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Hofbräu Winterzwickl

Auch große Brauereien brauen saisonale Biere, da macht die Hofbräu München keine Ausnahme. Aus dieser Brauerei steht jetzt das Hofbräu Winterzwickl vor mir. Ein Blick auf das Etikett gibt nicht viel her. Anders die Website der Brauerei, wo in Stichworten die Zutaten benannt werden, wie es sonst eher bei Craft Beer üblich ist. Das gefällt mir schon mal.

Dunkel kastanienbraun steht das Bier im Glas. Darüber entwickelt sich viel fester hellbrauner Schaum, der aber relativ schnell in sich zusammenfällt. So fest wie der Schaum anfangs war, hätte ich damit gerechnet, dass sich der Schaum länger hält.

Das Aroma ist malzbetont. Leichte Anklänge von Bitterschokolade steigen mir in die Nase. Dazu kommt noch der Duft von Hefe. Insgesamt gefällt mir der Duft nicht schlecht, aber bei der Farbe des Bieres hätte ich ein kräftigeres und intensiveres Aroma erwartet.

Der Antrunk ist recht süß und das Bier enthält eine sehr feinperlige und milde Kohlensäure. Schnell kommt ein leichtes Bitter dazu, mehr aber noch der Geschmack dunkler Schokolade. Ansonsten ist das Bier eher schlank. Der Abgang ist wenig bitter und der Schokoladengeschmack klingt noch einige Zeit nach.

Als Fazit kann ich sagen, dass das Bier keine Fehlnoten aufweist, aber auch nicht wirklich ausgewogen wirkt. Außerdem würde ich mir einen etwas intensiveren Geschmack wünschen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Münchner Malz, Helles Gerstenmalz, Caramelmalz), Hopfen (Hercules, Perle), Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

12,5 %

Bittereinheiten:

23 IBU

Brauerei:

Staatliches Hofbräuhaus in München
Hofbräuallee 1
81829 München
www.hofbraeuhaus.com

Mönchshof – Weihnachtsbier

Seit 1984 gehört die Firma Mönchshof zur Kulmbacher Brauerei, die auch das Mönchshof Weihnachtsbier gebraut hat, das jetzt vor mir steht. Dieses Bier wird seit dem Jahr 1999 jeweils für die Weihnachtszeit eingebraut. Mönchshof stellt einige Biere her, die in ihrem jeweiligen Bierstil zu den meistgetrunkenen deutschen Bieren gehören. Jetzt will ich feststellen, ob das Weihnachtsbier das Zeug hat, ebenfalls in diese Klasse aufzusteigen.

Altgolden strahlt mir das Bier im Glas entgegen. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge größtenteils feinporiger Schaum, der nur langsam in sich zusammenfällt. Die Optik gefällt mir und ich frage mich, ob ich hier ein Bier vor mir stehen habe, das aus industrieller Produktion stammt und mich trotzdem überzeugen kann.

Das Aroma belehrt mich schnell eines Besseren. Das Aroma des Malzes ist vollkommen OK, aber dazu gesellt sich der typische Geruch von Hopfenextrakt. Er ist allerdings recht dezent und wenn die Brauerei zusätzlich mehr Aromahopfen verwendet hätte, könnte ich mich mit dem Aroma vermutlich anfreunden.

Der Antrunk ist relativ süß, was aber durchaus zu einem Weihnachtsbier passt. Die Kohlensäure ist sehr feinperlig, aber recht knapp dosiert. Hier würde ich mir mehr wünschen. Schnell kommt ein freundliches aber doch ordentliches Bitter dazu, das auch im Abgang erhalten bleibt.

Das Mönchshof Weihnachtsbier kann mich nicht wirklich begeistern. Es ist nicht so, dass ich sagen könnte, dies oder das am Bier gefällt mir nicht. Aber irgendwie fehlt diesem Bier die Komplexität (na gut, ich gebe zu, dass ich recht verwöhnt bin). Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass das Weihnachtsbier von Mönchshof gut als Grundlage für ein Glühbier geeignet ist. Dafür ist aber noch das richtige Rezept erforderlich.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

5,6 %

Stammwürze:

13,3° Plato

Brauerei:

Kulmbacher Brauerei Aktien-Gesellschaft
95326 Kulmbach
www.mönchshof.de

Maxlrainer – Aiblinger Schwarzbier

Maxlrain ist ein Ortsteil von Tuntenhausen, gelegen im Landkreis Rosenheim. Ich selbst war nie dort, aber wenn ich mir die Bilder im Internet ansehe, könnte der kleine Ort mit seinem Schloss, seiner Schlossbrauerei und den Heimatfesten einem bayerischen Heimatfilm entsprungen sein. Wenn mir das Bier so gut gefällt wie die Bilder von Maylrain, kann eigentlich nichts schiefgehen. Immerhin wurde die 1636 gegründete Brauerei 2016 bei der DLG 16 x mit der Goldmedaille ausgezeichnet.

Dunkel mahagonifarben steht das Bier im Glas. Darüber bildet sich ein fester hellbrauner Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Optisch gibt es an diesem Bier nichts auszusetzen.

Das Aroma enthält erstaunlich wenige Röststoffe, die sich durch einen leichten Kakaoduft zeigen. Stattdessen dominieren neben dem Malz eher blumige Noten. Das ist nicht das, was ich erwartet hatte, aber es gefällt mir nicht schlecht.

Der Antrunk ist leicht süß und die Kohlensäure ist für meinen Geschmack gut dosiert. Schnell gesellt sich der Geschmack dunkler Schokolade zur Süße, gepaart mit einer leichten Säure. Insgesamt ist das Bier rund und recht süffig. Der Abgang ist leicht bitter und auch die Schokoladennoten bleiben erhalten. Der Geschmack klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Brauerei:

Schlossbrauerei Maxlrain GmbH & Co. KG
Aiblinger Str. 1
83104 Maxlrain
www.maxlrain.de

Echt Veldensteiner – Landbier

Seit dem Jahr 1929 existiert die Brauerei aus dem fränkischen Neuhaus, von der mir jetzt das Landbier vor mir steht.

Optisch macht das Bier schon mal eine gute Figur. Dunkel bernsteinfarben ist es und es bildet sich beim Einschenken sehr viel cremiger bis feinporiger Schaum, weiß mit einem Gelbstich. Der Schaum fällt nur langsam in sich zusammen.

Das Aroma wird durch die Röststoffe des Malzes bestimmt. Neben einem Karamellduft stelle ich noch etwas Saures fest. Es ist nicht fruchtig, aber auch nicht unangenehm.

Der Antrunk ist recht neutral und nichtssagend. Er hat zwar eine gewisse Rezenz, aber das war es auch schon. Erst anschließend kommen die Röststoffe zum Einsatz, ich schmecke Kaffee und einen dezenten Geschmack nach Kräutern. Der Abgang ist sehr mild, kaum bitter und ohne langen Nachklang.

Das Landbier von Veldensteiner ist sicher kein schlechtes Bier, eher etwas für die Liebhaber sehr milder Biere. Für mich ist es kein unvergesslicher Genuss, aber um es nebenbei zu trinken ist es gut geeignet, schließlich ist es recht süffig.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenauszüge

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Stammwürze:

12,5 %

Brauerei:

Kaiser Bräu
91284 Neuhaus
www.veldensteiner.de

Camba – EI PI AI

Nun habe ich ein IPA aus der Brauerei Camba in Truchtlaching im Landkreis Traunstein in Oberbayern vor mir stehen. Ich kenne die Brauerei nicht näher, aber es fällt mir auf, dass dort etwa 40 Biersorten gebraut werden. Das ist schon eine erstaunliche Menge, die ich ansonsten bislang nur noch in der Klosterbrauerei in Neuzelle gefunden habe.

Das Ei Pi AI, das ich jetzt vor mir stehen habe, ist bereits dreimal beim Meiningers International Craft Beer Award ausgezeichnet worden, im Jahr 2014 mit Gold sowie 2015 und 2016 mit Silber. Wir können also mit Fug und Recht davon ausgehen, dass es sich hier um ein besonderes Bier handelt.

Golden mit einem leichten Rotstich und hefetrüb steht das obergärige Bier im Glas. Darüber eine sehr schöne große weiße und feinporige Schaumkrone, die auch lange stehen bleibt. Von der Optik bin ich schon mal begeistert.

Das Aroma ist sehr angenehm. Ich rieche Düfte nach Zitronenschale, Orange, und Holunderblüte. Abgerundet wird das Aroma durch den Duft nach Karamell.

Der Antrunk ist angenehm süß und es zeigt sich, dass das Bier eine sehr feinperlige Kohlensäure enthält. Dann ist das Bier zunächst sehr fruchtig, mit einem eindeutigen Fokus auf Orangen, bevor mit Macht das Bittere die Oberhand gewinnt. Der Abgang ist freundlich bitter und mit langem Nachklang. Das EI PI AI ist ein Bier, das man unbedingt getrunken haben sollte.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Centinnial, Cascade, Chinook, Citra), Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Stammwürze:

17,5 %

Bittereinheiten:

62 IBU

Brauerei:

Camba Bavaria GmbH
Mühlweg 2
83376 Truchtlaching
www.camba-bavaria.de

Frankenbräu – Festbier

Die Franken müssen schon ein fröhliches Völkchen sein. Wurde Festbier früher nur zu besonderen Anlässen gebraut, gibt es diese Spezialität jetzt aus der Brauerei Franken Bräu das ganze Jahr über. Offensichtlich kommen die Einwohner des Frankenwaldes das ganze Jahr über aus dem Feiern nicht mehr raus. Na ja, mir soll es recht sein. Wende ich mich also dem Festbier zu.

Kristallklar und in einem hellen Goldgelb und mit lebhafter Kohlensäure präsentiert sich das Bier im Glas. Dazu recht viel feinporiger weißer Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal einen sehr guten Eindruck.

Das Bier duftet gut nach Malz, dazu meine ich Kräuteraromen zu riechen. Doch, das macht doch Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist leicht süß, eigentlich so, wie ich es erwartet habe. Zur Süße kommen schnell kräftige Bitternoten dazu. Wenn ich es nicht besser wüsste wurde ich annehmen, dass es sich um ein norddeutsches Bier handelt. Die Bitterstoffe kommen im Abgang noch weiter in den Vordergrund. Der Geschmack hält auch lange an.

Es ist ein Bier mit einigen Ecken und Kanten, das wohl nicht jedem gefallen will. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb mag ich das Bier. Zu einem deftigen Essen, für das Franken ja bekannt ist, ist es ein guter Begleiter.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Brauerei:

Franken Bräu
Lorenz Bauer GmbH & Co KG
Neundorf 41
96268 Mitwitz im Frankenwald
http://www.frankenbraeu.de

Schneider Weisse – TAP4 Meine Festweisse

Wieder einmal steht ein Bier aus Bayerns ältester Weißbierbrauerei vor mir, das TAP 4 mit Namen „Meine Festweiße“. Anders als andere Festbiere wird dieses Weizenbier nicht zu einem speziellen Volksfest gebraut, sondern die Brauerei Schneider schreibt auf ihrer Website, dass das Bier nach altem Festbierrezeptur für feierliche Runden neu aufgelegt wurde.

Eine Besonderheit dieses Bieres ist, dass es das erste Biobier ist, das ich von dieser Brauerei aus Kelheim erhalten habe. Das Malz und der Hopfen sind nicht „bio-light“ EU-Bio, sondern stammen aus durch Naturland zertifiziertem Anbau. Dann will ich mal testen, ob sich das auch in der Qualität des Bieres niederschlägt. Jedenfalls ist das Bier weder filtriert noch pasteurisiert, was ich schon mal als positiv empfinde.

Golden und hefetrüb zeigt sich das Bier im Glas. Mir fällt auf, dass die Hefe teilweise verklumpt ist, was aber durchaus daran liegen kann, dass die Flasche bereits einige Zeit bei mir gestanden hat. Sonst habe ich diesen Effekt bei den Bieren von Schneider noch nicht erlebt. Davon unabhängig ändert das aber nichts am Geschmack, es fällt lediglich ins Auge. Für ein Weißbier bildet sich vergleichsweise wenig cremiger weißer Schaum, was das Einschenken erleichtert. Dafür bleibt der Schaum wirklich lange erhalten.

Der Antrunk ist frisch mit einer angenehmen Kohlensäure, die für meinen Geschmack auch in der richtigen Menge vorhanden ist. Der Körper ist ausgeglichen mit einem leichten Säureüberschuss, der aber die Fruchtigkeit der Festweisse unterstreicht. Im Abgang ist das Bier mild ohne langen Nachklang.

„Meine Festweisse“ ist ein mildes und angenehmes Weißbier, das sicher auch Menschen gefallen kann, die sonst eher kein Weizenbier trinken. Es lässt sich nichts Schlechtes über dieses Bier sagen, sondern es ist ein wirklich gutes Weißbier, das gefallen will und kann. Mir persönlich fehlt ihm aber etwas Charakter, ein Alleinstellungsmerkmal, wie ich es bei den anderen Bieren von Schneider erlebt habe.

Jetzt frage ich mich, weshalb ich dieses Bier noch nie in einem Bioladen gesehen habe. Die Voraussetzungen erfüllt es auf jeden Fall.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,2 % Vol.

Stammwürze:

13,8 %

Bittereinheiten:

28 IBU

Brauerei:

Weisses Bräuhaus
G. Schneider & Sohn GmbH
93309 Kelheim
www.schneider-weisse.de

Zötler Braukunst – Herzsolo

Als ich die Flasche, die jetzt vor mir steht, erstmals sah, fand ich den Namen schon bemerkenswert. Auf der Website der Brauerei Zötler Braukunst fand ich dann aber eine Erklärung: der Großvater des jetzigen Inhabers war leidenschaftlicher und guter Doppelkopfspieler. Meist hat er auch gewonnen und nun wurde ihm dieses Bier gewidmet. Wenn der Opa wirklich so gut gespielt hat und der Enkel so gut brauen kann wie sein Opa gespielt hat, kann bei diesem Bier ja eigentlich nichts schiefgehen.

Hellgold, mit leichtem Grünstich und leicht hefetrüb steht das Bier im Glas. Darüber bildet sich recht viel feinporiger weißer Schaum, der sehr stabil ist und der nur sehr langsam in sich zusammenfällt. Die Farbe verspricht schon mal ein besonderes Bier und an der Optik ist wirklich nichts auszusetzen.

Das Aroma wird durch den Duft der Hefe bestimmt, unterstützt durch Gewürze, Zitronenschalen und Orangenblüten. Jetzt frage ich mich, mit was für einem Bierstil ich es hier zu tun habe. Der Duft der Hefe erinnert mich an ein Witbier, während die Zitrusnoten an ein IPA angelehnt sind. Dafür sind sie allerdings nicht kräftig genug. Ich vermute mal, dass sich dieses Bier nicht einordnen lässt. Ich nenne es jetzt einfach einmal Kreativbier.

Der Antrunk enthält kaum Süße, ist aber durch die feinperlige Kohlensäure wunderbar spritzig. Auf der Zunge entwickelt sich durch die Zitrusnoten schnell eine ordentliche Fruchtigkeit, die in einen leicht bitteren Abgang mit langem Nachklang übergeht.

Schade, dass ich das Bier im Winter probiert habe; es würde eigentlich besser zu einem warmen Sommerabend passen. Dann ist es aber nahezu perfekt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz), Weizenmalz (helles Weizenmalz), Hopfen (Magnum, Polaris, Mandarina Bavaria, Centennial, Cascade), Hefe (belgische Withefe, Weizenhefe)

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

11,8° Plato

Brauerei:

Privat-Brauerei Zötler GmbH
Grüntenstr. 2
87549 Rettenberg
www.zoetler.de

BierSelect

Riedenburger – Doldenbock

Nun steht mal wieder ein Bier aus Riedenburg im Altmühltal vor mir, ein Weizenbock namens Doldenbock mit 7,9 % Volumenprozent Alkohol. Das Rückenetikett verspricht viel: Ein Doppelbock, doppelt mit Hopfen gestopft. Dazu noch ein Weizenbock und das Ganze unfiltriert und aus Bioland-Anbau. Irgendwie habe ich den Eindruck, das Team des Riedenburger Brauhauses, das im letzten Jahr sein 150jähriges Jubiläum feierte, wollten mit diesem Bier das deutsche Reinheitsgebot mal so richtig ausreizen. Mal sehen, was dabei rausgekommen ist.

Den Doldenbock dürfen wir auch nicht mit dem Doldensud verwechseln, der aus der gleichen Brauerei stammt. Hier noch kurz die Prosa, mit der die Brauerei uns den Doldenbock auf dem Rückenetikett der Flasche schmackhaft machen will: „Er ist stark. Er ist mächtig. Er ist kraftvoll. Ein Naturbursche. Bevor du diesen Bock herausforderst, sei ehrlich zu dir selbst und frag dich, ob du stark genug bist. Er ist kein einfacher Bock. Er ist doppelbockig. Er ist heimtückisch. Er kommt mit seiner Hopfennote und frisch und leicht daher. Blumige Noten steigen in die Nase. Und dann nimmt er dich auf die Hörner mit seinen potenten 7,9 % Volumen. Bezwing den Bock. Und wenn du ganz stark bist – auch zwei.

Mit diesen Worten hat die Brauerei mich überzeugt, die Flasche zu kaufen. Jetzt ist es aber endlich an der Zeit, sie zu öffnen und den Bock in die Freiheit zu entlassen.

Bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich der Bock im Glas. Darüber bildet sich recht viel feinporiger weißer Schaum, der lange erhalten bleibt. Gegen die Optik ist jedenfalls nichts zu sagen.

Das Aroma ist fruchtig. Ich rieche Banane, Zitrusfrüchte, Karamell und auch etwas Würziges. Ich kann es nicht genau identifizieren, es könnten aber Düfte von Pfeffer und Nelken dabei sein.

Der Antrunk ist so süß, wie ich es von einem Bockbier erwarte, dabei aber prickelnd und frisch wie ein gutes Weizenbier. Bis hierhin ist das Bier einfach perfekt. Der Körper ist vollmundig mit Geschmäckern nach Melone und überreifen Bananen. Dazu kommt die Süße des Malzes, abgerundet mit Trockenfrüchten. Der Abgang ist nur wenig bitter, da hätte ich mehr erwartet. Aber zumindest klingt er einige Zeit nach.

Ich bin mir nicht ganz sicher, wie ich dieses Bier bewerten soll. Einerseits ist es gut ausgewogen, aber es hat so viele Geschmacksnuancen, so dass ich den Eindruck habe, dass es irgendwie überladen ist. Aber auf jeden Fall ist es ein spannendes Bier.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,9 % Vol.

Brauerei:

Riedenburger Brauhaus
93339 Riedenburg
www.riedenburger.de

BierSelect

Braukraft – Hell-Oohh

Die Beschreibung, die die Brauerei für dieses Bier liefert, ist euphorisch: „Unsere untergärige Spezialität, für die man auch keinen Anlass zum Genießen braucht… Von allen Stimmungen unbeeindruckt bringt Sie meist einem Lächeln mit. Spätestens wenn sie den Gästen das erste Getränk serviert herrscht auch bei diesen ein zufriedenes Aufatmen. Sollte es dann noch ein wirklich gutes Bier sein wird aus einem langweiligen „Hallo“ ein fröhliches „Hell-Oohh“… wer kennt Sie nicht? Die Kellnerin des Vertrauens…. Prost.“

Eine solche Beschreibung kann einem gefallen oder auch nicht. Wichtiger ist aber das Bier, das ich jetzt öffne. Ups, bereits beim Öffnen schäumt das Bier aus der Flasche. Das gefällt mir schon mal nicht sonderlich. Hätte ich die Flasche vorher geschüttelt würde ich das ja verstehen. Aber ich hatte sie doch ganz normal aus der Küche geholt.

Im Glas präsentiert sich das Bier hell bernsteinfarben und hefetrüb. Obwohl das Bier bereits beim Öffnen übergeschäumt war bildet sich im Glas nicht übertrieben viel Schaum. Dafür ist er aber feinporig und bleibt lange erhalten.

Das Aroma ist malzbetont, ansonsten aber recht diskret. Leichter Toffeeduft steigt mir in die Nase, unterstützt durch Düfte nach Hefe und Orangen. Ich würde mir den Duft intensiver wünschen, aber das ist mein persönlicher Geschmack.

Der Antrunk ist leicht süß, überraschend spritzig und rund. Insgesamt ist das Bier süffig. Die Hefe macht zusammen mit der Süße des Malzzuckers und einem leichten Bitter den Geschmack rund. Auch der Abgang ist nur leicht bitter, er klingt aber lange nach.

Anfangs war ich fast etwas enttäuscht von diesem Bier, aber je mehr ich davon trinke, gefällt es mir immer besser. Kurz gesagt war es Liebe auf den zweiten Schluck.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Braukraft GmbH & Co. KG
Hirtackerweg 35
82205 Geisenbrunn
www.braukraft.de