Bei der Alpirsbacher Klosterbräu wird die nächste Generation künftig die Verantwortung übernehmen. Zum 1. April 2027 soll Moritz Glauner die alleinige Geschäftsführung der Familienbrauerei übernehmen. Sein Vater Carl Glauner zieht sich aus der operativen Unternehmensführung zurück und wechselt in den Aufsichtsrat. Damit wird ein seit mehreren Jahren vorbereiteter Generationenwechsel abgeschlossen.
Für Carl Glauner endet die Zeit als geschäftsführender Gesellschafter am 31. März 2027. Ganz aus dem Unternehmen verschwindet er allerdings nicht. Als Mitglied des Aufsichtsrats will er seine Erfahrung und seine Branchenkenntnis weiterhin in die strategische Entwicklung der Brauerei einbringen.
Auch in der Geschäftsführung gibt es eine weitere Veränderung. Markus Schlör, der seit 2004 der Geschäftsführung angehört, wird künftig als Prokurist für Vertrieb, Marketing und Kommunikation verantwortlich sein. Diesen Schritt habe Schlör selbst initiiert, teilt die Brauerei mit. Für Kunden und Geschäftspartner soll sich an den bestehenden Ansprechpartnern und Lieferbeziehungen nichts ändern.
Übergang wurde frühzeitig vorbereitet
Dass Moritz Glauner eines Tages die Verantwortung an der Spitze der Brauerei übernehmen würde, kommt nicht überraschend. Der heute 34-Jährige ist seit 2022 im Unternehmen. Zunächst arbeitete er in der Produktionsplanung, bevor er Anfang 2025 in die Geschäftsführung aufrückte. Bereits damals war sein Einstieg ausdrücklich als Teil des Generationenwechsels bezeichnet worden.
Seither konnte Glauner weitere Verantwortung übernehmen. Unter anderem war er maßgeblich an der Planung und Umsetzung einer neuen Abfüllanlage beteiligt. Die Ende 2024 in Betrieb genommene Anlage soll den Energieverbrauch der Brauerei um rund 13 Prozent und den Wasserverbrauch um 18 Prozent reduzieren. Nach Angaben des Unternehmens entspricht die Energieeinsparung einer Verringerung des CO₂-Ausstoßes um rund 610 Tonnen pro Jahr.
Damit steht der Wechsel an der Spitze nicht für einen abrupten Schnitt, sondern für eine Übergabe, die über mehrere Jahre vorbereitet wurde. Die operative Verantwortung wird künftig bei Moritz Glauner gebündelt. Nach Angaben der Brauerei sollen dadurch Entscheidungswege verkürzt und zusätzliche Freiräume für die Weiterentwicklung geschaffen werden.
Familienbrauerei bleibt eigenständig
Alpirsbacher Klosterbräu bleibt auch nach dem Wechsel eine eigenständige Familienbrauerei. Das ist angesichts der Veränderungen, die die deutsche Braubranche in den vergangenen Jahren erlebt hat, eine durchaus bemerkenswerte Kontinuität.
In den vergangenen Jahren hat Alpirsbacher deshalb nicht nur in die Produktion investiert, sondern auch das Sortiment erweitert. Neben alkoholfreien Bieren gehören inzwischen unter anderem Saftschorlen und Erfrischungsgetränke zum Angebot.
Mit dem Wechsel zum 1. April 2027 wird Moritz Glauner damit nicht einfach eine traditionsreiche Brauerei übernehmen, sondern ein Unternehmen, dessen strategische Weichen bereits in den vergangenen Jahren neu gestellt wurden. Sein Vater bleibt dem Unternehmen verbunden – künftig allerdings aus dem Aufsichtsrat heraus. Die operative Verantwortung liegt dann vollständig bei der fünften Generation.