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Brau-Manufactur Allgäu – Hopfen Royal

Die beiden von Bier begeisterten Schwestern Stephanie und Kathrin Meyer haben das Hopfen Royal in der hauseigenen Spezialitäten-Brauerei gebraut, in der Brau-Manufactur Allgäu. Dafür verwenden sie ausschließlich regionale Rohstoffe.

Die kräftige dunkle Bernsteinfarbe spricht mich sofort an. Dazu die leichte Hefetrübe. Die reichlich vorhandene Kohlensäure sorgt für eine sehr schöne leicht elfenbeinfarbene gemischtporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Die Optik ist wirklich königlich.

Das intensive Aroma ist malzbetont und dabei doch fruchtig. Düfte nach Mango, Orange, Grapefruit und Waldhonig steigen mir in die Nase.

Der Antrunk enthält für ein Bockbier überraschend wenig Süße, aber er ist vom ersten Moment an angenehm und fruchtig. Der Geschmack von Pfirsich und Litschi verbindet sich mit dem von Grapefruit. Die Fruchtigkeit wird durch die ausgeprägten Malzaromen unterstützt. Dieser Bock wirkt dabei nicht schwer, sondern frisch und spritzig. Auch der Abgang wird durch die Fruchtigkeit geprägt. Die Bitterstoffe halten sich stiltypisch diskret im Hintergrund. Der Geschmack klingt mittellang nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Mittelfrüh, Cascade), Hefe

Alkoholgehalt:

6,9 % Vol.

Stammwürze:

16° Plato

Brauerei:

Brau-Manufactur Allgäu
Hauptstr. 25
87484 Nesselwang
www.brau-manufactur-allgaeu.de

Aecht Nürnberger – Kellerbier

Die Brauerei Tucher, die zum Radeberger Konzern gehört, bewirbt ihr Bier mit vollmundigen Worten: „Es war einmal … eine Zeit, da gab es in Nürnberg bis zu 42 Brauereien, die den Bierdurst der Bürger löschten. Um all das Bier kühl zu lagern, wurden tiefe Felsenkeller unter der Kaiserburg angelegt. Die richtige Lagerung ist auch bei unserem Aecht Nürnberger Kellerbier von entscheidender Bedeutung: Es reift in aller Seelenruhe und wird naturtrüb abgefüllt. Ein wahres Nürnberger Meisterbier.“ Na, hoffentlich hat der Texter bei Radeberger da den Mund nicht zu voll genommen. An diesen Worten wird sich schließlich das Bier messen lassen müssen.

Intensiv golden steht das Bier im Glas. Mir fällt auf, dass es fast keine Hefe enthält, obwohl es doch als naturtrübes Bier angeboten wird. Na gut, diesen Effekt hatte ich ja bereits häufiger, so dass ich das der Tucher-Brauerei nicht ankreiden möchte, aber ein Bier, das fast wie gefiltert aussieht, hatte ich nicht erwartet und es war ja auch nicht versprochen worden. Die Krone aus gemischtporigem weißen ist überraschend klein und sie fällt auch schnell in sich zusammen.

Das Aroma ist blumig, dazu kommt bereits im Aroma eine leichte Malzsüße zum Vorschein. Damit enthält das Aroma keine falschen Töne, aber um mich zu begeistern ist es einfach zu wenig. Mit einer besseren Hopfenauswahl könnte mir das Aroma durchaus gefallen.

Der Antrunk ist leicht süß und wenig spritzig. Und so ähnlich geht es auch weiter. Der Körper ist schlank, wenig bitter und ohne Fruchtigkeit. Der Abgang ist ebenfalls nur gering bitter und er klingt nur kurz nach.

Nein, dieses Bier enthält keine falschen Töne, aber irgendwie von Allem zu wenig. So sehr ich mich auch anstrenge, kann ich dieses Bier nicht als Meisterbier anerkennen.

Alkoholgehalt:

12,5 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hefe, Hopfen, Hopfenextrakt

Brauerei:

Tucher Bräu GmbH & Co. KG
Tucher Straße 10
90763 Fürth
www.tucher.de

Nesselwanger – Hell

Die Post-Brauerei aus Nesselwang im Allgäu braut zwei Produktlinien – einmal das Craft Beer unter dem Namen Braukatz und auch einige traditionelle Biere. Auch aus letzterer Linie hat mir die Brauerei einige Flaschen geschickt und jetzt steht das Nesselwanger Hell vor mir. Auch wenn dieses Bier von den Brauern nicht als Craft Beer vermarktet wird, Wer einmal ein richtig gutes Bier gebraut hat (die Biere aus der Braukatz-Reihe haben mir bislang alle wirklich gut geschmeckt), wird nicht zwischendurch ein austauschbares Bier herstellen. Ein Blick auf die Zutatenliste bringt einen Hinweis, dass diese Erwartung nicht unbegründet ist, denn dort zeigt sich, dass die kleine Brauerei im Allgäu auch hier nur mit Hopfen gearbeitet hat, nicht mit Extrakten.

Golden und klar ist das Nesselwanger Helle. Das Bier enthält viel sichtbare Kohlensäure, die für eine durchschnittliche feinporige Schaumkrone sorgt, die lange erhalten bleibt. Bei der Optik haben die Brauer aus dem Allgäu schon mal keine Fehler gemacht.

Das Aroma ist durch das Malz geprägt, aber auch einige ordentliche würzige Noten spielen hier mit, die ich jedoch nicht näher identifizieren kann.

Der Antrunk ist leicht süß und frisch. Schnell kommt ein freundliches Bitter dazu, das gut auf die Menge des noch vorhandenen Malzzuckers abgestimmt ist. Auch der Abgang ist stiltypisch wenig bitter, aber mit recht langem Nachklang.

Das Nesselwanger Hell beweist, dass es möglich ist, ohne Extravaganzen ein sauberes und elegantes Bier zu brauen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,6 % Vol.

Stammwürze:

11,3° Plato

Bittereinheiten:

12 IBU

Brauerei:

Post-Brauerei Nesselwang
Karl Meyer
Hauptstr. 25
87484 Nesselwang
www.brau-manufactur-allgaeu.de

Riedenburger – Dolden Dark

Nun befasse ich mich mal wieder mit einem Bier aus Bayern, das Dolden Dark aus dem Riedenburger Brauhaus. Es handelt sich um ein handwerklich gebrautes Porter. Eine Besonderheit dieses biologischen Bieres aus dem Altmühltal ist die Verwendung von Emmermalz. Emmer ist eine alte Getreidesorte, die zwischenzeitlich nahezu ausgestorben war. Erst in den letzten Jahren gewinnt sie langsam wieder etwas an Bedeutung. Aber wenden wir uns dem Bier zu.

Ein Blick auf das Etikett zeigt bereits eine Besonderheit. Da die Rohstoffe für diese Bierspezialität vermutlich nicht in beliebigen Mengen vorhanden sind und sich die Brauer daher nicht sicher sein können, beim nächsten Mal das exakt gleiche Ergebnis zu erzielen, ist auf dem Etikett die Nummer des Suds vermerkt. In diesem Fall ist es der Sud 11.

Absolut schwarz und blickdicht ist das Bier, darüber ein nussbrauner gemischtporiger Schaum, der allerdings recht flott verschwindet. Lediglich ein kleiner Rest des Schaums bleibt dauerhaft erhalten.

Das Aroma ist durch Röstaromen geprägt, das Bier duftet nach Kaffee und Schokolade. Der Hopfen kommt hier nicht in den Vordergrund.

Der Antrunk ist leicht süß und hier kommt erstmals die sehr feinperlige Kohlensäure zum Vorschein. Zu sehen war sie nicht, da das Bier so konzentriert ist, dass wirklich kein Licht in es eindringt.

Der Körper ist ausgewogen, ich schmecke bittere Schokolade gemischt mit Kaffee, dazu eine leichte Säure. An so ein Bier könnte ich mich doch glatt gewöhnen. Der Abgang ist anfangs wie eine gute Bitterschokolade, die etwas Säure mit sich bringt. Dann wandelt sich der Geschmack und es kommen die Kaffeetöne zum Vorschein. Der Geschmack bleibt auch einige Zeit erhalten, bevor er langsam verklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Emmermalz, Hopfen, Hefe

Mit Ausnahme des Wassers und der Hefe stammen alle Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau.

Alkoholgehalt:

6,9 % Vol.

Bittereinheiten:

28 IBU

Brauerei:

Riedenburger Brauhaus
93339 Riedenburg
http://www.riedenburger.de

BierSelect

Hohenthanner – Tannen Hell

Hohenthann ist eine Gemeinde im bayerischen Landkreis Landshut. Dort residiert seit dem Jahr 1864 die Schlossbrauerei. Die Brauerei wirbt damit, dass sie in Privatbesitz und absolut unabhängig ist. Außerdem arbeitet sie handwerklich und verwendet regionale Produkte. Der Hopfen stammt aus der Hallertau und auch das Getreide kommt aus Bayer. Dort wird auch das Tannen Hell gebraut, das jetzt vor mir steht. Es wurde 2013 Europameister in der Kategorie „German Style Helles Lager“ beim European Beer Star Award mit einer Goldmedaille ausgezeichnet, daher erwarte ich von diesem Bier eine hohe Qualität.

Goldgelb und kristallklar präsentiert sich das Bier im Glas, zusammen mit einer recht aktiven Kohlensäure. Es bildet sich eine durchschnittlich voluminöse Schaumkrone, die auch durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet frisch nach Malz und das Aroma verrät schon mal die dezente Hopfung, die sich in blumigen Noten bemerkbar macht. Ja, so stelle ich mir ein gutes Helles vor.

Frisch und mäßig süß ist der erste Eindruck auf der Zunge. Ups, ist das Bier schlank. Aber dann kommt noch etwas Säure dazu, die dem Bier eine leichte Fruchtigkeit nach hellen Früchten verleiht. Jetzt wirkt das Bier vollmundig und rund. Der Abgang ist dank der zurückhaltenden Hopfung leicht und dank der Malze durchaus vollmundig.

Insgesamt ein recht leckeres Helles, das sich fast jedem bayerischen Essen anpasst.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Tradition, Tettnanger)

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

11,8° Plato

Brauerei:

Hohenthanner Schlossbrauerei
84098 Hohenthann
www.hohenthanner.de

Aecht Schlenkerla Rauchbier – Märzen

Lange Zeit waren Rauchbiere fast ausgestorben. Lediglich in Bamberg wurde die Tradition noch hochgehalten und im Weltkulturerbe wurde weiterhin das Malz durch die Brauereien über offenem Buchenholzfeuer geröstet. Nicht umsonst wurde das Rauchbier im Jahr 2006 aus Bamberg von Slowfood in als Passagier in die Arche des guten Geschmacks aufgenommen. Auch wenn es inzwischen einige Craft Brauer gibt, die sich des Rauchbiers angenommen haben, kommt das Original weiterhin aus Franken.

Rauchbier ist vermutlich der umstrittenste Bierstil. Vielen Konsumenten gefällt der meist kräftige Rauchgeschmack nicht. Und auch ich muss zugeben, dass die ersten Schlucke jedes Mal dazu dienen, sich wieder an den Geschmack zu gewöhnen. Aber ab dem dritten oder Vierten Schluck finde ich wieder Gefallen am rauchigen Bier. Ich meine, alleine für die Einkehr in den Brauereigaststätten lohnt sich ein Besuch in Bamberg.

Aber kommen wir jetzt zum Märzen von Aecht Schlenkerla Rauchbier. Die Brauerei bewirbt es als „das Original und Bambergs Spezialität seit Jahrhunderten.“ Und wir wollen auch nicht vergessen, dass diese fränkische Spezialität mit einer Unmenge an Preisen überhäuft wurde, alleine von 2012 bis heute mit 20 Auszeichnungen. Aufgrund der Menge will ich sie hier nicht alle aufzählen. Wenn Sie an der Liste der Ehrungen interessiert sind, lesen Sie bitte auf der Website der Brauerei. Jetzt ist es aber an der Zeit, dass ich die Flasche öffne und mit dieses spezielle Märzen einschenke.

Schwarz ist es, wirklich schwarz. Nur wenn ich das Glas gegen das Licht halte, schimmert ein leichtes Rubinrot durch. Über dem Bier bildet sich eine voluminöse Krone aus hellbraunem Schaum, die sehr lange erhalten bleibt.

An dieser Stelle beschreibe ich in der Regel das Aroma des Biers. Damit tue ich mich in diesem Fall etwas schwer. Das Bier duftet intensiv nach Buchenrauch, durchaus vergleichbar mit einem handwerklich geräucherten Schinken. Der Rauchgeruch ist so kräftig, dass ich zunächst keinen anderen Duft feststellen kann. Erst als ich die Flasche zur Hälfte getrunken habe, kann ich feststellen, dass noch weitere Aromen vorhanden sind, allerdings so zurückhaltend, dass ich sie nicht identifizieren kann. Das ist vermutlich auch der Grund, weshalb die Brauerei auf dem Rückenetikett schreibt: „Dieweilen aber das Gebräu beim ersten Trunk etwas fremd schmecken könnt, laß Dir’s nicht verdrießen, denn bald wirst du innehaben, daß der Durst nit nachläßt, sintemalen Dein Wohlbehagen sichtlich zunimmt.“

Der Antrunk ist einigermäßen trocken, weshalb es mich auch nicht stört, dass die sehr feinperlige Kohlensäure recht knapp dosiert ist. Dann kommt der Rauchgeschmack mit Macht. Er dominiert dieses Bier eindeutig. Nach dem dritten oder vierten Schluck lukt noch eine leichte Fruchtigkeit hervor, allerdings so schwach, dass ich sie nicht näher definieren kann. Auch der Abgang ist rauchig, aber er bringt noch ein leichtes Bitter hervor, verbunden mit einem Hauch dunkler Schokolade. Wie erwartet klingt der Geschmack noch lange nach. Nachdem ich mich mit dem Bier einige Zeit beschäftigt und mich an den Rauchgeschmack gewöhnt habe, kommt im Abgang das Bitter stärker hervor.

Ich mag das Bier, aber ich kann auch verstehen, wenn jemand dieses Bier ablehnt. Geeignet ist das Bier zu sehr deftigen Speisen und ich kann mir auch vorstellen, dass sich mit dem Rauchgeschmack und der zurückhaltenden Bitteren dieses Bier eine gute Grundlage für eine Soße zum Schweinsbraten bilden kann.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

13,5° Plato

Bittereinheiten:

30 IBU

Brauerei:

Brauerei Schlenkerla
Dominikanerstraße 6
96049 Bamberg
www.schlenkerla.de

 

Andechs – Export Dunkel

Nun steht mal wieder ein Bier aus dem Kloster Andechs vor mir, das Andechs Export Dunkel. Bislang haben mir alle Biere vom heiligen Berg gut gefallen und da ich die dunklen Biere mag, erwarte ich hier etwas ganz Besonderes. Mal sehen, ob das Bier meine Erwartungen erfüllen kann.

Kastanienfarben präsentiert sich das Bier im Glas. Dazu sehe ich eine muntere Kohlensäure und es bildet sich eine ordentliche Menge feinporiger Schaum, der durchschnittlich lang erhalten bleibt. Bislang ist das Bier noch so, wie ich es erwartet habe.

Das Aroma wird durch Röststoffe bestimmt. Karamell, Schokolade und dunkle Trockenfrüchte steigen mir in die Nase. Bei der Malzauswahl hat die Brauerei schon mal ein gutes Händchen bewiesen.

Der Antrunk ist süß und durch die reichlich vorhandene Kohlensäure spritzig. Es ist mir fast zu süß, aber das ist eine Frage des individuellen Geschmacks. Wenn der Geschmack insgesamt intensiv ist, geht die Süße auch für mich in Ordnung. Der Körper wird durch die Röststoffe mit leichten Schokoladennoten geprägt. Dabei bleibt das milde Bier aber spritzig. Der Abgang ist sehr mild.

Für meinen Geschmack das Bier zu sehr an den Mainstream angepasst und daher etwas langweilig. Ihm fehlt irgendwie der Charakter. Das Bier ist sicherlich nicht schlecht, aber es ist das Bier aus Andechs, das mir bislang am wenigsten gefällt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

12,5 %

Brauerei:

Klosterbrauerei Andechs
Bergstr. 2
82346 Andechs
www.andechs.de

BierSelect

Moosbacher – Lager Hell

Nun steht ein Bier aus der Privatbrauerei Scheuerer in Moosbach aus der Oberpfalz vor mir, das Moosbacher Lager Hell. Das Etikett gibt nicht allzu viele Informationen, mir fällt lediglich auf, dass die Inhaltsangabe in vier Sprachen aufgedruckt ist. Die Brauerei wird vermutlich also nicht allzu klein sein und muss auch eine gewisse Qualität aufweisen, wenn sie in drei Länder exportieren kann. Aber kommen wir zum Bier.

Hellgelb und klar steht das Bier im Glas. Es ist kaum Kohlensäure zu sehen und es bildet sich nur wenig gemischtporiger weißer Schaum, der sich auch schnell auflöst. Optisch macht das Bier also nicht allzu viel her.

Das Bier duftet nah Malz, Hopfennoten kann ich kaum feststellen. Es wird vermutlich ein recht mildes Bier sein.

Der Antrunk ist frisch und dabei recht süß. Jetzt bemerke ich auch eine feine Kohlensäure, die wohl im Bier gelöst war, so dass sie im Glas nicht zu sehen war. Der Körper ist zwar durchaus süffig, aber irgendwie erscheint dieses Lager etwas dünn zu sein, beinahe wässrig. Erst im Abgang bemerke ich erstmals Bitternoten, die sich aber nur kurz halten.

Das Moosbacher Lager ist ein Bier für Liebhaber sehr milder Biere. Es ist ein Bier, das sicher gut den Durst löscht und in einer Wirtschaft angenehm zu trinken ist. Ein Meisterstück bayerischer Braukunst ist es für mich aber leider nicht.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

Private Landbrauerei Scheuerer
Bräugasse 7
92709 Moosbach
www.moosbacher.com

Neumarkter – Gerstenthaler Alkoholfrei

Nun steht mal wieder ein Biobier aus Neumarkt in der Oberpfalz vor mir, erstmals aber nicht aus der Lammsbräu-Brauerei, sondern von Glossner Bräu. Es handelt sich um ein alkoholfreies Schankbier. Häufig ist Schankbier ja nicht von bester Qualität und der Entzug des Alkohols macht das Bier auch nicht wirklich schmackhafter. Dementsprechend niedrig sind meine Erwartungen. Aber bevor ich über dieses Bier den Stab breche will ich erst einmal prüfen, ob sich mein Vorurteil bestätigt. Schenke ich mir also eine Probe ein.

Golden steht das Bier im Glas und mir fällt auf, dass es relativ wenig Kohlensäure enthält. Auf dem Bier steht eine mittlere Menge Schaum, feinporig und reinweiß, der auch einige Zeit erhalten bleibt. Rein von der Optik her macht das Bier also einen guten Eindruck, der mit etwas mehr Kohlensäure perfekt sein könnte.

Das Aroma ist eindeutig neben dem Malz durch den Hopfen bestimmt, auch der Geruch brauner Banane ist dabei. Fast könnte der Eindruck entstehen, dass es sich um ein Weizenbier handelt. Der Antrunk ist leicht süß und aufgrund der geringen Kohlensäuremenge wenig spritzig, fast langweilig. Der Körper ist recht bitter, was aber nicht unangenehm ist, sondern durchaus noch ausgewogen harmonisch mit der Süße des Malz und der leichten Säure, die der Hopfen mit sich bringt. Der Abgang ist nicht wirklich überzeugend, aber zumindest bleiben die Bitterstoffe längere Zeit in der Kehle erhalten.

Das alkoholfreie Gerstenthaler ist wirklich kein Spitzenbier, auch wenn es für ein alkoholfreies Bier doch besser ist als der Durchschnitt. Mit dem Alkohol geht bekanntlich auch ein guter Teil des Geschmacks verloren. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass ich dieses Bier in einer Blindverkostung nicht als alkoholfrei erkannt hätte. Dieser Eindruck ist sicher der guten Auswahl der Hopfensorte geschuldet.

Zutaten:

Mineralwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Gärungskohlensäure

Brauerei:

Brauerei Franz Xaver Glossner & Neumarkter Mineralbrunnen e.K.
Deininger Weg 88
92318 Neumarkt
http://www.glossner.de

Maisel & Friends – Hoppy Amber Mosaic

Wieder einmal kam bei mir ein Paket aus Bayreuth an. Inhalt: eine Flasche Hoppy Amber Mosaic, ein Imperial Amber Ale. Und zu diesem Bier gibt es auch eine Geschichte, die die Brauerei auf ihrer Website erzählt und die ich hier unverändert übernehme: „Das Licht der Welt erblickte dieses Bier eigentlich durch Zufall. Ursprünglich wollten unsere Braumeister ein helles Bier mit deutlicher Bittere brauen, das ist aber nicht so ganz gelungen. Zum Glück!

Also lag das Bier im Tank und wartete auf seine weitere Bestimmung. Zum Tag des Bieres im April 2016 wollten wir in unserer Gastronomie Liebesbier ein besonderes Bier an den Hahn bringen und so haben wir dem „missglückten Bier“ eine neue Chance gegeben und es doch noch einmal verkostet. Die lange Reifezeit hat unserem Hoppy Amber Ale mehr als gut getan, denn plötzlich schmeckte es uns fantastisch!

Das Hoppy Amber Ale bekam auch von allen Verkostern einen so überragenden Zuspruch, dass wir es selbst kaum fassen konnten. Nicht nur die Gäste im Liebesbier fanden es toll, wir hatten es auch bei den CRAFT BEER DAYS 2016 in Hamburg dabei und es war binnen kürzester Zeit der Festival-Geheimtipp. Also haben wir es 2017 nochmals gebraut und wieder kam es supergut an. Seitdem ließen die Fans des Bieres nicht locker und baten uns, das Hoppy Amber doch bitte auch mal in die Flasche zu bringen. Tadaaaaa! Hier ist es also in der 0,33 l Flasche, aber auch bei der Neuauflage streng limitiert.“ Na, da muss der Braumeister ja mal wieder etwas ganz Besonderes gezaubert haben. Mal sehen, ob ich das auch so empfinde.

Seinen Namen hat das Bier zu Recht. Wunderbar bernsteinfarben strahlt es mir aus dem Glas entgegen mit einer großen dichten und stabilen Schaumkrone, die auch sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma tropischer Früchte steigt mir in die Nase. Ich rieche Düfte nach tropischen Früchten, Mango und roten Früchten. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der erste Kontakt mit der Zunge zeigt die Süße und Spritzigkeit des Bieres. Aber erst als sich das Bier im Mund verteilt und erwärmt lässt es seine Muskeln spielen. Im cremigen Mundgefühl spiegeln sich die Aromen wider, die bereits meine Nase verwöhnt haben. Fast wie Marmelade präsentiert sich das Bier jetzt mit dem Geschmack nach Karamell, Grapefruit, Mango und Himbeeren. Die Intensität ist beeindruckend. Im Abgang wird das Bier trockener und das Bitter verstärkt sich. Der Abgang klingt lange nach.

Zum Hoppy Amber Mosaic passt gut ein süßer Pfannkuchen mit Blaubeeren. Aber auch dieses Bier sollte schnell gekauft werden, denn: wenn weg, dann weg.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Citra, Amarillo, Columbus, Perle, Ella, Wai-iti, Bramling Cross, Herkules, Mosaic), Hefe

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Stammwürze:

18,5° Plato

Bittereinheiten:

50 IBU

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com