nachweislich 967 Jahre nachdem im Jahr 1050 das erste Weltenburger Barock Dunkel in den Sudpfannen der damaligen Klosterbrauerei reifte, ist die Nachfrage nach dem typisch bayerischen, aromatischen, lieblich und karamellig schmeckenden Klassiker größer als jemals zuvor. Weil unvergleichlicher Geschmack und große Tradition aber auch den geschäftlichen Erfolg im hart umkämpften Biermarkt brauchen, haben die Weltenburger Benediktinermönche schon vor 40 Jahren eine kirchliche Allianz geschmiedet – mit einer nicht weniger erfolgreichen Brauerei in Kirchenhand: der Brauerei Bischofshof. Die Verbindung lag und liegt nahe: Bischofshof ist als Stiftungsbrauerei im Besitz der Diözese Regensburg, zu der auch Kloster Weltenburg gehört.

Im Kloster Weltenburg leben heute noch 14 Mönche. Seit 1998 ist Thomas Maria Freihart Abt des Klosters. Die Mönche arbeiten unter anderem als Seelsorger und betreuen die Gäste in der Begegnungsstätte St. Georg. Die Wurzeln und das Geheimnis des weltweiten Erfolgs liegen bis heute hinter den dicken Mauern des Weltenburger Klosters: „Seit 1050 wird hier Gerstensaft in Tradition der Benediktinermönche gebraut. Dieser ehrwürdigen Tradition fühlt sich die Klosterbrauerei auch heute noch verpflichtet“, sagt Brauereichef Goß. Das weltbekannte bayerische Reinheitsgebot wurde erst mehr als 450 Jahre später zum obersten Qualitätsgebot der deutschen Bierbrauer.

Was vor Jahrhunderten schmeckte, findet auch heute noch begeisterte Fans in aller Welt. Professionelle Prüfungen bestätigen zudem Jahr für Jahr den hervorragenden Geschmack der Weltenburger Klosterbiere: In Amerika beispielsweise gewann das Weltenburger Barock Dunkel bereits dreimal den World Beer Award in San Diego und damit die Auszeichnung als bestes Dunkelbier der Welt. Dieser Preis wurde gegen riesige Konkurrenz errungen: 800 Brauereien kämpfen dort jedes Jahr mit 4.000 Bieren um Ruhm und Spitzenplatzierungen.

966 Jahre nachdem das Brauhaus der Weltenburger Mönche erstmals urkundlich erwähnt wurde (vermutlich wurde dort aber bereits viel früher Bier gebraut), trifft das Weltenburger ganz offensichtlich immer noch den Trend der Zeit und den Geschmack seiner Liebhaber. Die Nachfrage steigt und so fließen an Brautagen bis zu 10.000 Liter frisches Bier in die Gärtanks. Das Brauwasser stammt aus einem 80 Meter tiefen Brunnen im Fels und die Holledau mit ihrem weltberühmten Hopfen liegt direkt vor den Klostertüren. Seine Reife bekommt der Gerstensaft der Mönche, der heute von bestens ausgebildeten weltlichen Braumeistern gebraut wird, in einem rund 50 Meter tiefen Felsenkeller, der 2016 umfassend renoviert und erweitert wurde. Im frisch renovierten Lagerkeller finden sich jetzt drei neue Biertanks mit einem Fassungsvermögen von jeweils 38.000 Litern Bier.

Um die hohe Qualität der Biere zu gewährleisten, installierten die Brauer eine neue Klimaanlage im Felsenkeller. Sie garantiert ganzjährig eine optimale Temperatur von etwa null Grad. Experten erneuerten auch den Boden, reinigten das Gestein und brachten eine völlig neue moderne LED-Lichttechnik an, die den Keller bei Führungen ins rechte Licht setzt. Nur eines blieb unverändert erhalten: die direkte Bierleitung in die Weltenburger Klosterschenke, „in der das Bier immer noch einen Tacken besser zu sein vermag“, sagt der Weltenburger Braumeister Ludwig Mederer. Noch in diesem Jahr weiht die Klosterbrauerei eine neue, gemütliche Verkostungsecke ein. Dort sollen Gäste in uriger Atmosphäre die frischgezapften Weltenburger Spezialitäten probieren können.

Riegele: Mitarbeiter feiert 60jähriges Firmenjubiläum

Heute, auf den Tag genau vor 60 Jahren begann die Karriere des 17jährigen kaufmännischen Angestellten Günter Wagenknecht. Soweit nichts Besonderes. Das Unglaubliche ist, dass er volle sechs Jahrzehnte später noch immer im gleichen Brauhaus Riegele arbeitet. Mittlerweile als 77jähriges Mitglied der Geschäftsleitung, verantwortlich für den Export ‚seiner‘ Riegele Bierspezialitäten.

Seit seinem ersten Arbeitstag am 19. 8. 1957 hat er viel erlebt. Von der Zettelwirtschaft bis zur Einführung moderner EDV. Von wirtschaftlichen Tiefen der Nachkriegszeit bis zur Zwischenblüte der Wiedervereinigung. Und dann die großen Erfolge der letzten Jahre. Auszeichnungen der Brauerei als „Craft Brauer des Jahres“, „Bier des Jahrzehnts“ oder als „Deutschlands Brauerei 2017“ erfüllen Günter Wagenknecht mit Stolz. Es sind auch seine Auszeichnungen. Er ist mit Herz und Seele ein ‚echter Riegele‘.

Das bestätigt Familie Priller-Riegele, die das Brauhaus in der 28. Braugeneration führt. „Herr Wagenknecht ist ein Phänomen“, so Dr. Sebastian Priller, „seine Loyalität, sein Einsatz und sein Durchhaltevermögen setzt Maßstäbe. Wir haben viel miteinander erlebt, hatten dabei aber immer Respekt voreinander, sowie ein ehrliches und gutes Miteinander. Dafür danken wir Herrn Wagenknecht sehr!“

Die Loyalität der Mitarbeiter ist für Riegele existenziell. „Im Spiel der großen Konzerne können wir finanziell nicht mithalten, aber bei uns ist jeder einzelne Mitarbeiter ein wichtiger und persönlich geschätzter Teil der Firma. Das stiftet Sinn und man hat Freude bei der Arbeit“, so Sebastian Priller. Diese Wertschätzung bringt Riegele in einer Anzeigenkampagne zum Ausdruck, die dem Dank und der Anerkennung für Herrn Wagenknecht gewidmet ist. Eine Geste, die nur in Familienunternehmen mit einer beständigen Wertebasis zu finden ist.

Geht man mit Herrn Wagenknecht auf Exportreise, ist diese Wertebasis zu spüren. „Gunter“, wie seine Kunden ihn nennen, wird allerorts geschätzt. Vor allem in seinem favorisierten Exportland Italien, in dem er vor über 30 Jahren das erste Riegele Bier ins Ausland verkauft hat. Heute ist er Vielflieger und hat Kunden von Stockholm bis zum Lago Maggiore. Kunden, die er Freunde nennt und deren Verbundenheit zu Riegele ein Zeichen der Wertschätzung für ihn selbst sind.

Ans Aufhören denkt Herr Wagenknecht noch lange nicht. Mittlerweile wird er von seinem Sohn Jürgen Wagenknecht unterstützt, der als Exportverantwortlicher bei Riegele in die großen Fußstapfen des Vaters eingetreten ist. Ein Schritt, der nur in Familienunternehmen so möglich ist. Ob auch Wagenknecht Junior eines Tages sein 60jähriges Betriebsjubiläum feiern wird? Wir werden es sehen.

drinktec 2017: Der globale Biermarkt bleibt spannend

Rund 44 Prozent der Besucher kamen bei der letzten drinktec aus dem Brauereiwesen. Die drinktec 2017, die Weltleitmesse für die Getränke- und Liquid-Food-Industrie, bleibt damit die wichtigste internationale Messe für die Braubranche. Vom 11. bis 15. September 2017 treffen sich auf dem Münchner Messegelände alle, die mit der Herstellung von Bier zu tun haben: Große und mittelständische Brauer, lokal und regional Produzierende, Craftbrauer, Microbrauer und Hobbybrauer. Sie werden alles finden, was für ein gutes Bier nötig ist.

Der globale Durst auf Bier lässt derzeit etwas nach. Erstmals mussten die Brauereien weltweit in zwei Folgejahren ein Minus hinnehmen, 2014 um 0,5, 2015 um 1,5 Prozent. Schwierige gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen und zunehmende politische Unruhen dürften die Hauptursachen dafür gewesen sein. Und: Der Weltbiermarkt ist inzwischen stark konsolidiert. Die fünf größten Brauereigruppen standen laut Statista 2015 bereits für etwas mehr als die Hälfte des gesamten Bierabsatzes von 1,93 Milliarden Hektoliter. Umso wichtiger wird es für jede einzelne Brauerei, effizient und flexibel produzieren zu können. Dazu gehört die richtige Technik, dazu gehören energiesparende Brauverfahren, dazu sind kontinuierliche Investitionen in den Betrieb nötig, ganz nach dem Motto „Eine Brauerei, die nicht mehr baut, bald nicht mehr braut“.

drinktec: Lösungen für große und kleine Brauer

Für die Braubranche bietet die drinktec 2017 alles, was zum Produzieren und Vermarkten von Bier notwendig ist. Hobbybrauer und Craftbrauer finden genauso maßgeschneiderte Lösungen wie Familienunternehmen und Großbrauereien. Insgesamt bieten etwa 80 Prozent der drinktec-Aussteller Lösungen und Technik für die Brauwelt. Die Aussteller zeigen produktspezifische Prozesstechnik für Bier vom Sudhaus über Filtration bis hin zu den notwendigen Analysegeräten in Halle B2, Rohstoffe von Mälzereien und dem Hopfenhandel präsentieren sich in Halle B1 und Gastronomiebedarf sowie Schankanlagen werden in Halle A1 ausgestellt. Neu ist der Ausstellungsbereich Home & Craft in Halle C1, wo Klein- und Hobbybrauer das passende Equipment finden. Die drinktec reagiert damit auf einen Trend, der auch in Deutschland immer weitere Verbreitung findet. 17.000 Hobbybrauer soll es hierzulande bereits geben, die Grenzen von der Produktion für den Hausgebrauch bis hin zum Gewerbe sind fließend. Das Technik-Angebot der benachbarten drinktec@SIMEI in den Hallen C1 und C2, wo Maschinentechnik und Equipment für die Weinherstellung und Weinbearbeitung präsentiert wird, dürfte auch für Craftbrauer interessant sein, die gerne mal ihre Spezialbiere in edlen, großen Weinflaschen abfüllen und eher in Stückzahlen als in Hektoliter denken.

Erfolgsgeschichte Craft Beer

Natürlich wird in der Braubranche nicht alles nach Größe gemessen. Gerade die mittelständischen Brauereien sind in der Regel sehr gut in der Lage, ihre Nische zu finden und auszufüllen. Die immer noch kräftig rollende Craft-Bier-Welle wogt inzwischen rauschend durch fast alle Kontinente. In Europa, Asien und Australien entstehen reihenweise neue Kleinbraustätten. In den USA, dem „Mutterland“ der Craft-Bewegung, legten die Craft-Brauereien 2015 nach Angaben der Brewers Association in einem stagnierenden Gesamtmarkt um fast 13 Prozent (beim Absatz) bzw. 16 Prozent (beim Umsatz) zu. Sie bedienen mittlerweile über zwölf Prozent des zweitgrößten Biermarktes der Welt. Eine unglaubliche Erfolgsgeschichte! Dank Craft Beer kommt nach jahrelangem Stillstand auch immer mehr Dynamik in die weltweiten Hopfenmärkte. US-amerikanische Hopfenfarmer hatten vor Jahren begonnen, neue Hopfensorten zu züchten, Craftbrauer experimentierten mit besonderen Geschmacksnuancen. Jetzt ziehen auch andere Regionen nach. Beispielsweise kommen aus der Hallertau neue deutsche Sorten mit hocharomatischen Nuancen.

Turbulente Asien-Pazifik-Region

In der Asien-Pazifik Region war der Markt für Bier in den letzten Jahren recht turbulent. Leicht abgeschwächtes Wachstum, hoher Wettbewerbsdruck und zunehmende Präsenz ausländischer Brauereien einerseits sowie die erhöhte Beliebtheit von Craftbier-Brauereien, mehr verfügbares Einkommen und ein insgesamt konsumorientierteres Verbraucherverhalten andererseits werden den Markt auch in Zukunft beeinflussen: AsiaBriefing erwartet, dass der Biermarkt in Asien-Pazifik im Jahr 2020 ein Volumen von immensen 220 Milliarden US-Dollar erreichen wird. Der chinesische Biermarkt ist seit 2002 der größte der Welt in Hinblick auf Produktion und Gesamtverbrauch. China ist seit jeher ein sehr fragmentierter, heterogener Markt. Die goldenen Zeiten mit teilweise zweistelligen Wachstumsraten scheinen vorläufig erst mal passé zu sein, nachdem der Markt 2014 und 2015 eine spürbare Delle erfuhr. Aber: „Für einen Abgesang ist es deutlich zu früh“, meint Meik Forell von der Unternehmensberatung Forell&Tebroke Partnerschaft in einer Analyse des chinesischen Biermarktes.

Hoffnungsvolle Zeichen

Denn es gibt auch hoffnungsvolle Zeichen. Der VDMA geht für die gesamte Getränkeindustrie des Asien-Pazifik-Raums von einer jährlichen Wachstumsrate von 4,6 Prozent aus. Das Jahr 2016 war das erste des 13. Fünf-Jahres-Plans in China. Die Politik will damit den wirtschaftlichen Wandel erleichtern, den Konsum ankurbeln und Innovationen stärken. Die zwei neuen Konzepte „Industrie 4.0“ und „Made in China 2025“ bieten dabei die Grundlage für neue, smarte Ideen auch für die Getränkeindustrie. Davon wird auch die Brau-Zulieferindustrie profitieren. Als wichtigstes Branchenevent in China und Asien gilt die CHINA BREW CHINA BEVERAGE (CBB), Internationale Fachmesse für Brauerei- und Getränketechnik. Seit 2011 ist die Messe München Mitveranstalter der CBB. Sie findet im Zwei-Jahres-Rhythmus statt, das nächste Mal vom 23. bis 26. Oktober 2018 in Shanghai.

Auch Vietnam entpuppt sich als Wachstumsmarkt für Bier in der Region Asien-Pazifik. Das Land ist inzwischen der größte Bierkonsument in der ASEAN-Region und der drittgrößte in Asien nach China und Japan. Indien ist zwar in erster Linie ein Markt für Spirituosen. Aber der Konsum von Bier steigt langsam an. Besonders hochpreisige Biere sind gefragt. Analysten von TechNavio prognostizieren dem Biermarkt in Indien eine jährliche Volumen-Wachstumsrate von knapp 15 Prozent bis 2018. Laut Euromonitor International werden Importe von Premiumbier bis 2018 jährlich um 11 Prozent ansteigen. Auch Craft Beer-Brauereien sind in den großen urbanen Zentren Indiens wie Pilze aus dem Boden geschossen. Jährlich, jeweils abwechselnd in Mumbai, New Delhi und Bangalore, findet die drink technology India (dti) statt, Internationale Fachmesse für die Getränke- und Foodindustrie, die von der Messe München und deren Tochter MMI India veranstaltet wird.

drinktec – Rahmenprogramm speziell für Brauer

Die drinktec 2017 in München hat neben dem großen Spektrum der Fachaussteller speziell für die Brauer eine ganze Menge zu bieten:

•Da ist beispielsweise die Weltmeisterschaft der Bier-Sommeliers, die alle zwei Jahre stattfindet. 2017 wird am 10. September, einen Tag vor Messebeginn, zum fünften Mal der weltweit beste Bierkenner gesucht. Veranstaltet wird die WM von der Doemens Academy. Aus den Reihen der über 2.000 Biersommeliers wird der Champion ermittelt.

•Auch der European Beer Star wird am 13. September wieder auf der drinktec verliehen. Dieser Wettbewerb der Superlative kürt die besten Biere aus aller Welt und ist einer der bedeutendsten Bierwettbewerbe weltweit. Der European Beer Star wird von den Privaten Brauereien Bayern e. V. veranstaltet.

•Der place2beer mit Bier-Verkostungen, Erfolgsgeschichten und einem bunten Strauß an Vorträgen wird auf der drinktec 2017 in der Halle B1 die Anlaufstelle schlechthin sein für Brauer, Bierliebhaber und alle, die mit Bier zu tun haben. Speziell Start Up’s, Mittelstands- und Craftbrauer kommen hier auf ihre Kosten.

•Das Microbrew-Symposium am ersten Messetag richtet sich speziell an die Spezialbier- und Craftbierbewegung. Die Themen handeln vorrangig von technologischen und Qualitätsaspekten des professionellen Craftbier-Brauens.

•Auch das eigens für die drinktec gebraute Orange Spirit wird es erneut in geänderter Rezeptur geben: „Die drinktec ist hauptsächlich eine Messe für Brauereien. Natürlich wird wieder ein spezielles Bier für die drinktec gebraut: das Orange Spirit mit acht Wochen Reifezeit“; sagt Dr. Wolfgang Stempfl von der Doemens Academy.

•Die sehr gut angenommene Innovation Flow Lounge wird zur drinktec 2017 mit einem neuen Konzept fortgeführt: Sie wird sich mit der Special Area New Beverage Concepts eine gemeinsame Kommunikations- und Barfläche in der Halle B1 teilen und so Synergien schaffen. Beispielsweise mit der IDEArena für die Präsentation und den Austausch zu den Trends und Innovationen der Branche, dem moderierten Thementisch The Talking Table oder dem 5 o’Clock Theme mit visionären Impulsvorträgen jeweils zum Messetag-Finale.

Angesichts dieser Themen- und Angebotsfülle dürfte jeder Brauer auf der drinktec fündig werden – ob groß oder klein.