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Erklärung des Bayerischen Brauerbundes zur Hopfenernte und zum Hopfenmarkt 2023

Traditionell laden auf der BrauBeviale der Verband Deutscher Hopfenpflanzer e.V., der Deutsche Hopfenwirtschaftsverband e.V., der Bayerische Brauerbund e.V. sowie die Privaten Brauereien Bayern e.V. zu einer gemeinsamen Pressekonferenz ein. Hier das Statement von Dipl.-Ing. Walter König vom Bayerischen Brauerbund e.V. Ich veröffentliche es sowohl schriftlich als auch als Podcast zum Anhören. Hier also das Statement:

Sehr verehrte Damen und Herren,

auch im Namen des Bayerischen Brauerbundes begrüße ich Sie sehr herzlich zu unserer heutigen gemeinsamen Pressekonferenz. Hopfen wird zu 99% zur Bierherstellung verwendet. Es ist deshalb seit vielen Jahren Tradition und gelebtes Miteinander, dass bei der Pressekonferenz zur Hopfenernte und zum Hopfenmarkt anlässlich der Fachmesse BrauBeviale auch Vertreter der brauwirtschaftlichen Verbände zur aktuellen Situation berichten. In Absprache mit meinem Kollegen Mario Schäfer wird er auf die aktuelle Entwicklung des Bierausstoßes sowie auf die wirtschaftliche Situation und die Herausforderungen in den Brauereien näher eingehen.

Lassen Sie mich einen Blick auf die Versorgungssituation der heimischen Brauwirtschaft mit hochwertigen Rohstoffen werfen.

Trotz der durch den klimatischen und politischen Wandel hervorgerufenen enormen Herausforderungen in der Hopfenproduktion und der zwei unterdurchschnittlichen Ernten im vergangenen, sowie im laufenden Jahr, war es der Hopfenwirtschaft wichtig, direkt zum Start der Ernte das Signal der Versorgungssicherheit in die Brauwirtschaft zu senden: „Die Deckung des Bedarfs an Hopfen für das Braujahr 2023 ist trotz des schwachen Ergebnisses gesichert, da im Markt immer noch erhebliche Vorräte, die sich vorwiegend in den Händen der Brauereien befinden, vorhanden sind!“ lautete das Statement zur Hopfenrundfahrt 2023.

Diese, für die Brauwirtschaft beruhigende und komfortable Situation ist mehreren Faktoren zu verdanken:

Vertragswesen stützt Planungssicherheit

Die Hopfenproduktion reagiert träge und Veränderungen brauchen Zeit. Jeder Hopfenkauf wird über den Hopfenhandel in der Landwirtschaft langjährig durch Verträge abgebildet. Im Gegensatz zu den USA laufen Hopfenkauf- und somit auch Hopfenlieferverträge in Deutschland über viele Jahre. Das Vorvertragswesen ist ein Garant dafür, dass trotz kurzfristig auftretender Schwankungen eine hohe Grundversorgung und Vorratshaltung gewährleistet ist. So tragen langfristig eingekaufte Hopfenmengen, die während des stark eingebrochenen Bierausstoßes während der Corona Pandemie nicht benötigt wurden, heute zur Versorgungssicherung bei.

Einschneidende Ereignisse, wie beispielsweise die Corona-Pandemie, die durch den Russland-Ukraine-Krieg verursachte Logistik- und Energiekrise und auch eine Missernte wie 2022 verlangen zukünftig jedoch flexiblere Handlungsmechanismen von uns. Zusätzlich zum Vorvertragswesen brauchen wir deshalb eine bedarfsgerechtere Mengenplanung, die auf gesicherten Informationen beruht und schnellere Anpassungen in der Hopfenlogistik ermöglicht. Beispielsweise könnten so über den tatsächlichen Bedarf hinaus gekaufte Hopfen der Brauereien, die in der Regel in den Kühlhäusern des Hopfenhandels liegen, schneller identifiziert und anderweitig im Markt verwendet werden. Lagerhaltung und Logistik werden optimiert und sowohl Brauerei als auch Hopfenhandel erhalten höhere Wirtschaftlichkeit und mehr Planungssicherheit.

Kostendruck erzwingt höherer Wirtschaftlichkeit

Nicht nur bei der Hopfenproduktion und Verarbeitung haben die vergangenen zwei Jahre zu erheblichen Kostensteigerungen in der Produktion geführt. Auch der energieintensive Brauprozess sowie immens steigende Lohn-, Verpackungs- und Logistikkosten belasten die Brauwirtschaft. Natürlich wird in diesem Zusammenhang auch beim Hopfeneinsatz wieder mehr Augenmerk auf die Wirtschaftlichkeit gelegt. Beim weltweiten Hopfeneinsatz ist sogar eine Trendwende weg vom Aromahopfen hin zu mehr Hochalphahopfen beim Brauen zu beobachten. Dies verursacht einen Flächenüberhang, der uns unter anderem in den letzten beiden knappen Erntejahren die komfortable Versorgungssituation gewährleistet hat.

Mit dem Blick nach vorne möchte ich aber auch gerade das Thema Planungssicherheit in den Mittelpunkt meiner Betrachtung stellen. Das klare Statement zur Versorgungssicherheit mit Hopfen aus deutschen Anbaugebieten hat nämlich noch eine weit größere Bedeutung als die der aktuellen Ernteeinschätzung. Das Statement soll uns Brauern sagen: „Auf die deutsche Hopfenwirtschaft ist Verlass!“ Es gibt also keinen Grund, sich auch wegen einer Missernte, wegen des Klimawandels oder wegen veränderter Rahmenbedingungen im Hopfeneinkauf anderweitig zu orientieren.

Investitionen in die Zukunft der heimischen Rohstoffversorgung

Die Bauwirtschaft begrüßt die Bemühungen des Hopfenpflanzerverbandes außerordentlich, weitere und vor allem nachhaltige Bewässerungsmöglichkeiten für große Teile der Hopfenanbaugebiete in der Hallertau und in Spalt zu realisieren. Diese Konzepte fordern von den Hopfenpflanzern hohe Investitionskosten und ein Bekenntnis für die Hopfenproduktion in den nächsten Jahrzehnten. Ein für uns sehr wichtiges und vor dem Hintergrund der vergangenen Ernten notwendiges Signal zur Versorgungssicherung.

Auch wurde erst im vergangenen Jahr mit der Eröffnung des weltweit größten und modernsten Hopfenverarbeitungswerks in der Hallertau eine enorme Investition in die Zukunft des Hopfenproduktionsstandorts Deutschland getätigt. Neben der Versorgungssicherheit gewährleistet uns dieser Meilenstein auch höchste Produktqualität mit allen bei uns gängigen Hopfenveredelungs- und Verarbeitungsprodukten.

Große Anstrengungen in Resourcenschutz, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit

Ebenfalls begrüßten wir die großen Anstrengungen sowie die Weitsicht der Hopfenpflanzer und der Hopfenwirtschaft, mit Neuzüchtungen in den Bereichen Aromasorten, Bittersorten und Hopfensorten mit besonderen Eigenschaften einen aktiven Beitrag zum Resourcenschutz, zur nachhaltigeren Produktion und auch zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit zu leisten. In diesem Zusammenhang richte ich jedoch auch einen Appell in die Brauwirtschaft, diese Anstrengungen mit Offenheit gegenüber neuen Sorten auch in bestehenden Rezepturen und mit einem klaren Bekenntnis zur heimischen Brauwirtschaft zu honorieren.

Nur gemeinsam können wir die Wettbewerbsfähigkeit und die Qualitätsführerschaft der deutschen Hopfenproduktion zum Wohle unserer Versorgungssicherheit mit qualitativ hochwertigem Hopfen in die Zukunft tragen. Auch wenn US-Hopfen womöglich durch bessere Rahmenbedingungen und Sondereffekte kurzfristig günstiger am Markt zu haben sein werden, müssen wir die Wettbewerbsfähigkeit unserer heimischen Rohstoffversorgung stärken. Die Abhängigkeit in der Rohstoffversorgung von Drittstaaten darf, kann und wird nicht die Versorgungsstrategie der deutschen Brauwirtschaft sein.

Wir setzen auf Nachhaltigkeit im Rohstoffbezug, auf Partnerschaft und Planungssicherheit. Wir haben erfahren, was es bedeutet, wenn Lieferketten kurzfristig wegbrechen, wenn Rückstandshöchstmengen in Drittstaaten mit unseren Qualitätsvorstellungen nicht übereinstimmen und vor allem, wenn die Produktionsplanung im Sudhaus nach der Verfügbarkeit der Rohstofflieferung ausgerichtet werden muss. Trotz und gerade wegen aller Herausforderungen, die jeder von uns in seinem Bereich aktuell tragen muss, sind die Kommunikation, der Dialog und das Verständnis füreinander wichtig. Jeder Einzelne, Braumeister, Rohstoffeinkäufer oder Logistiker ist ein Entscheider, der die Zukunft mit seiner individuellen persönlichen Entscheidung mit prägt. Lassen Sie uns die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit, die wir in den vergangenen Jahren gelebt haben, gerade jetzt, wenn die Zeiten wieder schwieriger werden, fortsetzen und so gut es geht die Herausforderungen der Zukunft weiterhin zusammen anpacken.

 

Erklärung des Deutschen Hopfenwirtschaftsverbands zur Situation auf dem Hopfenmarkt

Traditionell laden auf der BrauBeviale der Verband Deutscher Hopfenpflanzer e.V., der Deutsche Hopfenwirtschaftsverband e.V., der Bayerische Brauerbund e.V. sowie die Privaten Brauereien Bayern e.V. zu einer gemeinsamen Pressekonferenz ein. Hier das Statement von Pascal Piroué vom Deutschen Hopfenwirtschaftsverband e.V. Ich veröffentliche es sowohl schriftlich als auch als Podcast zum Anhören. Hier also das Statement:

Die Ausgangslage vor der Ernte 2023

Ausgehend von einer außergewöhnlich schwachen Welternte 2022, die mit einer Menge von rd. 107.500 Tonnen Hopfen dennoch einen Überschuss an Alphasäure produzierte, zeigte sich der Weltmarkt im Braujahr 2023, wie auch in den Vorjahren, in einigen Sorten sehr gut bis überversorgt.

Trotz der schlechten europäischen Ernte konnten nicht alle Mengen verkauft werden. Zudem verliefen die Auslieferungen von kontrahierten Hopfenprodukten der Vermarkter an die Brauer über das gesamte Jahr überraschend schleppend. Zur Ernte 2023 befinden sich noch deutliche Mengen an nicht abgerufenen Hopfenprodukten aktueller und früherer Ernten in den Lägern der Vermarkter. Zudem bestehen Anfragen aus der Brauwirtschaft im größeren Umfang bereits vorkontrahierte Mengen zu stornieren.

Die Ursache liegt in dem seit Frühjahr 2023 ernüchternden Entwicklung des globalen Bierausstoßes. Gemäß den aktuellen Zahlen und Schätzungen für das Braujahr 2023 sind die Ausstoßzahlen vor allem in Nordamerika, Europa und Asien insgesamt wieder rückläufig. Die erhoffte nachhaltige Erholung nach Beendigung der coronabedingten Einschränkungen ist in vielen Ländern durch ein verändertes Verbraucherverhalten aufgrund von restriktiver Alkoholpolitik, Inflationsängsten, politischen Krisen und der allgemeinen wirtschaftliche Entwicklung schwächer verlaufen als angenommen. Auch das Craft-Bier-Segment verliert in nahezu allen Regionen spürbare Absatzmengen, mit der Folge, dass der Hopfenbedarf sinkt.

Die Ernte 2023 und die voraussichtliche Versorgungslage 2024

Die Wachstumsbedingungen in Mitteleuropa waren nach der bereits sehr schwachen Ernte 2022 auch im Sommer 2023 wiederholt von zahlreichen Hitzetagen und von ausbleibenden Niederschlägen über längere Zeiträume gekennzeichnet. Dies ist die Folge einer seit über 10 Jahren zu beobachtenden Klimaveränderung in Mitteleuropa, welche nach aktuellen Prognosemodellen die Witterungsbedingungen in dieser Region auch in der Zukunft prägen wird.

Diese Trockenphasen in der Anbauphase 2023 betrafen besonders die Anbauregionen Hallertau, Spalt und Tettnang sowie Tschechien und Frankreich. Hier fielen in der Folge vor allem die Alphasäurewerte deutlich unterdurchschnittlich aus. In den Anbaugebieten Elbe-Saale, Slowenien und Polen kam es hingegen in den für den Pflanzenstand wichtigen Monaten Juni und Juli zu ausreichenden, in Slowenien sogar zu weit überdurchschnittlichen Niederschlägen, so dass hier die Ernteergebnisse durchschnittlich bis gut waren. In Spanien führte ein massiver Mehltaubefall zur Ernte aufgrund fehlender Pflanzenschutzmittel zu größeren Einbußen.

Für Gesamteuropa ergibt sich nach ersten Einschätzungen eine Erntemenge von rund 57.300 Tonnen gegenüber 48.900 Tonnen im Jahre 2022 (+17 %) – dieses Ergebnis ist zwar besser als im Vorjahr, liegt jedoch immer noch rd. 4% unter dem langjährigen Durchschnitt. Deutlich größer war die Auswirkung der Witterung auf die Alphasäurewerte, die bei den meisten Sorten äußerst schwach ausfielen.

In den USA war die Ernte durchschnittlich bis gut und übertraf trotz einer Flächenreduzierung um über 2.100 Hektar bzw. – 8,5% das Vorjahresergebnis. Mit insgesamt 47.080 Tonnen erntete man in der Pacific-North West Region rd. 1.100 Tonnen mehr als im Vorjahr, was vor allem auf den verstärkten Anbau von ertragreicheren Hochalphasorten zurückzuführen ist.

Die weltweite Ernte beträgt nach ersten Hochrechnungen 117.000 Tonnen, bzw. 9.930 mt Alphasäure. Dies ist zwar eine Steigerung der Mengenerträge von rund 9 % im Vergleich zum Vorjahr aber nur +2,2% bei der Alphasäureproduktion.

Damit wurde auch in der Ernte 2023 und damit zum 8. Mal in Folge Alphasäure über dem Bedarf produziert. Die hohen Bestände aus früheren Ernten belasten den Markt zunehmend und es zeigt sich, dass viele Brauereien vertragsmäßig überkontrahiert sind. In der Folge entkoppelt sich bereits seit einigen Jahren das erntebezogene Marktgeschehen von der eigentlichen Versorgungslage.

Ausblick 2024

Für das Braujahr 2024 gehen aktuelle Schätzungen von einem, aus den genannten Gründen, weiterhin schwachen Biermarkt aus. In der Folge haben die Notierungen für Spothopfen in der Ernte 2023 mit deutlich fallenden Preisen bereits erheblich reagiert. Es ist zudem zu erwarten, dass Russland, als wichtiger Abnehmer europäischen Hopfens, den Hopfenanbau steigert und zunehmend zum Selbstversorger wird.

Um den Markt wieder in die Balance zu bekommen, müsste die Fläche in allen Hauptanbaugebieten spürbar reduziert werden, um sich der geringeren Bedarfslage anzupassen. Ein besonderes Augenmerk muss auch auf einige Aromasorten gerichtet werden, deren Bedarf global überproportional rückläufig ist.

Diese unerwartet deutlich veränderte Bedarfslage stellt die gesamte Hopfenwirtschaft vor noch größere Herausforderungen. Dies beginnt bei den anhaltend hohen Kosten in der landwirtschaftlichen Erzeugung sowie der Kostenbelastung der Verarbeiter und Vermarkter durch anhaltend verteuerte Energie, Personal und Zinsen. Es ist offensichtlich, dass die gesamte Wertschöpfungskette massiv unter Druck steht.

Die Hopfenpflanzer in Deutschland haben aktuell zumeist noch einen hohen Anteil an Vorverträgen bis ins Jahr 2025. Wesentlich für die Erhaltung der Erzeugung über diesen Zeitraum hinaus sind nachhaltige, kostendeckende Anschlussverträge seitens der Brauindustrie, um den Hopfenpflanzern auch in der kommenden Dekade Sicherheit bei der Planung zu geben. Ein Ausbleiben von Anschlussverträgen könnte dazu führen, dass die Anbaufläche stark reagiert, da zahlreiche Hopfenpflanzer der Anbau aufgeben.

In diesem Kontext sei erwähnt, dass für die Erreichung wichtiger Nachhaltigkeitsziele und der Sicherstellung der Versorgung die Hopfenwirtschaft seit Jahren an die Brauindustrie appelliert, bereits zur Verfügung stehende hitzestress- und krankheitsresistente Zuchtsorten mit Priorität in ihre Rezepturen einzubringen. Diese liefern selbst bei einem sich sichtbar verändernden Klima stabile Erträge und Qualitäten und sind geeignet, durch ihre hohe Leistungsfähigkeit Kosten zu sparen.

Maisel & Friends – Artbier #5

Das Flaschenetikett wird durch eine Grinsekatze dominiert, die durch fröhliche Blumen begleitet wird.Einmal im Jahr bringt die Bayreuther Brauerei Maisel & Friends einen Sondersud auf den Markt, dessen Etikett von einem Street Art-Künstler gestaltet wurde. In diesem Jahr ist bereits die fünfte Ausgabe des Artbier erschienen. Diesmal wurde das Etikett von Stefan Thelen entworfen, besser bekannt als Super A. Aber zumindest für mich ist das Bier wichtiger als das Design des Etiketts, also öffne ich sofort die Flasche und schenke mir das Bier ein.

Hellgolden und mit kräftiger Hefetrübung fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine schneeweiße feinorige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Bereits beim Einschenken duftet das Bier nach einem Fruchtsalat aus Südfrüchten. Ich rieche Zitrone, Ananas, Orange, Waldhonig, Zitrusschalen, Pfirsich und Banane. Abgerundet wird das Aroma durch den Duft der Hefe. Ja, so muss ein Hazy IPA riechen.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine für ein IPA überraschende Süße sowie eine darauf abgestimmte Karbonisierung aus. Wie erwartet steht auf der Zunge die Fruchtigkeit im Vordergrund, zu der sich jetzt ein freundliches Bitter gesellt, was zu einem einem weichen und samtigen Mundgefühl führt. Der Abgang ist überraschend mild. Trotzdem klingt die Bittere einige Zeit nach.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen (Callista, Amarillo, Galaxy, Cascade, Idaho 7, Citra), Hefe

Alkoholgehalt:

6,7 % Vol.

Stammwürze:

16,90° Plato

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Erklärung des Verbandes Deutscher Hopfenpflanzer zur Ernte 2023

Traditionell laden auf der BrauBeviale der Verband Deutscher Hopfenpflanzer e.V., der Deutsche Hopfenwirtschaftsverband e.V., der Bayerische Brauerbund e.V. sowie die Privaten Brauereien Bayern e.V. zu einer gemeinsamen Pressekonferenz ein. Hier das Statement von Adi Schapfl vom Verband Deutscher Hopfenpflanzer. Ich veröffentliche es sowohl schriftlich als auch als Podcast zum Anhören. Wundern Sie sich bitte nicht, wenn am Anfang der Audioaufzeichnung von „Majestäten“ gesprochen wird – es ist auch Tradition, dass die Hopfenköniginnen bei der Pressekonferenz anwesend sind. Hier also das Statement:

Die Hopfenernte 2023 ist in Deutschland schlecht ausgefallen – wieder schlecht. Nach Abschluss der Hopfenzertifizierung am 15. November liegen die offiziellen Abwaagezahlen vor:

In ganz Deutschland produzierten im Jahr 2023 1.041 Betriebe auf einer Fläche von 20.629 Hektar 41.234 Tonnen Hopfen, das sind umgerechnet 824.685 Zentner.

Die Zahlen aus den einzelnen Anbaugebieten in Deutschland stellen sich wie folgt dar:

 

Ernte 2023 in t

Veränderung zu 2022 in %

Ernte 2022 in t

Hallertau

34.949

19,9 %

29.152

Elbe-Saale

3.056

20,8 %

2.529

Spalt

672

63,5 %

411

Tettnang

2.533

10,0 %

2.302

Bitburg

23

91,7 %

12

Bundesgebiet

41.234

19,8 %

34.406

Die großen Steigerungen zum Vorjahr täuschen darüber hinweg, dass auch 2023 wieder ein schlechtes Hopfenjahr war. Diese sichtbaren Steigerungen sind nur dem geschuldet, dass 2022 ein historisch schlechtes Hopfenjahr war mit einer Minderernte von fast 30 % zum Vorjahr. Die Erntemenge 2023 liegt aber immer noch ca. 10% unter einer Durchschnittsernte.

Auch die Gehalte an Alphasäuren als wesentlicher Wertparameter liegen 2023 unter dem Durchschnitt. Vor allem bei der größten Sorte Herkules war die Ausbildung der Alphasäuren in diesem Jahr vergleichsweise gering. Positiv sticht das Anbaugebiet Elbe-Saale heraus, weil hier höhere Alphawerte erreicht wurden als in früheren Jahren.

Die äußere Qualität der Hopfen war dagegen beim deutschen Hopfen 2023 überwiegend gut.

Die Ursachen für die Ertragsprobleme sind schnell ausgemacht: Wieder machte unseren Hopfen das trockene und heiße Wetter im Sommer Probleme. Wieder müssen wir feststellen, dass diese Jahre häufiger auftreten, 2022 und 2023 zum ersten Mal sogar zweimal hintereinander und wieder wird uns vor Augen geführt, dass wir unsere Anstrengungen erhöhen müssen, die deutsche Hopfenproduktion an den Klimawandel anzupassen.

Dabei hatte das Hopfenjahr 2023 eher mit zu viel Wasser begonnen. Im Frühjahr hatten wir häufige und zum Teil ergiebige Regenfälle, so dass unsere Hopfengärten oftmals gar nicht befahrbar waren und wir mit den anstehenden Arbeiten zum Teil in Verzug gerieten. Diesen Verzug konnten wir aber aufholen. Zahlreiche Saisonarbeitskräfte unterstützen uns beim Aufleiten der jungen Triebe und die Hopfen entwickelten sich bis in den Juni hinein vielversprechend.

Dann blieb aber der Regen aus und wie bereits in 2022 litten unsere Hopfen unter der Hitze und Trockenheit. Im Juli sah es noch so aus, als ob wir auf eine weitere historisch schlechte Ernte zusteuern würden. Dann setzten aber Ende Juli in ganz Deutschland Regen ein und das verhinderte zumindest bei vielen Hopfenbeständen „das Schlimmste“. Der Regen kam spät und konnte deshalb nur mehr ein Stück weit das bereits verlorene Ertragspotential unserer Hopfen ausgleichen. Die meisten Hopfen legten noch etwas in ihrer Ertragsbildung zu, unterstützt durch weitere Regenfälle im August.

Der positive Einfluss auf die Bildung der Alphasäuren viel dagegen offensichtlich geringer aus. Vermutlich waren die Niederschläge dafür dann doch größtenteils zu spät.

Im Anbaugebiet Elbe-Saale liegen die Hopfen in ihrer Entwicklung naturgemäß etwa 8 bis 10 Tage hinter den anderen deutschen Anbaugebieten und das war vermutlich der Grund dafür, dass die einsetzenden Regen dort auch noch zu einer guten Alpha-Bildung führten.

Insgesamt ein weiteres unbefriedigendes Jahr für die deutschen Hopfenpflanzer mit einer unterdurchschnittlichen Ernte.

Neben der pflanzenbaulichen Seite macht uns Hopfenpflanzern jetzt auch noch der Hopfenmarkt große Sorgen.

Bereits vor einem Jahr war für unsere US-Kollegen eine massive Überversorgung bei deren Flavoursorten deutlich geworden, die zur Rodung von etwa einem Siebtel der dortigen Hopfenfläche führte.

Aktuell sehen wir auch einen deutlichen Preisverfall für deutsche Freihopfen. Die massiven Ausschläge bei den Hopfenpreisen nach unten machen unsere betriebliche Planung schwierig und könnten viele wichtige Investitionen behindern, insbesondere vor dem Hintergrund stark gestiegene Produktionskosten.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Preise weiterentwickeln und auf welchem Preisniveau Vorverträge angeboten werden. Auch für die Hopfenfläche in Deutschland könnten Flächenreduzierungen die Konsequenz sein.

Unsere dringendste Aufgabe bleibt aber weiterhin die Anpassung unserer Hopfenproduktion an den rasant fortschreitenden Klimawandel. Die Neuzüchtungen deutscher Hopfensorten zeigen heute schon, dass wir in die richtige Richtung unterwegs sind. Deren Anteil an unserer Produktion ist aber noch zu gering und muss durch eine erhöhte Akzeptanz bei den Brauern rasch erhöht werden.

Einen Großteil unserer Anstrengungen stecken wir derzeit in den Ausbau der Hopfenbewässerung. Die Anbaugebiete Spalt und Hallertau arbeiten intensiv an großflächigen Systemen, die später die Hopfenproduktion stabilisieren sollen. Wir betreten „Neuland“ mit so groß-dimensionierten Bewässerungsanlagen und müssen in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren noch viele fachliche, bürokratische und finanziellen Hürden überwinden. Die massive Unterstützung der Politik wird deshalb entscheidend sein.

Im Gegensatz zu den zahlreichen Pressemeldungen der letzten Wochen in der deutschen, europäischen und internationalen Presse, sind wir aber sehr optimistisch, dass der deutsche Hopfen eine erfolgreiche Zukunft haben wird. Eine Studie hatte lange Zahlenreihen aus verschiedenen europäischen Hopfenregionen ausgewertet und war zum Ergebnis gekommen, dass sowohl Ertrag als auch der Alphagehalt in Zukunft aufgrund des Klimawandels in europäischen Hopfen abnehmen werden. Die Empfehlung der Autoren lautete die Hopfenfläche zu erhöhen. In den zahlreichen Pressemeldungen war dann auch noch von schlechterem Bier zu lesen oder gar von einer Bierknappheit.

Bei genauerer Betrachtung der Studie kommen massive Bedenken zur Vorgehensweise der Autoren auf und methodische Schwächen lassen an der Gültigkeit der Schlussfolgerungen zweifeln. Zudem wurde dann von geringeren Alphawerten auf den Biergeschmack geschlossen, was – zurückhaltend formuliert – so nicht zutreffend ist.

Wie bereits angesprochen sehen wir uns im Gegensatz zur Studie bereits auf einem guten Weg zur Anpassung unserer Hopfenproduktion mit Neuzüchtungen und Bewässerung. Unsere Hopfenproduktion in Deutschland war vor einhundert Jahren eine komplett andere als vor 50 Jahren und heute verwenden wir wieder andere Techniken und andere Sorten. Und bei all diesen tiefgreifenden Änderungen haben wir stets Hopfen in höchster Qualität, zu wettbewerbsfähigen Preisen so produziert, wie es die Brauwirtschaft gewünscht hat.

Unser Hopfenbau wird auch in 50 Jahren wieder anders ausschauen, aber – und da bin ich mir sehr sicher – weiterhin erfolgreich sein!

Hetzelsdorfer Bier

Die Etiketten des Hetzeldorfer Biers sind nostalgisch gestaltet und zeigen neben den erforderlichen Informationen einige traditionelle Werkzeuge der Brauer.Penning ist eine Traditionsbrauerei in der wunderschönen fränkischen Schweiz. Von dort stammt das dunkle Vollbier, das jetzt vor mir steht. Wenn es mir gefallen sollte, werde ich versuchen, noch weitere ganzjährige und saisonale Biere der Brauerei zu finden und hier zu beschreiben. Jetzt aber erst mal zu dem Bier vor mir.

Braun und ohne Hefetrübung läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine feinporige Schaumkrone, weiß mit einem leichten Stich ins Elfenbeinfarbene. Da die Schaumkrone sehr lange erhalten bleibt, macht das Bier zumindest optisch eine richtig gute Figur.

Das Bier duftet nach Karamell und Pumpernickel, dazu kommen einige grasige und würzige Noten.

Der Antrunk ist weniger süß als ich es erwartet habe und er zeichnet sich durch eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge dominieren Röstmalze und Karamell, abgerundet durch würzige Noten. Dabei ist das Bier nicht wuchtig wie viele andere dunkle Biere, sondern wirklich schlank und süffig. Der Abgang überzeugt mit einem leichten freundlichen Bitter mit sehr langem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Farbe:

30 EBC

Brauerei:

Brauerei Penning-Zeissler
Hetzelsdorf 9
91362 Pretzfeld

Maisel’s Weisse Alkoholfrei holt zum vierten Mal Gold beim European Beer Star

Manchmal sind aller guten Dinge nicht drei, sondern vier: Maisel’s Weisse Alkoholfrei konnte die renommierte Fachjury zum wiederholten Mal überzeugen und beim European Beer Star Gold gewinnen. Der Award gilt als einer der härtesten der Welt, weshalb die Brauerei Gebr. Maisel der Auszeichnung eine besonders hohe Bedeutung beimisst.

Die begehrte Goldmedaille zu gewinnen, ist das erklärte Ziel bei einer Teilnahme am European Beer Star, denn diese wird für jeden Bierstil nur ein einziges Mal vergeben. Gelingt es, diesen Erfolg mit demselben Bier mehrmals zu wiederholen, macht das umso stolzer – und würdigt die Arbeit, die seit vielen Jahren investiert wurde. Ein wohlschmeckendes, alkoholfreies Weißbier zu brauen, ist eine große Kunst, schließlich ist Alkohol ein wesentlicher Geschmacksträger im Bier. Gängig sind drei Verfahren, um dem Bier den Alkohol zu entziehen: Entalkoholisierung, gestoppte Gärung oder Verwendung einer speziellen Hefe. Alle drei bieten Vor-, aber auch Nachteile. Bei der Brauerei Gebr. Maisel wollte man sich mit den Nachteilen nicht abfinden und hat ein eigenes Verfahren entwickelt, das die Vorteile der ersten beiden miteinander kombiniert. Zunächst wird unter Verwendung der brauereieigenen „Maisel’s Weisse Hefe“ Maisel’s Weisse Original gebraut und der Alkohol im Anschluss schonend entzogen. Parallel wird ein zweiter Sud angesetzt, bei dem die Gärung der zugegebenen Hefe vorzeitig gestoppt wird, um zu verhindern, dass der Malzzucker zu Alkohol vergoren werden kann. Im Anschluss nutzen die Braumeister eine Vorgehensweise, die vielen aus der Weinherstellung bekannt ist: Die beiden Sude werden miteinander verschnitten, um die Verfahren bestmöglich miteinander zu verbinden. Dieser eigens entwickelte Prozess erhält das volle Aroma der Maisel’s Weisse Original für den alkoholfreien Biergenuss.

Eingeführt wurde die Maisel’s Weisse Alkoholfrei im Jahr 2000. Seitdem wird kontinuierlich an der Optimierung des Verfahrens gearbeitet, um die Qualität dauerhaft auf hohem Niveau zu halten. Dass das gelingt, beweist die Bekanntgabe der Gewinner des European Beer Stars seit 2019. Seitdem gab es für Maisel’s Weisse Alkoholfrei in jedem Jahr eine Medaille, davon viermal Gold und einmal Silber.

„Die Teilnahme an Bierwettbewerben verstehen wir als Qualitätskontrolle, die uns Auskunft darüber gibt, was wir richtig machen – und wo wir optimieren können. Dass hochrangige Bierexperten fünf Jahre in Folge unserer Maisel’s Weisse Alkoholfrei solch hohe Auszeichnungen zukommen lassen, ehrt uns sehr“, freut sich Marc Goebel, Geschäftsführer Braubetrieb.

Dass es Auszeichnungen nicht nur für Innovationen gibt, sondern dass auch Traditionen ihren Wert haben, bewies die Brauerei Maisel beim European Beer Star Gold ebenfalls: Maisel’s Weisse Kristall erhielt ebenfalls die Goldmedaille. Die Bayreuther sind eine der wenigen Brauereien, die diesen Bierstil brauen, da die Filtration als besonders aufwendig gilt. Bereits seit 1955 befindet sich das kristallklare Weißbier im Portfolio der Brauerei Gebr. Maisel, damals eingeführt mit dem Namen „Champagner-Weizenbier“. Ebenfalls Gold gab es für Maisel & Friends Hell aus dem Sortiment der modernen Bierspezialitäten.

St. GeorgenBräu – Helles

Das Etikett zeigt im oberen Teil den heiligen St. Georg und unten ein Wappen mit der bayrischen Raute, das links und rechts jeweils durch eine goldene Hopfendolde flankiert wird.Buttenheim, die Heimat von St. GeorgenBräu, ist eine Ortschaft in Oberfranken, gelegen zwischen Nürnberg und Bamberg. Es ist im Übrigen auch die Heimat von Levi Strauss, dem Entwickler der Jeans. Als fränkische Brauerei genießt GeorgenBräu bei mir durchaus einen Vertrauensvorschuss.

Golden und glanzfein präsentiert sich das Bier im Glas. Leider löst sich der Schaum schnell auf, so dass die Brauerei an der Optik wirklich noch etwas arbeiten sollte.

Das Bier duftet nach Getreide und Kandis, abgerundet durch einen Hauch Honig sowie einige blumige Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine mäßige Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Für meinen Geschmack ist die Kohlensäure etwas zu knapp dosiert. Auf der Zunge kommt zur Süße, die jetzt an einen hellen Honig erinnert, eine leichte Bittere. Abgerundet wird der Geschmack durch einige würzige Noten. In der Kehle wird die Bittere etwas kräftiger, wo sie auch einige Zeit nachklingt.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Tradition, Spalter Select)

Alkoholgehalt:

4,6 % Vol.

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

St. GeorgenBräu
Marktstraße 12
96155 Buttenheim
www.georgenbraeu.de

Faust – Eisbock

Das Etikett zeigt in hellblau auf dunkelblauem Hintergrund eine Faust, beschreibt kurz den Inhalt und in knappen Worten die Entstehung des Bierstils.Nun wartet ein Eisbock aus dem Brauhaus Faust, beheimatet im bayrischen Miltenberg, auf seine Verkostung. Um die Entstehung dieses Bierstils rangt sich eine Legende. Es heißt, dass der Eisbock seinen Ursprung im Jahr 1890 hat. Schon immer war es die Aufgabe der Gesellen, die Bierfässer vom Hof in den Keller zu räumen. Ein fauler fränkischer Brauergeselle beschloss eines Abends diese Pflicht auf den nächsten Tag zu verschieben und löste damit nicht nur den Zorn seines Meister aus, sondern auch einen ganz besonderen Prozess. Im Laufe der Winternacht gefror das Bockbier in den Fässern fast vollständig. Am nächsten Morgen erwartete der Meister seinen Gesellen mit einer Standpredigt und seiner Strafe: Der widerspenstige Geselle sollte die restliche Flüssigkeit aus den Fässern trinken, eine damals übliche Strafe, wenn ein Brauer einen Sud versaut hatte. Der mutmaßlich schlechte Geschmack sollte ihm eine Lehre sein. Doch anstatt einer Strafe war das Trinken des Bieres eine wahre Freude: Der Vorgang des Gefrierens hatte das Bockbier in eine süße Spezialität verwandelt.

Heute verlassen sich die Brauereien nicht mehr auf die Wetterlage, sondern der Prozess des Gefrierens wird absichtlich herbeigeführt. Dadurch wird der Alkoholgehalt gesteigert. Außerdem entfalten dabei sich intensive Geschmacksebenen. Um diese noch komplexer und ausgefeilter zu machen, wird der Eisbock bei Faust zudem noch mehrere Monate lang in Holzfässern gereift. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass der Eisbock des Brauhauses Faust im Jahr 2020 bei Meiningers International Craft Beer Award mit der Platinmedaille ausgezeichnet wurde. Da kann ich mich ja auf eine sehr angenehme Verkostung freuen.

Braun und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die kleine Schaumkrone löst sich sehr schnell auf, was bei einem Eisbock aber typisch ist.

Schon das Aroma ist betörend. Ich rieche Kandis und Marzipan, dunkle Schokolade und Trockenpflaumen, dazu einige würzige Noten. Auch die 12 Volumenprozent Alkohol kann ich riechen; sie kommen aber aus dem Hintergrund und unterstützen die anderen Aromen, ohne dominant zu werden.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine kräftige sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge kommen kräftige Röstaromen dazu. Jetzt kommt auch der Alkohol stärker in den Vordergrund und brennt leicht auf der Zunge. Das Mundgefühl ist wuchtig, dabei aber auch weich. Bitterstoffe kann ich nur wenige schmecken, dafür sorgt aber eine leichte Holznote für eine angenehme Fülle. In der Kehle stehen die Fruchtnoten zusammen mit dem Alkohol im Vordergrund und erzeugen ein angenehmes warmes Gefühl.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

12,0 % Vol.

Stammwürze:

26,5° Plato

Bittereinheiten:

22 IBU0

Farbe:

30 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

12° – 16° Celsius

Brauerei:

Brauhaus Faust KG
Hauptstraße 219
63897 Miltenberg
www.faust.de

Blech.Brut

Die Dose fällt durch ihre gelb-weißen Rauten auf.Blech.Brut ist eine Brauerei in Bamberg, die 2018 von Benedikt Steger gegründet wurde. Sie hat ihren Sitz im Brauhaus Binkert. Im Gegensatz zu anderen Gypsy-Brauereien verfügt Blech.Brut über eine eigene Abfüllanlage in Zusammenarbeit mit Atelier Vrai.

Blech.Brut bietet eine Vielzahl von Bieren an, darunter das Dortmunder Dry Hopped, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet. Eigentlich bin ich kein Freund von Dosenbier, aber die Biere aus Bamberg haben mich doch neugierig gemacht. Aber trotzdem wird eine Rezension von Dosenbier in diesem Blog weiterhin eine absolute Ausnahme bleiben.

Dortmunder ist ein Bierstil, der in Dortmund, Deutschland, im späten 19. Jahrhundert entstanden ist. Es handelt sich um ein helles, gut gehopftes Lagerbier, das per Definition in Farbe von golden bis hellbernsteinfarben reicht und Aromen von süßem Malz sowie einen milden Hopfengeschmack aufweist. Dortmunder wurde ursprünglich für die Arbeiter in der Stahl- und Kohleindustrie gebraut und war nie weniger als 5% Alkoholgehalt. Das Dortmunder war der Auslöser für einen wahren Bierboom in Dortmund und legte zudem den Grundstein für die industriellen Großbrauereien. Diese stellten den Sud kostengünstig her und machten ihn zum Alltagsbier für die hart arbeitenden Männer und Frauen im Ruhrpott. Jetzt will ich erfahren, wie sich die moderne Form des Dortmunders so macht.

Goldgelb und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine schneeweiße feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier wirklich was her.

Der Duft nach Biskuitteig steigt mir in die Nase, dazu das Aroma von Grapefruits. Das macht Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie durch seine Fruchtigkeit und Spritzigkeit aus. Auf der Zunge bildet sich ein kräftiges Bitter, das die Frucht unterstützt, während die Süße in den Hintergrund tritt. Das Mundgefühl ist weich und rund. Der Abgang ist überraschend mild. Das Bitter wird sanfter, sorgt aber trotzdem für einen langen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Cascade, Cascade Cryo, Mosaic Cryo), Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Farbe:

6 EBC

Brauerei:

Blech.Brut GmbH
Heumarkt 5
96047 Bamberg
www.blechbrut.de

BrauBeviale präsentiert das Gewinnerbier des Maisel & Friends-Hobbybrauerwettbewerbs

Der Erfindergeist und die Kreativität der Hobbybrauerszene sind faszinierend und inspirierend. Daher haben Maisel & Friends gemeinsam mit der BrauBeviale vor einigen Jahren den Hobbybrauerwettbewerb ins Leben gerufen. 2023 fand er bereits zum sechsten Mal statt. Mit dem Wettbewerbsthema hatten sich die Veranstalter an einen besonderen Bierstil herangewagt, der so bisher noch nie gebraut wurde: Ein Münchner Dunkel (Modern Style), bei dem die klassische malzige Süße auf moderne Hopfensorten treffen sollte. Mit seinem „Hoppy Dunkel“ konnte Paul Schüßler aus Hessen die Fachjury überzeugen und ging als Gewinner aus dem Wettbewerb hervor. In der Hobbybrauer-Community ist Paul bekannt durch seinen Blog Friedies Brauhaus, auf dem er über seine Leidenschaft zu Bier- und Hobbybrauerthemen bloggt. Anfang Oktober war Paul zu Gast bei Maisel & Friends in Bayreuth und hat sein Gewinnerrezept im großen Stil nachgebraut.

Klassisches Münchner Dunkel mit modernem Touch

Das Maisel & Friends Hoppy Dunkel sieht auf den ersten Blick aus wie ein klassisches Münchner Dunkel: haselnussbraun mit leichter Trübung und einer cremigen Schaumkrone. Doch schon der Duft des Bieres verrät, dass es sich nicht um einen traditionellen Vertreter des Bierstils handelt. Der Einsatz von Aromahopfen gibt dem eigentlich malzbetonten Dunklen einen fruchtigen Kick! Im Mund setzt sich das überraschende Aromenspiel fort. Einmal streichelt das Malz mit Noten nach Karamell, Nuss und Schokolade die Geschmacksknospen, dann tritt wieder der Hopfen mit fruchtigen Anklängen von Zitrus, Orange und Pfirsich in den Vordergrund. Der Hopfen gibt dem Münchner Dunkel eine etwas stärkere Bittere und leicht grasige Noten in den trockenen Abgang, diese passen aber harmonisch ins Bild der außergewöhnlichen Braukreation.

Präsentation auf der BrauBeviale in Nürnberg

Eine öffentliche Bühne erhalten Paul Schüßler und sein Hoppy Dunkel bei der diesjährigen BrauBeviale, die vom 28. bis 30. November 2023 in Nürnberg stattfinden wird. Zum Auftakt der Messe am 28. November ab 13 Uhr wird es das Bier im Raum Helsinki, NCC Ost, zu verkosten geben. Zusätzlich werden Michael König (Biersommelier Maisel & Friends) und Paul Schüßler das Bier im Rahmen des Tastings „Vom Hobbybrauer zur eigenen Brauerei“ in der Craft Drinks Area am 28. November 2023 ab 13 Uhr präsentieren.

Solange der Vorrat reicht, gibt es das Bier auch im brauereieigenen Onlineshop auf www.maiselandfriends.com.

Anmeldung für den Hobbybrauerwettbewerb 2024

Auch 2024 wird es wieder einen Hobbybrauerwettbewerb geben. Ab 28. November ist die Anmeldung zur siebten Auflage unter maiselandfriends.com möglich. Alle Hobby- und Heimbrauer sind herzlich eingeladen, zum Thema „Weizen IPA“ ihre Biere einzusenden. Gekürt wird der Gewinner am 13. April bei der HOME BREW Bayreuth, Süddeutschlands größter Hobbybrauerveranstaltung. Die genauen Teilnahmebedingungen sowie die Anforderungen an das Bier finden Sie auf der Website von Maisel&Friends.