Nach fünf Jahren Planung und Bauzeit hat die Brauerfamilie Maisel am 9. Oktober 2026 das neue Bayreuther Brauhaus feierlich eröffnet. Mit einer Investition von 90 Millionen Euro bekennt sich das Familienunternehmen zum Braustandort Bayreuth und schafft eine neue Produktionsstätte, in der traditionelles Brauhandwerk und moderne Technik zusammenkommen sollen. Neben der Qualität der Biere standen bei der Planung auch ein möglichst effizienter Umgang mit Energie und Ressourcen sowie die Einbindung der Brauerei in die Landschaft im Mittelpunkt.
Zur Eröffnung kamen Projektpartner sowie zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Brauwirtschaft. Im Anschluss feierte die Brauerfamilie gemeinsam mit den Menschen aus der Stadt bei der viertägigen Bayreuther Brauhaus Herbstkerwa.
Brauhandwerk bleibt im Mittelpunkt
Bei der Konzeption des neuen Brauhauses ging es der Brauerfamilie Maisel nach eigenen Angaben nicht allein darum, eine moderne Produktionsanlage zu errichten. Vielmehr sollte ein Ort entstehen, an dem die Erfahrung der Brauer, handwerkliches Können und zeitgemäße Technik zusammenwirken.
„Eine neue Anlage allein braut noch kein gutes Bier“, sagt Brauereiinhaber Jeff Maisel. Entscheidend seien die Menschen, ihr Können und ihre Hingabe. Auch Marc Goebel, Geschäftsführer Braubetrieb, betont die Bedeutung des Teams: Die neue Anlage biete beste Voraussetzungen, um die Biere in der gewohnten Qualität herzustellen.
Damit unterstreicht das Unternehmen einen Anspruch, der bei der Vorstellung moderner Brauereitechnik nicht selbstverständlich ist: Trotz hoher Investitionen in Anlagen und Prozesse soll das Wissen der Brauer weiterhin den entscheidenden Unterschied machen.
Gründach, Wärmerückgewinnung und Regenwassernutzung
Nicht nur die technischen Abläufe, sondern auch die Gestaltung des Gebäudes und der Umgang mit natürlichen Ressourcen spielten bei der Planung eine wichtige Rolle. Ein besonderes Merkmal des neuen Brauhauses ist das rund 13.000 Quadratmeter große Gründach. Es wurde mit Wildblumen, Gräsern und Sträuchern bepflanzt und soll die Brauerei optisch in die angrenzende Landschaft einfügen.
Auch im laufenden Betrieb setzt das Unternehmen auf Ressourcenschonung. Abwärme aus der Produktion wird zurückgewonnen und erneut genutzt. Gesammeltes Regenwasser kommt bei der Bewässerung der Grünflächen zum Einsatz.
Die Maßnahmen sollen dazu beitragen, Energie und Wasser effizienter einzusetzen. Wie stark sich die einzelnen Konzepte im späteren Betrieb auf den tatsächlichen Verbrauch auswirken, wird sich anhand der laufenden Betriebsdaten zeigen.
Besucherführungen starten im Dezember
Das Bayreuther Brauhaus wurde von Beginn an auch als Ort für Besucher konzipiert. Die Brauerfamilie möchte Interessierten einen Einblick in die Herstellung ihrer Biere geben und zeigen, welche Arbeitsschritte zwischen den Rohstoffen und dem fertigen Produkt liegen.
Ab Dezember 2026 sollen geführte Besuchergruppen erleben können, wie das Bayreuther Hell gebraut wird. Ein besonderer Höhepunkt ist eine Empore in neun Metern Höhe mitten im Sudhaus. Von dort haben die Gäste einen Rundumblick auf die Brauanlagen und können den Brauern bei ihrer Arbeit zusehen.
Anschließend führt der Rundgang entlang des Weges, den das Bier durch die Brauerei nimmt, bis zur Abfüllung. Damit verbindet das Unternehmen die neue Produktionsstätte mit einem Besuchserlebnis, das sowohl Bierinteressierte als auch Gäste ohne besondere Vorkenntnisse ansprechen soll.
Führungen können über die Website des Bayreuther Brauhauses gebucht werden: www.bayreuther-brauhaus.de/besuchen.
Ein Bekenntnis zum Standort Bayreuth
Für ein Familienunternehmen ist der Neubau einer Brauerei mit einer Investition von 90 Millionen Euro eine weitreichende Entscheidung. Jeff Maisel bezeichnete die erfolgreiche Umsetzung des Projekts als Gemeinschaftsleistung und zeigte sich stolz auf das Ergebnis. Nun gehe es darum, die neue Braustätte mit Leben zu füllen und Besucher willkommen zu heißen.
Mit der Eröffnung beginnt für das Bayreuther Brauhaus eine neue Phase. Die moderne Anlage soll die Voraussetzungen für die weitere Bierproduktion schaffen, während Energieeffizienz, Landschaftsgestaltung und Besucherangebote das Konzept ergänzen. Ob und wie sich die hohen Investitionen langfristig wirtschaftlich auszahlen, wird sich erst im laufenden Betrieb zeigen. Für den Braustandort Bayreuth ist die neue Brauerei zunächst ein deutliches Bekenntnis der Brauerfamilie Maisel zu ihrer Heimat.