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Schussenrieder Brauerei Ott: Investorensuche macht Hoffnung nach Insolvenz – Bierzirkus

Schussenrieder Brauerei Ott: Investorensuche macht Hoffnung nach Insolvenz

Die insolvente Schussenrieder Brauerei Ott stabilisiert sich. Der Betrieb läuft weiter, rund 400 Gaststätten werden beliefert und Investoren zeigen Interesse.

Knapp drei Monate nach dem Insolvenzantrag gibt es vorsichtig positive Signale von der Schussenrieder Brauerei Ott in Bad Schussenried. Der Geschäftsbetrieb läuft weiter, die Kunden bleiben dem Unternehmen offenbar treu und auch bei der Suche nach einem Investor gibt es Interessenten. Der vorläufige Insolvenzverwalter Matthäus Rösch sieht deshalb weiterhin Chancen für eine Fortführung der traditionsreichen Familienbrauerei.

Rund 400 Gaststätten werden weiter beliefert

Trotz des laufenden Insolvenzverfahrens wird bei Ott weiterhin produziert und ausgeliefert. Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters werden etwa 400 gastronomische Betriebe im Rahmen bestehender Verträge weiter mit Getränken versorgt. Dass die Kunden der Brauerei auch während der wirtschaftlich schwierigen Phase die Treue halten, wertet Rösch als positives Zeichen.

Auch die Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung der Familienbrauerei verlaufe konstruktiv. Damit hat sich die Situation seit dem Insolvenzantrag im Juni offenbar zumindest stabilisiert. Damals hatte das Unternehmen beim Amtsgericht Ravensburg die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt, woraufhin Rösch zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt wurde.

Investorensuche läuft

Entscheidend für die Zukunft der Brauerei dürfte nun die Suche nach einem Investor sein. Nach Angaben Röschs gibt es bereits Interessenten. Konkrete Namen oder Einzelheiten zu möglichen Angeboten wurden bislang allerdings nicht bekannt.

Dass überhaupt Interesse an dem Unternehmen vorhanden ist, bewertet der Insolvenzverwalter angesichts der angespannten Lage auf dem deutschen Biermarkt positiv. Sinkender Bierkonsum sowie hohe Rohstoff- und Energiekosten setzen insbesondere mittelständische und kleinere Brauereien seit Jahren unter Druck. Der deutsche Bierabsatz war 2025 gegenüber dem Vorjahr um sechs Prozent gefallen und hatte damit ein Rekordtief erreicht.

Insolvenzverfahren soll Anfang September eröffnet werden

Der nächste wichtige Termin steht bereits bevor. Rösch rechnet damit, dass das eigentliche Insolvenzverfahren Anfang September eröffnet wird. Bislang befindet sich die Brauerei noch im vorläufigen Verfahren.

Mit der Verfahrenseröffnung endet allerdings auch die Absicherung der Gehälter über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit. Dieses hatte die Löhne und Gehälter während des vorläufigen Verfahrens abgesichert. Frühere Berichte sprachen von rund 40 Beschäftigten; nach dem aktuellen Stand sind rund 50 Mitarbeiter von der weiteren Entwicklung betroffen.

Traditionsbrauerei mit regionaler Bedeutung

Die Schussenrieder Brauerei Ott ist seit mehr als 120 Jahren im Besitz der Familie Ott und wird in vierter Generation geführt. Ihre historischen Wurzeln reichen noch weiter zurück. Vor der Insolvenz produzierte das Unternehmen nach eigenen Angaben jährlich rund sechs Millionen Liter Bier und etwa drei Millionen Liter alkoholfreie Getränke. Das Vertriebsgebiet reicht von Oberschwaben über den Bodensee und das Allgäu bis nach Ulm und in den Großraum Stuttgart.

Die kommenden Wochen dürften nun darüber entscheiden, ob für den Betrieb eine langfristige Lösung gefunden werden kann. Dass die Produktion weiterläuft, die Gastronomiekunden an Bord bleiben und bereits potenzielle Investoren vorhanden sind, sind zumindest günstigere Voraussetzungen als noch unmittelbar nach dem Insolvenzantrag.

Eine Rettung der Brauerei ist damit noch nicht gesichert. Die Einschätzung des vorläufigen Insolvenzverwalters macht jedoch Hoffnung, dass Schussenrieder Bier auch künftig gebraut werden könnte.

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