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Rittmayer – Sonnenseite

Sonnenseite – ein schöner Name für ein Bier. Auf der Sonnenseite des Lebens sind wir, wenn uns alles glückt und hervorragend funktioniert, wenn wir einfach glücklich sind. Das dachte sich wohl auch das Team der Brauerei Rittmayer, als sie sich mit Great Lakes Brewing zusammentaten, um das Bier zu kreieren, das jetzt vor mir steht. Bei der Sonnenseite handelt es sich um ein Session IPA mit nur 3,5 % Alkoholgehalt.

Goldfarben und mit leichter Hefetrübung strahlt mir die Sonnenseite aus dem Glas entgegen. Die weiße Schaumkrone ist eher klein, bleibt aber lange erhalten.

Das Bier duftet intensiv nach Zitrusfrüchten, Orangenschalen und Ananas. Aus dem Hintergrund rundet der Duft der Hefe das Aroma ab und lässt mich an einen Biskuitteig denken.

Der Antrunk ist süß und durch die feinperlige Kohlensäure angenehm spritzig. Auf der Zunge überrascht mich eine überraschend kräftige fruchtige Bittere, während die Süße etwas nachlässt. Zusammen mit den fruchtigen Aromen ergibt sich ein samtiges Mundgefühl. Da das Bier lediglich 3,5 Volumenprozent Alkohol enthält, überrascht mich die Samtigkeit. In der Kehle wird die Bittere noch etwas kräftiger und klingt dort sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafermalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

3,5 % Vol.

Stammwürze:

9° Plato

Farbe:

6 EBC

Brauerei:

Brauerei Rittmayer Hallerndorf GmbH & Co. KG
An der Mark 1
91352 Hallerndorf
www.rittmayer.de

Zötler – Maibock

Ich weiß nicht, woher die Tradition stammt, für den Mai ein Bockbier zu brauen. Vermutlich hat diese Gewohnheit die gleichen Wurzeln wie das Märzen: da die ersten Biere untergärig waren, war es nicht möglich, im Sommer zu brauen. Daher wurde im Frühjahr, halt im März, ein stärkeres Bier gebraut, das auch ohne Kühlung den Sommer überstand und trinkbar blieb. Aber wie gesagt – das ist eine reine Vermutung. Jedenfalls hat auch die Brauerei Zötler aus Rettenberg im Allgäu einen Maibock im Programm, der jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet. Erhältlich ist dieses Bier in jedem Jahr ab dem ersten April und wenn der Sud ausverkauft ist, muss die geneigte Kundschaft bis zum nächsten April warten.

Golden und kristallklar strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die feinporige und schneeweiße Schaumkrone ist zwar recht klein, bleibt aber sehr lange erhalten. Optisch gibt es an diesem Bier nichts auszusetzen.

Das Aroma wird durch den Duft nach frischer Brotkruste dominiert, abgerundet durch einige würzige Noten. Nicht spektakulär, aber stiltypisch und sehr angenehm. Schon vor dem ersten Schluck wird das Bier mir sympathisch.

Der Antrunk trumpft mit seiner stiltypischen Süße sowie einer feinperligen und trotzdem kräftigen Kohlensäure auf. Der intensive Geschmack des Malzes sorgt zusammen mit den würzigen Aromen für einen vollmundigen und kräftigen Körper. Langsam kommt auch eine angenehme Fruchtigkeit zum Vorschein, die an Äpfel erinnert. In der Kehle wird das Bier trockener, es bleibt mild und klingt nur kurz nach.

Der Maibock von Zötler gehört zu den besten Bieren dieses Stils und kann durchaus mit dem Original aus Einbeck mithalten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Stammwürze:

16,8° Plato

Bittereinheiten: 

22 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

7° – 9° Celsius

Brauerei:

Privat-Brauerei Zötler GmbH
Grüntenstr. 2
87549 Rettenberg
www.zoetler.de

BierSelect

Wieninger – Weißbier Dunkel

In der Brauerei Wieninger kümmert sich Braumeister Bernhard Löw persönlich um jeden Sud. Die Biere vergären traditionell in offenen Gärbottichen mit Hefen aus eigener Reinzucht und werden lange gelagert und schonend filtriert. Alle Wieninger Biere sind naturbelassen und nicht pasteurisiert, so dass wir lebendige Biere erhalten, auch wenn dadurch das Mindesthaltbarkeitsdatum schneller erreicht wird. Zum umfangreichen Sortiment der Brauerei gehört auch das dunkle Weißbier, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.

Kupferfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die elfenbeinfarbene Schaumkrone fällt anfangs schnell in sich zusammen, aber ein Recht bleibt sehr lange erhalten. Damit macht das Bier optisch schon mal einen guten Eindruck.

Schokolade, Banane und ein Hauch Birne, abgerundet mit dem Duft der Hefe, bilden zusammen ein angenehmes Aroma.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine ansprechende Malzsüße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge dominiert anfangs der Schokoladengeschmack des dunklen Malzes, der aber schnell den fruchtigen Aromen das Feld überlässt. Zusammen mit der leichten freundlichen Bitteren ergibt sich ein volles Mundgefühl. In der Kehle wird die Bittere etwas kräftiger und auch das Schokoladenaroma des dunklen Gerstenmalzes kommt wieder zum Tragen. Auch wenn die Bittere weiterhin recht zurückhaltend ist, klingt sie doch überraschend lange nach.

Zutaten:

Wasser, helles Weizenmalz, Helles Gerstenmalz, dunkles Gerstenmalz, Karamellmalz, Hopfen (Spalter), Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12,6° Plato

Bittereinheiten:

11 IBU

Empfohlene Genusstemperatur‍:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Privatbrauerei M.C. Wieninger
Poststraße 1
83317 Teisendorf im Berchtesgadener Land
www.wieninger.de

Maisel & Friends – Hopfenreiter #9

Bereits zum neunten Mal überrascht und die Brauerei Maisel & Friends mit dem Hopfenreiter. In jedes Jahr steuern verschiedene Brauereien aus aller Welt eine spannende Hopfensorte bei, wodurch die Bierspezialität immer wieder unterschiedlich riecht und schmeckt – obgleich das Rezept immer identisch ist. Im Juli 2024 war es wieder so weit: Fünf Brauereien sind zum Brautag nach Bayreuth gefahren und hatten den von ihnen ausgewählten Hopfen gleich mit dabei. Im Gepäck waren:

  • Mosaic von FUERST WIACEK (Berlin)
  • Polaris von Buddelship (Hamburg)
  • Vista von Moersleutel (Alkmaar, Niederlande)
  • Idaho 7 von Wicklow Wolf Brewing (Wicklow, Irland)
  • Strata von To Øl (Kopenhagen, Dänemark)
  • Alora von Maisel & Friends

Orangefarben und mit leichter Hefetrübung strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber hat sich beim Einschenken eine feinporige Schaumkrone gebildet, die sehr lange erhalten bleibt. Rein optisch macht der Hopfenreiter was her.

Das Aroma ist überwältigend und komplex, sehr fruchtig und herb. Im Vordergrund finden sich Zitrusfrüchte, insbesondere die Grapefruit. Aber wie bei sechs Aromahopfen zu erwarten, bietet das Aroma noch deutlich mehr. Und das Besondere – mit steigender Temperatur ändert sich das Aroma. Ich könnte vor dem Glas sitzenbleiben und einfach nur die Fruchtaromen genießen. Mal rieche ich Pfirsich und Mirabelle, mal eher saure Früchte wie Stachelbeere und Orange, mal dunkle Früchte wie Blaubeere und Cassis. Aber Bier ist zum Trinken da, also nehme ich den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Malzsüße sowie eine sehr feinperlige und sanfte Kohlensäure aus. Schnell übernimmt aber eine kräftige freundliche Bittere das Kommando, die sogar die ungeheure Fruchtigkeit des Hopfenreiters etwas in den Hintergrund treten lässt. Das Bier ist stiltypisch recht trocken und die Aromen der Hopfen sorgen für ein volles Mundgefühl. In der Kehle wird das Bier noch einmal trockener und dort dominiert eine freundliche und fruchtige Bittere mit sehr langem Nachklang.

Manche Double IPAs überfordern den Konsumenten mit ihrer Komplexität. Dies gilt aber nicht für den Hopfenreiter. Für ein Double IPA ist er wirklich einfach zu trinken.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Alora, Mosaic, Polaris, Vista, Idaho7, Strata), Hefe

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Stammwürze:

18,8° Plato

Bittereinheiten:

70 IBU

Farbe:

16 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

Anfangs 6° – 8° Celsius (Kühlschranktemperatur), dann langsam erwärmen lassen

Brauerei:

Gebr. Maisel GmbH & Co. KG
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Schroll Bräu – Nankendorfer Helles

Die Traditionsbrauerei Schroll liegt inmitten der fränkischen Schweiz und braut mit dem Nankendorfer Hell einen Vertreter des süddeutschen Bierstiles, der in den letzten Jahren auch in Norddeutschland zunehmend seine Freunde findet. Braumeister Georg Schroll braut das Helle ganzjährig, selbstverständlich in Handarbeit bis zur Flaschenabfüllung. Jetzt steht eine Flasche vor mir und wartet auf ihre Verkostung.

Golden und kristallklar strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die weiße Schaumkrone ist relativ klein und sie fällt auch schnell in sich zusammen.

Das Bier duftet nach Brotkrume und Honig, abgerundet durch einige würzige, kräuterige und grasige Noten. Damit sticht das Nankendorfer aus der Masse der Hellen heraus, die ich persönlich eher langweilig finde.

Der Antrunk kommt mit seiner stiltypischen Süße und er besticht durch die sehr feinperlige Kohlensäure. Die Süße bleibt auch auf der Zunge erhalten und sie wird dort durch die würzigen Noten des Hopfens unterstützt, so dass ein angenehm vollmundiges Mundgefühl entsteht. Erst in der Kehle kommt eine freundliche und zurückhaltende Bittere zum Vorschein, die aber überraschend lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Brauerei Schroll
Nankendorf 41
D-91344 Waischenfeld
www.brauerei-schroll.de

Felsen Bräu – Weizenbock

Die Brauerei Felsen Bräu hat das Ziel, sich von Öl und Gas unabhängig zu machen und vollständig auf erneuerbare Energien umzusteigen, also auf Hackschnitzel, Solarenergie und Ökostrom. Dieses Ziel wurde im Jahr 2007 erreicht. Damit schrieb die Felsen Bräu Biergeschichte.  Am 3. Mai 2007 wurde die Felsen Bräu von der TU München-Weihenstephan als 1. Solarbierbrauerei Deutschlands zertifiziert und ausgezeichnet. Zum ersten Mal hatte es damit eine Brauerei geschafft, dass die gesamte benötigte Energie zur Bierherstellung zu 98 % aus nachwachsenden Rohstoffen kommt. Jetzt will ich feststellen, ob sich das auch in der Qualität des Bieres niederschlägt.

Orangefarben und hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine feste cremefarbene Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal einen sehr guten Eindruck.

Das Bier duftet nach Biskuitteig und Früchten, nach Banane, Nelke und gelben Früchten. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine stiltypische Süße sowie eine sehr angenehme Spritzigkeit aus. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider. Die leichte Teigigkeit von Malz und Hefe mischt sich mit den fruchtigen Noten.  Da die Aromen recht intensiv sind, ist es auch passend, dass die Bittere deutlich kräftiger ist als bei den üblichen Weizenbieren und Weizenböcken. Das Mundgefühl ist samtig und schwer. In der Kehle ist der Felsen Weizenbock vergleichsweise mild, aber trotzdem mit langem Nachklang.

Der Felsen Weizenbock vereint die leichte Trinkbarkeit eines Weizenbieres mit den Aromen eines wirklichen Genussbiers.

Zutaten:

Brauwasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,2 % Vol.

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Felsenbräu Thalmannsfeld,
W. Gloßner GmbH & Co.KG
Felsenweg 2
91790 Thalmannsfeld
www.solarbier-felsenbraeu.de

Kanone – Hell

Jetzt steht wieder einmal ein Bier aus Franken vor mir, ein Helles von der Brauerei Kanone aus Schnaittach im Nürnberger Land. Ich will mich auch nicht lange mit der Vorrede aufhalten und öffne daher sofort die Flasche.

Golden und kristallklar strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber prangt eine feste weiße Schaumkrone, die sich nur langsam auflöst. Optisch macht das Bier richtig was her.

Das Aroma ist malzbetont. Das Bier duftet nach Brotkrume, abgerundet durch einige blumige Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine sehr feinperlige und doch kräftige Kohlensäure aus. Auf der Zunge kommt der Hopfen stärker zum Tragen als ich es aufgrund des Duftes erwartet hätte. Dabei passt sich die Würzigkeit des Hopfens dem Malzkörper sehr gut an. Das Mundgefühl ist angenehm weich. Im Abgang wird das Bier trockener und die leichte freundliche Bittere klingt lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Tradition, Opal)

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

12,3° Plato

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Brauerei Kanone Löhr GmbH & Co. KG
Brückenstraße 1A
91220 Schnaittach
www.brauerei-kanone.de

Weihenstephan räumt bei der International Beer Challenge ab

Erst bei den World Beer Awards wurde das Hefeweißbier Dunkel als weltbestes Weißbier ausgezeichnet – und der Siegeszug der Weihenstephaner geht weiter. Wie auch der Weizenbock Vitus erhielt das Hefeweißbier Dunkel bei der International Beer Challenge im Vereinigten Königreich die Goldmedaille – und nicht nur das: In der Endrunde gab es zudem den Titel des besten Weißbieres. Drei weitere Male Edelmetall vervollständigen das Sieger-Quintett.

Wieder bestes Weißbier, wieder Gold – wieder das Hefeweißbier Dunkel. Die Bierspezialität der Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan wird allmählich zum neuen Seriensieger. Erst kürzlich gab es den Titel als weltbestes Weißbier bei den World Beer Awards im Vereinigten Königreich – jetzt überzeugte das Bier erneut mit seinem Geschmack nach reifer Banane und der erfrischenden Spritzigkeit. Doch damit nicht genug: Auch der Weizenbock Vitus, der jährlich Medaillen aus den obersten Regalen verliehen bekommt, durfte sich Gold umhängen.

Das Original Helle, bekannt als charakterstarker und würziger Vertreter seiner Art, bekam ebenso Silber wie das Hefeweißbier, das Flaggschiff des Weihenstephaner Portfolios. Als fünftes ausgezeichnetes Bier erhielt das Kristallweißbier noch die Bronzemedaille.

„Unser Hefeweißbier Dunkel macht in Sachen Medaillen unserem Vitus und dem Kristallweißbier Konkurrenz“, erklärt Prof. Dr. Josef Schrädler, Direktor der Brauerei, mit einem Schmunzeln im Gesicht. „Wir sind sehr stolz darauf, dass auch unsere vermeintlichen Randsorten immer wieder die Jurys dieser Welt überzeugen können. Das zeigt, dass all unsere Biere von höchster Qualität sind. Besonders aber freut uns, dass das weltbeste Weißbier, das Hefeweißbier Dunkel, in seinem Erfolg bestätigt wurde.“

Technischer Leiter und 1. Braumeister Tobias Zollo versuchte, den Erfolg zu erklären: „Wieder das Hefeweißbier Dunkel und unser Weizenbock Vitus – zwei Biere, die sich sehr unterscheiden, aber doch mehrere Dinge gemeinsam haben: beide verfügen über ausgereifte und intensive Aromen, die trotzdem mit einer hohen Drinkability einhergehen. Diese Kombination macht den Unterschied.“ Zudem lobte er sein Technikteam: „Unsere Brauerinnen und Brauer haben einen großen Anteil an diesem Resultat. Mit viel Liebe zum Detail werden unsere Biere gebraut, gelagert und abgefüllt. Die Auszeichnungen bestätigen uns in unserer Arbeit.“

Brauerei Simon – Schwarze Kuni

Die fränkische Stadt Lauf hat eine ganz besondere Patronin: Die Kaiserin und spätere Heilige Kunigunde ist die Urmutter Laufs. Über die Gründung der Stadt in der Nürnberger Metropolregion gibt es folgende Legende: Die Kaiserin Kunigunde reiste mit ihrem Gefolge nach Regensburg. An einer Furt machte die Kolonne halt, sodass die durstige Kaiserin etwas Wasser aus der Pegnitz schöpfen konnte. Dabei fiel ihr wertvoller Kopfschmuck in den Fluss. Vergeblich suchte man das Gewässer ab, doch niemand konnte die Krone der Kaiserin finden. Die Gemahlin Heinrichs des II. versprach den Bau einer Kapelle, sollte ihr Schmuckstück gefunden werden, doch ihr Versprechen wurde nicht eingelöst: Schatzsucher und Glücksritter von nah und fern taten ihr Bestes, um das kaiserliche Diadem zu finden. Sie befreiten die Pegnitz von sämtlichem Unrat, Schmutz und Sand, wurden dabei aber nicht fündig. Die Pegnitz allerdings gewann durch die müßige Arbeit der Schatzsucher: Bereinigt konnte das Wasser wieder ungestört durch das Flussbett fließen und bot den perfekten Platz für Mühlen. Rasch entstand eine Siedlung rund um die Furt und Lauf war geboren.

Die Brauerei Simon aus Lauf hat der Heiligen Kunigunde ein Bier gewidmet: Die Schwarze Kuni ist ein dunkler Weizenbock mit kräftigen 7,0% Alkoholgehalt und feinwürziger Aromatik. Trinken wir also auf die Heilige Kunigunde und ihr verlorenes Diadem.

Nahezu blickdicht schwarz präsentiert sich die schwarze Kuni im Glas. Darüber steht eine haselnussbraune feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht Kuni damit schon mal einen sehr guten Eindruck.

Das Bier durfte nach einer sehr reifen Banane und nach dunkler Schokolade abgerundet ist das sehr angenehme Aroma durch den Duft von Kandis. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße aus; dabei ist er spritzig durch die sehr feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge kommt die Fruchtigkeit in den Vordergrund. Der Geschmack nach dunkler Schokolade ist überraschend zurückhaltend mit leichter mit einer leichten bitteren. Das Mundgefühl ist weich und voll und der Alkohol ist gut eingearbeitet in der Kehle wird die Schokolade etwas kräftiger und der Abgang ist stiltypisch mild.

Die schwarze Kuni ist ein vielschichtiges Bier, auch wenn nach meinem Geschmack die Röstaromen und der Weizenbock nicht wirklich zusammenpassen. Ich kann verstehen, das heißt Bier vielen Menschen schmeckt, aber es ist trifft nicht meinen Geschmack.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Röstmalzbier, Hefe, Hopfen

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Simon GmbH
Heroldstrasse 12
91207 Lauf a. d. Pegnitz
www.brauerei-simon.de

Ammerndorfer Bock

Der Bau des heute noch existierenden Brauereigebäudes wurde bereits im Jahr 1730 begonnen. Seit 1855 befindet sich die Brauerei im Besitz der Familie Dorn und wird heute von deren Nachkommen geleitet. Seit 1990 führt Helmut Murmann die Familientradition erfolgreich fort. Mit den Töchtern Christine und Claudia ist nun die 10. Generation an Bord und verkörpert die Zukunft der kleinen privaten Traditionsbrauerei. Die Schwestern sind die ersten weiblichen Braumeisterinnen in der langen Familiengeschichte.

Mahagonifarben präsentiert sich der Ammerndorfer Bock im Glas. Die elfenbeinfarbene feinporige Schaumkrone ist sehr stabil. Optisch macht das Bier also alles richtig.

Das Bier duftet malzbetont nach dunkler Schokolade und Karamell, abgerundet durch einige grasige Noten des Hopfens. Die 6,25 Volumenprozent Alkohol sind gut ins Aroma eingearbeitet.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine stiltypische Süße sowie eine sanfte Kohlensäure aus. Eine leichte Bittere gesellt sich zur Süße und verbindet sich mit den Aromaölen des Hopfens zu einem weichen und vollen Mundgefühl. In der Kehle wird die Bittere etwas kräftiger, ohne aber dort die Süße zu überdecken. Sowohl die Bittere als auch die Süße klingen sehr lange nach.

Der Ammerndorfer Bock ist gut ausbalanciert und ungeheuer süffig. Er passt sowohl zu Wildgerichten als auch zu manchem Dessert.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,2 % Vol.

Stammwürze:

17,8° Plato

Farbe:

28 EBC

Brauerei:

Ammerndorfer Bier
Marktplatz 1-2
90614 Ammerndorf
www.ammerndorfer-bier.de