
Fachwissen, sensorisches Können und die Fähigkeit, ein Bier überzeugend zu präsentieren: Bei der Deutschen Meisterschaft der Biersommelièren und Biersommeliers 2026 waren nicht nur umfangreiche Kenntnisse über Bier gefragt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mussten auch beweisen, dass sie Bier sensorisch beurteilen und ihr Wissen darüber einem Publikum vermitteln können. Am Ende setzte sich Iris Eickert aus Hamburg durch und sicherte sich den Titel der Deutschen Meisterin.
Ausgetragen wurde die Meisterschaft am 12. September 2026 bei der Doemens Akademie in Gräfelfing. Insgesamt 34 Biersommelièren und Biersommeliers traten zu dem Wettbewerb an. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ging es dabei zunächst darum, ihre sensorischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, bevor in den späteren Runden auch Präsentationsfähigkeit, Spontaneität und Kommunikationsstärke entscheidend wurden.
Blindverkostung als Auftakt
Bereits die Vorrunde verlangte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einiges ab. Bei Blindverkostungen mussten verschiedene Bierstile erkannt und bestimmt werden. Zusätzlich galt es, biertypische Flavours zu identifizieren.
Damit stand bereits zu Beginn des Wettbewerbs die sensorische Kompetenz im Mittelpunkt. Für Biersommelièren und Biersommeliers gehört sie zu den wichtigsten Grundlagen ihrer Tätigkeit: Bier soll nicht nur verkostet, sondern anhand seiner Aromen und Geschmackseindrücke möglichst präzise beschrieben und eingeordnet werden.
Die Bestplatzierten der Vorrunde qualifizierten sich anschließend für die Bühnenrunden. Dort verschoben sich die Anforderungen. Neben dem Fachwissen kam es nun darauf an, spontan zu reagieren, Wissen verständlich zu vermitteln und ein Bier vor Publikum überzeugend zu präsentieren.
Der weitere Wettbewerb wurde im K.-o.-Modus ausgetragen und führte schließlich ins Finale.
Sechs Finalisten kämpfen um den Titel
Im Finale standen sich sechs Kandidatinnen und Kandidaten gegenüber. Jede und jeder von ihnen erhielt ein Bier zugelost, das anschließend vor Publikum und Fachjury präsentiert werden musste.
Dabei ging es nicht allein darum, möglichst viele Informationen über das jeweilige Bier aufzuzählen. Bewertet wurden unter anderem die sensorische Beschreibung, das Hintergrundwissen zum präsentierten Bier und Ideen für passende Foodpairings. Eine besondere Bedeutung hatte zudem die Fähigkeit, das Publikum für das Bier zu begeistern.
Diese Kombination aus Fachwissen, Sensorik und Präsentation machte letztlich den Unterschied.
Iris Eickert überzeugte die Jury mit ihrer Präsentation der Festweisse der Brauerei Schneider Weisse und setzte sich damit gegen die fünf weiteren Finalistinnen und Finalisten durch. Den zweiten Platz belegte Franz Uhlig aus Leipzig. Er hatte bereits zuvor bei einer Deutschen Meisterschaft den zweiten Rang erreicht. Dritter wurde Martin Sorg aus Ingolstadt.
Dritter Anlauf bringt Iris Eickert den Titel
Für Iris Eickert war der Erfolg das Ergebnis mehrerer Anläufe. Die Hamburgerin ist seit 2017 Biersommelière und hatte bereits zweimal versucht, die Deutsche Meisterschaft zu gewinnen. Beim dritten Anlauf gelang nun der entscheidende Schritt zum Titel.
„Ich liebe Bier, das war ein fantastischer Tag mit so vielen begeisterten Biersommelièren und Biersommeliers“, sagte Eickert nach ihrem Erfolg.
Ihre Verbindung zum Bier reicht dabei über die Tätigkeit als Biersommelière hinaus. Eickert war bei einer norddeutschen Brauerei über mehrere Jahre federführend im Marketing und in der Produktentwicklung tätig. Darüber hinaus engagierte sie sich im Verband der Diplom Biersommeliers und vertrat dort die Sektion Deutschland Nord.
Hohe Anforderungen an die Biersommeliers
Jens Luckart, Leiter der Doemens Genussakademie und verantwortlich für die Organisation und Durchführung der Deutschen Meisterschaft, zog ebenfalls ein positives Fazit des Wettbewerbs.
„Das Niveau war beeindruckend hoch. Die Teilnehmenden haben gezeigt, wie viel Fachwissen, sensorisches Können und Leidenschaft heute in dem Beruf Biersommelière und Biersommelier stecken. Gerade in den entscheidenden Runden waren es kleinste Nuancen, die über das Weiterkommen entschieden haben.“
Die Deutsche Meisterschaft zeigt damit zugleich, wie breit das Tätigkeitsfeld von Biersommelièren und Biersommeliers inzwischen ist. Neben der sensorischen Beurteilung von Bier spielt die Vermittlung von Wissen eine wichtige Rolle. Bierstile, Aromen, Herstellung und Hintergründe müssen nicht nur bekannt sein, sondern auch verständlich und möglichst anschaulich vermittelt werden.
Genau diese Verbindung von Produktwissen, Sensorik und Kommunikation steht auch im Mittelpunkt der Aus- und Weiterbildungsangebote der Doemens Genussakademie.
15 Teilnehmer qualifizieren sich für die Weltmeisterschaft 2027
Für die erfolgreichsten Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Deutschen Meisterschaft geht der Wettbewerb zudem weiter. Die 15 Bestplatzierten qualifizierten sich gleichzeitig für die 8. Weltmeisterschaft der Biersommelièren und Biersommeliers.
Die Weltmeisterschaft findet im Oktober 2027 in Wien statt. Damit bietet die Deutsche Meisterschaft neben dem nationalen Titel auch die Möglichkeit, sich für den internationalen Wettbewerb zu qualifizieren.
Unterstützt wurde die Deutsche Meisterschaft der Biersommelièren und Biersommeliers 2026 vom Bayerischen Brauerbund, dem Hopfenspezialisten Hopsteiner und dem Glashersteller Rastal. Der Verband der Diplom Biersommeliers unterstützte die Veranstaltung ideell.
Mit Iris Eickert steht nun zunächst die Deutsche Meisterin 2026 fest. Der Titel ging nach Hamburg – und an eine Biersommelière, die nach zwei erfolglosen Anläufen beim dritten Versuch den entscheidenden Schritt geschafft hat.