Schlagwort-Archiv: Bayern

Brauerei Hauf – Weihnachts-Bier

Das Weihnachts-Bier der Brauerei Hauf aus dem als Touristenhotspot bekannten Dinkelsbühl, dessen Altstadt vom Focus einmal zur schönsten Altstadt Deutschlands gekürt wurde, ist eigentlich nur von Oktober bis Dezember erhältlich und als Mindesthaltbarkeitsdatum wird der Mai des folgenden Jahres angegeben. Ich habe kürzlich eine Flasche aus dem letzten Jahr gefunden, meine aber, dass ein gefiltertes Bier mit 5,4 Volumenprozent Alkohol auch länger haltbar sein müsste. Die Annahme will ich jetzt überprüfen.

Golden und gefiltert strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die feinporige Schaumkrone bleibt lange erhalten. Optisch macht das Bier schon mal eine gute Figur.

Das Bier duftet angenehm nach Brotkruste, angenehm abgerundet durch würzige und grasige Noten. So lasse ich mir ein Märzen gefallen.

Der Antrunk ist recht süß und er zeichnet sich durch eine sehr feinperlige Karbonisierung aus. Die Süße bleibt auch auf der Zunge erhalten, wo sie durch die würzigen Noten des Hopfens abgerundet wird. Der Körper ist schlank und das Bier ist alles in allem recht süffig. Der Abgang ist überraschend mild mit sehr kurzem Nachklang.

Das Weihnachts-Bier aus Dinkelsbühl ist sehr gut zu trinken, kann mich aber trotzdem nicht so richtig begeistern. Das könnte aber eventuell auch den Grund haben, dass sich einige Hopfenaromen im Laufe des Jahres verflüchtigt haben. Eventuell sollte ich das Bier in diesem Jahr noch einmal testen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Brauerei Hauf GmbH & Co. KG
Heiningerstr. 28
91550 Dinkelsbühl
www.hauf-bier.de

Spaten – Alkoholfrei

Bereits für das Jahr 1397 weist das Steuerbuch der Stadt München in er Neuhausergasse 4 einen Eintrag für einen Brauer auf. Dies ist die Geburtsstunde der Brauerei, die wir heute als Spaten Brauerei kennen. Und auch wenn sich die bayrischen Brauer lange geweigert haben, alkoholfreies Bier herzustellen, ist dieser Trend inzwischen auch im Freistaat angekommen. Das gilt auch für die Spaten Brauerei, deren alkoholfreies Bier jetzt vor mir steht.

Golden und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten. Optisch macht das Bier schon mal eine sehr gute Figur, was besonders für alkoholfreie Biere nicht selbstverständlich ist.

Das Aroma erinnert intensiv an Getreide, begleitet durch einige blumige Noten. Ich vermute jetzt mal, dass das Bier durch eine abgebrochene Gärung entstanden ist.

Wie erwartet weist der Antrunk eine recht hohe Malzsüße auf. Durch die reichlich dosierte Kohlensäure ist das Bier aber angenehm spritzig.

Auf der Zunge gesellt sich zur Süße die Bittere des Hopfens. Auch wenn das Verhältnis von Süße und Bitterkeit nach meinem Geschmack nicht wirklich ausbalanciert ist, ist das Mundgefühl angenehm weich.

Im Abgang wird die Bittere kräftiger und sie klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt, Gärungskohlensäure

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Spaten-Franziskaner-Bräu
Marsstraße 46-48
80335 München
www.spatenbraeu.de

Maisel & Friends West Coast IPA bei den World Beer Awards als bestes American Style IPA ausgezeichnet

Bei den renommierten World Beer Awards, die jährlich in London verliehen werden, konnte sich das „Maisel & Friends West Coast IPA“ gegen die gesamte internationale Konkurrenz durchsetzen und wurde als weltbestes American Style India Pale Ale ausgezeichnet. Drei weitere Biere der Familienbrauerei sind Deutschland-Gewinner und vier wurden mit einer Silbermedaille ausgezeichnet.

Tropisch, fruchtig, hopfig – mit diesen Eigenschaften trat das Maisel & Friends West Coast IPA bei den World Beer Awards in London an. Eine Reise, die sich lohnte: Die Bierspezialität konnte sich nicht nur gegen alle American Style India Pale Ales aus Deutschland durchsetzen, sondern wurde auch zum Style Winner gekürt. Damit geht das Bier aus der Bayreuther Familienbrauerei als „World’s Best American Style IPA” aus dem Wettbewerb hervor.

„Freiheit, Lebensfreude, intensive Fruchtnoten und stiltypische Bittere – dafür steht unser West Coast IPA, das wir erst seit vergangenem Jahr im Sortiment haben. Bereits 2023 ging unsere Bierspezialität als Country Winner, also Deutschlandsieger, aus dem Wettbewerb hervor, was wir nun noch toppen konnten. Ich bin sehr stolz auf diese Auszeichnung, da sie uns die hervorragende Qualität auch im internationalen Vergleich bestätigt und zeigt, dass wir uns selbst mit IPAs aus den USA messen können – dem Mutterland der American India Pale Ales“, so der glückliche Jeff Maisel, Inhaber der Brauerei Gebr. Maisel in vierter Generation. “Mein Lob und Dank gilt unserem Team der Braumeister:innen und Brauer:innen, das dafür sorgt, dass nur absolut einwandfreie Biere unseren Brauereihof verlassen und die Gaumen der Bierliebhaber erfreuen.”

Auch in weiteren Wettbewerbskategorien konnten die modernen Bierspezialitäten der Bayreuther Brauer überzeugen. So gab es für Maisel & Friends Pale Ale (Kategorie American Style Pale Ale), Maisel & Friends Chocolate Bock (Kat. Strong Porter) und Maisel & Friends Irish Red (Kat. Pale Beer Amber), nicht nur die Goldmedaille, alle drei Biere sicherten sich auch den Titel des Country Winners in ihrer jeweiligen Kategorie und gehören damit zu den besten Bieren Deutschlands ihres jeweiligen Bierstils. Silbermedaillen gingen ebenfalls an die Familienbrauerei: für Maisel & Friends India Ale (Kat. English Style IPA), Maisel & Friends Hell (Kat. Hoppy Pilsener), Maisel & Friends Alkoholfrei (Kat. No & Low Alcohol Pale) und das limitierte Maisel & Friends Hazy IPA by SUTOSUTO (Kat. Milkshake IPA/New England IPA).

Rede von Adolf Schapfl, Präsident des Verbandes Deutscher Hopfenpflanzer e.V., auf der Hopfenrundfahrt 2024

Sehr geehrte Damen und Herren,

eine alte Hopfen-Weisheit sagt uns, dass kein Hopfenjahr wie das andere ist. Dieser Weisheit folgend ist 2024 wahrscheinlich anders als frühere Jahre, sicherlich aber anders als die letzten zwei Jahre.

In unserer Presseerklärung vom 21. August 2024 haben wir die offiziellen Zahlen der Schätzkommission zur deutschen Hopfenernte 2024 vorgestellt. Demnach wird die Hopfenernte 2024 in Deutschland rund 19% über der von 2023 liegen. Mit den erwarteten fast 49.000 t würden wir auch etwa 9 % über einer Durchschnittsernte liegen. Nach zwei unterdurchschnittlichen Ernten in Folge ist das sicherlich eine gute Nachricht für die Hopfenpflanzer.

Entscheidend für die höheren Erträge in diesem Jahr war das Wetter, allem voran die höheren Niederschläge in den Sommermonaten und die damit verbundenen moderaten Temperaturen. Beides führte dazu, dass unsere Hopfen weniger gestresst wurden: wenig Trockenstress, wenig Hitzestress. Der Hopfen konnte sich gut entwickeln und eine gute Ernte heranwachsen. Einmal mehr haben wir gesehen, dass eine gute Wasserversorgung ein ganz entscheidender Aspekt bei der Hopfenproduktion ist. Angesichts des weiter voranschreitenden Klimawandels mit mehr Hitze und mehr Trockenheit hat uns selbst der regenreiche Sommer 2024 darin bestärkt, unsere Bemühungen für ein Bewässerungssystem in unseren Hopfen fortzuführen. Wir haben bereits große Anstrengungen unternommen, um eine Bewässerung unserer Hopfen aufzubauen. Diese einzelbetrieblichen Systeme sind aber noch zu wenig und in vielen Fällen nicht zukunftsfähig. Deshalb haben wir im Anbaugebiet Spalt und in der Hallertau bereits aufwendige Untersuchungen durchgeführt, viele Gespräche mit Pflanzern, Behörden und der Politik geführt und stecken weiterhin viel Energie in den Ausbau der Hopfenbewässerung in Deutschland. Wir sind auf unserem Weg bisher schon spürbar unterstütz worden, vor allem von der Bayerischen Staatsregierung, wofür wir hier ausdrücklich unseren großen Dank aussprechen wollen. Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass unser Bewässerungsprojekt auch sehr positive Einflüsse auf den gesamten Wasserhaushalt in unserer Region haben kann, indem wir großflächig Überschuss-Wasser, dass abfließen und bei Hochwasser sogar große Probleme verursachen würde, auf die Böden ausbringen und versickern werden.

Wir hoffen auch für die weiteren Schritte zur Realisierung auf die wirksame Unterstützung der bayerischen Staatsregierung, die uns bereits vom Ministerpräsidenten Markus Söder und von dir liebe Michaela (gemeint ist hier Staatsministerin Michaela Kaniber) versprochen wurde.

Und auch das sei noch bemerkt: Vor einigen Tagen war in der Lokalpresse ein Bericht zu sehen, der über unser geplantes Bewässerungsprojekt berichtet hat und Fragen und Bedenken nannte. Wir stehen derzeit noch vor der Planung, die soll erst in den kommenden Jahren gemacht werden. Wir können viele Fragen jetzt noch gar nicht beantworten und schlagen vor, die Ergebnisse abzuwarten und bis dahin in Ruhe und mit einer Portion Gelassenheit miteinander umzugehen. Als Voraussetzung für die notwendige Planung werden wir noch in diesem Herbst einen Bewässerungsverband in der Hallertau gründen und dann einen Schritt nach dem anderen gehen und eine Frage nach der anderen bearbeiten. Unser Ziel ist es zusammen mit der bayerischen Staatsregierung und mit den zuständigen Ministerien und Behörden ein nachhaltiges Bewässerungssystem zu schaffen, das beispielhaft für andere sein wird und den Hopfenbau bei uns in die Zukunft bringen wird.

Bei aller Freude über den Regen in diesem Jahr, dürfen wir aber nicht unerwähnt lassen, dass Anfang Juni in den Anbaugebieten Hallertau und Tettnang sogar zu viel Regen gefallen ist und die Hopfengärten dann nicht mehr befahrbar oder gar tagelang überflutet waren.

Das hat den Pflanzen dann erheblich zugesetzt und den notwendigen Schutz der Hopfen durch entsprechende Behandlungen erschwert. In anderen Hopfengärten, etwa im Anbaugebiet Elbe-Saale, regnete es dann in den Sommermonaten zu wenig, was dann vereinzelt zu Trockenstress führte, so weit nicht eine Bewässerungsanlage eingesetzt werden konnte.

Das überwiegend regenreiche und feuchte Wetter hat leider auch den Pilzkrankheiten im Hopfen gute Entwicklungsmöglichkeiten geboten. Der Pflanzenschutz im Hopfen 2024 war sehr schwierig und aufwendig. Besonders der „falsche Mehltau“ (Peronospora) wie auch der echte Mehltau haben viele Hopfenpflanzen geschädigt und uns Hopfenpflanzer das ganze Jahr hindurch stark gefordert. Erschwerend kam hinzu, dass ein wichtiger Pflanzenschutz-Wirkstoff trotz bestehender Zulassung in diesem Jahr freiwillig von den Hopfenpflanzern nicht mehr eingesetzt werden konnte, weil nicht klar ist, ob die Politik eventuell durch ihre folgenden Entscheidungen solche Hopfen und auch bereits früher völlig legal produzierte Hopfen bald schon wertlos machen wird.

Das Agieren auf europäischer und deutscher Ebene führt in der Hopfenproduktion und in der Landwirtschaft ganz grundsätzlich zu einem Verlust an Planungssicherheit und produziert zunehmend Verunsicherungen und auch ganz konkrete Schwierigkeiten, die aber menschengemacht sind. Wir Hopfenpflanzer müssen dann damit zurechtkommen, wobei wir oftmals bereits genug mit den Launen der Natur zu kämpfen haben. Grundsätzlich führten in einem so schwierigen Jahr wie 2024 die Einschränkungen bei den zur Verfügung stehenden Pflanzenschutzmitteln zu einer Verschärfung der Situation. Zwar konnte die schlimmste Not durch dringend benötigte Notfallgenehmigungen teilweise gemildert werden, allerdings sind einige Hopfenbestände in 2024 durch Pilzkrankheiten erheblich geschädigt worden, weil die Verfügbarkeit und Wirksamkeit der Pflanzenschutzmittel nicht mehr ausreichend war.

2024 war leider auch ein Blattlaus-Jahr. Die Sauger konnten sich erschreckend gut vermehren und drohten in einigen Hopfengärten außer Kontrolle zu geraten, was dann zum Totalausfall der Ernte geführt hätte. Einige Bundesländer erkannten die Brisanz der Situation und erteilten entsprechende Notfallgenehmigungen für die betroffenen Hopfengärten, sodass Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden konnten, die in anderen europäischen Ländern ohnehin in Hopfen zugelassen sind, in Deutschland aber keine Regel-Zulassung haben. In anderen Bundesländern blieb die Hilfe versagt, was leider nicht folgenlos blieb. Wie uns die offizielle Schätzkommission berichtete, konnten einige Hopfengärten in der Hallertau sogar für die diesjährige Ernteschätzung nicht herangezogen werden, weil der Blattlausbefall dort zu groß war. Aus Sicht des Hopfenpflanzerverbandes ist das Ausbleiben dieser Hilfe nicht nachvollziehbar. Angesichts dieses schwierigen Jahres im Pflanzenschutz im Hopfenbau hätten die Hopfenpflanzer mehr Unterstützung benötigt, erwartet und verdient.

Auch beim Erdfloh stehen wir vor einer kritischen Situation. Die Population hat sich in den vergangenen Jahren ständig aufgebaut, so dass im Jahr 2024 nahezu alle Hopfenbestände in der Hallertau von Erdflöhen befallen sind.

Mit Blick auf die Zulassungssituation bei Pflanzenschutzmittel im Hopfen in Deutschland, müssen wir davon ausgehen, dass wir in den nächsten Jahren sehr viel mehr Schäden erleiden werden. Wir appellieren deshalb an alle verantwortlichen Stellen, an die Behörden und an die Politik, unsere Situation wahrzunehmen, unsere Probleme ernst zu nehmen und uns bei der Bewältigung der Probleme in den kommenden Jahren zu unterstützen.

Im Jahr 2024 blicken wir aber zuversichtlich auf die Hopfenernte in den kommenden Wochen. Die vergleichsweise gute Hopfenernte trifft aber auf einen Markt, der von Überversorgung geprägt ist. Trotz schlechter Ernten in den letzten zwei Jahren sind die Brauereien gut bis sehr gut mit Hopfen versorgt. Zum einen ist der weltweite Bierabsatz leicht rückläufig, zum anderen hat sich die Brauwirtschaft aber in den letzten Jahren über ihren Bedarf mit Hopfen eingedeckt, somit hohe Bestände aufgebaut und zeigt deshalb derzeit wenig Interesse am Hopfenkauf. Vor allem unsere beiden größten Aromasorten Perle und Tradition haben große Absatzprobleme und werden deshalb in ihrer Anbaufläche zurückgehen müssen.

Im Gegensatz zu den extrem schlechten Jahren 2022 und 2023 lässt die Ernte 2024 auf etwas höhere Einnahmen bei den Hopfenpflanzern hoffen. Zwar wird von eher sinkenden Preisen für sogenannte Freihopfen ausgegangen, der Großteil der Hopfen ist aber bereits in Vorkontrakten zu fixierten Preisen verkauft.

Und weil die Erntemengen in diesem Jahr höher sind, werden diese Verträge überwiegend auch voll bedient werden können und nicht unterliefert, wie in den Vorjahren.

Hopfenrundfahrt August 2024

Am 28. 8. 2024 fand die Hopfenrundfahrt des Deutschen Hopfenwirtschaftsverbands e.V. statt. Auf dieser Veranstaltung hielt Pascal Piroué, Vorsitzender Deutscher Hopfenwirtschaftsverband e.V, die folgende Rede:

Geopolitische Großwetterlage und seine Auswirkung auf den globalen Bierkonsum

Am 1. Juli 2024 zählten die Vereinten Nationen (UN) 8,16 Milliarden Menschen auf der Erde. Damit hat sich die Zahl der Einwohner seit Mitte der siebziger Jahre verdoppelt – der Bierkonsum ist leider nicht proportional mitgewachsen.

Nach Jahrzehnten des Friedens rücken geopolitische Spannungen wieder stärker in den Fokus. Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine, der Nahost-Konflikt sowie die Blockbildung zwischen den USA und China führen dies vor Augen.

Diese geopolitischen Umbrüche und Spannungen führen unübersehbar zu Gefahren für Handelskonflikte mit entsprechenden Auswirkungen auf Wertschöpfungs- und Lieferketten.

Restriktive geldpolitische Ausrichtungen, eine Entspannung bei Energiepreisen und Lieferketten haben erfreulicherweise den Rückgang der Gesamtinflation in den meisten Volkswirtschaften im Jahr 2023 begünstigt. Auch der Auftrieb bei den Lebensmittelpreisen ging in den meisten Ländern zurück, nachdem gute Ernten bei wichtigen Grundnahrungsmitteln wie Weizen und Mais die Preise von den Höchstständen, die nach Beginn des Krieges in der Ukraine erreicht worden waren, sinken ließen.

So war die jährliche Inflation in allen aufstrebenden Volkswirtschaften im Allgemeinen rückläufig, mit Ausnahme von Argentinien und der Türkei, wo sie bis zuletzt weiter angestiegen ist. In China ist die Inflation weiterhin sehr niedrig und lag zuletzt bei 0,3 %.

Diese sich auf die Kaufkraft positiv auswirkende Entwicklung hat jedoch auf den globalen Bierkonsum nicht den gewünschten Effekt gehabt. Das Braujahr 2023 schließt mit einem Minus von rd. 1,5 % ab und auch das erste Halbjahr 2024 lässt keine Erholung erwarten. Die von der Brauindustrie erwartete Rückkehr auf das Vor[1]Pandemie Niveau trat vor allem bei Bierkonsum in Restaurants und Gaststätten nicht ein – hier liegt der globale Konsum kaufkraftgetrieben immer noch deutlich unter dem Wert von 2019.

Die gute Nachricht: Alkoholfreies Bier hat global zwar noch einen bescheidenen Anteil von rd. 4,5 %, birgt aber großes Potential für weitere Steigerungsraten.

Die Ausgangslage des Hopfenmarkts vor der Ernte 2024

Im Wesentlichen lässt sich die aktuelle Lage am Hopfenmarkt wie folgt beschreiben: Im Laufe des Jahres 2023 wurde klar, dass die Erwartungen an einer Rückkehr auf das Vor-Pandemie Niveau von 2019 in weite Ferne rücken. Aufgrund anhaltenden Kostendrucks haben die Brauereien, allen voran internationalen Konzerne,notwendige Preiserhöhungen durchgesetzt, was in Kombination einer inflationsbedingen Schwächung der Kaufkraft weltweit zu Konsumzurückhaltung führte. Ziele zur Reduzierung des globalen Alkoholkonsums, wie das der WHO, den Alkoholkonsum bis zum Jahr 2030 um 20 Prozent im Vergleich zu 2010 zu senken, stehen der Rückkehr des Bierkonsums auf ein früheres, höheres Niveau, entgegen.

In der Folge konnte die mit 118.000 Tonnen als normal zu bezeichnende Welternte 2023 in vielen Anbaugebieten bis heute nicht vollständig vermarktet werden. Besonders sind hiervon klassische Aromasorten betroffen, von denen einige Mengenbis dato keine Abnehmer finden.

Diese Marktsituation hat einmal mehr gezeigt, dass sich das Marktgeschehen seit einigen Jahren von der tatsächlichen Versorgungslage abgekoppelt hat. Ausgehend von der Einschätzung der Brauindustrie, dass sie zu ihrem früheren Niveau zurückkehren wird, hat sie Terminkontrakte und Spothopfen bis zur Ernte 2022 abgeschlossen, für die es kaum eine Nachfrage gibt. Dadurch stauen sich in den Kühlhäusern der Vermarkter nicht abgenommene Mengen an Hopfenprodukten aus früheren Ernten.

Das belastet die Liquidität, führt zu hohen Zinsbelastungen entlang der Wertschöpfungskette und zu Engpässen in den Kühllägern. Hier müssen Brauer und Vermarkter mit Nachdruck Lösungen für überfällige Auslieferungen finden.

Die gute Nachricht: Die Deckung des Bedarfs an Hopfen für das Braujahr 2024 ist gesichert.

Ernteerwartungen 2024

Wie erwartet hat sich die Anbaufläche für die Ernte 2024 weiter reduziert und ist mit rund 56.000 Hektar auf dem Stand wie zuletzt in der Ernte 2016.

Wie auch im letzten Jahr sind für diese signifikanten Flächenstilllegungen nahezu alleinig die US-Anbaugebiete der Pazifik-Nordwest Region verantwortlich. Per Saldo wurden in diesen Anbauregionen zur Ernte 2024 rund knapp 3.950 Hektar aus der Produktion genommen. Zusätzlich wurden rund 200 Hektar in anderen Bundesstaaten gerodet, so dass insgesamt ein Minus von 4.150 Hektar auf den Zähler steht. Die Anbauflächen von Aroma- und Dual Purpose Sorten in der Region Pacific Nordwest erfuhren mit rund -3.650 Hektar die größte Reduzierung. Weitere 300 Hektar an Hochalphasorten gingen ebenso aus dem Boden. Eine vergleichbar drastische Flächenreduzierung hat es zuletzt im Jahre 2000 gegeben.

Der Rückgang der Bierproduktion, der primär durch die Covid-Pandemie und der darauf einsetzenden Inflation hervorgerufen wurde und besonders das Craftbier[1]Segment beeinträchtigte, hat weitreichende Auswirkungen auf die US[1]Hopfenwirtschaft, sind doch alle Investitionen in die massive Anbauflächenerweiterung der 2010er Jahre noch nicht getilgt. Aufgrund der Wechselkursparität ist die Rückeroberung des Marktanteils an Hochalphasorten für die US-Hopfenerzeuger schwierig.

Die Anbaufläche in Europa bleibt mit -460 Hektar (-1,5 %) relativ stabil. Von den in Europa angebauten 31.782 Hektar entfallen auf Deutschland mit einer Fläche von 20.289 Hektar ein Anteil von 64 %. Die Hochalpha-Sorten Herkules, Titan und Polaris erfahren einen Zuwachs, während Aromasorten wie Perle und Tradition an Fläche verlieren.

An den weiteren Stellen folgen mit 4.852 Hektar die Anbaugebiete in Tschechien (nahezu unverändert gegenüber 2023), Slowenien mit 1.657 Hektar und Polen 1.590 Hektar, deren Anbaugebiete seine Flächen um 8 % reduzierten.

Kurzfristige Marktaussichten:

Aufgrund des anhaltend schwachen Biermarktes und der prognostizierten Ernteergebnisse werden mit der Ernte 2024 mit geschätzt 116.265 Tonnen (-1,6 % gegenüber der Ernte 2023) für das Braujahr 2025 in einigen Sorten Überschüsse an Alphasäure produziert, die in Gänze kaum vermarktbar sein und deren Spotnotierungen sehr niedrig ausfallen werden.

Der stockende Abfluss an bereits kontrahierten Mengen aus den Vorernten lässt auf eine äußerst schwache Nachfrage schließen.

Dies betrifft insbesondere die klassischen Aromahopfen wie Perle und Tradition, die Craftbier-nahen Neuzüchtungen wie Mandarina Bavaria sowie eine Reihe von Randsorten.

Die Gruppe der Feinaromasorten wie Saazer, Spalter oder Tettnanger Hopfen erscheinen aufgrund der zu erwartenden Ernteergebnisse gut versorgt.

Bei den Hochalphasorten stehen aufgrund guter Qualitäten ausreichend Mengen zur Verfügung, die im Markt untergebracht werden müssen.

Länger- und langfristige Aussichten

Trotz der erwarteten Flächenstilllegungen, die auch in Europa nach der Ernte 2025 zu erwarten sind, wird es einige Zeit dauern, bis Angebot und Nachfrage wieder ins Gleichgewicht kommen. Je rascher erforderliche Rodungen auch über den zu erwartenden Bedarf hinaus vorgenommen werden, desto schneller kann sich der Markt erholen.

Einige Sorten und Anbaugebiete werden sich dauerhaft auf ein geringeren Nachfrageniveau als in den vergangenen Dekaden einstellen müssen. Dies liegt zum einen an einem veränderten Konsumentenverhalten aber auch an der Fokussierung auf ertragreichere Sorten, die Einsparpotentiale ermöglichen.

Der anhaltende Russland-Ukraine-Konflikt hat dazu geführt, dass der für Deutschland und andere EU-Länder wichtige russische Biermarkt aufgrund der erklärten Selbstversorgung mittelfristig an Volumen verliert, auch wenn eine vollständige Unabhängigkeit von Importen aus der EU in absehbarer Zeit nicht zu erwarten ist.

Auch wenn die deutsche Ernte 2024 gute Erträge und Qualitäten erzeugen wird, darf nicht darüber hinweggesehen werden, dass die Verschiebung der Vegetationszonen in den deutschen Anbaugebieten angekommen ist. Von daher ist es wichtig, die von der bayerischen Staatsregierung unterstützten Konzepte zur Bewässerung der Anbaugebiete Hallertau und Spalt voranzutreiben und mit adäquater finanzieller Unterstützung möglichst rasch umzusetzen.

In diesem Kontext ist hervorzuheben, dass die Verarbeitungsbetriebe mit ihrerInfrastruktur an Kühllägern in Deutschland auf ein Mengengerüst ausgerichtet sind, die bei stetig sich wiederholenden witterungsbedingten Schwankungen mittelfristig nicht mehr kostendeckend betrieben werden können.

Auf Seiten der Hopfenerzeuger muss die nächste Generation genauso durch verlässliche Rahmenbedingungen motiviert werden, die hochspezialisierten Betriebe ihrer Elterngeneration zu übernehmen und erfolgreich weiterzuentwickeln, wie die meist international ausgerichteten Gesellschaften der Vermarktungs- und Verarbeitungsunternehmen, die weiterhin investieren müssen, um an den deutschen Standorten Hopfenprodukte höchster Qualität herzustellen.

Zur Erreichung dieser Ziele müssen wir mit der Unterstützung von Politik und Behörden geeignete Antworten und Lösungen auf die bestehenden Herausforderungen finden, um die Wettbewerbsfähigkeit, Wirtschaftlichkeit und Zuverlässigkeit der deutschen Anbaugebiete zu erhalten.

Die gute Nachricht: Wenn die Konsolidierung der überschüssigen Lagermengen entlang der Lieferkette erfolgt ist, sollten die Vertragspreise wieder auf ein Niveau steigen, die den gestiegenen Erzeuger- und Verarbeitungskosten Rechnung tragen.

Brauer und Weinhersteller – ein perfektes Pairing

„Wein@BrauBeviale – hier wächst zusammen, was zusammen gärt!“ Ein Slogan für das gebündelte Paket: Eine verstärkte Präsentation von Angeboten für die Weinproduktion und mehr Besucher aus dem Sektor Wein auf der BrauBeviale sind das klare Ziel der Messeorganisatoren. Seit 2023 ist die Weinbranche mit einem definierten Fokus auf der BrauBeviale präsent. In der Messeausgabe des Jahres 2024 vom 26. bis 28. November 2024 in Nürnberg wird das Angebot für die Weinbranche weiter ausgebaut.

53 Prozent der Aussteller haben in ihrem Ausstellungs- und Angebotsportfolio Lösungen für die Weinbranche. Neben der Prozesstechnik für die Herstellung von Wein, Sekt und Spirituosen mit Entrappern, Ansatzbehältern, Fermentern, Gär- und Lagertanks, Filtrationstechnologien gehört auch die komplette Infrastruktureinrichtung mit Pumpen, Ventilen und Verrohrungen zum Angebot der Aussteller auf der BrauBeviale 2024. Um den Überblick komplett zu machen, können die Winzer sich auch bei den Herstellern von Flaschen und Behältern informieren und sich zu den notwendigen Aufgaben rund um die Vorgaben der EU auszutauschen. Schlüssig wird das Angebot im Sektor Wein damit, dass die Sonderschau Wein in Halle 4A integriert wird. Auf dieser Sonderschau zeigen sich zusätzliche Anbieter, die sich ganz gezielt auf die Weinbranche fokussieren.

Von Weinexperten für Weinexperten

Mit enger Begleitung durch ein Expertenteam – Weinbegleitung sozusagen – koordiniert das BrauBeviale Team diesen Themenschwerpunkt. Das garantiert einen direkten Einblick in die aktuellen Entwicklungen in der Branche: Mit dabei sind der Deutsche Weinbauverband (DWV) als fachlicher Berater sowie die Experten des Deutschen Weininstituts (DWI), der Hochschule Geisenheim, der Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau sowie der HBLA Klosterneuburg in Österreich.

Auch ein breites Vortragsprogramm wird angeboten. Das Vortragsprogramm findet an allen drei Tagen in Halle 4A statt. Einige Vortragsthemen als Beispiel:

  • Alkoholfreie Weine vom Keller in die Flaschen: Herstellungs-Technologie im Fokus, unter anderem mit Dr. Matthias Schmitt, Hochschule Geisenheim
  • Nachhaltigkeit – die Zukunftsaufgabe: Herausforderungen und Chancen des Klimawandels bei der Weinproduktion, mit Mag. Franz G. Rosner, HBLA Austria, Klosterneuburg
  • Wie schmeckt der Wein der Zukunft? Zielgruppen-Präferenzen bei der Weinvermarktung in der nächsten Generation, mit Steffen Schindler, Deutsches Weininstitut

Die Themenschwerpunkte befassen sich neben Kellertechnik, Nachhaltigkeit und Qualitätssicherung auch mit Marketing- und Vertriebsthemen und bieten auch spannende Ausblicke auf Vergleichsszenarien zwischen Bier und Wein. Das Vortragsprogramm ist ab Ende September im Eventplaner auf der Website der BrauBeviale einsehbar.

Information für die Winzer – im kompakten Messeformat

Ergänzt wird dieses Vortragsprogramm durch eine Verkostungszone von Weinen aus dem MUNDUS VINI Weinwettbewerb des Meininger Verlags.

Insgesamt zeigt sich, dass die Weinexperten diese Plattform für den Austausch gerne annehmen, zumal sie gerade für die Winzer aus Deutschland, Österreich und die weiteren mittel- und osteuropäischen Staaten gut erreichbar ist. „Mit dem Schwerpunkt Wein@BrauBeviale eröffnen wir für die Besucher aus dem Weinsektor eine komfortable Informationsplattform“, erklärt Cornelia Ebner, die im BrauBeviale Team das Thema Wein betreut. „Wir sehen das Potenzial für beide Seiten: die Aussteller können eine weitere Zielgruppe auf der BrauBeviale ansprechen und die Besucher aus den Weinbaugebieten können die individuell erforderlichen Technologien vergleichen. Sie können sich davon überzeugen, dass das Portfolio der BrauBeviale weit über das Angebot von Abfüllmaschinen hinausgeht.“ Auf der gezielt für die Besucher aus der Weinbranche konzipierten Landingpage www.braubeviale.com/wein finden die Winzer alle Informationen für einen erfolgreichen Messebesuch.

Die Hopfenpflanzer erwarten in diesem Jahr eine gute Ernte

Heute erreichte mich eine Pressemitteilung des Verbandes Deutscher Hopfenpflanzer, die ich Ihnen hier gerne weitergebe. Ich veröffentliche die Mitteilung im Wortlaut.

Die Hopfenernte 2024 wird in Deutschland endlich wieder vernünftig ausfallen! Nachdem die vergangenen zwei Jahre aufgrund von Hitze und Trockenheit nur unterdurchschnittliche Erträge zuließen, erwarten die deutschen Hopfenpflanzer für 2024 eine leicht überdurchschnittliche Ernte.

Jahresrückblick 2024

Das Wetter hat in der Wachstumsphase von Mai bis August einigermaßen mitgespielt, vor allem hat es mehr geregnet als in Vorjahren, zum Teil sogar zu viel. Einige Hopfengärten, etwa im Anbaugebiet Tettnang oder in der Hallertau, waren nach ergiebigen Regenfällen nicht mehr befahrbar oder gar tagelang überflutet. Das hat den Pflanzen dann erheblich zugesetzt und den notwendigen Schutz der Pflanzen durch entsprechende Behandlungen erschwert. In anderen Hopfengärten, etwa im Anbaugebiet Elbe-Saale, regnete es dann in den Sommermonaten zu wenig, was dann vereinzelt zu Trockenstress führte, so weit nicht eine Bewässerungsanlage eingesetzt werden konnte.

Insgesamt aber hat sich die Mehrheit der Hopfen in Deutschland in 2024 gut entwickelt. Die Hopfen stehen gut da und die ersten Reben werden bereits in der kommenden Woche geerntet werden.

Wie schon so oft kommen in Jahren mit ausreichend Feuchtigkeit dann andere Herausforderungen auf die Hopfenpflanzer zu. Vor allem der Pflanzenschutz war so eine Herausforderung in diesem Jahr. Das feuchte Frühjahr und die andauernden Regenfälle haben in vielen Hopfengärten den Druck von Pilzkrankheiten erheblich ansteigen lassen. Besonders der „falsche Mehltau“ (Peronospora) hat mit seiner Primärinfektion viele Hopfenpflanzen geschädigt und das auch noch ungewöhnlich lange bis Anfang Juli.

Beim „echten Mehltau“ war der Befallsdruck ebenfalls hoch und erforderte wie beim falschen Mehltau aufwendige Bekämpfungsmaßnahmen, um Ertrag und Qualität der Hopfen abzusichern. Die Einschränkungen bei den zur Verfügung stehenden Pflanzenschutzmitteln führten zu einer Verschärfung der Situation. Zwar konnte die schlimmste Not durch dringend benötigte Notfallgenehmigungen teilweise gemildert werden, allerdings sind einige Hopfenbestände in 2024 durch Pilzkrankheiten erheblich geschädigt worden, weil die Verfügbarkeit und Wirksamkeit der Pflanzenschutzmittel nicht mehr ausreichend war.

Ein großes Problem stellte der Befall mit Blattläusen und Erdflöhen dar. In zahlreichen Hopfenbaubetrieben führten die Pflanzenschutzmaßnahmen nicht zu dem notwendigen Erfolg, so dass sich ein massiver Blattlausbefall entwickelte und nahezu alle Bestände einen Erdflohbefall aufweisen. Bei den Blattläusen konnte vielen Betrieben durch Notfallgenehmigungen geholfen werden, allerdings nur in einigen Bundesländern, während anderswo diese Hilfe versagt blieb. Wie uns die Schätzkommission berichtete, konnten einige Hopfengärten in der Hallertau sogar für die diesjährige Ernteschätzung nicht herangezogen werden, weil der Blattlausbefall zu groß war. Aus Sicht des Hopfenpflanzerverbandes ist das Ausbleiben dieser Hilfe nicht nachvollziehbar. Angesichts dieses schwierigen Jahres im Sinne des Pflanzenschutzes im Hopfenbau hätten die Hopfenpflanzer mehr Unterstützung benötigt, erwartet und verdient.

Ernteschätzung 2024

Der Gehalt an Alphasäure im Hopfen, die für die Bierbittere verantwortlich ist, wird in diesem Jahr wieder im durchschnittlichen Bereich erwartet. Auch in diesem wichtigem Qualitätskriterium waren die letzten zwei Jahre enttäuschend.

Die offizielle Hopfenernteschätzung im Anbaugebiet Hallertau fand am 20. und 21. August 2024 statt. Auf einer Gesamtanbaufläche von 16.815 ha wurde ein Ertrag von 847.00 Ztr. (42.350 t) geschätzt. In den übrigen Anbaugebieten wurden ebenfalls in den vergangenen Tagen die Schätzungen vorgenommen. In Tettnang werden 58.300 Ztr. (2.915 t), in Elbe-Saale 57.940 Ztr. (2.897 t) sowie in Spalt 15.300 Ztr. (765 t) erwartet. Im Anbaugebiet Bitburg beläuft sich die geschätzte Erntemenge für 2024 auf 740 Ztr. (37 t).

Dies ergibt eine Gesamtmenge von 979.280 Ztr. (48.964 t) für das Bundesgebiet, und liegt damit etwa 19 % Prozent über der Erntemenge 2023. Verglichen mit den durchschnittlichen Erträgen der letzten 10 Jahre hätte man in 2024 für Deutschland 900.000 Ztr. (45.000 t) erwarten können. Das bedeutet für 2024 wird eine Erntemenge 9 % über einer Durchschnittsernte erwartet.

Die vergleichsweise gute Hopfenernte 2024 trifft auf einen Markt, der von Überversorgung geprägt ist. Trotz schlechter Ernten in den letzten zwei Jahren sind die Brauereien gut bis sehr gut mit Hopfen versorgt. Zum einen ist der weltweite Bierabsatz leicht rückläufig, zum anderen hat sich die Brauwirtschaft aber in den letzten Jahren über ihren Bedarf mit Hopfen eingedeckt, somit hohe Bestände aufgebaut und zeigt deshalb derzeit wenig Interesse am Hopfenkauf.

Für die Hopfenpflanzer lässt die Ernte 2024 auf etwas höhere Einnahmen hoffen. Zwar wird von eher sinkenden Preisen für sogenannte Freihopfen ausgegangen, der Großteil der Hopfen ist aber bereits in Vorkontrakten zu fixierten Preisen verkauft. Und weil die Erntemengen in diesem Jahr höher sind, werden diese Verträge überwiegend auch voll bedient werden können und nicht unterliefert, wie in den Vorjahren.

Weltweit wird ebenfalls von einer in etwa durchschnittlichen Hopfenernte ausgegangen. Große Aufmerksamkeit erregen die erheblichen Flächenreduzierungen in den USA. Auch in den Marktsegmenten der dortigen Hopfensorten wurden sehr große Vorräte aufgebaut. In den letzten zwei Jahren wurde deshalb die Fläche zur Hopfenproduktion in den USA um etwa ein Viertel reduziert. Die weiterhin hohen Vorräte könnten sogar zu weiteren Rodungen führen.

World Beer Awards: Bestes Weißbier der Welt kommt aus Weihenstephan

Das Weihenstephaner Hefeweißbier Dunkel hat es geschafft. Am ersten Tag bei den World Beer Awards im Vereinigten Königreich wurde die Spezialität als Deutschlands bestes dunkles Weißbier ausgezeichnet – und an Tag zwei ging es sogar noch weiter: Die Titel als weltbestes seiner Art sowie als allgemein bestes Weißbier weltweit setzten dem Ganzen die Krone auf. Dabei waren das noch nicht alle Medaillen, die die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan mit nach Hause nehmen durfte.

Die Aromen nach reifer Banane, die fein perlende Spritzigkeit, das samtige Mundgefühl – Argumente für eine Top-Platzierung liefert das Weihenstephaner Hefeweißbier Dunkel zur Genüge. Die Verkosterpanels bei den World Beer Awards sahen das offenbar auch so – und zeichneten das Bier gleich mit mehreren Medaillen aus: eine Glanzleistung der Weihenstephaner Brauerinnen und Brauer! Doch auch andere Weihenstephaner Bierspezialitäten räumten Preise ab: Der Weizenbock Vitus wurde als Deutschlands Bestes seiner Art ausgezeichnet, das Hefeweißbier bekam in seiner Kategorie Silber, das Kristallweißbier und das Original in ihren Stilen jeweils Bronze.

Massig Edelmetall für die Weihenstephaner Biere – was Direktor Prof. Dr. Josef Schrädler allerdings besonders freute, war der Erfolg des „Dunklen“: „Das Hefeweißbier Dunkel hat in den vergangenen Jahren immer mehr Fahrt aufgenommen. Dass es jetzt bei den World Beer Awards als weltbestes Weißbier ausgezeichnet wurde, hat uns riesig gefreut und ist alles anderes als selbstverständlich.“ Denn die Konkurrenz war wieder groß: Brauereien aus aller Welt haben Biere zur Verkostung eingesandt, über zwei Tage hinweg waren die Expertinnen und Experten mit den Tastings beschäftigt.

Das Resultat daraus versetzte auch Braumeister Tobias Zollo in Höchststimmung: „Es ist wunderbar zu sehen, dass nicht nur unsere Flaggschiff-Biere die Anerkennung erhalten, die sie verdienen, sondern auch die anderen Stile gewürdigt werden. Es ist eine unglaubliche Bestätigung für die Arbeit unserer Brauerinnen und Brauer, dass das weltbeste Weißbier aus Weihenstephan kommt.“

Maisel & Friends – Sour Power

Sie haben es wieder getan – in jedem Jahr kreieren die Auszubildenden des Abschlussjahrgangs der Brauerei Maisel ein eigenes Bier, das sie von Anfang bis Ende selbst planen. Das reicht von der Entscheidung, welcher Bierstil es sein soll über das Brauen selbst bis hin zum Design der Etiketten und dem Marketing. Lediglich der Genuss des Bieres bleibt den geneigten Konsumenten überlassen. In diesem Jahr haben sich die Auszubildenden für ein Hazy Sauer IPA entschieden, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.

Im Glas macht das Bier seinem Stil alle Ehre. Selten habe ich ein Bier erlebt, das dermaßen viel Hefe enthielt und dadurch absolut blickdicht ist. Die feinporige Schaumkrone ist nicht allzu voluminös, bleibt aber lange erhalten. Schon die Optik lässt mich auf ein besonderes Bier hoffen.

Ein ganzer Obstsalat steigt mir in die Nase. Ich rieche Düfte nach Ananas, Zitrus, Kokos uns Stachelbeeren. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Beim ersten Kontakt mit meiner Zungenspitze überrascht mich eine angenehme Malzsüße, gepaart mit einer erfrischenden Spritzigkeit. Als sich das Bier auf der Zunge verteilt, kommt die Säure in den Vordergrund und wird absolut dominant. Jetzt schmeckt das Bier fast wie Zitronensaft, frisch und mit einem recht schlanken Mundgefühl, aber außer der Säure ist nicht mehr viel zu schmecken. Außerdem fehlt mir die Bittere, die ich von einem IPA einfach erwarte. Erst in der Kehle kommt eine leichte Bittere zum Vorschein, auch die Fruchtaromen kommen jetzt wieder zum Tragen.

Als IPA hätte ich das Sour Power schon aufgrund der geringen Bitteren nicht erkannt, aber es handelt sich um ein sehr schönes Sommerbier, das den Durst löscht und mit seiner Säure erfrischt. Leider handelt es sich bei diesem Bier um einen Sondersud, für den wie immer gilt: wenn weg, dann weg.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen (Comet, Kazbek, Galaxy), Hefe

Alkoholgehalt:

6,3 % Vol.

Stammwürze:

14,3° Plato

Brauerei:

Brauerei Gebrüder Maisel KG
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Braurausch – Kellerbier

Dieses Kellerbier ist das erste Bier einer Serie, die zwei bekannte Dorfbrauereien aus dem Raum Bamberg planen. Die beiden jungen Braumeister Tobias Wagner und Alexander Eichhorn vom Wagner-Bräu in Kemmern und der Brauerei Eichhorn in Dörfleins haben sich für das trocken gehopfte „Kellerbier“ zusammengetan, das ich jetzt verkosten will.

Orangefarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die große feinporige Schaumkrone ist elfenbeinfarben und bleibt sehr lang erhalten.

Das Bier duftet malzbetont nach Getreide und Brotkrume, dazu nach Hefe. Abgerundet wird das Aroma durch einige würzige Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellt sich eine freundliche und diskrete Bittere dazu, begleitet durch eine leichte Säure. Das Bier ist vollmundig und frisch. In der Kehle wird das Bier trockener und die Bittere kommt mehr in den Vordergrund. Sie klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Brauerei Eichhorn
Dörfleinser Straße 43
96103 Hallstadt
www.brauerei-eichhorn.de

und

Wagner Bräu GmbH & Co.KG
Hauptstraße 15
96164 Kemmern
www.brauerei-wagner.de