Schlagwort-Archiv: Bayern

Fässla – Weizla

In der Oberen Königsstraße, also direkt im Stadtzentrum von Bamberg, ist die Brauerei Fässla beheimatet, von der das Weizla stammt, das jetzt vor mir steht. Nur mal so nebenbei: Wenn Sie nach Bamberg kommen, sollten Sie unbedingt die Gaststätte der Brauerei aufsuchen. Sie finden sie ohne Suchen, bekommen dort die Biere aus der Brauerei und die Speisekarte lässt keine Wünsche offen. Aber jetzt will ich mich dem Bier widmen.

Hell goldfarben und mit kräftiger Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Für ein Weißbier ist die Schaumkrone eher gering und sie fällt auch schnell in sich zusammen. Schade. An der Optik könnte die Brauerei wirklich noch arbeiten.

Das Aroma gibt sich dann aber alle Mühe, mich wieder mit dem Bier zu versöhnen. Düfte nach Biskuitteig und Banane, nach Gras und Hefe steigen mir in die Nase.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine mäßige Süße aus und die Kohlensäure sorgt für eine angenehme Spritzigkeit. Auf der Zunge erzeugt das Bier ein schlankes Mundgefühl, aber der Geschmack des Malzes und der kräftige Geschmack der Hefe nach Banane machen sich sehr gut. Im Abgang wird die Fruchtigkeit noch kräftiger und ich schmecke erstmals ein leichtes Bitter, das durchschnittlich lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

12,4° Plato

Farbe:

6 EBC

Brauerei:

Brauerei Fässla
Obere Königsstraße 19-21
96052 Bamberg
www.faessla.de

 

Alt-Bamberg – Zwickl

Jetzt steht das zweite Bier aus der Gasthausbrauerei Alt-Bamberg vor mir. Zur Brauerei habe ich bereits etwas geschrieben, so dass ich gleich mit der Verkostung beginnen kann.

Orangefarben mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber zeigt sich eine recht kleine Schaumkrone, die aber fest ist und lange erhalten bleibt. Optisch gibt es an diesem Bier schon mal nichts auszusetzen.

Das Bier duftet nach Karamell, dazu nach Honig, begleitet durch kräftige würzige Noten.

Der Antrunk ist mit seiner feinperligen Kohlensäure wirklich spritzig. Dazu kommen eine angenehme Malzsüße sowie ein auf die Süße angepasstes Bitter. Damit macht das Bier einen gut ausgewogenen Eindruck. Das Mundgefühl ist weich. Im Abgang dominiert ein leichtes Bitter mit einem langen Nachkling.

Alles in Allem ist das Alt-Bamberg Zwickl ein angenehmes Konsumbier ohne Ecken und Kanten, das ich mit seiner nicht zu kräftigen Hopfung als typisch fränkisch bezeichnen würde.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

11,6° Plato

Bittereinheiten:

17 IBU

Farbe:

15 EBC

Brauerei:

Braumanufactur Alt-Bamberg GmbH
Breitäckerstr. 9
96049 Bamberg
www.alt-bamberg.com

Das weltbeste hopfenbetonte Weißbier kommt aus Bayreuth

Schon bei der ersten Runde der World Beer Awards 2022 wurde in Bayreuth gefeiert, denn gleich vier Biere von Maisel & Friends konnten Gold in ihrer jeweiligen Kategorie gewinnen: Maisel & Friends Hoppy Hell (Kat. Hoppy Pilsner), Maisel & Friends Alkoholfrei (Kat. No & Low Alcohol), Maisel & Friends India Pale Ale (Kat. IPA American Style) und Maisel & Friends Jeff’s Bavarian Ale (Kat. Hoppy Wheat Beer). Die drei Letztgenannten konnten außerdem den Titel des „Deutschen Meisters“ in ihrer Kategorie für sich beanspruchen und so gingen drei Country Winner-Titel nach Bayreuth. Das sicherte den modernen Bierspezialitäten gleichzeitig einen Platz im Rennen um den begehrten Titel des Style Winners, das weltweit beste Bier der jeweiligen Kategorie. In der Kategorie Hoppy Wheat Beer hatte die Familienbrauerei Maisel nun tatsächlich die Nase vorn und konnte sich mit Maisel & Friends Jeff’s Bavarian Ale gegen die große Konkurrenz durchsetzen. Das weltbeste hopfenbetonte Weißbier kommt somit aus Bayreuth.

„Wir freuen uns unheimlich über diese großartigen Auszeichnungen. Dass wir uns mit unseren Maisel & Friends Bieren gegen so viele nationale und internationale Brauereien durchsetzen konnten, ist der hervorragenden Arbeit unserer Brauer und Braumeister zu verdanken. Ich bin stolz auf unser Team – und auf unsere Biere“, freut sich Jeff Maisel über die Titelgewinne, der die Brauerei in der vierten Generation führt. Nachdem man bereits im letzten Jahr eine Gold- und zwei Silbermedaillen gewinnen konnte, gelang es dem Maisel & Friends Team nun, noch einmal nachzulegen. Maisel & Friends Braumeister Markus Briemle zeigt sich sichtlich beeindruckt: „Wir geben jeden Tag unser Bestes, um unserem Anspruch an hervorragende Bierspezialitäten gerecht zu werden. Deshalb freuen wir uns umso mehr, wenn uns die Qualität von einer so renommierten Jury bestätigt wird und wir sogar als Style Winner aus diesem renommierten Bierwettbewerb hervorgehen.“

Alt-Bamberg – Urstoff

„Brauen ist unser Handwerk – Wir haben unsere Leidenschaft zum Beruf gemacht“. Unter diesem Motto wurde die Braumanufactur Alt-Bamberg von jungen, passionierten Bierbrauern aus der Region Bamberg im Frühjahr 2011 gegründet. Unterstützt werden die Gründer von Senior-Braumeistern, die sich bereits im Ruhestand befinden und – wie ehemals in Franken üblich – sich ihr berufliches Leben lang ausschließlich mit Brauen beschäftigt haben. Auch ein zertifizierter Biersommelier befindet sich mit in diesem erlauchten Brauerkreis. Das Aufspüren alter Rezepturen ebenso wie das Streben auch neue Biere mit besonderen Geschmacksnoten zu entwickeln, bereitet den Brauern in der Gemeinschaft viel Freude und ist für sie Voraussetzung, hervorragende Biere zu erschaffen. Für das Brauen der Biere verwenden die Brauer vornehmlich regionale Rohstoffe wie Malz, Hopfen und Hefe. Auch andere Fremdleistungen beziehen sie aus der Region. So sind die meisten von der Brauerei beauftragten Handwerker fränkische Urgesteine und die landwirtschaftlichen Lieferungen kommen beispielsweise aus dem fränkischen Jura und aus Spalt. Viel fränkischer kann ein Bier wohl kaum werden. Öffne ich also die Flasche und beginne mit der Verkostung.

Golden und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die gemischtporige Schaumkrone ist recht klein und fällt ziemlich schnell in sich zusammen. Zumindest an der Optik sollte die Braumanufactur noch einmal arbeiten.

Das Bier duftet nach Getreide und Honig. Wie bei fränkischen Bieren üblich sind die Hopfenaromen eher zurückhaltend vorhanden.

Der Antrunk ist recht süß und er zeichnet sich durch eine sehr feinperlige und sanfte Kohlensäure aus. Als sich das Bier auf der Zunge verteilt kommt ein überraschend kräftiges freundliches Bitter zum Vorschein. Das ist keine Kritik – im Gegenteil, das Bitter ist gut mit der Süße abgeglichen. Das Mundgefühl ist samtig. Im Abgang lässt das Bitter etwas nach und es klingt durchschnittlich lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Bittereinheiten:

22 IBU

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Braumanufactur Alt-Bamberg GmbH
Breitäckerstr. 9
96049 Bamberg
http://alt-bamberg.com/

Hoppebräu – Wuide Hehna

Im Jahr 2010 braute Markus Hoppe in der Garage seiner Eltern sein erstes Bier. Durch den Erfolg ermutigt wurde er vom Tatendrang gepackt und braute sämtliche Bierstile vom Märzen bis zum Double IPA. Eigenes wurde komponiert und immer weiter ausgebaut. Nach seiner Ausbildung ging er auf die Insel Mauritius in eine Gasthausbrauerei. Dort hatte er die Möglichkeit alle Versuche in größerer Menge zu brauen und unter die Leute zu bringen. Begeistert von der Reaktion der Kunden hieß das Ziel die Biervielfalt zu Hause erweitern. Zurück in Deutschland wurden auf einer kleinen Versuchsanlage alle Ideen umgesetzt. Wenn ein Rezept voll ausgereift ist geht der Braumeister in eine andere Brauerei und stellt sein Produkt selbst gegen „Miete“ auf größerer Anlage her. So wird handwerklich, rein auf Qualität abgezielt und nach bayrischem Reinheitsgebot gebraut. Mittlerweile hat sich die Familie Hoppe einen Traum erfüllt, und am Ortseingang von Waakirchen ein wahres Bierparadies erschaffen. Dort werden laufend neue Kreationen geschaffen ohne dabei die bayrische Biertradition mit Brotzeit und Gastfreundschaft zu vergessen. Jetzt steht vor mir die Wuide Hehna, ein Session IPA.

Weizengelb und mit sehr kräftiger Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist nur klein, bleibt aber sehr lange erhalten.

Düfte nach Melone, Gapefruit und Ananas steigen mir in die Nase. Ich meine auch andere Südfrüchte zu riechen, die ich aber nicht einzeln identifizieren kann.

Der Antrunk überrascht durch eine recht kräftige Süße sowie eine sehr feinperlige und sanfte Kohlensäure. Auf der Zunge präsentiert sich das Bier frisch und fruchtig. Die Aromen spiegeln sich, zusätzlich kann ich jetzt noch den Geschmack nach Mandarine feststellen, und das Mundgefühl ist schlank und weich. Die einzige Überraschung ist das zurückhaltende Bitter. Dieses Bitter wird im Abgang klräftiger und klingt sehr lange nach.

Erstaunlich ist, dass ein Bier, das lediglich 4,1 Volumenprozent Alkohol enthält, dermaßen voll und rund schmecken kann.

Zutaten:


Wasser, Malz (Pilsner Malz, Carahell), Hopfen (Magnum, Citra, Callista), Hefe

Alkoholgehalt:

4,1 % Vol.

Bittereinheiten:

35 IBU

Stammwürze:

10° Plato

Brauerei:

Hoppebräu GmbH
Tölzer Straße 37
83666 Waakirchen
www.hoppebraeu.de

Maisel’s Weisse Alkoholfrei erringt Silber bei den World Beer Awards 2022

Die Verleihung der World Beer Awards sorgte in den letzten Jahren immer wieder für Hochstimmung beim Team der Brauerei Gebr. Maisel – und auch in diesem Jahr konnte Maisel’s Weisse Alkoholfrei zum wiederholten Mal überzeugen. Mit der Silbermedaille in der Kategorie der leichten und alkoholfreien Weißbiere konnte die Familienbrauerei an vergangene Erfolge anknüpfen. Nachdem 2018 und 2019 der Weltmeistertitel nach Bayreuth ging, gab es 2020 und 2021 durch den Gewinn von Silbermedaillen ebenfalls Grund zur Freude.

„Ich bin sehr stolz auf diese tolle Teamleistung. Dass wir trotz starker internationaler Konkurrenz zum fünften Mal in Folge auf dem Siegertreppchen stehen, ist der hervorragenden Arbeit unserer Brauer und Braumeister zu verdanken und beweist die hohe Qualität unserer Maisel’s Weisse“, freut sich Jeff Maisel, der die Brauerei bereits in der vierten Generation führt. Die Wiederholungserfolge stehen allerdings nicht nur für die Qualität des alkoholfreien Weißbiers, sondern zeigen auch, dass man sich in Bayreuth nicht auf seinen Lorbeeren ausruht. „Top-Platzierungen bei so renommierten Verkostungswettbewerben zeigen, dass sich unsere leidenschaftliche Arbeit lohnt – und spornt uns an, das Niveau weiterhin so weit oben zu halten“, zeigt sich Erster Braumeister und Geschäftsführer Marc Goebel motiviert.

Maisel’s Weisse Alkoholfrei steht nicht alleine auf dem Siegertreppchen: Mit Maisel’s Weisse Kristall konnte ein weiteres Weißbier aus der Brauerei Gebr. Maisel überzeugen und holte in der Kategorie „Weißbier Kristall“ ebenfalls eine Silbermedaille. Für Maisel’s Weisse Original gab es die Bronzemedaille in der Kategorie „Hefe-Weißbier Bavarian Style“.

Über Maisel’s Weisse Alkoholfrei

„Maisel’s Weisse Alkoholfrei“ ist wie viele andere alkoholfreie Biere ein ideales Fitness- und Wellnessgetränk für aktive und ernährungsbewusste Genießer. Die sportliche Variante von Maisel’s Weisse ist vitaminhaltig, isotonisch und hat dabei 33% weniger Kalorien als eine Maisel’s Weisse Original. Mit einem eigens entwickelten Brauverfahren ist es den Braumeistern gelungen, den Alkohol schonend zu entziehen, wodurch die charakteristischen Eigenschaften von Maisel’s Weisse erhalten bleiben. So glänzt auch diese Variante mit der einzigartig rötlich leuchtenden Bernsteinfarbe und einem würzig-fruchtigen Geschmackseindruck.

Zötler – Heilewelt

Die Privat-Brauerei Zötler soll die älteste noch aktive Familienbrauerei der Welt sein.Hier entstehen seit über fünf Jahrhunderten Biere und andere Getränke. Als jüngste Herausforderung hat sich der Junior-Bräu Niklas Zötler an das Herstellen von aktuell drei Craft Beeren gewagt. Jetzt steht das Heilewelt vor mir. Es ist die Hommage an die Oma Mimi des Juniorchefs, die zu ihrer Zeit bereits kräftig im Betrieb mitgearbeitet hat.

Bernsteinfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und fällt in einer durchschnittlichen Geschwindigkeit in sich zusammen.

Das Bier duftet zart nach Zitrus und Orangen, dazu kommt eine angenehme Würze des Hopfens. Das Aroma des Malzes ist dabei kaum festzustellen und unterstützt lediglich die Hopfenaromen.

Der Antrunk ist leicht süß und spritzig. Auf der Zunge dominieren wie in der Nase die fruchtigen Noten, jetzt begleitet durch ein leichtes Bitter. Obwohl das Bier moderate 4,9 Volumenprozent Alkohol enthält, ist das Mundgefühl cremig. Im Abgang würde ich mir etwas mehr Bitter wünschen, so dass der Geschmack länger nachklingen könnte.

Insgesamt ist das Heilewelt ein angenehmes Sommerbier.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Cara Munich, Gerstenmalz dunkel), Hopfen (Perle, Cascade, Lemondrop), Hefe (Englische Ale-Hefe)

Alkoholgehalt:

4,9% vol.

Stammwürze:

12,3° Plato

Bittereinheiten:

26 IBU

Farbe:

16 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

7° – 9° Celsius

Brauerei:

Privat-Brauerei Zötler GmbH
Grüntenstraße 2
87549 Rettenberg
www.zoetler.de

BierSelect

Service-Roboter im Liebesbier

Die Gastronomie der Zukunft können Gäste im „Liebesbier Restaurant & Bar“ im fränkischen Bayreuth erleben. Dort setzt das Team mehr denn je auf persönlichen Kontakt, Gastlichkeit und einen hohen Servicegedanken – und nutzt dabei die moderne Technik in Form eines Service-Roboters. Doch wie passt das zusammen?

Wer das Liebesbier Restaurant & Bar in Bayreuth besucht, staunt nicht schlecht: Seit einigen Wochen rollt Bella durch die Gänge, ein Service-Roboter, der die Servicekräfte bei der Arbeit unterstützt, sie jedoch keineswegs ersetzt. Anfangs noch skeptisch, ob ein solcher Roboter beim Team Akzeptanz findet, wurde der Service-Roboter BellaBot von Thomas Wenk, einem der Geschäftsführer des Liebesbiers, nach der Entdeckung auf der Internorga in Hamburg für eine Testphase bestellt. Zu Beginn war das Team zurückhaltend, haben Gastlichkeit und Kontakt zu den Gästen im Liebesbier doch einen hohen Stellenwert, weshalb in diesen Bereichen die Nutzung eines Roboters keine Option sein konnte. Doch mittlerweile ist Bella, wie sie im Liebesbier genannt wird, ein fester Bestandteil der Crew. Das betont auch Mathias Locker, Küchenchef im Liebesbier: „Die Integration lief schnell, denn Bella ist eine enorme Arbeitserleichterung für unser Servicepersonal“. Sie soll dabei niemanden ersetzen, sondern den Servicekräften unter die Arme greifen und sie beim Auf- und Abtragen der Speisen unterstützen. Sie sparen sich dadurch lange Wege und somit natürlich auch Zeit. Zeit, die sie dann wiederum in die Betreuung und Beratung der Gäste investieren können. Denn Bella kümmert sich nur um die „Lieferung“ – serviert wird das Essen weiterhin vom Service.

Bella ist nicht nur eine Erleichterung für das Team, sondern bietet auch den Gästen besondere Unterhaltung. Sie sind begeistert von Bella und mittlerweile wird bereits bei Reservierungen gefragt, ob der Roboter die Bestellung bis zum Tisch bringen kann. Das Liebesbier-Team versucht das nach Möglichkeit umzusetzen, auch hier nur als Unterstützung. Alle Bereiche kann Bella sowieso noch nicht erreichen, denn das Treppensteigen liegt ihr nicht – noch nicht. Mathias Locker und Thomas Wenk sind davon überzeugt, dass die Entwicklung der nächsten Generation von Service-Robotern in diese Richtung gehen wird. Schon jetzt ist die Technik beeindruckend: Bella scannt ihren Weg genau ab und kann so Hindernisse umgehen. Sie erkennt dabei auch sich bewegende Menschen, Hundepfoten und Taschen und bittet freundlich um Durchlass, wenn sie nicht vorbeikommt. Für Sympathie sorgt ebenfalls das „Gesicht“ von Bella, das an das einer Katze erinnert. Wo sie hin muss, weiß Bella durch den Tischplan, den Mathias Locker zu Beginn einprogrammiert hat. Aufgeladen wird Bella über Nacht und kann dann tagsüber für etwa zehn bis zwölf Stunden eingesetzt werden, bevor die nächste Ladung notwendig wird.

So weit die Pressemitteilung von Liebesbier. Ich war bereits einige Male im Liebesbier und war begeistert. Eine frische junge Küche wird genau wie die vielen Bieren von einem Service angeboten, der weiß, was er dort verkauft. In der deutschen Gastronomie ist das eher eine Ausnahme. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich von einem Roboter bedient werden möchte. Sicherlich ist das einmal eine nette Spielerei, aber ob mir das auf Dauer gefällt, muss sich erst noch herausstellen. Ich befürchte, dass in vielen Fällen die Qualität des Service leiden wird. Aber ich hoffe auch, dass das im Liebesbier nicht der Fall sein wird.

Maisel & Friends – Black IPA 2.0

Black IPAs sind in Deutschland bisher eine Seltenheit und erst wenige Brauereien haben sich an diesen Bierstil herangewagt. 2017 hat Maisel & Friends das Abenteuer Black India Pale Ale schon einmal gestartet und es als limitierten Sondersud auf den Markt gebracht. Das war auch das erste Mal, dass ich mit diesem Bierstil in Kontakt gekommen bin. Damals war ich beim Namen dieses Bierstils reichlich verwirrt, denn Pale und Black schließen sich ja irgendwie aus. Schnell habe ich aber bemerkt, dass die fruchtig-bitteren Aromen des IPA sehr gut mit den Röstnoten des dunklen Malzes zusammenpassen. Da ist es doch wohl kein Problem, über den sprachlichen Holperer im Namen des Bierstils hinwegzusehen. Und so war ich auch sehr angenehm überrascht, als in der letzten Woche ein Paket von Maisel & Friends bei mir eintraf, das nach fünf Jahren mal wieder ein Black IPA enthielt. Inzwischen habe ich es gekühlt und will es jetzt verkosten.

Zunächst einmal – Nomen est Omen. Das Bier ist wirklich schwarz. Lediglich wenn ich es gegen das Licht halte, schimmert es bordeauxrot durch. Über dem Bier prankt eine hellbraune feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch ist den Bayreuthern mal wieder ein Meisterwerk gelungen.

Bereits meine Nase verrät mir, dass die Brauer sich bei der Entwicklung dieses Bieres etwas gedacht haben. Es handelt sich nicht um ein schwarzes Bier, das mit reichlich Aromahopfen gestopft wurde bis sich das Malz nicht mehr feststellen lässt. Im Gegenteil – die Aromen des Malzes mit ihren Schokoladen-, Kaffee-, Karamell- und leichten Rauchnoten stehen gleichberechtigt neben dem Duft des Hopfens mit Noten nach Grapefruit und anderen tropischen Früchten. So stelle ich mir ein wirklich gutes IPA vor und ich bekomme richtig Lust auf den ersten Schluck.

Eine überraschende Süße beim ersten Kontakt des Biers mit der Zunge, die durch eine sehr feinperlige Kohlensäure begleitet wird. Aber dann geht es erst richtig los. Auf der Zunge kommen zunächst die Geschmackseindrücke des Malzes zum Tragen. Der Rauchgeschmeck meldet sich zu Wort, dazu kommt der Geschmack nach Karamell, dunkler Schokolade und Espresso. Für ein IPA hält sich das Bitter diskret im Hintergrund, auch wenn es selbstverständlich deutlich zu schmecken ist. Die fruchtigen Noten unterstützen diese Geschmacksnuancen und gemeinsam sorgen sie für ein volles und rundes Mundgefühl. Im Abgang dominiert der Geschmack nach dunkler Schokolade und Rauch. Jetzt kommt auch das Bitter mehr zum Tragen und es klingt sehr lange nach.

Wie bei allen Sondersuden gilt: wenn weg, dann weg. Aber bis es soweit ist, gibt es das Black IPA im Brauereishop von Maisel & Friends sowie bei einigen Versandhändlern. Ich würde mir wünschen, dass dieses Bier ins Standardprogramm aufgenommen wird, so dass ich es auch hier in Niedersachsen im Getränkemarkt um die Ecke bekommen kann.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Amarillo, Chinook, Mosaic, HBC 431, Ariana, Idaho7), Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Bittereinheiten:

50 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 10° Delsius

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Göller Original

In Franken ist die Brauerei Göller beheimatet, die sich seit dem Jahr 1908 im Familienbesitz befindet. Die Brauer legen bei der Wahl der Rohstoffe höchsten Wert auf Regionalität. So werden beispielsweise Braugerste und Weizen im direkten Umkreis von Zeil a. Main von heimischen Landwirten für uns angebaut und anschließend in Bamberg und Schweinfurt zu Malz verarbeitet.

Die Bierspezialitäten aus der „Alten Freyung“ haben bereits zahlreiche Auszeichnungen ergattert: Den European Beerstar, den World Beer Award, Meininger’s International Craftbeer Award oder die DLG-Prämierung. Dann kann bei der Verkostung des Original, eines Pilseners, ja eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Golden und kristallklar präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten. Wenn das Bier so schmeckt wie es aussieht, kommt bei mir sicher gleich helle Begeisterung auf.

Das Bier duftet nach Brotkrume, abgerundet durch einige würzige Noten. Dem Aroma nach könnte es sich hier auch um ein Helles handeln.

Der Antrunk ist eher schlank mit seiner leichten Süße und der feinperligen Kohlensäure. Erst als das Bier sich auf der Zunge verteilt, lässt es seine Muskeln spielen und präsentiert sich überraschend voll. Die Süße verstärkt sich und ein passendes Bitter kommt dazu. Dabei bleibt das Mundgefühl weich. Im Abgang wird das Bitter wieder etwas zurückhaltender, klingt aber überraschend lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Tradition)

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,8° Plato

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Brauerei Göller KG
Wildgarten 12
97475 Zeil a. Main
www.brauerei-goeller.de