Den Bayern sagt man nach, dass sie eine ganz besondere Beziehung zum Bier haben. Wo sonst gibt es so viele Traditionen und Feste, die sich ums Bier ranken oder mit Bier gefeiert werden. Wenn Du auch eine persönliche Beziehung zum Bayerischen Bier hast und aktiver Teil der bayerischen Bierkultur bist, dann würde es Dir vielleicht auch Spaß machen, das Bierland Bayern als Repräsentantin für ein Jahr im In- und Ausland zu vertreten?
Bewirb Dich ab sofort beim Bayerischen Brauerbund in München. Voraussetzung dafür ist, dass Du mindestens 21 Jahre alt und in Bayern aufgewachsen bist bzw. bayerische Wurzeln hast.
Als erste Repräsentantin des Bayerischen Bieres stehst Du ab dem Tag der Wahl am 16. Mai 2024 als Bayerische Bierkönigin und somit als „Person des öffentlichen Interesses“ im Rampenlicht der Öffentlichkeit. Medieninterviews, Fotos, Bühnentermine mit Promis und Politikern, Instagramm, Facebook, Festeröffnungen mit Bieranstich und vieles mehr sind dann fester Bestandteil Deines Terminkalenders. In nur einem Jahr wirst Du Dich enorm weiterentwickeln und Dein Netzwerk sowie Deinen Aktionsradius stark vergrößern. Dazu sind Kontakt- und Kommunikationsfreude, englische Sprachkenntnisse und eine versierte Präsenz in den sozialen Netzwerken neben der Begeisterung für das hochwertige und vielseitige Lieblingsgetränk der Bayern notwendig.
Das Prozedere
Unter allen Bewerbungen, die bis zum 6. Februar 2024 beim Bayerischen Brauerbund eingehen, wählt die Jury Kandidatinnen für das Casting im GOP Varieté-Theater in München aus. Am Ende des Castings werden sechs Kandidatinnen stehen, die auf einer Studienfahrt ins Bayerische Brauereimuseum im Kulmbacher Mönchshof vom Bayerischen Brauerbund geschult und auf die Amtszeit als Bayerische Bierkönigin vorbereitet werden.
Im anschließenden Online-Voting werden vier der sechs Kandidatinnen von der breiten Öffentlichkeit als Finalistinnen bestimmt. Sie bestreiten beim Festabend zur Wahl der Bayerischen Bierkönigin am 16. Mai in München das Finale um die Krone und stehen vor Ehrengästen aus Politik und Brauwirtschaft auf der Bühne.
Selbstverständlich steht der Repräsentantin des bayerischen Volksgetränks eine nützliche wie angenehme und vor allem hochwertige Ausstattung zur Verfügung: ein Dienstwagen (Audi A4), eine exklusive Dirndlausstattung, ein iPhone mit Flatrate, schöne Delegationsreisen und eine unvergessliche Amtszeit als Repräsentantin unserer einzigartigen bayerischen Bierkultur in und außerhalb Bayerns.
Alle Preise und die Partner der Wahl zur Bayerischen Bierkönigin 2024/ 2025 sowie das Bewerbungsformular findest Du unter www.bayerische-bierkönigin.de.
Der Kloster-Sud aus der Klosterbrauerei Weissenohe ist nach Angaben der Brauerei ein urfränkisches Bier und entspringt einer jahrhundertealten Brautradition. Jetzt steht das Bier vor mir und wartet auf seine Verkostung.
Bernsteinfarben bis kastanienbraun und glanzfein fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine feinporige weiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. An der Optik dieses Kloster-Suds gibt es wirklich nichts zu mäkeln.
Röstaromen dominieren den Duft dieses Bieres, gepaart mit dem Duft nach frischem Brot, Karamell und dunkler Schokolade. Aus dem Hintergrund meine ich auch einen Hauch Lakritz zu riechen.
Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine tolle Spritzigkeit aus. Aber erst auf der Zunge zeigt sich die gesamte Komplexität dieses Bieres. Süß und würzig ist es mit kräftiger Malznote. Dazu kommen ein leichter Honiggeschmack, ein Hauch gerösteter Nüsse sowie etwas Kandis. Obwohl das Bier kaum Fruchtigkeit aufweist, ist das Mundgefühl rund und weich. In der Kehle schmecke ich erstmal eine leichte Bittere, die kurz nachklingt.
Beginnend am 8. Januar hat der Deutsche Bauernverband zu Protesten gegen die Pläne der Bundesregierung aufgerufen, Unterstützungsleistungen für die heimische Land- und Forstwirtschaft zu streichen. Bayerns Brauer haben Verständnis für die Position der Landwirte und zeigen sich solidarisch mit ihren Forderungen. Zur Herstellung ihrer Biere setzen sie bevorzugt auf Rohstoffe aus heimischem Anbau. Die Erzeugung von Braugetreide und Hopfen erfolgt in Bayern noch weitgehend in bäuerlicher Landwirtschaft auf familiengeführten Höfen. Diese bäuerlich geprägte Landwirtschaft stellt nicht nur die Versorgung des Landes mit Nahrungsmitteln sicher. Sie leistet auch einen unverzichtbaren Beitrag zur Landschaftspflege im Freistaat. Auf der anderen Seite aber bringt sie Wettbewerbsnachteil gegenüber ausländischen Erzeugern mit sich, die durch staatliche Förderung und/oder agroindustrielle Produktion erhebliche Kostenvorteile besitzen.
Die Struktur der landwirtschaftlichen Rohstofflieferanten ähnelt der der bayerischen Brauwirtschaft selbst, die zum weit überwiegenden Teil von familiengeführten, mittelständischen Traditionsbetrieben geprägt ist. Die vorgesehene Streichung von Unterstützungsleistungen zugunsten der Landwirtschaft führt zwangsläufig zu einer Verteuerung ihrer Produktionsbedingungen. Wenn die Landwirtschaft gezwungen ist, diese Verteuerung durch höhere Preise an ihre Abnehmer weiterzugeben, erhöhen sich absehbar auch die Rohstoffkosten der verarbeitenden Wirtschaft, darunter auch der Brauwirtschaft.
Sei es für Energie, für Flaschen, Etiketten, Kronkorken oder Paletten, für Rohstoffe schon bisher aufgrund schlechter Ernteergebnisse, nicht zuletzt für Personal – die heimischen Brauer leiden ohnehin unter massiv gestiegenen Kosten. Die Anfang Dezember 2023 in Kraft getretene Mauterhöhung und die gestiegene CO2-Bepreisung tun ein Übriges, die ohnehin angespannte wirtschaftliche Lage der Brauer weiter zu belasten.
Auch die Beendigung der 7%igen Mehrwertsteuerbelastung der Speisenabgabe in der Gastronomie wird sich auf den Bierabsatz und damit die wirtschaftliche Gesamtsituation der Brauereien nachteilig auswirken: Wenn die Zahl der Gastronomiebesuche der Menschen zurückgeht, sinkt zwangsläufig auch der Bierabsatz in diesem für die Brauer wichtigen Marktsegment. Die Belastungsgrenzen der gesamten Wertschöpfungskette sind nach Meinung des Brauerbundes erreicht. Jede Verteuerung der Urproduktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse führt absehbar zu steigenden Kosten über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg bis zum Endverbraucher, der durch die Inflation der jüngeren Vergangenheit bereits erheblich an Kaufkraft eingebüßt hat. Zusätzliche, hausgemachte Teuerungen durch falsche politische Weichenstellungen sind deshalb unbedingt zu vermeiden.
Der Bayerische Brauerbund erklärt daher ausdrücklich, dass sich Bayerns Brauer deshalb mit den Protesten der Landwirtschaft im Freistaat solidarisieren.
Quirinus von Tegernsee († 269 in Rom) ist ein Märtyrer und Heiliger des 3. Jahrhunderts. Er wurde während der Christenverfolgung unter Kaiser Valerian in Rom hingerichtet, denn er war ein römischer Soldat, der sich zum christlichen Glauben bekannte und aufgrund seiner Überzeugung standhaft blieb. Nach seiner Hinrichtung wurde Quirinus von Tegernsee zum Märtyrer erklärt und als Heiliger verehrt. Seine Reliquien wurden zunächst in Rom aufbewahrt, später aber nach Tegernsee in Bayern gebracht, wo er als Schutzpatron der Gemeinde verehrt wird. Die genauen Lebensumstände und Details über das Leben von Quirinus von Tegernsee sind heute nur spärlich überliefert. Dennoch wird er weiterhin als Heiliger der katholischen Kirche verehrt und gilt als ein Vorbild des Glaubens und der Standhaftigkeit in schwierigen Zeiten. Sein Gedenktag ist der 30. März.
Das Herzoglich Bayerisches Brauhaus Tegernsee ist eine bayerische Brauerei, die seit 746 n. Chr. besteht und sich am Ostufer des Tegernsees befindet. Aus dieser Brauerei habe ich bereits einige gute Biere verkostet, so dass ich mich jetzt auf das Quirinus freue.
Braun und mit einer durchschnittlich großen feinporigen und elfenbeinfarbenen Schaumkrone präsentiert sich das Bier im Glas. Der Schaum bleibt lange erhalten und damit macht das Bier optisch einen sehr guten Eindruck.
Das Aroma ist stiltypisch malzbetont mit Düften nach Schokolade, Kaffee, gerösteten Nüssen und Vanille. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.
Mich überrascht, dass der Antrunk nur mäßig süß ist. Die Karbonisierung ist kräftig. Auf der Zunge steht der Schokoladengeschmack im Vordergrund. Er ist intensiv und sorgt für ein weiches Mundgefühl. Bittere kann ich bis jetzt nur sehr verhalten feststellen. In der Kehle erinnert der Geschmack eher an Mokka und jetzt kommt auch ein freundliches Bitter zur Geltung, das gut zur Süße passend dosiert ist. Dieser Geschmack klingt auch recht lange nach.
Das Quirinus hat mich nicht enttäuscht. Es ist ein angenehmes süffiges Dessertbier, das zu vielen Desserts passt.
Die Zahl Sieben nimmt in vielen Mythologien und Märchen eine besondere Rolle ein. Sie gilt als magisch und ist allgegenwärtig. Da stehen die Protagonisten vor sieben Aufgaben, es gibt die sieben Weltwunder der Antike, die Juden haben ihren siebenarmigen Leuchter, die Christen kennen sieben Todsünden, Schneewittchen zog es zu den sieben Zwergen und nun gibt es von Hanscraft das Bier z Haze a Week, das, wenig verwunderlich, mit sieben Hopfensorten gebraut wurde und das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.
Golden und mit kräftiger Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist gemischtporig und fällt leider recht flott in sich zusammen.
Das Aroma gefällt mir schon deutlich besser. Düfte nachAnanas, Zitrusfrüchten, Mango und Papaya steigt mir in die Nase. Aus dem Hintergrund meldet sich auch die Hefe. Neben der Fruchtigkeit fällt mir auch die Süße des Aromas auf.
So ist auch der Antrunk wie erwartet süß und fruchtig, dabei auch spritzig und frisch. Auf der Zunge steht die Fruchtigkeit im Mittelpunkt. Dazu kommt eine passende freundliche Bittere, die für ein volles und weiches Mundgefühl sorgt. In der Kehle lässt die Fruchtigkeit nach und die Bittere übernimmt das Kommando. Obwohl sie für ein IPA recht mild ist, klingt der Geschmack doch lange nach.
Die Brauerei Keesmann ist ein traditionsreiches Bamberger Brauhaus, das sich seit 1867 im Besitz der Familie Keesmann befindet. Es liegt im Stadtteil Wunderburg gegenüber der Kirche Maria Hilf. Die Brauerei ist ein fester Bestandteil der städtischen Kultur und hat sich einen Namen gemacht, insbesondere durch ihr überregional bekanntes Herren-Pils, das vollkommen untypisch für Franken 92 % der Produktion ausmacht und das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.
Golden und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine sahnige schneeweiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier hervorragend.
Das Bier duftet nach Brotkrume, abgerundet mit einigen würzigen Noten.
Der Antrunk ist recht süß und er zeichnet sich durch eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellt sich eine auf die Süße abgestimmte Bittere dazu. Gemeinsam mit den würzigen Aromen ergibt sich so ein vollmundiges und süffiges Bier. In der Kehle wird die Bittere etwas kräftiger, und sie klingt auch einige Zeit nach.
Traditionell laden auf der BrauBeviale der Verband Deutscher Hopfenpflanzer e.V., der Deutsche Hopfenwirtschaftsverband e.V., der Bayerische Brauerbund e.V. sowie die Privaten Brauereien Bayern e.V. zu einer gemeinsamen Pressekonferenz ein. Hier das Statement von Mario Schäfer, Geschäftsführer Private Brauereien Bayern e.V. Ich veröffentliche es sowohl schriftlich als auch als Podcast zum Anhören. Hier also das Statement:
Sehr geehrte Damen und Herren,
herzlich Willkommen hier auf der BrauBeviale 2023. Nach vier Jahren Pause ist es ein tolles Gefühl wieder hier in Nürnberg durch die Messehallen zu gehen und die Messestände der Aussteller zu besuchen. Als Ideeller Träger der BrauBeviale freuen wir uns vom Verband Private Brauereien Bayern über einen zahlenmäßig sehr erfreulichen Neustart der BrauBeviale.
Die BrauBeviale ist ein wertvoller Impuls- und Ideengeber für die Brau- und Getränkewirtschaft. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette bietet die Fachmesse unterschiedlichste Lösungsansätze, Hilfestellung und Informationen. Als Netzwerkplattform für Techniker, Technologen und Entscheider ist sie zudem essentieller Bestandteil unserer Branche.
Ein ebenso wichtiger Bestandteil der BrauBeviale ist die heutige Hopfen-Pressekonferenz, der das Hopfenjahr aus verschiedenen Blickwinkeln Revue passieren lässt. Mein Dank gilt dem Verband Deutscher Hopfenpflanzer und dem Deutschen Hopfenwirtschaftsverband für die Möglichkeit, ein kurzes Statement aus Sicht der mittelständischen Brauwirtschaft abzugeben.
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
das regenreiche Wetter Mitte Juli hat dem deutschen Hopfenanbau die rettende Menge an Wasser gebracht. Am Ende musste zwar eine unterdurchschnittliche, aber dennoch keine so schlechte Ernte wie im Vorjahr verzeichnet werden.
Beim Bierabsatz sieht es im Vergleich zum Vorjahr aus Sicht der Brauwirtschaft eher weniger erfreulich aus. Laut den Zahlen des Statistischen Bundesamtes wurde in den Sommermonaten deutlich weniger Bier abgesetzt als im Vergleichszeitraum 2022. So sank der steuerpflichtige Bierabsatz in der Bundesrepublik Deutschland bis Ende September um rund 3,9 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Neben der langfristigen demografischen Entwicklung ist hierfür vor allem ein Rückgang im Flaschenbiergeschäft verantwortlich.
Diese Entwicklung setzt die Braubranche im Allgemeinen und besonders die kleinen und mittleren Brauereien weiter unter Druck. Die mittelständische Brauwirtschaft sieht sich mit enormen Herausforderungen konfrontiert. So haben starke Energiepreiserhöhungen bei Strom, Gas oder Heizöl und bei Braurohstoffen wie Gerstenmalz allein die reinen Herstellungskosten für einen Hektoliter Bier einer typischen mittelständischen Brauerei um bis zu 15 % verteuert. Hinzu kommen höhere Personalkosten, stark gestiegene Einkaufspreise für Flaschen, Kästen und Betriebsstoffe sowie deutlich zunehmende Aufwendungen im Fuhrpark- und Logistikbereich, die aufgrund der Erhöhung der Mautgebühren für LKWs und der CO2-Abgabe für Dieselkraftstoffe im kommenden Jahr 2024 weiter wachsen werden.
Für das Jahr 2024 rechnen wir daher nicht mit einer signifikanten Markterholung. Im Gegenteil, mit der jetzt beschlossenen Wiederanwendung des 19-prozentigen Umsatzsteuersatzes für Speisen in der Gastronomie verschlechtert die Bundesregierung die Rahmenbedingungen für unsere Branche sogar. Denn dieser Schritt wird unweigerlich auch negative Auswirkungen auf den Fassbierabsatz unserer Betriebe haben.
Das Gebot der Stunde für die mittelständische Brauwirtschaft ist es daher, wo immer möglich Effizienzsteigerungen zu erreichen und Kosteneinsparungen vorzunehmen. Ebenso wichtig ist es aber auch, die Arbeit an der Markenprofilierung fortzusetzen.
Die mittelständische Brauwirtschaft ist hierbei bereits auf einem guten Weg. Qualitativ hochwertige Brauspezialitäten aus der Region stehen bei den Konsumenten unverändert hoch im Kurs, auch wenn sie einen höheren Preis als bekannte Fernsehbiermarken haben und aufgrund ihrer Werthaltigkeit auch haben müssen.
Zu bedauern sind in diesem Zusammenhang Preis-Aktionen des Handels, die gezielt auf die in manchen Haushalten schwierige finanzielle Lage abzielen und das wertige Produkt Bier zu Billigpreisen verramschen. Die Schere zwischen Aktionspreis und Normalpreis geht dabei immer weiter auseinander. Wenn jedoch bei den nationalen Pilsmarken der Promotionsanteil bereits bei knapp 80 Prozent liegt, stelle ich die Frage, welcher Preis denn dann eigentlich der „Normalpreis“ ist?
Sehr geehrte Damen und Herren,
auch heuer wurden uns die Folgen des Klimawandels auf den Hopfenanbau wieder besonders vor Augen geführt. Wir begrüßen es daher, dass die Hopfenwirtschaft hier an nachhaltigen Konzepten arbeitet. Trotz einer unterdurchschnittlichen Ernte 2023 ist ausreichend Hopfen für die Brauwirtschaft vorhanden. Nur bei einigen wenigen Sorten wird also die Alpha-Klausel in diesem Jahr greifen.
Der Brauwirtschaft sind dabei auch die Probleme der Hopfenbaubetriebe bewusst: auch sie leiden unter den gestiegenen Energie- und Materialkosten. Ein partnerschaftlicher Umgang aller Beteiligten – von den Pflanzern über den Hopfenhandel bis hin zu den Brauereien – ist daher essentiell. Nur durch Zusammenarbeit auf Augenhöhe kann es gelingen, die derzeitigen Herausforderungen sowie die Auswirkungen des Klimawandels erfolgreich zu meisternund so unsere einzigartige Biervielfalt in Deutschland zu erhalten.
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
sinnbildlich für den Begriff „Biervielfalt“ steht der renommierte Bierwettbewerb European Beer Star, den unser Verband in diesem Jahr bereits zum 20. Mal veranstaltet hat. Mitte September verkostete und bewertete eine rund 140-köpfige Jury bestehend aus internationalen Bierexpertinnen und -experten hier auf dem Nürnberger Messegelände die eingereichten Biere. Insgesamt 2356 Biere aus 47 Ländernwetteiferten beim European Beer Star 2023 um die begehrten Awards. Am Ende wurden jedoch nur die drei besten Biere in der der 74 Kategorien mit Gold, Silber und Bronze ausgezeichnet.
Welche Brauereien waren am erfolgreichsten? In welche Länder gehen die Awards? Das erfahren Sie bei der Preisverleihung des European Beer Star 2023 heute Nachmittag ab 15:20 Uhr, zu der ich Sie alle recht herzlich einlade. Erstmals findet die Preisverleihung mitten im Messegeschehen statt. Wir freuen uns auf Ihren Besuch im Forum BrauBeviale in Halle 1!
„Bleib der Heimat treu, trink Püttner Bräu!“ – unter diesem Motto werden seit 1819 in Schlammersdorf, einem Dorf im Herzen der Oberpfalz und direkt an der oberfränkischen Grenze gelegen, Biere gebraut. 1862 kaufte Familie Püttner das Brauereigebäude und erwarb ein Jahr später das Braurecht. Nach mehr als 200 Jahren ist die Püttner Bräu noch immer im Familienbesitz. Die historischen Gemäuer sind saniert und hinter den großen Glasfenstern des modernen Anbaus steht nun hochmodernes Brauerei-Equipment: beispielsweise eine High-Tech-Abfüllung mit Bottle-Inspector, eine Etikettiermaschine oder ein Hochleistungsfüller.
Trotzdem wird bei Püttners nach guter alter Handwerkstradition gebraut, beste Zutaten eingeschlossen. Ins Bier kommen ausschließlich das eigene Quellwasser, regionale Malze sowie feinste Aromahopfen aus Spalt und der Hallertau. Insgesamt zehn verschiedene Biere hat die Püttner Bräu aktuell im Sortiment. Darunter Klassiker wie Pils, Lagerbier oder Weizenbier. Hinzu kommen unterschiedliche saisonale Biere. Zu den angebotenen Bieren gehört auch das Zoigl, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.
Das Zoigl ist immaterielles Kulturerbe und fester Bestandteil der Oberpfälzer Genusskultur. Dieses Bier wird traditionell in sogenannten Kommunbrauhäusern gebraut und hinter dem Kessel stehen keine Fachleute, sondern Privatpersonen. Zumindest war das früher so. Mehrmals im Jahr trafen sich die brauberechtigten Bürger einer Stadt oder eines Dorfes im Brauhaus, um gemeinsam mit einem professionellen Brauer eine Bierwürze anzusetzen. Die fertig gekochte und gehopfte Würze wurde dann unter den Beteiligten aufgeteilt und in den eigenen vier Wänden fertiggestellt. Obwohl die Basis des untergärigen Bieres bei allen gleich war, kamen aufgrund der Schwankungen in Lagerzeit, Technik und Erfahrung ganz unterschiedliche Ergebnisse dabei heraus. Meist wurde das Zoigl für den eigenen Bedarf gebraut, doch ein Teil wurde auch ausgeschenkt. Das Haus mit der vorübergehenden Zoiglstube wurde mit einem Zoiglstern gekennzeichnet: Dieses auch Brauerstern genannte Symbol sieht dem Davidstern zum Verwechseln ähnlich und kombiniert den sechsarmigen Stern mit dem Handwerkszeug der Brauer.
Bernsteinfarben und glanzklar mit einer feinporigen elfenbeinfarbenen Schaumkrone präsentiert sich das Bier im Glas. Der Schaum bleibt lange erhalten. Die Optik haben die Brauer sehr gut getroffen.
Das Bier duftet nach Karamell, abgerundet durch einige blumige Noten.
Der Antrunk zeichnet sich durch eine mäßige Süße sowie eine kräftige Kohlensäure aus. Auf der Zunge kommt neben einem freundlichen Bitter noch eine leichte fruchtige Säure hinzu. Der Geschmack nach Getreide und Brot bleibt aber im Mittelpunkt. Das Mundgefühl ist vollmundig und das Bier wunderbar süffig. In der Kehle klingt die Bittere nur kurz nach, dafür kann ich den Geschmack nach Karamell noch lange schmecken.
Die Brussels Beer Challenge gilt als einer der renommiertesten Bierwettbewerbe, nicht zuletzt, da die Medaillen für jeden Bierstil nur ein einziges Mal verliehen werden. Bayreuther Hell wurde mit einer der begehrten Goldmedaillen ausgezeichnet. Bereits 2021 konnte das traditionell gebraute bayerische Helle bei der Brussels Beer Challenge vollends überzeugen und die Goldmedaille gewinnen. Auch im letzten Jahr fand sich Bayreuther Hell auf dem Siegertreppchen ein und holte Bronze. Braumeister Horst Weiß ist stolz auf den Wiederholungserfolg: „Für einen Brauer ist das Helle der am schwersten herzustellende Bierstil, weshalb es auch oft als Königsklasse angesehen wird. Nicht der kleinste Braufehler kann versteckt oder durch intensiven Hopfeneinsatz kaschiert werden, es muss ganz fein ausbalanciert sein. Für ein Helles ausgezeichnet zu werden, gleicht daher einem Ritterschlag und unser gesamtes Team freut sich riesig darüber!“ Bayreuther Hell bekommt durch die sorgsam ausgewogene Balance aus feinsten, hellen Gerstenmalzen und einer dezenten Hopfennote seinen unverkennbaren Charakter. Gebraut wird es mit viel Liebe und Herzblut nach überliefertem Rezept und nach den Regeln bester bayerischer Braukunst.
„Die Teilnahme an Bierwettbewerben ist für uns immens wichtig, weil wir dadurch unseren hohen internen Qualitätsanspruch auch von unabhängigen Experten prüfen lassen können. Neben der Brussels Beer Challenge konnte eines unserer Biere kürzlich auch beim European Beer Star überzeugen“, freut sich Hans Joachim Leipold, Vorstand der Bayreuther Bierbrauerei.
Der European Beer Star ist eine ebenfalls sehr renommierte internationale Auszeichnung, bei der ausschließlich die besten drei Biere jeder Kategorie einen Award erhalten. Das macht den European Beer Star zu einem der härtesten Wettbewerbe der Welt. Aktien Zwick’l Kellerbier wurde mit Silber prämiert. Die naturbelassene, hefetrübe und unfiltrierte Bierspezialität war früher nur dem Braumeister vorbehalten, der das Fass kurz angestochen hat und den ersten Schluck verkostete. Das Fass wurde dann wieder mit einem Holzzwick’l verschlossen, woher auch der Name rührt.
Die Brauerei Hütten in Warmensteinach, Bayern ist eine Familienbrauerei, die bereits seit dem Jahr 1602 existiert. Sie liegt im idyllischen Fichtelgebirge, in der Nähe des Ochsenkopfs, dem zweithöchsten Berg der Region. Von dort kommt das Helle, das jetzt vor mir auf seine Verkostung wartet.
Goldgelb und gefiltert fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich lediglich eine kleine Schaumkrone, die auch recht schnell in sich zusammenfällt. Da könnte die Brauerei sicher noch einmal nachsteuern.
Der Duft heller Malze steigt mir in die Nase. Abgerundet wird das Aroma durch einige blumige Noten. Jetzt gefällt mir das Bier schon deutlich besser.
Der Antrunk ist recht süß und er zeichnet sich durch eine sehr feinperlige, dabei aber kräftige Kohlensäure aus. Auf der Zunge kommt eine zur Süße passende Bittere. Jetzt fehlen mir fruchtige Hopfennoten, die den Geschmack abrunden würden. So bleibt ein schlankes Mundgefühl. In der Kehle wird die Bittere etwas kräftiger, bleibt dabei aber immer noch zurückhaltend. Trotzdem ist der Nachklang überraschend lang.
Auch wenn das Bier recht süffig ist, ist es nicht so ganz meins. Aber zu einer bayrischen Brotzeit passt es gut.